Wie sollen wir reagieren?

    • (1) 01.03.19 - 21:53

      Hallo,

      unser Sohn ist 4 Jahre und 3 Monate alt und ist im Moment sehr anstrengend. Er wirkt oft aggressiv, haut und tritt. 1000 malige Aufforderungen dies zu lassen, werden ignoriert und er provoziert noch mehr.

      Er testet extrem seine Grenzen aus. Was uns aber am meisten nervt ist das was er sagt. Er ist sprachlich sehr weit, konnte sich schon mit 3 super ausdrücken. Seit einiger Zeit redet er nur noch misst. Er wacht morgens auf und fängt mit Wörten an zu sprechen, die es nicht gibt, z. B. Ukke. Innerhalb von 10 Minuten hat er das oder ähnliches bestimmt 10 mal in irgendeinen Satz eingebaut. Wenn er singt, singt er nur noch misst, z. B. mit Wörtern wie "Pups, Stink". Zusätzlich des öfteren Scheiße, Blödmann.

      Es nervt so sehr, er macht es wirklich den ganzen Tag. Haben uns schon den Mund fusselig geredet, er könne so toll sprechen und würde nur noch misst reden. Frage mich, ob grade das ihm jetzt zum Verhängnis wird? Das ist irgendwie so in ihm drin, hab das Gefühl er merkt es schon gar nicht mehr. Haben ihn auch schon oft auf Zimmer gebracht, wenn er sich so verhält. Das wirkt kurz, dann macht er weiter.

      Er wäre so ein toller Kerl wenn das nicht wäre. Hab das Gefühl er macht das auch nur bei uns.

      Was würdet ihr machen, um das zu unterbinden?

      • (2) 01.03.19 - 22:56

        Was mir auffällt: wie haben schon 1000mal gesagt, wir sagen ihm immer wieder...

        Vielleicht sagt ihr es zu oft?

        Würde mein Kind mich hauen, dann wäre spätestens nach der dritten Ermahnung Schluss mit lustig.
        Ich mache das wirklich selten, aber dann ist das Kind eben doch mal im Zimmer.

        Diese Pups-Kacka-Phase, hat glaube ich fast jedes Kind in dem Alter.
        Ich habe das eher ignoriert. Klar habe ich ihn darauf hingewiesen, dass es nervt und es schade um das schöne Lied ist, aber ganz sicher habe ich keine Vorträge gehalten.
        Sohnemann ist jetzt frische 5 und ich muss sagen, diese Phase ist vorbei oder pausiert, keine Ahnung. Jetzt ist er der Checker und alles ist Banane 🙈
        VG

        • (3) 01.03.19 - 23:25

          Danke dir. Wollte damit nicht sagen das wir ihn tot reden... Er kam auch dafür schon ins Zimmer. Er provoziert halt immer weiter. Merkt er das er ins Zimmer kommt, fängt er an zu jammern und heult. Dann benimmt er sich ne Weile, dann geht es von vorne los.

          Ignorieren zu dem was er sagt haben wir auch schon probiert... aber wenn er dann auch hier provozierend weitermacht und ständig Scheiße sagt etc. weiß ich nicht, ob es halt der richtige Weg ist. Man will ja irgendwo auch, dass er sich sowas nicht weiter aneignet. Aber danke dir, deshalb suche ich ja hier Rat. Lg

          • (4) 01.03.19 - 23:37

            Man sollte unterscheiden, welche Wörter es sind.
            „Ukke“ mag ja nerven, aber wem tut das weh?
            Pups, Kacka... ja mein Gott.
            Lasst euch einfach nicht provozieren... wenn mir der Ton zu schnoddrig wurde, habe ich aber schon klar gestellt, dass ich kein Kitakumpel, sondern seine Mutter bin und er bitte vernünftig mit mir spricht.
            Das musste ich sicher nicht nur einmal sagen ;-)
            Wie gesagt, es ist eine Phase und die wird von einer anderen abgelöst.
            Was nicht geht ist hauen, da würde ich grundsätzlich sehr deutlich werden.

          • Wenn er das nur so stark bei euch macht, dann macht er das um eure Aufmerksamkeit zu bekommen. Er provoziert und weiß ihr werdet reagieren. Er holt sich seine Aufmerksamkeit negativ.

            Es wäre sogar sehr wichtig dass weitestgehend zu ignorieren. Wenn es euch nämlich nicht mehr reizt, keine Reaktion auslöst, wird es langweilig, verliert es seinen Reiz. Er wird es noch oft probieren und jedes Mal gespannt auf eure Explosion und das ganze Feuerwerk warten. Er weiß, dass dann immer was spannendes in euch passiert und er garantiert das Zentrum der Aufmerksamkeit ist, wenn er bloß ein bisschen rumflucht. Er hat Macht über euch. Das findet er super.

            Ihr müsst diesen Kreislauf mit viel Gelassenheit durchbrechen. Kacka und scheiße sind halt einfach uncool und steeeeerbenslangweilig. Kein Mensch redet dauernd so, aber wenn er unbedingt so Babyhaft reden will, bitte.... viel Spaß. Links liegen lassen.

            Stattdessen würde ich ihm jede Menge positive Aufmerksamkeit geben für die guten Dinge, die er sagt/tut. Ich würde meinen Erziehungsfokus auf die guten Dinge legen und diese besonders positiv betonen, statt immer um die schlechten zu Kreisen und diese zu verstärken.

            Denkt um. Abhalten kann man ihn sowieso nicht voll davon, aber wenn er lernt, dass das gute Verhalten viel mehr Aufmerksamkeit und vor allem Würdigung bekommt, welchen Sinn sollte er dann noch darin sehen....dem anderen hinterher zu hängen, bei dem eh überhaupt nix spannendes passiert?

        (7) 07.03.19 - 17:23

        Ich habe meinen Kindern in solchen Phasen immer gesagt sie KÖNNEN gern in ihr Zimmer gehen: Da können sie ungestört ihre Lieder singen, da ich sie nicht ständig ermahne, dass es mich nervt.

        Verstehst du, das Zimmer ist keine "Strafe", sondern was Tolles, wo SIE ihre Ruhe vor meiner Nörgelei haben. Und oft ist es uninteressant, was nervendes zu machen, wenn sich keiner (also du) sich aufregst. Obwohl ich denke, er probiert einfach die Sprache aus.

    Ich würde das als Zeichen von Phantasie und Probierfreudigkeit ansehen. Was man machen soll? Gar nichts.
    Red doch mal in Phantasiesprache zurück. Vielleicht habt ihr ja Spass zusammen.

    • Ja, wenn es nur MAL wäre, könnte ich das sicher tun und würde es auch witzig finden. :-D Aber wenn jedes 5 Wort fast "Ukkemann, Scheiß irgendwas " ist nicht mehr. #zitter

      • (10) 01.03.19 - 23:52

        Du kannst ihm sein Verhalten auch spiegeln, wenn es du es als so extrem empfindest. Es gibt bestimmt Momente, in denen er etwas von dir möchte. Tja und dann kannst du halt plötzlich auch nicht mehr normal reden und er kommt eben nicht an das, was er möchte, weil er Mama nicht versteht.

        Ansonsten auf durchzug schalten, wenn Kind etwas möchte, dann so, das man es versteht und ohne fäkalsprache :)

        Es gibt also noch andere Kinder, dir auch so sind? Mein Großer ist auch sprachlich extrem weit, immer schon gewesen und die Phantasiesprache konnte/kann einen echt wahnsinnig machen.

(12) 02.03.19 - 07:09

Solche Phasen können für Erwachsene nervig sein, weil wir weiter denken, interpretieren usw.

Was wir dabei oft vergessen: uns erinnern oder die wirkliche Entwicklung interpretieren.

Das soll heißen:
mein Kind hat es gemacht, ich habe es gemacht, meine Geschwister haben es gemacht, meine Eltern haben es heimlich gemacht.

Im Punkt Sprache, war das wirklich GUT so.


Bedingung 1 war: wir DÜRFEN
Bedingung 2 war: in geschütztem Rahmen, sonst nicht!

Das hat geholfen.

Gemeinsam reimen
Gemeinsam blöde "diese Wörter sagen wir NICHT zu anderen" erfinden, experimentieren - in die Luft hinein, nicht zu Menschen

Gefühle ausdrücken und benennen
- wie fühlen sich diese Wörter an?
- aber auch: heute ist ein P**-ka***-doof Gefühl


Verbieten macht es nur interessant. Das sagten die Erzieherinnen zu meiner Mutter. Als meine Geschwister klein waren, als ich klein war und die Erzieherinnen meines Kindes beim Elternabend.

Man muss es NICHT gut heißen und darf/sollte seinem Kind Grenzen vermitteln!
Jedoch macht ganz verbieten es nur interessant und dann werden diese Eltern am häufigsten zum Gespräch einberufen.

Mit dem Kind gemeinsam experimentieren.
Rahmen geben. Orientierung geben.
Wann ist es ok, wann nicht.
Wie kann man sich wehren, wenn man es doof findet oder es weh tut?

Grenzen zeigen, wann es NICHT mehr ok ist.


Nicht erwarten, dass Kinder (je weiter sie sind umso mehr!) sich wie kleine Erwachsene im Knigge verhalten.

Meine Erfahrung ist: je weiter ein Kind ist, desto mehr gib ihm Orientierung damit umzugehen.

Klugheit im Leben reicht nicht aus. Je klüger man ist , desto mehr Weisheit könnte man brauchen, um die Klugheit so einzusetzen, dass man sich selbst/anderen nicht schadet. Das gilt meiner Erfahrung nach auch bei Sprache.

Ich habe mal gelegentlich auf einen Nachbarsjungen aufgepasst, wenn die Mama zum Elternabend der Großen musste o.ä., der hatte die gleiche Macke, die Mutter warnte mich. So, Junge sitzt bei mir am Tisch, Spiel hatte ich aufgebaut...er fängt an, Mist zu reden....ich pack das Spiel weg, setz mich zur Stereoanlage, Kopfhörer auf, Kind wird ignoriert. Er fragt - total normal, warum wir nicht spielen, ich sagte ihm freundlich, dass ich nur mit Leuten spiele, mit denen ich auch reden kann und die ich auch verstehe. Wir spielten, er fällt zurück in seine Sprache....ich greife nur nach dem Kopfhörer...er sofort "wir spielen weiter" #schein
Glaub nicht, dass die Bürschchen dumm sind :-D nicht soviel reden....auflaufen lassen. Auf diese Sprache mit komplettem Durchzug reagieren. Fäkalsprache singen kann er in seinem Zimmer, würde ich mir gnz sicher nicht anhören. 1000 Aufforderungen? Du liebe Güte, der hört doch garnicht mehr hin. Auch wenn das manche ablehnen, aber wer haut und tritt, kann das im Zimmer tun, sogar während des Essens. Macht übrigens meine Nachbarin mit ihren 4 Kindern auch so, sonst gäbe es manchmal Mord und Totschlag. Sie diskutierte bei den ersten beiden auch noch, dann war Schluss #gruebel LG Moni

(15) 02.03.19 - 20:59

musste jetzt lachen. sorry

mein Sohn ist auch 4 und wie haben genau dasselbe zu Hause! Dabei ist er sprachlich eher schwach entwickelt. Hat spät angefangen zu sprechen. Aber es hindert ihn nicht daran mit solche Ausdrücke um sich zu schmeißen und das ununterbrochen. Er such auch immer Grund zum Streiten und andere beschimpfen.

Ich denke es ist so ein Alter. Ich sehe es auch im Kindergarten. Und am besten ist es solches Benehmen ignorieren. Oder mitlachen. Unterbinden lässt es sich nicht. Ich würde sagen je mehr Aufmerksamkeit das Kind bekommt wenn es solche Wörter sagt um so mehr Mühe wird es sich geben sie immer zu wiederholen. Ist doch super! Ich sage KACKA und alle schauen mich an und reden auf einmal mit mir! #huepf

  • (16) 03.03.19 - 18:02

    Dann bin ich ja beruhigt. #winke lach

    Und ich dachte das er es macht, weil er sprachlich schon so weit ist und gelangweilt ist oder so, er zählt zum Beispiel im Moment auch immer auf Englisch, weil es auf Deutsch wohl keine Herausforderung mehr ist #augen ;-) bei dem kompletten Ignorieren hab ich halt immer Angst, dass er das dann wie einen "Freibrief" dafür sieht und dann gar nicht mehr damit aufhört, weil er es als Normal empfindet, weil ja auch keiner was sagt #kratz

    Aber schön zu hören, das es anderen genauso geht. Dann weiterhin gute Nerven! Lg

    • (17) 03.03.19 - 20:27

      Mein Sohn zählte auch plötzlich auf Englisch.
      Warum?
      Weil er es konnte. Nicht weil es auf deutsch langweilig war.

      Es ist nicht alles ein Zeichen von Hochbegabung und/oder Unterforderung.

Also mir fiel das Gleiche auf wie schon Anderen. Es wurde 1000 mal gesagt..... Sicherlich meint man es gut, aber die lieben Kleinen sind nicht doof. Die haben das schnell raus wenn man es häufiger sagt aber dann letztendlich doch nichts passiert.

Ich würde es maximal 2 oder 3x sagen und dann ENDE GELÄNDE. Dann muss die Konsequenz folgen damit der Bubi auch merkt hier ist SCHLUSS!

Ich lass mir nicht von einem Kind auf der Nase rumtanzen. Ok ich gebe zu das ganze kostet sicherlich Nerven und ist nicht einfach. Er wird auch ne Menge Frust schieben weil es möglicherweise bisher zu oft nach seiner Nase ging.

Aber da würdet ihr dann wohl durch müssen.

Ela

(19) 03.03.19 - 21:24

Hallo,

So lange Du auf sein Verhalten reagierst ist es für ihn lustig und spannend, Mama regt sich auf über die Wörter die ich benutze, mal sehn wie weit ich gehen kann....

Ignoriere es einfach, dann wird es ihm schnell langweilig. Oder sing mal mit 😊

Probier es mal aus.

Alles Gute
Sunny

(20) 05.03.19 - 13:49

Bei hauen und treten sofort aus der Situation nehmen, entweder das Kind weg oder du. Gar nicht viel reden, sondern konsequent unterbinden.

Zu dem anderen: Wir wohnen in einem Neubaugebiet und als etliche Jungs so in dem Alter von deinem waren, konnte man sich vor Stinkekakapupsi-Beleidigungen kaum retten, wenn man vorbeiging.

Das haben alle Nachbarn eisern ignoriert (ich musste mich immer sooo zusammenreißen, mich nicht totzulachen), jetzt gehen sie schon in die 1. Klasse und andere Dinge haben Priorität.

(21) 07.03.19 - 13:47

Ich hab die Welle immer komplett mitgeritten. Was Ukkeblödmannkackapupe kann, kann ich schon lange. Pupsscheißaamann.
Nervt, ist bisweilen aber auch ganz lustig und geht ohne jede Erziehung vorbei. Versprochen.

Vielen Dank euch allen für eure Antworten und Meinungen!

Ich merke also ich mach mir zu viele Gedanken darum. Ich dachte mir z. B. es bleibt
nachher "hängen," wenn man immer nur ignoriert und ihm nicht zeigt, dass das Verhalten oder Gesagte unerwünscht ist...

Es waren auf jeden Fall gute Tipps dabei.

#winke

(23) 10.03.19 - 22:26

1000x gesagt, Mund fusselig geredet....
ihr könnt weiterhin lieb und nett sein , es vielleicht gar nicht beachten ....das haben Freunde von uns gemacht, wir sind nur noch schreiend aus dem Haus gelaufen, als wir die Kids mit 6 Jahren gesehen haben, wie frech sie sind.

Klar Ansage, mit Mimik. Sprache und Gesten unterstützen.
Fantasie Wörter sind OK dn es dich nervt, spreche halt genauso.

Wenn Schimpfwörter auch bei Freunden dahemi sagt, ständig im Kiga...da macht er sich keine Freunde. Ist der Ruf erst ruiniert....

lisa

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