4 Jähriger hat extreme Schreianfälle/Wutausbrüche - weiß nicht weiter

    • (1) 18.05.19 - 23:45
      mamaistfertig

      Hallo,
      ich brauche mal einen Rat. Ich weiß echt nicht mehr weiter.
      Mein Sohn (gerade 4 Jahre) hat seit ein paar Wochen extreme Wutanfälle, vor allem Abends.
      Er schreit und weint immer aus anderen Gründen. Es ist auch egal, ob ich ihm dann gebe was er will. Dann ist es irgendetwas anderes weswegen er schreit. Er schreit bis er vor Müdigkeit umkippt.
      Wenn ich ihn trösten will, ihn in den Arm nehme, frage ob er zu mir ins Bett mag, das will er alles nicht. Als Antwort drescht er dann auf mich ein weil er den Körperkontakt dann nicht will.
      Seit einer langen Zeit rede ich mir ein es sei die Trotzphase... Aber ich finde es einfach nicht mehr normal... Ich kann auch einfach nicht mehr jede Nacht neben ihn hocken und das aushalten. Ich muss jede einzelne Nacht nach ein paar Stunden selber heulend vor Verzweiflung aus dem Zimmer gehen weil ich einfach nicht mehr kann.
      Ich habe das noch nie gehört, dass es so ausarten kann. In keinem Ratgeber findet man wirklichen Rat... Überall steht man solle dem Kind beistehen und es trösten... Ja, aber was wenn es das partout nicht will? Wenn es alles nur verschlimmert?? Gleichzeitig fühle ich mich aber auch schlecht, wenn ich ihn dann einfach schreien lasse... Ich will ihm ja helfen ,aber weiß nicht wie! Er kommt mir dann schon fast depressiv vor! So als wollte er unbedingt weinen und schreien, sucht sich dann immer andere Gründe, egal was man auch tut. Körperlich hat er nichts - ihm tut nichts weh, kein Fieber und der Arzt hat ihn schon mehr als ein mal untersucht. Laut ihm ist es auch nur die Trotzphase, ich solle ihm Nähe und Aufmerksamkeit schenken...
      Diese Phase kam auf ein Mal und ich kann mir einfach nicht erklären was der Auslöser dafür gewesen sein soll. Er war immer so ein aufgewecktes, grinsendes kleines Kerlchen und nun ist er soooo anstrengend und hat eigentlich dauerhaft Wutanfälle oder er weint... Dann sind mal ein paar Tage wieder in Ordnung und noch bevor ich etwas aufatmen kann, geht alles wieder von vorne los! Er will von sich aus an manchen Tagen auch nichts machen! Raus gehen will er nicht, spielen nicht, gar nichts, einfach nur am weinen dann, egal mit was ich ihn ablenken will..
      Was kann das nur sein??? Kann es wirklich sowas wie Depression sein? An wen kann ich mich denn wenden, denn ich brauche einfach Hilfe, ich schaffe das nicht mehr lange.
      Morgens und Vormittags ist er auch wie ausgewechselt, erst Nachmittags/Abends ist es so schlimm, dass er das immer wieder macht... Meine Schwester (Erzieherin) sagte mal er benehme sich wie ein Autist, weil er zwischenmenschlich so distanziert und egoistisch ist.
      Es kommt mir auch langsam vor wie so eine Art Kontrollsucht bei ihm... Beim malen, kneten usw. sollen immer andere das für ihn machen und er selber will es nicht versuchen. Wenn er es dann quasi muss, weil niemand es macht, weint er weil er es nicht vernünftig hinbekommt und nicht schön ist (seine Worte, obwohl ich ihm immer! sage, wie schön ich es finde und dass er es gut macht)
      Ich weiß einfach nicht mehr weiter... Kennt jemand sowas? Weiß jemand mit wem ich darüber sprechen kann? Oder was ich tun kann um ihn zu helfen?

      Lg

      • Ob ich dir helfen kann, weiß ich nicht. Aber mein Großer (ausgestattet mit einem sehr starken Willen) hatte um den 4. Geburtstag rum eine Phase, da war er quasi nicht mehr tragbar. Nur gewütet, getobt, geschrien, vom feinsten. Ziemlich genau mit dem 4. Geburtstag war's vorbei. Ich weiß noch, dass ich den Tag vorher dachte, jetzt bräuchten wir endgültig ne Ernährungsberatung oder ich gebe ihn zur Adoption frei....
        In einem Fachvortrag hab ich mal gehört, dass Jungs um den 4. Geburtstag rum den 1. Testosteron-Schub kriegen und völlig durchdrehen. Kann ich so bestätigen.
        Wir haben und hatten immer wieder schwierige Phasen, aber inzwischen ist er Schulkind und großer Bruder und viel entspannter.

        • Hallo, danke für deine Antwort. Es klingt schon sehr ähnlich. Allerdings ist es bei meinem Sohn nicht erst seit kurz vor seinem 4. Geburtstag. Es ist seit kurz nachdem er 3 wurde, also schon bald ein Jahr. Mit klaren Ansagen usw und Geduld und einfach aushalten habe ich es schon versucht. Es interessiert ihn nicht wie lange ich ihn schreien lasse- er schreit bis er umkippt. Er hat da eine lange Ausdauer. Kompromisse lässt er auch nicht zu. Und wie gesagt wenn man dann nachgibt, sucht er sich sofort einen anderen Grund zum weinen und weiter gehts...

          • Tut mir leid, dass das bei euch so heftig ist. Wir hatten in der Zeit auch z.B. mal nen ganzen Sonntag Theater, weil er eine Kleinigkeit nicht durfte. Hat sich völlig rein gesteigert und am Abend waren wir alle durch. Das Wüten bis zur totalen Erschöpfung hatten wir auch. Nachgeben war ne dumme Idee, dann kam was anderes. Null kompromissbereit, keine Kooperationsbereitschaft. Auch heute noch wird jedes "nein" bis zum Erbrechen diskutiert.
            Aber, wenn diese ganz schlimme Phase nur einen Tag länger gedauert hätte, hätte ich mir auch Hilfe gesucht. Ich war fertig und hab von Freigabe zur Adoption bis ich verlasse meine Familie alles in Erwägung gezogen. Ich wollte nur, dass es aufhört...

      Guten Morgen,

      Auch wir haben exakt das gleiche mit unserem Sohn durchgemacht. Er hat so gewütet und geschrien bis er irgendwann vor totaler Erschöpfung an Ort und Stelle eingeschlafen ist. Ich war mit den Nerven am Ende, habe oft selber geweint weil ich ihm einfach nicht helfen konnte. Ich fand dieses extreme Verhalten auch nicht normal und bin mit ihm zum Kinderarzt. Dieser gab mir einen wirklich guten Tipp. Aushalten und nichts tun. Das hört sich total hart an und ist es auch. Aber dadurch würde es besser. Ich hab nicht mehr darauf reagiert, musste auch aus dem Raum gehen. Es wurde sehr schnell besser. Ich denke einfach er hat gemerkt das ihm das gar nichts bringt wenn er so tobt. Binnen einer Woche hatten wir das im Griff. Wenn er wieder kurz vor einem Anfall stand habe ich klipp und klar gesagt das ich sofort den Raum verlasse wenn er wieder durchdreht.
      Wie gesagt, es ist verdammt hart, aber es hat funktioniert 🤷‍♀️

      • (6) 19.05.19 - 11:09
        mamaistfertig

        Danke für deine Antwort!
        Ja, ich werde mir nun Hilfe suchen.
        Aushalten habe ich schon über mehrere Wochen versucht. Er schreit trotzdem und hat dann sogar angefangen sich selbst zu verletzen oder hat so extrem geschrien, dass schon die Nachbarn angeschellt haben. Er schreit ja meist bis 2-3 Uhr...
        Ich denke alleine komme ich einfach nicht weiter, es geht ja bald ein jahr so...

    Finde ich toll, dass du dir Hilfe suchst! Und ich denke die braucht ihr auch. Denn wahrscheinlich hat es keinen offensichtlichen Grund, den dir hier jemand nennen kann. Dazu müsste man schon euch beide erleben, sehen, wie eure Beziehung zueinander ist und vor allem mit deinem Sohn reden, wie er die Sache sieht.
    Es könnte auch irgendetwas sein, was schon lange zurückliegt und sich jetzt erst die Auswirkungen sein. Es kann was mit seiner Geburt, seiner Zeit als Baby, dem Kindergarten oder weiß nicht was zu tun haben. Also, Ursachenforschung ist angesagt.

    Erziehungsberatungsstelle wäre meine erste Adresse. Diakonie oder pro familia bieten sowas meist an, da gibt in jeder Stadt andere Angebote. Und/Oder Kinderpsychologe.

    Was mich als einziges noch beschäftigt ist das "obwohl ich ihm immer! sage, wie schön ich es finde und dass er es gut macht" - das ist super super kontraproduktiv und ich könnte dir da nun einiges drüber erzählen, will aber vorher nochmal nachhaken, ob du das wirklich so meinst? Wie genau reagierst du, wenn er dir etwas zeigt, dass er geschaffen hat, sei es nun ein Bild oder ein Turm oder eine Sandburg..

    • (8) 19.05.19 - 09:47

      Danke für deine Antwort! Ich werde mich dort mal erkundigen nächste Woche !
      Also es ist so, dass er schon immer sehr gerne Lob hört... Er fragt quasi schon immer noch während er etwas tut, ob es richtig ist und ob ich es toll finde... Da kann ich ja schlecht etwas anderes antworten ? Naja mittlerweile will er gar nichts mehr selber machen... Weil er direkt sagt er würde es eh nicht schaffen und es würde nicht schön werden. Wenn es dann niemand für ihn tut, dann kommt oft wieder ein Schreianfall. Tagsüber lässt er sich dann immerhin beruhigen wenn ich die Mal/Bastelsacheb dann weg packe und ihn ablenke und tröste.. In der Kita macht er aber alles von sich aus und versucht zu malen usw.
      Habe auch schon überlegt ob vielleicht der Papa mal gesagt hatte es wäre nicht schön wenn er was malt... Der ist da einfach zu fordernd.
      Ich kann es aber leider nicht beeinflussen wenn der Kleine bei ihm ist (maximal 2 Wochenenden im Monat). Ursachenforschung ist denke ich sehr nötig, ich verstehe es nämlich nicht

Weißt du, ob er sich beim Vater oder im Kiga auch so aufführt?

  • (10) 21.05.19 - 13:39
    mamaistfertig

    Im Kiga oder generell bei Fremden oder wenn Besuch hier ist, dann ist er nie so! Er redet dann auch kaum, nur mit mir oder ist ganz still und verhält sich möglichst unauffällig. Beim Vater schreit er auch momentan viel, letztens hat er ihn mir wieder gebracht, weil er in Dauerschleife geschrien hat "Ich will nach Hause". Vor dieser Phase war er immer gerne da und zwischendurch auch...

"Morgens und Vormittags ist er auch wie ausgewechselt, erst Nachmittags/Abends ist es so schlimm, dass er das immer wieder macht... "

Braucht er wieder Mittagschlaf?

Wie ist euer Tag gestaltet?

Meine brauchte immer wieder Pausen mit reizarmer Umgebung.
Sie liebte den Kindergarten. Nach dem Kindergarten brauchte sie aber erst mal 1-3 Stunden Zeit um zu schreien.
Manchmal schlief sie dabei ein (selten).

Danach ging es wieder.
Hatte sie diese Pause nicht, war der Tag und Abend heftig.


Ich selbst mache als Erwachsene wieder Mittagschlaf. Manchmal. Einfach weil ich dann nachmittags wieder besser gelaunt bin und die Ruhe zwischendurch brauche.


Abends hat meine geschrien und gewütet, wenn sie übermüdet war. Wenn sie über den Punkt drüber war, selbst nicht mehr zur Ruhe fand. IN der Situation selbst half dann nichts mehr, nur durchhalten.

Langfristig half es aber, auf ihre Anzeichen zu achten. Bei beginnender Müdigkeit, reizarme Umgebung schaffen. Nach Hause gehen.
Alles erledigen, so lange sie noch fit ist: Zähne putzen, Schlafanzug anziehen usw. ob sie dann 2 Stunden später schlief oder 3 Stunden später, war dann egal. Ich musste nicht noch einem müden Kind beim Umziehen helfen, das durch diese Aktion über den Punkt kam und schrie.
Ich selbst habe mich dann auch schon immer gleich mitumgezogen. Das gab meinem Kind die innere Ruhe: Mama geht auch nicht mehr raus. Dadurch konnte sie besser entspannen.
(Falls mich der Hunger noch mal packte, putzte ich mir dann eben noch mal die Zähne).

Ingesamt schlief mein Kind immer sehr spät.
Umso wichtiger war es, die früheren Abende, an denen sie "durch" war, rechtzeitig zu erkennen und für angenehme Atmosphäre zu sorgen. Ggf. auch Rituale verkürzen, damit sie nicht über den Punkt kommt.



Bei Freunden war es wie von dir beschrieben, wenn die Kids ihren Mittagschlaf aufhörten.
Aus 19:30 Uhr Bettzeit wurde dann von 16 Uhr bis 22 Uhr durchschreien. Sie waren müde, zuuuuu müde. Wütend, nicht ansprechbar, nicht sie selbst.
Aufgestanden sind sie trotzdem wie gewohnt.

Manchen half es Mittagsruhe einzuführen. Ohne schlafen, aber wirklich Ruhe. Dann fing es "erst" um 17 Uhr an und dauerte "nur noch" bis 20 Uhr.

Anderen half es, die Bettzeit wirklich früher zu legen.

Meine brauchte ihre Pause in Form von Schreien, wüten dürfen. Kissen klopfen, Nichts sehen, nichts hören, nichts bekommen.
Seit der Schule schreit sie nicht mehr, zieht sicher aber weiterhin zurück für eine Weile. Fragen sind sehr explosiv und können sie überfordern. Danach geht es wieder.

  • (12) 21.05.19 - 13:42

    Daran habe ich auch gedacht, aber er schläft nicht, er ruht sich nicht einmal aus wenn ich es ihm anbiete. Falls er doch mal im Auto einschläft, verkürzt sich dadurch der Nachtschlaf. Momentan ist es so schlimm, dass er auf maximal 2-3 Stunden Schlaf kommt wegen dem Geschrei und ich maximal auf eine Stunde. Er hat diese Schreiphasen aber auch wenn er keine Kita hat (Sommerferien letztes Jahr). Daran wird es wohl nicht liegen denke ich :/

    • oje das ist schwierig.
      Schläft er generell so wenig?

      Wurde mal EEG gemacht oder Schlaflabor (Schlafphasen)

      Meine schläft insgesamt sehr wenig, ist dann aber top fit.

      Sie schrie wenn sie übermüdet war. Dann kam es zu noch weniger Schlaf. Sie brauchte dann den Tiefschlaf um wieder fit zu sein.


      Meine Mutter hatte Schlafapnoe. Ok, sie war da schon älter. Trotzdem beeinträchtigte sie das in allem.
      Laune, Müdigkeit. Dadurch schlief sie noch schlechter ein, noch weniger gesamt. Und wenn sie doch mal schlief, dann eben nicht ausreichend gut.


      Ich bin kein Freund von Untersuchungen ohne Sinn und ohne Zweck.
      Aber wenn er wirklich auf so wenig Schlaf kommt und dieser dann noch mit Quälerei verbunden ist, würde ich es evtl. doch mal abklären lassen.

      Auch, damit es sich nicht manifestiert.

      Hat er früher besser geschlafen?

      Der Kinderarzt meiner sagte immer: so lange ein Kind
      - morgens gut erholt ist und fit ist, braucht man nichts machen.

      - ein Kind seinen Rhythmus beibehält (Schlafmenge, unterste Linie etc.), dann ist es ebenso.
      Aber wenn ein Kind plötzlich stark zunimmt, stark abnimmt, auffallend anders schläft, dann sollte man genauer hinsehen. Mal ein paar Tage/Wochen, mag das ja eine Phase sein. Bei längerem Dauern nach plötzlichem Auftreten, würde er mal drüber schauen.

      Auch um es dem Kind zu erleichern. Erholsamer Schlaf ist ja auch für's Kind existentiell. Für Eltern natürlich auch.

      Wünsche dir starke Nerven.

(14) 21.05.19 - 21:14

Hallo

Ich würde seine "Anfälle" ignorieren. Hatte unsere Tochter auch. Ich hab sie ihn ihr Zimmer getragen und flippen gelassen. Als sie merkte, dass sie mit dem nicht weit kommt hat sie aufhört. An Tag 5 war sie wieder komplett normal.

Ich weiss es ist schwer. Es hat mir auch das Herz gebrochen. Aber man tut dem Kind nix gutes wenn es immer alles kriegt was es will.

google mal bitte KISS oder auch hochsensibel.
Da findest Du im Netz viele Symptome und oft merkt man dann recht schnell, in welche Richtung es gehen kann.
Deiner Beschreibung nach klingt es noch nach beiden Dingen. Autismus ist da auch nicht auszuschließen.
Unser Kind hat KISS und ist hochsensibel. Eine explosive Mischung........Zuhause! Draußem kennt ihn niemand so. Er ist immer nett, hilfsbereit, hält Regeln ein etc.
Zuhause herrscht da oft nur noch Chaos. Er ist oft völlig überfordert durch seine Hochsensibilität (KISS ist behandelt) und braucht das mega Ventil und leider heißt das Mama............#schwitz
LG

Hat er Geschwister?

Geh in ein SPZ oder zu einer KJP,die können dir weiter helfen.
Mein bald 5 jähriger hat auch derzeit wieder heftige Wutanfälle,wir sind in Testung.Körperkontakt möchte er auch nicht,wenn er so wütet,da hilft nur ihn in Ruhe zu lassen.
LG Julia

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