Erziehungsratgeber?

    • (1) 27.05.19 - 21:52

      Hallo,

      welche "Erziehungsratgeber" Ränder ihr interessant und warum? Ich habe tatsächlich noch gar nicht viele gelesen (bin gerade bei meinem dritten Buch).
      Ich habe mal ein Buch von Katia Saalfrank "was unsere Kinder brauchen" gelesen, dass fand ich einige Sachen echt interessant. das gewünschteste Wunschkind... da lese ich gerade Teil zwei.
      Bin mal auf die Antworten gespannt.

      • (2) 28.05.19 - 09:05

        Mir hat "Wie anstrengende Kinder zu grossartigen Erwachsenen werden" super gefallen. Sehr hilfreich vor allem wenn man willensstarke Kinder hat :-)
        Ansonsten:
        "Liebe und Eigenständigkeit" von Alfie Kohn
        "Dein kompetentes Kind" und "Elterncoaching" von Jesper Juul
        "Babyjahre" bzw "Kinderjahre" von Remo Largo
        Die Wunschkinder Bücher hab ich auch schon beide durch.
        Hab noch ein paar mehr gelesen, aber da fallen mir die Titel grade nicht ein...
        Wenn du auf der Internetseite von dem gewünschtesten Wunschkind schaust, gibt es dort auch noch sehr viele gute Buchempfehlungen :-)

      Ich habe nie Erziehungsratgeber gelesen. Ich habe immer auf meinen gesunden Menschenverstand und auf meine Instinkte gebaut.
      Außerdem hatte ich 2 abschreckende Beispiele in meinem Bekanntenkreis: Für die eine war Jedes Kind kann schlafen lernen und Jedes Kind kann Regeln lernen die totale Bibel und sie hat sich da stoisch dran gehalten und für die andere zählte nur Oje ich wachse, mit dem Ergebnis, dass sie schon angsterfüllt auf die nächste Phase wartete, obwohl noch Ruhe war #zitter

      (6) 28.05.19 - 13:39

      Hallo.

      Ich habe auch nie welche gelesen. Dann müsste man für jedes Kind einen Ratgeber schreiben, denn jedes Kind ist anders. Ich habe vier, hätte also vier verschiedene lesen müssen, obwohl ich sie alle gleich erzogen habe bzw. erziehen wollte. Aber jeder hat seinen Charakter und Kopf. Da muss man individuell auf das Kind eingehen.

      Viel Spaß.
      LG

      • (7) 28.05.19 - 13:50

        Das stimmt, meine sind auch total unterschiedlich. Ich kann und will nicht alles so machen wie es in den Büchern steht, aber der ein oder andere Tipp war zu gebrauchen.

        • (8) 28.05.19 - 14:01

          Ich nehm mir aus den Ratgebern immer nur das mit, was auf mich, die Kinder bzw unsre Familie allgemein passt und nützlich ist.
          Alle Tipps und Tricks dieser Ratgeber funktionieren bei uns auch nicht ;-)
          Und ja, jedes Kind ist anders. Hab auch zwei unterschiedliche Exemplare :-)

      Deshalb sind ja die Bücher toll, die einem eine menschenfreundliche, achtsame, respektvolle Grundhaltung aufzeigen am allerschönsten, wenn Eltern Bücher zur Begleitung ihrer Kinder lesen wollen :) Bücher, die Erziehungstipps geben, können hingegen nur falsch liegen.

(10) 28.05.19 - 14:25

ich finde diese Erziehungsratgeber in einem Buch irgendwie nie passend und oft einseitig... -- ich lese quer Beet viele Artikel im Netz, was man so findet .
-- Meist auch zu einem bestimmten Thema, das mich grad umtreibt, eben mehrere mit mehreren Meinungen und ich kann mir dann rausziehen, was für mich passt...
--- aber ganze Bücher finde ich in diesem Segment mehr als enttäuschend....

(11) 29.05.19 - 10:12

Hallo,

ich finde Erziehungsratgeber auch überflüssig, weil es keine Patentlösungen gibt, weil jedes Kind und jede Familie individuell ist.

Ich habe eher das Gefühl, diese verkopfte Herangehensweise an die Erziehung von Kindern verursacht gerade deutschlandweit einen Haufen Probleme, weil die Mütter meinen, weil xy das geschrieben hat, müsse das bei ihrem Kind funktionieren, und sie dürften auf keinen Fall z machen, weil xy meint, z sei schlecht für Kinder. Dabei wäre z für ihr Kind vielleicht genau richtig.

Ich mag die Bücher von Remo Largo, weil die keine Erziehungsratschläge geben, sondern beschreiben, wie Kinder sich entwickeln, so dass man deren Verhaltensweisen besser verstehen kann und überlegen kann, wie man beim eigenen Kind am besten damit umgeht.

LG

Heike

(12) 30.05.19 - 00:05

Hey,

ich habe auch gerade das Wunschkind fertig und fand es echt hilfreich, weil so vieles erklärt wird, ohne dass Dogmen verkauft werden.

Ich bilde mir ein, die letzten Tage bin ich auch wesentlich entspannter. Mal sehen wie lange es hält.

Sonst ist der Markt riesig und bestimmt für jeden Stil was dabei. Kommt drauf an, wie gefestigt bist, um dich nicht verunsichern zu lassen. Kinder riechen das und dann bist du raus.

und .... irgendwie ... fand ich es auch seltsam, meinen Kindern zu sagen: Pscht, ich hab keine Zeit, ich les grad einen Ratgeber, wie ich euch besser verstehen kann ...

(13) 01.06.19 - 21:35

Hey ich möchte etwas von dem hier so oft hochgelobten "Bauchgefühl" oder "Elterninstinkt" schreiben. Ich habe mich die letzten Jahre intensiv mit dem Thema Erziehung/Kindesentwicklung/Pädagogik/Psychologie auseinandergesetzt und an die 20 Bücher darüber verschlungen, natürlich auch viel mit Leuten darüber geredet, mit Beratern in Kontakt gewesen etc.

Meine Entdeckung: Spätestens, wenn man selbst in Stress gerät - Zeitdruck, Hunger oder einfach durch das Schreien des Kindes - greift man auf seine am tiefsten im Gehirn verankerten Erfahrungsmuster zurück: Die aus der eigenen Kindheit. Mit anderen Worten: Man macht es genau so, wie die eigenen Eltern.
Das würden die meisten gar nicht als verwerflich betrachten, schließlich ist "aus mir ja auch etwas geworden", hatte man "eine gute Kindheit". Allerdings sollte man auch das näher betrachten, denn per se liebt jedes Kind seine Eltern, und will von sich selbst Gutes denken, weshalb vieles verdreht wird im Gehirn bzw beschönigt dargestellt (auch viele Missbrauchskinder verteidigen ihre Eltern).
Und denen, die es bewusst anders machen wollen als ihre Eltern, die versuchen es dann meist zunächst kooperativ ("im Guten"), bevor ihnen irgendwann die Geduld ausgeht und sie wieder in diese Verhaltensmuster zurückfallen ("Du hast es ja nicht anders gewollt") - was noch verheerender ist, da man als Eltern keine klaren Werte vertritt, wie soll das Kind sie da übernehmen?

Ich persönlich sehe es in der Verantwortung jeder Mutter, jedes Vaters, sich selbst zu reflektieren, seinen Umgang mit dem Kind (die Betrachtung der eigenen Kindheit ist dazu einfach hilfreich) um somit eine BEWUSSTE Entscheidung treffen zu können, wie man sein Kind erziehen möchte. Denn so ziemlich alle Eltern wollen nur das beste für ihr Kind, lieben ihr Kind, aber das ist leider oft nicht das, was sie ihrem Kind geben.

ErziehungsRATGEBER lese ich nicht, also solche Bücher, die mir bloß Vorschläge machen oder sogar vorzugeben versuchen, was ich zu tun und zu lassen habe. Aber informative Bücher, meist auf wissenschaftlicher Basis, finde ich sehr hilfreich, um mich selbst zu reflektieren und habe schon wirklich viel dazugelernt!

Einer der bekanntesten auf dem Gebiet ist wohl Jesper Juul, absolut empfehlenswert! "Dein kompetentes Kind" wäre da ein guter Einstieg. Etwas lockerer geschrieben und mit sehr vielen Beispielen ist "4 Werte, die Kinder ein Leben lang tragen" und ein Buch, das ich wirklich jedem empfehlen kann "Nein aus Liebe", das hat sehr viel in meiner Kommunikation verbessert.
Mein Favorit an Autoren bisher: Alfie Kohn. "Liebe und Eigenständigkeit" ist ein wunderbares Buch, wenn man wissen möchte, warum es sich lohnt auf Kooperation und Vertrauen zu setzen, statt das Verhalten seines Kindes von außen zu manipulieren. Sehr unterhaltsam fand ich auch "Der Mythos des verwöhnten Kindes", wo es erneut darum geht, was Manipulation (Belohnung/Bestrafung) bei einem Kind anrichtet, was eigentlich Helikoptereltern sind und was aus einem verwöhnten Kind wird.

Katharina Saalfrank habe ich auch angelesen, fand es von der Idee gut, aber doch irgendwie zu oberflächlich bzw. nicht zuende gedacht und nur halbwegs gut wissenschaftlich belegt.

Weitere Autoren, die ich empfehlen würde wären Gerald Hüther, Herbert Renz-Polster, Remo Largo und Nicola Schmidt. Schreib mir gerne, wenn du konkrete Fragen hast, ansonsten belasse ich es erstmal dabei ;-)

(17) 03.06.19 - 16:12

Babyjahre von Largo. Danach am besten nichts mehr allgemeines.
Largo zeigt auf, das Kinder Individuen sind und mit Anstand behandelt werden sollen.

Und mehr muss man nicht wissen - den Rest merkt mann selber. Und ist weniger verwirrt, als wenn man immer was anders macht. Oder einem Erziehungstrend hinterherjagt.
Mit dem Mann abklären, was für gemeinsame Werte euch wichtig seid, Nenner finden, durchziehen. Lieben, auch mal was aushalten - durchhalten. Geniessen.

Meine Mutter hat in den 70er/80ern alle paar Wochen einen neuen Trend mitbekommen und ausprobiert. Wenn sie denn gerade Lust darauf hatte. Wir wussten null was gerade galt. Ich denke, sie hätte uns gerade so gut verwahrlosen lassen können.
Mein Vater hatte wenig Ideen - nur: Was immer ist, kommt damit zu mir / Ruft an, egal um welche Zeit ich hole euch ab wenn es sein muss/ ich steh immer hinter euch - aber ich hinterfrage euch auch / seid anständig aber nicht immer ehrlich / seid strebsam und verlässlich

Das kam schlussendlich ganz gut....

Hallo:) Wenn du Tipps brauchst, schau mal auf diesem Blog vorbei: temperamentvolle-kinder.weebly.com
Ich persönlich fand die Tipps eigentlich ziemlich gut und habe sie selbst angewandt.
Viel Erfolg.

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