3-Jähriger, hört null

    • (1) 28.05.19 - 20:06
      MamaDieBruellt

      Hey,

      ich schreibe anonym, da mich viele kennen, ich sonst sehr aktiv bin, mich aktuell aber schäme...

      mein 3-jähriger (3,5 um genau zu sein) bringt mich zur Zeit an den Rand des Wahnsinns.

      Er hört nicht, gar nicht.

      Hier ein paar Situationen:

      1)
      Es ist Zeit ins Bett zu gehen. Wir räumen die Spielsachen auf, setzen uns auf die Couch, lesen ein Buch und ins Bad. Zähe putzen. Bringt nix. Er fängt an auf der Couch zu springt. Oder er rennt plötzlich durch die Zimmer. Oder er tut so, als ob ich nicht da bin und holt plötzlich irgendein Buch raus. Wenn ich aufstehe und erkläre dass ich dann ohne ihn ins Bad gehe und allein die Zähne putze, ist es ihm egal. Erklärungen, warum Zähne putzen wichtig ist, ist ihm egal. Scharfer Befehlston ist egal. Er reagiert erst, wenn ich schreie (aber wirklich laut)

      2)
      Wenn wir uns anziehen um irgendwohin zu gehen (Kindergarten, Einkaufen, Freunde besuchen, Spielplatz, Erledigungen) trödelt er extrem. Er trödelt so lange, dass ich immer 30min Puffer plane. Er lässt sich nicht anziehen, lässt sich nicht helfen. Er trödelt. Und da is es auch so. Egal was ich sage. Wie ich es sage. Er ist langsam. Wenn ich helfen will, damit es schneller geht, rastet es aus und der Wutanfall dauert so lange, dass es zeitlich nix ausmacht, dass ich geholfen habe. Wenn ich nicht helfe, kann ich halbe Stunde zuschauen, wie er nebenbei mit der Kleidung spielt. Wenn ich versuche streng zu sein, wirds ignoriert. Drohungen, dass ich ohne ihn gehe bringen nix. Einmal bin ich tatsächlich ohne ihn los. Hab mich angezogen, hab Tschüss gesagt und bin aus der Tür raus. Sobald die Tür zu war, hat er angefangen hysterisch zu schreien. Er hatte sich so reingesteigert, dass ich wirklich lange gebraucht habe, ihn zu beruhigen. Gebracht hat es nix. Er war danach 2 Tage lang "normal", und dann wieder am trödeln.

      3)
      Vom Spielplatz heimkommen - als erstes Hände waschen. Nein. Er schmeißt sich jedes mal wütend schreiend auf den Boden, weil er die Hände nicht waschen will...


      Er ist generell soooo .... ah keine Ahnung. Es sind oft auch Kleinigkeiten.

      Beim Abgeben im Kindergarten, wenn ich ihn zu einer Erzieherin bringen will, bleibt er plötzlich einfach so am Fach eines anderen Kindes stehen und obwohl ich ihn bitte weiter zu gehen, fängt er an mir über die Kleidung drin zu erzählen. Ich sage, jetzt nicht, weint er.

      Wenn wir einkaufen sind will er irgendwas betrachten. Ich lasse ihm 5...10...15min Zeit. Wir reden darüber. Ich möchte weiter.... er wird wütend und schmeißt sich auf den Boden.

      Wenn wir irgendwohin fahren wollen, statt einzusteigen betrachtet er auf einmal die Felgen und das Muster der Reifen und will partout nicht einsteigen...

      Es sind immer wieder Momente, die mich aus dem Konzept bringen.

      Und noch mehr ist es, dass er, wenn er seine Momente hat, gar nicht hört, scharfer Ton wird ignoriert. Erst wenn ich wirklich laut werde. Aber es endet dann auch immer im Geschrei und Tränen seiner seits.

      Gespräche führen zu nix. Ich erkläre , dass es mich traurig macht. Er scheint es zu verstehen. Aber halbe Stunde is es das selbe.

      Bei meinem Mann is es auch so. Auch mein Mann ist verzweifelt.


      Und nein, wir schränken ihn nicht ein.

      Er hat viel Entscheidungsfreiheit. Welches Buch wird gelesen. Welche Schuhe zieht er an, Welchen Weg zum KiGa gehen wir, nehmen wir grüne oder gelbe Einkaufstasche, kaufen wir Erdbeer- oder Himmbeerjoghurt etc.


      Kennt ihr so was?



      Ah ja. Der Trick mit tief durchatmen und bis 10 zähle bringt auch nix.
      Ich mein, der hört ja nicht. Ich zähle bis 10 um mich zu beruhigen. Wiederhole meine Aufforderung. Er hört immer noch nicht. Ich zähle noch mal bis 10, wiederhole meine Aufforderung (sagen wir mal, "Hände Waschen") Er hört nicht. Ich gehe allein hände waschen. Wiederhole meine Aufforderung etwas lauter. Kind hört immer noch nicht, geht einfach geradeaus in sein ZImmer.... ich brülle, er soll JETZT SOFORT Hände waschen. Dann weint er erst mal ne Runde, und geht dann erst Hände waschen


      Wie macht ihr das?
      Ich bin fix und fertig.
      Und nein, ich bin nicht die Mutter, der es egal ist. Klar ab und an Brüllen kann vorkommen. Aber es kann doch nicht wahr sein, dass mein Kind mich erst beim Brüllen wahrnimmt. Ich muss wohl irgendwas falsch machen.

      • Ojeoje, du arme!!

        Ganz so schlimm hab ichs nicht erlebt, aber ich glaube es werden dir hier noch viele bestätigen:

        Es ist ganz normal!

        Du machst nichts besonders falsch! (Verbessern kann man immer mal ne kleinigkeit! ;-)

        Es geht wieder vorüber! Bestimmt!

        Ich würde dir raten: mach dir klar es ist nur ne phase. Du musst da durch, versuch das für euch beide möglichst stressfrei zu machen. In einem jahr kannst du darüber lachen.
        Er will testen was geht und was nicht. Wenn mama dinge die ihr bisher wichtig waren nicht mehr verlangt ist doch was falsch?! Bleib standhaft bei sachen die dir wichtig sind (händewaschen etc. ) lass sachen die dir nicht wichtig sind weg.

        Ich bin sehr aufbrausend und hab in solchen phasen oftmals überreagiert. Ich hab mich aber zusammengerissen solange ich konnte. Auch mal ignoriert. Wenn ich überreagiert habe hab ich das nachher auch gesagt und mich entschuldigt. Aber auch ganz simpel erklärt was der grund für mein überreagieren war.

        Alles gute und hoffentlich gehts in zwei wochen wieder besser! Diese phasen sind dann plötzlich wieder vorbei - bis zur nächsten! :-)))

        Achso, wenn du antwortest, vergiss nicht deinen echten usernamen abzuändern!! Passiert leider schneller als man denkt, abgeschickt! Ups! ;-)

        Wobei ich finde dass du dich überhaupt nicht zu genieren brauchst was du da oben geschrieben hast!! Alles im grünen bereich!

        Das ist ganz normal!

        So Phasen hatten bzw haben wir hier auch.

        Da hilft wirklich nur Geduld, ruhig bleiben (der schwierigste Teil), Zuhören, einfühlsam sein/bleiben, hineinhorchen ob nicht ein noch unentdecktes Bedürfnis des Kindes hinter dem Verhalten steckt.

        Das dein Sohn mitbestimmen darf, find ich gut. Machen wir hier auch.

        Tief durchatmen hilft trotzdem ;-) Tut dir auf jeden Fall gut!

        Du brauchst dich auch echt nicht schämen! Auch nicht, dass du mal laut wirst.
        Meine sind 3 und 5, zwei willensstarke Kinder, eins davon ist sehr stur und muss ALLES ausdiskutieren, das andre ist ein ziemliches Mamakind und kann wirklich aufs äusserste hysterisch kreischen wenn Mama nicht macht, er müde ist, Willen nicht bekommt usw #schwitz

        Ich komm phasenweise täglich an meine Grenzen! Im Moment muss ich zugeben es geht sehr sehr gut. Aber es gibt bei uns auch Phasen in denen die Kids mich täglich auf die Palme bringen und ich täglich laut werde. Ich bin auch nur ein Mensch und irgendwann hab ich halt auch keine Geduld mehr. Und Gefühle vor Kindern verstecken soll man ja nun auch nicht. Wenn ich über etwas wütend bin, dann soll mein Kind das auch wissen. Sag ich irgendwas unangebrachtes, entschuldige ich mich hinterher, keine Frage.

      • Es geht vorbei. Das is das positive an der Sache 😊
        Bei uns haben Konsequenzen geholfen.
        Du trödelst? Dann haben wir keine Zeit mehr für Spielplatz.
        Keine Lust auf Hände waschen? Dann musst du im Gang bleiben, mit Dreckpfoten darfst du nicht ins Wohnzimmer.
        Beim einkaufen sitzt das Kind im Wagen. Also nicht in dem Baby-Ding sondern einfach so. Sollte das auch nicht fruchten muss Zwergi beim nächsten Mal daheim bleiben.
        Zähne werden nicht geputzt? Tja dann gibt's ab jetzt nur noch Wasser und Essen geht leider nicht mehr.
        Das mit dem traurig machen versteh ich nicht. Tut es das wirklich? Mich macht so ein Verhalten nicht traurig sondern sauer. Und weder das eine noch das andere interessieren das Kind gerade.

        Versuch dich nicht auf diese Machtspiele einzulassen. Bleib hart, konsequent. Du bist die Mama und sitzt am längeren Hebel.

        • Wenn Du Dein Kind für sein Verhalten bestrafst, indem Du ihm kein Essen mehr gibst oder ihm verwährst, eure gemeinsam (!) Wohnung zu benutzen, und auch wenn Du nur damit drohst, dass bist Du diejenige, die ein Machtspiel daraus macht. Du bist die Erwachsene, ganz genau! Du darfst Deine Macht gegenüber Deinem Kind nicht missbrauchen.

          Mit dem “traurig machen” geb ich Dir recht. Ich wäre auch eher wütend wenn meine Bitten ignoriert werden. Auf der anderen Seite ist mein Kind kein dressierter Hund sondern ein Mensch wie Du und ich mit eigenem Willen und Integrität. Ich hoffe, mein Kind wird nie gehorsam.

          • Ich wusste dass sowas kommt. 😂
            Machtmissbrauch weil ich dem Kind Grenzen aufzeige und Konsequenzen für sein Handeln erkläre... Also wirklich.
            Wir sind eine Gemeinschaft, in der jeder was dazu tun muss, dass es funktioniert. Sei es Familie, Kindergarten, Job. Is nicht auf meinem Mist gewachsen. Jeder muss sich unterordnen. Und bevor sie später total rebelliert, bring ich ihr gleich gutes Benehmen bei.

      Also erstmal: da ist doch nix dabei, wofür Du Dich irgendwie schämen musst! Das Verhalten Deines Kindes ist normal für sein Alter und dass Du irgendwann brüllst, auch.
      Meine Güte, wir sind alle nur Menschen und keine Maschinen. ;-)
      Heutzutage wird einem in so vielen Ratgebern und vor allem (!) hier im Forum suggeriert, wie lehrbuchartig Erziehung doch geht und es wird jede Kleinigkeit kritisiert, die mal in der Erziehung falsch gelaufen ist. Die Erwartungshaltung (vor allem unter Müttern) ist so immens hoch, dass man sich schnell als Versager fühlt, wenn mal nicht alles zu hause glatt läuft und Friede-Freude-Eierkuchen ist.
      Aber Kinder sind nun mal auch anstrengend und rauben einem die Nerven.
      Und ich halte es weder für realistisch, noch für hilfreich, wenn Eltern vorgeben, immer und zu jeder Zeit pädagogisch vorbildlich reagiert zu haben.
      Kinder brauchen auch mal einen Menschen vor sich mit Ecken und Kanten, jemand, der Emotionen hat und Fehler macht. Nur daran können sie sich auch messen und reflektieren lernen.
      Und noch schlimmer finde ich die Erwartung (die hier im Forum oft unterschwellig verbreitet wird:), wenn ich mich als Mutter immer korrekt verhalte, reagiert auch mein Kind immer perfekt und alles ist bei uns harmonisch.
      Sooo, das nur mal vorweg.
      Ich finde: das Verhalten klingt nach Autonomiephase. Der Junge merkt, dass er einen eigenen Willen und eigene Wünsche hat und schaut, was er durchsetzen kann.
      Ich persönlich fahre ganz gut, mir zu überlegen, wann es sinnvoll ist, nachzugeben und das Kind entscheiden zu lassen und dann ggf. meine "Pläne" umzustellen und wann es notwendig ist, dass ICH entscheide.

      Wenn er beim anziehen trödelt, würde ich bei einem wichtigen Termin (z.B. Arzttermin) einfach seine Sachen unter den Arm klemmen und ihn so mitnehmen. Bei unwichtigen Termine (z.B. Spielplatzbesuch) würde ich einfach warten, bis er fertig ist. Und wenn es dann zu spät für den Spielplatz ist, dann ist das eben so.
      Wer sich nicht die Hände wäscht, darf nicht spielen/essen gehen.
      Manchmal hilft es, mit dem Kind kurz zu reden und ihn zu fragen, was er genau möchte.
      Manchmal, v.a. wenn sie müde sind und sich gegen alles verweigern, hilft, einfach mal den geplanten Ablauf zu unterbrechen und kurz zu kuscheln.
      Wenn er nach 5 min "Dinge" betrachten immer noch nicht weiter gehen will, dann würde ich einfach vorgehen. Eigentlich kommen dann ja die Kinder hinterhergelaufen, wenn auch unter Mords-Gezeter.
      Aber so ist das eben: manche Entscheidungen treffe ich als Mutter, weil ich die Verantwortung habe. Die Entscheidung muss das Kind nicht toll finden und darf gerne protestieren. Das Kind muss mit meiner Entscheidung leben und ich muss mit seiner Reaktion leben.

      Und nicht das Mantra vergessen:
      Es ist nur eine Phase, es ist nur eine Phase! :-)

      Hallo,

      das ist wahrscheinlich eine Mischung aus Trotzphase und starkem Willen.

      Ich glaube, Du hast da etwas zu romantische Vorstellungen davon, wie Erziehung abläuft.

      Kinder lernen, indem sie testen, wie weit sie gehen können, und es ist Aufgabe der Eltern ihnen diese Grenzen aufzuzeigen. Das funktioniert nicht, ohne dass das Kind seinen Protest zum Ausdruck bringt, weil es seinen Willen nicht bekommt.

      Wenn man sich das klar macht, ist es einfacher, nicht sauer zu werden und herum zu brüllen, und traurig muss man darüber erst recht nicht sein. Das Kind macht das, was entwicklungstechnisch vorgesehen ist.

      Was wichtig ist, in der Erziehung, ist Verlässlichkeit. Ganz schlecht sind Eltern, die manchmal nachgeben und manchmal nicht. Dann wittert das Kind nämlich immer die Chance, dass es doch nach seiner Nase geht, wenn es nur schlimm genug den Aufstand probt.

      Ich wette, Dein Sohn hat schon gemerkt, dass es Dir unangenehm ist, wenn er brüllt und weint, also probiert er mal, ob Du parierst, wenn er das tut.

      Zu den Situationen:
      1) Hier würde ich erst vorlesen, nachdem die Zähne geputzt sind. Keine geputzten Zähne, kein Vorlesen.
      Wenn der Aufstand zu lange dauert, fällt das Vorlesen auch aus. Da kannst Du Deinem Sohn zeigen, bis wo der Zeiger der Uhr sein darf.

      Dass Zähne putzen wichtig ist, kapieren Kinder in dem Alter nicht. Da kannst Du Dir den Mund fusselig reden. Das würde nur klappen, wenn er eine Stunde später Zahnschmerzen hätte.

      Bei unseren Kindern hat es in dem Alter gut funktioniert, wenn wir mit Motorgeräuschen die Kariesbakterien mit der Zahnbürste gejagt haben. Die haben sich sogar schon auf's nächste Zähne putzen gefreut.

      2) Auch hier würde ich ihm auf der Uhr zeigen, wann es losgeht, egal, was er dann an hat oder nicht.
      Unser Sohn stand zweimal brüllend auf Socken vor der Tür. Danach hat es gereicht, dass ich nachgefragt habe, ob er wieder auf Socken draußen stehen will, um ihn zu motivieren.
      Mehr Zeit hat bei unseren Kindern übrigens nur bewirkt, dass sie mehr getrödelt haben.

      3) Mit ungewaschenen Händen gibt es nichts zu essen, und wer sich die Hände nicht wäscht, geht morgen auch nicht auf den Spielplatz.

      Wenn Dein Sohn ewig irgendwo herum stehen will, einfach weiter gehen. Wenn er sich dann brüllend auf den Boden schmeißt, trotzdem weiter gehen. Wenn er partout nicht nachkommt, daneben stellen, warten und ab und zu freundlich nachfragen, ob er bald fertig ist.

      Unsere Tochter haben wir in dem Alter übrigens in ihr Zimmer verfrachtet, wenn sie so außer sich war, und wir zu Hause. Ohne Publikum war die Rumpelstilzchen-Vorstellung viel weniger interessant.
      Reden konnte man mit ihr dann sowieso nicht und trösten ließ sie sich auch erst, nachdem sie runter gekommen war.
      Aber das müsst Ihr ausprobieren. Bei unserem Sohn war das der falsche Weg. Da klappte trösten und in den Arm nehmen am besten.

      "Er hat viel Entscheidungsfreiheit. "

      Mit der großen Freiheit sind Kinder überfordert. Ja, sie dürfen natürlich Dinge entscheiden, wie welches Buch gelesen wird.
      Aber welche Schuhe angezogen werden, habe z.B. immer ich entschieden. Auf Diskussionen, wie, bei 0 Grad Sandalen anzuziehen, oder die guten Schuhe für den Wald, habe ich mich nie eingelassen.
      Ich habe auch nie den blauen Becher gespült, weil die Kinder unbedingt den wollten. Dann gab es den grünen Becher, weil der sauber war.
      Da muss man eine sinnvolle Auswahl treffen, welche Entscheidungen das Kind treffen darf.

      Du bist Chef und nicht der beste Freund Deines Sohnes.
      Verhalte Dich so.
      Wenn Dein Sohn das verinnerlicht hat, wird es weniger Kämpfe mit ihm geben, und er wird meistens hören, bevor Du brüllen musst.

      Dabei geht es nicht darum, das Kind komplett zu unterdrücken, was von vielen Eltern unterstellt wird, wenn jemand diese Ansicht vertritt.

      Mit einem guten Chef kann man durchaus verhandeln, und wenn die Kinder gute Argumente haben, wird das berücksichtigt. Aber das letzte Wort hast Du oder Dein Mann, ob es dem Kind passt oder nicht und egal, was für einen Aufstand es dann probt.

      LG

      Heike

      Ich kann dir nur „das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn“ als Buch oder Hörbuch empfehlen! Da wird zb auch erklärt, wie das Gehirn eines 3 jährigen tickt und was man von so einem kleinen Menschen erwarten kann und was nicht. Und was es mit so Wutanfällen auf sich hat.
      Das Patentrezept erhältst du da auch nicht, aber ich denke, es ist nicht schlecht die (neuronalen) Hintergründe zu kennen um dein kind einfach besser verstehen zu können!
      Es gibt dazu auch einen gleichnamigen Blog mit vielen interessanten Artikeln zu verschiedenen Stichwörtern.

      https://www.gewuenschtestes-wunschkind.de/p/stichwortverzeichnis.html?m=1

      Hey, es ist natürlich schwer, wirkliche Tipps zu geben, wenn man jemanden nicht kennt. Selbst wenn du ein paar Beispiele genannt hast, kann das ja nicht eure nun schon 3 Jahre währende Beziehung widerspiegeln, daher kannst du hier nur Anregungen bekommen. Wenn du das nicht so recht weiterhilft, würd ich dir empfehlen zu einer Erziehungsberatungsstelle zu gehen. Kostenlos, anonym und dort bekommst du auf jeden Fall Hilfe, die sind genau für solche Sachen da!

      Also nur ein paar Gedanken von mir:
      Zähne putzen: Wir machen das nicht erst kurz vorm Zubettgehen, sondern direkt nach dem Abendessen, da ist er einfach noch eher kooperativ. Und klar ist es gut ihm zu erklären, warum das wichtig ist, aber er ist 3! Du kannst und solltest nicht von ihm verlangen, dass er das wirklich versteht und die Impulskontrolle/Vernunft besitzt, dann selber zu sagen "Ach, ja klar, dann putz ich jetzt wohl besser Mama". Du bist die Mutter, gib die Verantwortung für seine Gesundheit nicht an ihn ab. Gleiches hierzu: "Ich erkläre , dass es mich traurig macht. " Er ist zu dieser Art von Empathie noch nicht fähig und erst recht nicht, das in Handeln umzusetzen. Mit solchen Sätzen machst du ihm höchsten Schuldgefühle und lädst ihm wieder die Verantwortung auf. Ihn macht das sicher auch traurig, dass er Zähne putzen oder sonstwas soll, aber das sollte nicht der Punkt sein.
      Brüllen: Sein lassen. Komplett, wenn es irgendwie geht. Das ist einfach total verletzend und zeigt ihm nur, dass man eine Grenzüberschreitung mit einer weiteren Grenzüberschreitung beantworten sollte. Mit diesem Vorbild verbaust du euch da einfach einiges.

      "Wenn ich versuche streng zu sein, wirds ignoriert. Drohungen, dass ich ohne ihn gehe bringen nix." - Ohje, sorry aber das war wirklich keine gute Idee. Was soll er davon lernen? Im besten Fall, dass seine Mutter ihn anlügt und im schlimmsten Fall, dass seine Mutter ihn verlässt, weil er nicht ihren Erwartungen entspricht. Das kann unheimlich viel kaputt machen, bei dem Kind und eurer Beziehung. Ich will dich dadurch aber nicht demotivieren! Jeder macht Fehler und es ist nie zu spät, sich zu entschuldigen und das geradezurücken. Sollte er einen Vertrauensverlust erlitten haben, kannst du das Vertrauen natürlich trotzdem wieder herstellen. Dir sollte nur klar sein, warum solche Aktionen wirklich nicht hilfreich sind. Allerhöchsten bekommst du dadurch ein halbwegs gehorsames Kind (allerdings sind kooperativ einbezogene Kinder im Schnitt deutlich gehorsamer), dass aus Angst vor deinem Liebesentzug tut, was du sagst.

      Hände waschen: Also ich weiß ja nicht, wie eure Kommunikation so ist, vielleicht kannst du etwas daran arbeiten. Wenn das bei uns so ein wunder Punkt wäre würde ich noch bevor wir zuhause sind mich zu meinem Sohn hinknien, ihn ansprechen und warten, bis ich seine Aufmerksamkeit habe und dann sagen "Es ist mir wichtig, dass die Hände sauber sind, bevor du anfängst drinnen zu spielen. Schau mal, da, da ist ganz schön viel Dreck dran, siehst du? Ich weiß, dass du das nicht magst, aber da es wichtig ist, müssen wir es irgendwie hinbekommen. Wie können wir das schaffen? Gehen wir zusammen ins Bad oder soll ich eben einen Waschlappen holen, solang du deine Schuhe ausziehst?" - Natürlich nicht das alles auf einmal, habe jetzt mal alles da reingepackt, was ich in unterschiedlichen solcher Situationen sage.
      Wichtig dabei: Auf Augenhöhe, ohne Vorwurf oder Wertung. Ganz sachlich "Irgendwie müssen wir das hinbekommen." Und das Kind miteinbeziehen, Kompromisse eingehen.
      Und das gleiche beim Auto oder trödeln oder sonstwas. Formuliere ganz klar in kurzen Sätzen deine Erwartung und besprecht dann, wie groß der Handlungsspielraum ist.


      .... Kennst du das Buch "Nein aus Liebe" von Jesper Juul? Ich glaube das könnte hier echt weiterhelfen. Ist nicht besonders dick oder schwierig zu lesen, aber mir hats echt geholfen, in meiner Sprache klarer zu werden und ich merke, wie viel leichter es meinem Sohn (er ist auch 3) fällt mit dieser Art der Kommunikation.

      Denk immer dran: Dein Kind ist nicht verkehrt. Es will dich auch nicht ärgern. Es will mit dir kooperieren, es weiß entweder nur nicht, wie, oder es ist damit überfordert.

    (13) 31.05.19 - 01:39
    JustinFinchFletchley

    Ich habe leider kein Tipo. Aber das mit dem trödeln ist normal. Das machen die Kinder meist nicht mit Absicht. Ansonsten würde ich sagen, dass die Trotzphase begonnen hat. Tief durchatmen, ruhig bleiben, du schaffst das.

    Hallo:) Wenn du Tipps brauchst, schau mal auf diesem Blog vorbei: temperamentvolle-kinder.weebly.com
    Ich persönlich fand die Tipps eigentlich ziemlich gut und habe sie selbst angewandt.
    Viel Erfolg.

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