8-jährige treibt uns in den Wahnsinn!

    • (1) 19.06.19 - 13:55

      Hallo Leute, mein Mann und ich wissen nicht weiter...

      Unserer Tochter ist 8 Jahre alt und geht in die zweite Klasse. Sie geht auch gerne in die Schule und verhält sich unauffällig. Ihre Zensuren sind auch voll in Ordnung.

      Zuhause läuft allerdings seit einiger Zeit etwas aus dem Ruder. Sie "klaut" (Schmuck von mir und sowas, sie lügt wie gedruckt ohne Grund, macht immer genau das Gegenteil von dem was gesagt wird und treibt es dermaßen auf die Spitze, dass entweder Papa oder mir der Kragen platzt. Dann reden wir mit ihr und sie hört gar nicht richtig zu und es stört sie auch nicht die Spur, dass sie Strafen aufgebrummt bekommt. Nein, es geht genauso weiter.

      Wir haben es auf die verständnisvolle Art versucht und auf die strenge Art.
      Nichts.

      Heute dann der Supergau. Die Schule ruft mich auf der Arbeit an um mir zu erzählen, dass mein Kind heute von der Polizei zur Schule gebracht wurde und sowieso schon seit Tagen zu spät zum Unterricht kommt. Und das, obwohl sie mehr als rechtzeitig losfährt. (sind nur 500m ca.)

      Ich weiß nicht mehr was ich machen soll!
      Immer wenn ich sie frage was los ist und sie doch weiß, dass sie uns alles erzählen kann behauptet sie es wäre alles in Ordnung und fängt dann an zu weinen, von wegen sie wüsste selbst nicht warum sie das alles macht und verspricht sich zu bessern und dass es ihr an nichts fehlt usw....

      Das tut mir dann immer so leid, scheinbar hat sie ja doch irgendein Problem?

      Sie ist noch Einzelkind und bekommt natürlich Genug Aufmerksamkeit, jedoch nicht übermäßig.

      Bin echt ratlos... 😢

      • (2) 19.06.19 - 19:01

        Ach je,ihr armen und damit meine ich euch alle.
        Hast du schon Mal in der Schule gefragt wie ihr Verhalten da ist,oder ob es was besonderes gibt?
        Wenn vorher alles okay war,muss sie ja irgendein Problem haben?
        Wenn die Schule auch nichts genaues sagen kann,würde ich den Weg über die Kinderärztin und zu einem Spezialisten.
        Es gibt auch Familienberatungen,die euch evtl helfen können.
        Ich drück euch die Daumen das ihr schnell rausfindet was mit ihr los ist.
        Lg

        • (3) 20.06.19 - 08:44

          Also die Lehrer sagen, dass sie in der Schule keine Auffälligkeiten zeigt.
          Ich habe das Gefühl, dass sie, sobald sie zuhause ist einen Schalter umlegt.

          Gestern habe ich sie nochmal gefragt, ob es irgendetwas gibt das sie mir sagen möchte, oder ob sie etwas bedrückt und wieder verneinte sie.

          Du hast recht... Wir sollten uns Hilfe suchen. Eigentlich wollte ich das vermeiden, aber ich merke wie ich immer mehr und mehr die Haltung verliere, dabei bin ich normalerweise eine wirklich gelassene Natur.

      (4) 20.06.19 - 09:18

      Das Problem mit der Schule würde ich kurzfristig so lösen, dass ihr sie hinbringt und zwar bis in den Klassenraum. Das dürfte dann erstmal peinlich genug sein, als dass es nicht mehr vorkommt.

      Ansonsten würde ich - wenn sie in Gesprächen nicht zugänglich ist - vor einer Therapie oder Beratung vielleicht erstmal andere (vertraute) Familienmitglieder ins Boot holen. Auch wenn man der Meinung ist, man habe ein besonderes offenes und tolles Verhältnis zum Kind, so ist man eben doch Elternteil und es gibt immer Dinge, die Kinder den Eltern nicht erzählen wollen. Vielleicht klappt es eher mit einer Oma oder Tante oder sowas.

      • (5) 20.06.19 - 09:43

        Habe heute gleich damit angefangen sie in das Klassenzimmer zu bringen, das fand sie auch nicht so geil.

        Okay, ich werde Oma mal aktivieren. Zu der hat meine Tochter nen super engen Draht, vielleicht bekommt sie etwas raus.

        Das finde ich eine sehr gute Idee.
        Ich hatte immer ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Eltern und wusste auch, dass ich mit ihnen über alles reden 'darf'.
        Manchmal will man das als Kind/Jugendliche aber nicht. Da kann ich mich noch gut erinnern.
        Entweder ist es einem zu peinlich oder man will seine Eltern nicht enttäuschen.

    (7) 20.06.19 - 09:26

    Hallo.

    Das hört sich so an, als ob sie vor der Schule von irgenwen aufgehalten wird und vielleicht sogar erpresst. Wenn sie bei euch "klaut", was macht sie damit. Entweder, du "verfolgst" sie mal einen Morgen, um zu sehen was passiert oder du bringst sie hin zur Schule. Ich denke, sie möchte zuhause ihren Frust rauslassen. Deshalb ist sie zuhause so haltlos.

    Alles Gute.

    LG

    • (8) 20.06.19 - 09:47

      Sie nimmt einfach unsere Sachen und bunkert die in ihrem Zimmer, also bisher ist alles noch wieder aufgetaucht. Eheringe waren plötzlich weg und sowas alles...

      Sie hat eigenen Schmuck und sowas, also verstehe ich nicht warum sie an unsere Sachen geht. Und ehrlich gesagt sehe ich es auch nicht ein, dass ich meine Sachen in meinem eigenen Haus vor meiner eigenen Tochter verstecken muss - wo gibt es denn sowas?

      Ich bin ihr schon ein paar Mal unauffällig gefolgt und dann habe ich gesehen, dass sie erstmal nen Schnack mit unseren Nachbarn hält, Hunde streichelt, mal nen anderen Weg ausprobiert und nur solche Schoten.

      Also erpresst oder aufgehalten wird sie nicht.

      • (9) 20.06.19 - 11:15

        <<<Ich bin ihr schon ein paar Mal unauffällig gefolgt und dann habe ich gesehen, dass sie erstmal nen Schnack mit unseren Nachbarn hält, Hunde streichelt, mal nen anderen Weg ausprobiert und nur solche Schoten.>>>

        Ach du wusstest schon, dass sie ständig zu spät kommt. Bist ihr deshalb schon mal gefolgt. Das habe ich so im ersten Thread nicht lesen können.

(11) 20.06.19 - 14:09

"Strafen aufgebrummt" und "über alles reden können" widerspricht sich für mich.

  • (12) 20.06.19 - 15:24

    Das widerspricht sich nicht. #augen

    Es gibt einen großen Bereich zwischen preußischer Drill-Erziehung und der "Erziehung", wo die Eltern die besten Kumpel des Kindes sein wollen und glauben, jegliche Konsequenz verursache einen seelischen Schaden.

    • (13) 20.06.19 - 16:22

      Nicht zu vergessen dass auch sehr sehr strenge Eltern ihre Kinder abgöttisch lieben können (und umgekehrt)

      Mir glaubt das irgendwie niemand, dass ich meine Eltern noch ein bisschen liebhab nachdem ich das Trauma fixer Schlafenszeiten über mir ergehen lassen musste. Vom Donnerwetter als ich per verbotener Kletteraktion fast den Hund getötet habe erzähle ich den meisten gar nicht mehr...😂

      • Kinder verzeihen ziemlich viel; sogar misshandelte Kinder lieben ihre Eltern meist noch.

        Die fixen Schlafenszeiten waren von deinen Eltern vermutlich gut gemeint. Und wenn du kein Problem damit hattest, haben sie wohl nicht geschadet.

        Und wenn mein Kind bei einer verbotenen Aktion fast den Hund töten würde, käme es hier vielleicht auch zu einem authentischen Donnerwetter, weil ich mit den Nerven durch wäre.
        Nur pädagogisch notwendig wäre es nicht. Dass du fast den Hund auf dem Gewissen hattest, war doch sicher schon eine ziemliche Konsequenz, oder fandest du das etwa lustig?

        • Wann genau hast du wirklich (und zwar wirklich wirklich) verstanden, was "tot" wirklich bedeutet?

          • Mit drei oder vier. So alt war ich als meine Opas gestorben sind und da war mir das sehr klar, dass tot für immer ist.
            Bei einem jüngeren Kind hilft auch eine Strafe dann nichts, da muss man halt aufpassen, dass es keine Gelegenheit hat, etwas so Verbotenes zu tun.

            Ich hab ja jetzt aber ein Donnerwetter nicht verurteilt, das passiert halt auch mal, wenn man sich Sorgen macht. Da muss man keinen Duziduziton anschlagen. Mit ging es in meiner ersten Antwort um Strafen, und dass Strafen das Verhalten von Kindern eher verschlechtern wurde in Studien schon festgestellt.

    (17) 20.06.19 - 19:01

    Und dann gibt es noch die Leute, die glauben, alle Eltern die keine Befriedigung aus dem Bestrafen ihrer Kinder ziehen, würden Freunde ihrer Kinder sein wollen #rofl.

    Doch, es widerspricht sich. Wie soll ich mit jemandem, der mir nach Belieben Strafen aufbrummt, offen reden können.
    Dass manches Verhalten Konsequenzen hat, ist eine andere Geschichte.

(20) 20.06.19 - 16:39

Guten Tag maschli,

ich würde das Kind bei einem Kinder- und Jugendpsychotherapeuten vorstellen und mich an den Schulpsychologischen Dienst wenden.

Alles Gute #blume

  • Hallo #winke

    Ich habe so gehofft, ich könnte diesen schritt vermeiden... #schmoll

    • (22) 20.06.19 - 20:21

      Es ist ja eigentlich kein "Schritt". Wenn es unnötig ist, schicken sie euch schon wieder weg.

      (23) 21.06.19 - 04:20

      Warum? Willst du deinem Kind nicht helfen, weil du dich dafür schämen musst?

      Ich würde allerdings eher eine Familientherapie vorschlagen oder zumindest eine Familienberatung. Denn natürlich hat es etwas mit euch allen zu tun. Denke man macht es sich etwas zu einfach damit, zu behaupten das Kind hätte irgendein Problem, das ist ja aus irgendetwas entstanden und mit ziemlicher Sicherheit aus der Art eurer Beziehung/Erziehung.
      So wie du hier von deinem Kind schreibst, wundert es mich gar nicht, dass sie dir nicht erzählt, was in ihr vorgeht. Abgesehen davon, dass sie wahrscheinlich einfach keine Worte dafür hat, da sie in einem extremen Zwiespalt steckt, sich selbst zu Verwirklichen bzw. ihre eigenen Bedürfnisse zu erfüllen und eure Anforderungen zu erfüllen bzw. mit euch zu kooperieren.

      Ich finde das erste, was du tun solltest, ist die Verantwortung dafür zu übernehmen, dass die Qualität eurer Beziehung offensichtlich gelitten hat. Das hat auch nichts mit "Schuld" zu tun, es geht nur um Verantwortung und was man nun damit macht. Aber wenn die diese deiner Tochter zuschiebst, verwandelt sie sich tatsächlich in ein sehr starkes Schuldgefühl, denn ein Kind kann eine solche Verantwortung einfach nicht übernehmen. Und dann solltest du mal offen sein für den Gedanken, dass dein Kind einfach nur ein Kind ist, das sein bestes gibt, es aber einfach nicht besser kann. Dass es Hilfe braucht, in erster Linie aber eure Hilfe und nicht therapeutische. Und solltest versuchen, mal deine eigene Einstellung zu reflektieren bzw. zu hinterfragen, offensichtlich hat es euch in eine Sackgasse gebracht oder das, was du eigentlich möchtest stimmt nicht mit den Botschaften überein, die du aussendest.

      Guten Morgen maschli,

      das kann ich nachvollziehen #blume Aber gerade bei schulvermeidendem Verhalten ist es vonnöten das ein therapeutischer Bedarf überprüft wird. Der Schulpsychologische Dienst wird vermutlich bald sowieso hinzugezogen werden, wenn nicht sogar das Jugendamt und ich denke, dass euch von allen Seiten nahegelegt werden wird eure Tochter in therapeutische Behandlung zu geben. Hier kannst Du Dich rund ums Thema Psychotherapie informieren: https://www.therapie.de/psyche/info/. Außerdem habe ich noch eine gute Internetseite über schulpsychologische Arbeit gefunden: https://www.schulpsychologie.de/wws/1289290.php?sid=64567241561299611656106660674630. Ich möchte Dir besonders den Ratgeber “Hilfe, mein Kind will nicht zur Schule!” ans Herz legen: https://www.schulpsychologie.de/wws/bin/1313098-1639754-1-schulvermeidung.pdf.

      Nimm die Therapie als Chance an, durch Impulse von außen neue Lösungsstrategien zu entwickeln um die Kommunikationsschleife zwischen euch und dem Kind aufzulösen. Ein Therapeut kann zwischen den einzelnen Familienmitgliedern vermitteln, so könnt ihr das Verhalten zukünftig besser einordnen und angemessen reagieren. Vielleicht liegt bei Deiner Tochter auch eine behandlungsbedürftige psychische Störung vor, dann ist es wichtig das abklären zu lassen und frühzeitig zu intervenieren, damit sich die Problematik nicht chronifiziert.

      Wenn es schon soweit gekommen ist, dass das Kind der Schule polizeilich zugeführt werden musste, stehen ohnehin Gespräche mit Klassenlehrer, Schulleitung und Schulsozialarbeiter an. Abgesehen davon droht euch die Eröffnung eines Bußgeldverfahrens. Mit der Einleitung einer Psychotherapie zeigt ihr Kooperationsbereitschaft und kommt der Schule zuvor Maßnahmen zu ergreifen.

      Liebe maschli, ich wünsche Dir und Deiner Familie das sich alles zum Guten wendet und ihr gestärkt aus dieser Erfahrung hervorgehen könnt!

(25) 22.06.19 - 19:23

Die Schule hat sie von der Polizei holen lassen, OHNE dich über das regelmäßige zu spät kommen zu informieren und OHNE dich anzurufen, um zu fragen, wo sie bleibt?

Sorry, wenn ich so direkt bin - aber das kann ich mir im Leben nicht vorstellen. Dafür gibt es keine Rechtsgrundlage.

Bevor ein Kind via Polizei der Schule zugeführt wird, muss diese dich schriftlich informieren, um ein persönliches Gespräch bitten, mit Ordnungsgeld drohen, dieses einfordern, das Jugendamt informieren, die polizeiliche Durchsetzung der Schulpflicht androhen und DANN kann sie die Polizei rufen, um dein Kind holen zu lassen.

Tut mir Leid, wenn ich dir Unrecht tue - aber deine Geschichte ist seltsam.

Selbst WENN die Schule den üblichen Weg nicht einhält - die Polizei wird nicht ausrücken ohne die beschriebenen Schritte.

LG

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