Mein kind weint nicht mehr bei uns

    • (1) 03.07.19 - 21:58

      Hallo, ich bin grad sehr am grübeln und leicht verzweifelt, bzw ziemlich verunsichert...
      Mein Sohn, zweieinhalb Jahre alt ist ein aufgeweckter junge und an allem interessiert... Ein toller Junge, sehr sensibel, wehrt sich nicht und läßt sich (leider) fast alles gefallen... Seine Schwester ist ein knappes Jahr alt und es war uns von Anfang an ein Anliegen, sie ihm nicht vorzuziehen, bzw ihm nach wie vor die "Hauptrolle" im unserer Familie zu signalisieren, um Eifersucht zwischen den beiden zu verhindern. Das hat bisher gut geklappt, aber säuglinge sind nun mal die ersten paar Monate "einfach"...Seit ein paar Wochen wird sie aber natürlich auch immer interessierter an allem, lebhafter und fordernder... Normal
      Und ich meine, ebenfalls seit ein paar Wochen traut sich mein Sohn nicht mehr, zu weinen, wenn er sich weh tut oder er angst hat...
      Heute war eine Situation, wo er mitten im Spiel, ich saß mit beiden Kindern auf dem Boden, aufschreckte, große Augen machte und wie vom Blitz getroffen aufs Sofa hüpfte und seinen teddy fest hielt. Ich fragte, was los sei, da schüttelte er mit dem Kopf... Erst bei genauerem Nachfragen, sagte er, er hat ein komisches Geräusch gehört und sei erschrocken... Ich wollte ihn in den Arm nehmen und trösten, da stieß er mich weg...
      Ähnlich letzte Woche, da stieß er sich hörbar heftig mit dem Kopf am Tisch, Tränen in den Augen, aber er schluckte nur und beim Versuch ihn zu trösten, lief er davon und sagte "nein nicht so schlimm!" aber genau solche Sätze vermeiden wir, seit er auf der Welt ist!!! Deshalb bin ich so ratlos... Ich erkläre ihm oft, daß es wichtig und gut ist, wenn man weint, ich selber auch manchmal weine etc. Weil es einem danach besser geht. Lasse ihn" fertig weinen, wenn er wütend ist oder sich mal so richtig fest weh getan hat, und lenke ihn nicht ab... Dachte eigentlich wir geben ihm durch unser bewusstes "befürworten" und "akzeptieren" vom weinen, das Gefühl, er darf sein, wie er will, wir lieben ihn trotzdem... Und nun das?!
      Mir fiel aber auf, daß ich in letzter Zeit oft mit ihm schimpfe, in Situationen, die es nicht wert sind... Z. B. Beim zu Bett gehen, wenn er "zu laut ist", da seine Schwester bereits schläft... Dies benennen wir zwar so nicht, ebenfalls bewusst, um Eifersucht zu vermeiden, dennoch bekommt er eins aufs Dach, weil er nicht leise ist (macht für ihn wahrscheinlich keinen Sinn)... Ebenfalls lehnen ich und mein Mann oft seine Nachfrage auf "sollen wir fangen spielen?" oder ähnliches ab, weil wir abends einfach erschöpft sind und er das wahrscheinlich noch nicht nachvollziehen kann...
      Mir fiel es heute wie schuppen von den Augen, ich denke, er fühlt sich tatsächlich von uns nicht richtig geliebt 😪😪😪 und das tägliche" ich liebe dich" hilft da vermutlich auch nicht mehr....
      Ich habe so ein schlechtes Gewissen und fühl mich so schlecht, eben weil wir immer so bewusst unsere Sätze gewählt haben... (ein indianer kennt keinen Schmerz, ist nicht schlimm, nichts passiert, sei leise deine Schwester schläft, nicht so laut sonst wacht sie auf etc gibt es bei uns nicht!!!) hab so angst, daß sein urvertrauen bereits geschädigt ist, bzw er sich uns tatsächlich nicht anvertrauen möchte, weil er uns nicht glaubt, daß er uns wichtig genug ist... 😢😪 Er tut mir so leid im moment...
      Hat vll jmd ne ähnliche Erfahrung und Tipps? Bitte keine Vorwürfe oder beleidigungen, die mach ich mir bereits selbst

      • (2) 03.07.19 - 22:10
        Gleiche Famsituation

        .

        (3) 03.07.19 - 23:08

        Geht er zur Kita/Tagesmutter,ist da vielleicht was vorgefallen?

        Habt ihr exklusiv Zeit mit nur ihm?

        Wie verhält er sich zu seiner Schwester, kommen die beiden miteinander klar?

        Leider habe ich spontan keine guten Ratschläge für dich aber ich denke ihr macht es auf jeden Fall schon sehr gut so.

        LG Jacky

        • (4) 04.07.19 - 03:16

          Nein, beide sind den ganzen Tag bei mir, erst ab Dezember geht er in den Kindergarten...
          Anfangs, als seine Schwester da war, ignorierte er sie verständlicherweise und fand sie eher komisch... Nach etwa 8 Wochen begann er aber, zunehmend an ihr interessiert zu sein und legte sich neben sie, gab ihr den Schnulli, gute nacht kuss etc. Ich wartete eigentlich darauf, daß er selbst zum Babyverhalten zurück kommt aber das blieb irgendwie aus. Daher dachten wir, alles richtig zu machen... Er verteidigte sie sogar, vor anderen, wenn sie ihr zu nahe kamen. Machte uns natürlich richtig stolz und teilweise etwas Hochmütig... Aber mach Hochmut kommt der Fall 🙈 mittlerweile interessiert er sich gar nicht mehr für die, ist genervt wenn sie ihn anplappert oder ihn berührt... Schreit sie an. Weh tut er ihr zum Glück nicht...
          Wir versuchen, so oft es geht, was leider nur geht wenn mein mann da ist, meist am Wochenende, ganz speziell nur mit ihm was tolles oder besonderes zu machen (letztens hab ich im Keller ne kinder sitz bank orange mit ihm gestrichen, ist seine Lieblingsfarbe und er liebt handwerkeln und malen). also einer von uns halt... Und abends ist es etwa eine dreiviertel stunde, die er uns für sich alleine hat und ich denke, daß wir sie ihm nicht ehrlich genug mit ihm verbringen, weil einer von uns meistens mit "was besserem" beschäftigt ist (Haushalt, Zeitung lesen, aufräumen, duschen oder sonst was)...
          Ich grübeln die ganze Nacht schon und mir kommt immer mehr... Mein Mann und ich wechseln uns ab, wer welches Kind ins Bett bringt, damit jeder von uns zumindest jeden zweiten Tag, mal halbwegs Feierabend hat... Denn bei meinem Sohn zieht sich das oft von 19.00-20.45uhr... Und wenn wie heute, mein kind lieber den anderen Partner haben möchte, verzieht dieser meist das Gesicht und versucht zu überzeugen, daß doch der andere dran ist etc. Anstatt, daß wir uns drum streiten ihn ins bett zu bringen bzw uns freuen, wenn er uns wählt => ziemlich gemein find ich das und muß für ihn jedes mal ein Stich ins Herz sein...

          • (5) 04.07.19 - 09:16

            Das er sie anschreit weil er überfordert mit ihr ist,ist in dem Alter denke ich normal.
            Wie reagiert ihr/du da?

            Wie wäre denn ein Abend pro Woche in dem ihr wenn die kleine schläft ZUSAMMEN Zeit mit ihm verbringt?

            Zeitung lesen z.B.geht auch mit Kind zusammen.
            Er könnte auch die kleine Schwester abends mit ins Bett bringen dann "sieht"er das sie jetzt schläft und kann besser einen Zusammenhang erstellen warum er jetzt leiser sein sollte...das kann man auch einem Kind sagen:sei bitte etwas ruhiger xy schläft schon.
            So kann man gegenseitige Rücksichtnahme beibringen.

            Und versucht euch nicht gegenseitig "den schwarzen Peter" zuzuschieben(euren Sohn ) er wird nicht immer klein bleiben und euch so brauchen wie jetzt und dann habt ihr auch wieder euren "Feierabend"

            • (6) 04.07.19 - 12:35

              Auf sein schreien seiner Schwester gegenüber reagieren wir auch nicht "normal" denk ich... Denn auch da gebe ich ihm erst mal recht und "ermahne" sie, daß sie ihm das Ding weg genommen hat und er es zuerst hatte, daß er nicht will, daß sie ihn ansabbert, daß man nicht kratzen darf etc. Und erst wenn er nicht aufhört, sie zu schimpfen oder doch körperlich wird, dann richte ich mich an ihn. Aber laut meinem Umkreis eher zu lasch... "j. Jetzt hast du gesagt, daß du das nicht willst oder so ähnlich. Du brauchst jetzt nicht mehr so laut zu sein, weißt, sie muß des auch noch lernen, versteht uns noch gar nicht so gut..." in die richtige Richtung, wir sind da echt bewusst vorsichtig in Formulierungen und mußten uns schon öfters anhören von Omas, Freundinnen ohne oder mit Kindern etc wir seien zu rücksichtsvoll ihm gegenüber, der müsse das lernen, andere ältere Geschwister haben das auch so bla bla bla... Der übliche Kram, den ich auch immer dachte, bevor ich kinder hatte... 🙈

      (7) 04.07.19 - 10:47

      Hallo,

      ich tippe darauf, dass im Hort oder irgendwo anders ältere Kinder Deinen Sohn geärgert haben, als er geweint hat.
      Wahrscheinlich kamen da Sprüche von wegen Baby oder so.

      An Deiner Stelle würde ich eher in der Richtung forschen, als den Grund in der Familie zu suchen.
      Du klingst wie eine den Kindern sehr zugewandte Mutter, und das merken die Kinder auch.
      Ob diese einfühlsame Mutter auch mal unberechtigt schimpft, falsche Worte wählt oder nicht immer springt, wenn das Kind spielen will, ist egal. Das passiert in jeder Familie, und das ist auch ganz normal.
      Im Gegenteil brauchen Kinder authentische Eltern und keine stets freundlich säuselnden Roboter, denen man nie anmerkt, dass sie auch mal müde oder genervt sind und die scheinbar keinerlei eigene Bedürfnisse haben.

      Wenn so etwas ein Kind völlig fertig machen würde, wären mindestens 95% aller Kinder psychische Wracks. ;-)

      LG

      Heike

      • (8) 04.07.19 - 12:27

        Ich danke euch für die Antworten... Ich muß mich sortieren und mal ne Nacht schlafen, daß war heute nicht möglich und ich denke ich kann heute keine guten Worte für hier finden, bzw ihn richtig einschätzen. Im Moment seh ich nur, was ich falsch gemacht habe etc... Die trotzphase kommt ja auch noch dazu...
        Und hart ja... Vor ein paar Wochen war mein Mann mit ihm bei sich im Geschäft am Abend beim grillen, da haben größere Jungs ihm Gras ins Gesicht geworfen und er hat wohl bitterlich geweint... Lief zu meinem Mann und der hat ihn auch getröstet... Das hat mein Sohn selbst erzählt, aber klar... Die Reaktion der anderen hab ich nicht abgefragt, nur nochmal betont, daß Papa doch für ihn da war... 🤔 Muß ich heute Abend nochmal mit meinem Mann besprechen. Und mein Kind nochmal nach den größeren Jungs... Des würde dazu passen, daß er sagt "... Weil ich ein großer Junge bin!" 😢 oh mann, kinder haben ist nicht einfach, bzw sie zu lieben macht einem echt manchmal das Herz schwer

    (9) 04.07.19 - 17:39

    Vielleicht verstehe ich ja was falsch, aber mir wird nicht ganz klar, warum Ihr Eifersucht auf jeden Fall vermeiden möchtet?
    Für mich gehört das zu einer normalen Geschwisterbeziehung dazu. Dass man leise sein muss wenn jemand anderes schläft, ist doch ganz normale Rücksichtnahme. Damit kann ein Kind doch klarkommen.
    Mein Sohn hat sich auch lange gar nicht für seine Schwester interessiert. Dann fand er sie nervig. Das ist für mich durchaus nachvollziehbar, aber dass er sie anschreit toleriere ich trotzdem nicht. Sie ist nunmal auch da, ich liebe sie genauso wie ihn und so schmerzlich es für uns beide sein mag, er muss das akzeptieren.
    Ihn vor seiner Eifersucht zu beschützen geht irgendwann sowieso nicht mehr, weil du dann deine Tochter dauerhaft benachteiligen müsstest. Sie wird ihre Rechte irgendwann einfordern.
    Wenn dein Sohn phasenweise komisch reagiert und sich von dir abgrenzt, blutet natürlich dein Herz, aber das ist normal, geht vorbei und wird ihm nicht schaden. Sei für ihn da wenn er dich braucht und gut ist.

    • (10) 04.07.19 - 20:24

      Jetzt hab ich nen ewigen Text geschrieben und was macht mein handy? Springt nen Schritt zurück 🤬 lange Rede kurzer Sinn : wir haben es nicht geschafft, zu erkennen, daß "negative Gefühle" wie Eifersucht o. Ä. ebenfalls wichtig sind für die emotionale Entwicklung eines Menschen. Und ich vermutlich zu Harmonie bedürftig bin, da es bei mir in der Kindheit so gehandhabt wurde. Heute ärgere ich mich darüber, daß wir uns in der Familie nicht ehrlich die Meinung sagen können und merke graf, daß wir auf dem besten Weg dahin sind 🙈 danke für den Denkanstoß...

      • (11) 05.07.19 - 08:08

        Ich finde es bewundernswert, wie du dich reflektieren kannst. Das ist eine grosse Stärke.
        Ich glaube im Alltag mit kleinen Kindern macht man sich verrückt, wenn man alles harmonisch haben will. Zwischen Geschwistern, die ständig um die Liebe der Mutter buhlen, dabei auf unterschiedlichen Entwicklungsstufen sind, sich nicht in den anderen hineinversetzen können und sich gegenseitig nicht ausgesucht haben, entstehen verständlicherweise viele Konflikte. Es ist Ansichtssache, ob man das nun schlimm findet, oder ob man es als ganz normalen Lernprozess sieht, als normale Dynamik einer Familie, wo sich im Endeffekt jeder so sicher und geliebt fühlt, dass er seine Persönlichkeit entwickeln kann, ausprobieren darf und sich auch im Streit seiner Liebe sicher ist.
        Harmonie ist für mich kein Zeichen von Liebe. Eher von Unterdrückung und Angst vor Konflikten.

    (12) 04.07.19 - 20:28

    Und ja, das wäre natürlich furchtbar, wenn meine Tochter ständig zurück stecken bzw benachteiligt werden würde... Da dachten wir glaub ich, des gibt sich dann von alleine, wenn er größer wird... Aber auch da kann es zum Gegenteil kommen... Klar, blöd... Total blöd... Ist wieder mal hinderlich und kacke, wenn man ein absoluter herzmensch ist, der zum grübeln und verkopfen neigt... 🙈

(13) 05.07.19 - 06:48

<<<ihm nach wie vor die "Hauptrolle" im unserer Familie zu signalisieren>>>

Warum macht ihr das bzw. habt ihr das gemacht. Das war nicht richtig. Er muss seinen Platz in der Familie finden und nicht die Hauptrolle haben.

<<<Mir fiel aber auf, daß ich in letzter Zeit oft mit ihm schimpfe, in Situationen, die es nicht wert sind.>>>

Die Situationen, die du schilderst sind völlig normal. Und jetzt merkt er ja doch, dass er nicht mehr die Hauptrolle bei euch spielt, denn er muss Rücksicht nehmen. Das kannte er noch nicht, da er immer im Mittelpunkt war. Da lieg, denke ich, der Fehler.

Versucht ihm die Situation zu erklären. Warum es nicht geht. Und nicht meckern, weil er nicht aufhört.

Alles Gute.

LG

  • (14) 05.07.19 - 20:03

    Ja das mit der Hauptrolle und Vermeidung von Eifersucht, kann ich im Nachhinein auch nicht mehr verstehen... 🙈 War irgendwie falsch gedacht von uns, dachten wir tun damit beiden einen gefallen aber des ist nicht so, seh ich jetzt auch so....

(15) 05.07.19 - 15:32

Hat er es vielleicht von woanders gehört?

Jungs weinen nicht
jetzt bist du großer Bruder / jetzt bist DU der Große!

das reicht schon, wenn es von einem anderen Kind oder aus dem Kindergarten oder vom Spielplatz kommt und kann sich auch in der Familie auswirken.

DU bist jetzt der Große, da musst du aber ganz fein deine Eltern unterstützen ...

solche Sprüche habe ich in meiner Kindheit oft gehört. Also wenn sie zu anderen Kindern gesagt wurden. Zu mir hieß es eher. Du bist die Jüngste, das kannst du sowieso noch nicht (auch wenn ich schon über 13 Jahre alt war - dann immer noch)


Ich finde es zwar immer gut, sich selbst (auch) zu hinterfragen. Je größer sie werden und je mehr sie aufschnappen (aber noch nicht selbst reflektieren können), kann es auch eine einzelne blöde Situation von außen sein.

  • (16) 05.07.19 - 20:01

    Oh ja, ich bin heute noch zu klein für manche sachen 🙈 🤭 bin jetzt bald 36!!! Aber die jüngste von drei....
    Ja "großer" nennt ihn mein Mann gerne mal, und wenn ich zu ihm "mein kleiner Schatz" sage, dementiert er es direkt mit "Mama! Ich bin schon groß!" könnte das wirklich schon reichen?? 🤔 🤔 🤔
    Die letzten Tage waren echt Hölle, er hat mich weitgehend ignoriert und mir nur die nötigsten antworten gegeben, ich hätte den ganzen Tag heulen können... Hab sogar an Depressionen bei Kleinkindern gedacht 😪 wobei er bei meinem mann relativ normal war... Deshalb hoff ich, daß er einfach "nur beleidigt /gekränkt" ist, was natürlich reicht und nicht sein sollte...
    ABER : hatten heute Abend eine Situation, die mir Hoffnung gegeben hat und ich eine schwere Vermutung habe, was letztlich der Auslöser gewesen sein könnte... Wir waren alle vier im Garten und hatten es, bis auf meine gescheiterten Annäherungen (die ihn wahrscheinlich auch genervt haben), echt schön. Mein Mann musste (meine Tochter war schon im Bett) aber noch weg und mein sohn weinte jämmerlich, dann übernahm ich ihn an der Haustür und hab ihn hoch genommen. Das ließ er zum Glück gleich zu. Wollte zwar schnell wieder runter, aber weil er noch geweint hat, hab ich mich mehr oder weniger geweigert, ihn abzusetzen und gesagt "j. Solange du wütend oder traurig bist, lass ich dich nicht los! Ich halte dich und bin da!" da schaute er mir, zum ersten Mal heute in die Augen und hat sich sogar an meine Schulter gelegt und "fertig geweint"... Er sagte dann irgendwann "Mama ich bin wieder fröhlich" Dann hab ich ihn angeschaut und gesagt "j. Ich weiß daß das nicht stimmt und ich weiß auch warum. Ich war gemein zu dir und habe dich angeschrien! Das war dumm von mir und tut mir sehr leid, ich weiß nicht, warum ich so war, denn das hätte ich nicht tun dürfen etc..." und er sagte "ja und Leon auch!" das ist sein Cousin und beide haben vor ein paar Tagen mit hammern bei Oma rum gefuchtelt (😳) und ich kam dazu, sah daß Leon den Hammer meiner Mutter fast auf den Kopf gehauen hat, hab beschimpft mit Leon und in dem Moment lief mein Sohn zu seiner Schwester hin, holte aus und ich konnte mit einem Satz rüber gerade noch verhindern, daß der hammer auf ihrem kopf landete... Bin total ausgerastet und hab die hammer weg genommen und so schlimm geschimpft, bis wir beide geweint haben und ich kuh dazu gesagt hab, daß sie hätte tot sein können 😭 😱😱😱😱 denke da hab ich ihm richtig angst gemacht und ich weiß nicht, wie ich diese Situation auslösen bzw abschwächen kann... Hab ihm erklärt, daß ich da einfach so schlimm erschrocken bin und ich deshalb wahrscheinlich so geschrien hab mit ihm, aber das auch nicht lieb von mir war und hab ihm versprochen, daß ich ihn (und das meine ich ehrlich!) nie wieder anschreien werde... Hat einen Moment gedauert aber dann wurde irgendwie seine Körperhaltung anders bzw weichee/entspannter und er hat sich danach zu mir aufs Sofa gesetzt und mit mir noch ein bisschen gespielt... Ich durfte sogar heute mit hoch ihn ins Bett bringen, was gestern nicht möglich gewesen ist (sonst hat er immer mich bevorzugt)... Er sagte sogar heute Abend, bevor mein Mann ging, daß er "noch nicht" mit mir ins bett gehen will... Naja ich werd sehen und hoff, ich hab sein kleines Herz nicht gebrochen auf Dauer oder sein urvertrauen so erschüttert, daß wir es nicht reparieren können

    • Entspann dich mal und lege nicht jedes deiner und seiner Worte auf die Goldwaage!
      Ich finde es gut, wenn man bestimmte Situationen hunterfragt, aber doch nicht jede und immer! Das kommt mir schrecklich anstrengend vor!

      Man darf als Eltern doch mal laut werden und Kinder dürfen auch mal eifersüchtig oder wütend sein!

      (18) 05.07.19 - 21:21

      Ach Mensch in der Situation wäre ich aber auch laut geworden.Werde ich auch wenn z.b. Madame an eine Steckdose geht(zwar gesichert aber trotzdem) und ich "schneller" mit einem Nein bin ,als ich bei ihr bin.

      Kann es sein daß du "normaler Weise"nicht laut und energisch bist ?
      Da kann ich verstehen das es den kleinen erstmal irritiert hat.
      Ich denke ihr habt das mit dem Gespräch heute schon gut gelöst.
      Versuch nicht so Konfliktscheu zu sein,denn die gehören zum Leben dazu auch in einer Familie.

      • (19) 05.07.19 - 22:30

        Danke für die Worte... Ja normalerweise bin ich geduldig... Aber zur Zeit liegen denk ich die nerven blank. Denn wir schlafen keine Nacht länger als zwei Stunden am Stück und spätestens um 5.00 Uhr ist die Nacht zu Ende... Aber ich finds trotzdem schlimm, daß er darunter leidet, denn so dermaßen anschreien geht echt nicht ich war selber erschrocken über mich... Aber halt in letzter Zeit öfters mal "grundlos" geschrien, nicht nur gemotzt... Zumindest hab ich ihn wohl echt verunsichert und ich fühl mich total schlecht und muß mich zusammenreißen, daß ich ihn nicht mit "überzeugen daß ich ihn liebe" etc. Überhäufe und nerve, sonst macht er womöglich komplett dicht...
        Ich danke euch allen für die Inputs, Denkanstöße und netten Worte... Das hilft tatsächlich, obwohl ich Hemmungen hatte, hier zu schreiben, denn meistens wirds irgendwann dann doch noch beleidigend... Vielen Dank euch

    (20) 06.07.19 - 09:47

    Wow. Danke für deine Offenheit - vor allem für dich selbst ;-)

    Das war ein bisschen sehr viel in kurzer Zeit. Für euch beide! Kein Wunder, dass er durch den Wind ist, du durch den Wind bist.

    Das sich entschuldigen und eingestehen, dass du menschlich reagiert hast, war ein wichtiger Schritt. Auch für ihn zum Vertrauen hin. Auch für dich, um davon los zu lassen. Um für euch jeweils einzeln und auch gemeinsam damit umgehen zu können.

    Ich denke mit dem - ihm Zeit geben - und respektieren, dass er im Moment einfach "lieber" (vertrauenserfüllter) Papa mag, ist gut und wichtig. Damit zeigst du ihm, dass sein Vertrauen berechtigt ist, dass es ok und gut und wichtig ist, dass er vertraut und auch sehr wichtig: dass er so sein darf wie er ist.

    Mit ein wenig Zeit und einfach für ihn da sein (ohne Drängen) ohne zu viel überfordern, wird er sicher wieder auf dich zu kommen. Es ist einfach ein bisschen viel. Auch die Angst um seine Schwester und vllt. auch eigenes Fehlverhalten erkennen/sich eingestehen. Das sind sehr viele Emotionen, die auch erwachsenen in der Situation zu schaffen machen würden.

    Super, wenn Papa da da ist. Auch für später, wenn es mal Jungs-möchte ich nicht so gerne Mama sagen-Themen sind. Er spürt die Verlässlichkeit und eben auch, dass du ihm die Zeit gibst und trotzdem/weiterhin für ihn da bist. Auch wenn dir der Fehler passiert ist, liebst du ihn weiterhin.

    Das wird er in Worten noch nicht begreifen, emotional prägt es schon. Du gibst einen Fehler zu und die Welt geht nicht unter. Das kann ihn auch stark machen. Z.B. wenn er mal Mist baut, dass er dann trotzdem weiterhin geliebt wird. Du verzeihst dir selbst, vielleicht kann er sich dann auch selbst verzeihen, wenn er etwas macht. Bzw. dass er dann zu dir oder Papa kommt und darüber redet.

    • (21) 06.07.19 - 18:07

      Vielen Dank

      • (22) 11.07.19 - 19:50

        Hatten heute ein Gespräch mit einer Therapeutin, gleichzeitig der Mama meiner besten Freundin aus Sandkasten Zeiten... Kennt mich und meine Kinder also mehr als gut und konnte mir viel Druck raus nehmen... Und es war möglich, daß der Streit zu viel für ihn war, da wir drauf gekommen sind, er gehört vermutlich (wie ich selbst auch, aber war mir nicht bewußt, daß dies vererbt werden kann) zu den hochsensiblen Kindern und bezieht alles auf sich... Das stimmt tatsächlich und ich tu das auch... Und da meine eigene Kindheit von Verlusten und verschiedenen suchtkrankheiten geprägt war, liegt es nahe, daß ich ihn davor schützen will, daß er "so viel auf sich nimmt, mit sich selbst ausmacht etc", (eben gleich wie ich), anderer Seits merkt er wohl (Spiegel vorhalten), daß ich leide oder unsicher bin, Anforderungen stelle etc und will mich beschützen und schlüpft dann in eine Rolle eines Erwachsenen (kanns nicht besser beschreiben)... Lange Rede bla bla bla 😅 ich muß mich einfach entspannen, ja! Und ihm vertrauen, nicht mehr überbehüten, behandeln wie ein kleines Kind, was er schließlich auch ist... Also genau so, wie es einige von euch geschrieben haben, mir aber denk ich der Zusammenhang mit meinem kleinen "ich selbst" als Kind gefehlt hat um das zu verstehen... Sind also auf nem guten Weg...

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