Was läuft da schief?

    • (1) 10.07.19 - 09:27
      sprachloseMentorin

      Ich würde euch gern eine Begebenheit erzählen und eure Meinungen dazu hören:

      Ich bin Krankenschwester und Mentorin bei uns auf Station. Wir hatten eine Schülerpraktikantin aus der 10. Klasse.
      Ich war vorwiegend für sie zuständig und auch am Ende für die Beurteilung.
      Dieses Mädchen zeigte in den 2 Wochen kein wirkliches Interesse am Beruf. Ist ja nicht schlimm, dafür gibt es ja die Praktika um heraus zu finden, was einem gefällt und liegt und was nicht.
      Ich gab mir große Mühe ihr viel zu erklären und zu zeigen. Sie durfte sogar bei einigen Untersuchungen zu schauen. Also keineswegs wurde sie nur als billige Putzkraft missbraucht. Natürlich musste sie auch zur Staubwischrunde, wie wir wahrscheinlich alle in unserer Ausbildung. Ich erklärte ihr, was sie dabei machen solle. Nachtschränke abwischen, Tisch abwischen, benutztes Geschirr weg räumen, Patienten neue Getränke bringen, sich mit den Patienten etwas unterhalten, da wir ja leider selten Zeit dazu haben. Unsere Station hat 12 Zimmer und 22 Betten. Nach sage und schreibe 10 Minuten kam sie wieder und meinte sie sei fertig. Niemals konnte das sein, wenn sie wirklich alles gemacht hätte, was ich ihr gesagt habe. Ich sprach sie also darauf an und sie meinte pampig sie hätte alles gemacht. Zwecks Zeitmangel, wie so oft, konnte ich nun nicht durch alle Zimmer gehen und kontrollieren. Als ich aber in einem etwas zu tun hatte, sah ich 2 benutzte Tassen stehen und die Getränke der Patientinnen waren auch leer. Als ich sie fragte (die 2 Damen waren fit und keineswegs verwirrt) ob jemand da war und Staub gewischt hat, verneinten sie dies, sie waren auch die ganze Zeit im Zimmer, denn sie konnten nicht aufstehen.
      Ich wieder die Praktikantin angesprochen, bekam wieder eine patzige Antwort, dass sie das Zimmer dann halt vergessen hat. Sie machte auch keine Anstalten es nachzuholen.
      So ging es die ganzen 2 Wochen. Sie stand rum und spielte am Handy, war oft patzig zum Personal, zeigte an nichts Interesse und erledigte ihr aufgetragene Arbeiten entweder gar nicht oder nur halb.

      So das Eigentliche kommt ja erst. Ich musste nun also die Beurteilung schreiben. Es war ein Bogen zum kreuzen. Einzuschätzen waren zum Beispiel Verhalten und Verlässlichkeit. Sorry, ich war noch nett und gab ihr eine 3. Auch wenn man keine Lust hat finde ich, muss man seine Arbeit trotzdem machen und ein bisschen Staubwischen und Patienten ein Wasser bringen ist jetzt nicht so schwer.
      Praktikum war vorbei, ich gab ihr die Beurteilung und erklärte ihr auch, warum sie vielleicht nicht so ausgefallen ist, wie sie sich gewünscht hätte. Außerden haben in den 2 Wochen auch mehrere Kolleginnen sie auf ihr Verhalten angesprochen, also alles nicht überraschend.

      Und jetzt kommts.
      2 Tage später wurde ich doch tatsächlich zum Chef zitiert. Es hätte sich ein Vater über die Beurteilung seiner Tochter beschwert. Das arme Ding sei doch so schüchtern und man könne doch einer Schülerin nicht so eine schlechte Bewertung geben.Ich war echt erstmal sprachlos. Zum Glück war meine Stationsschwester mit, die auch bestätigte, dass dieses Mädchen alles andere als schüchtern war und die Einschätzung einfach der Wahrheit entspricht.
      Wir durften uns dann anhören, dass man so ja keine Auszubildenden findet und es kein Wunder ist, dass es dann niemand machen möchte, wenn man so schlechte Beurteilungen bekommt. Ich solle die Beurteilung noch einmal ändern. Schließlich wären die Praktikanten unsere Zukunft.
      Bitte?
      Wenn das unsere Zukunft ist dann Prost Mahlzeit.

      Sorry dass es so lang geworden ist, aber was ist denn bitte mit den Eltern los? Wenn ich mal eine schlechte Beurteilung bekommen habe, dann wurde gesagt, es gibt schon einen Grund, dann muss ich mich eben mehr anstrengen.
      Außerdem ist sich heute jeder zu fein für alles. und es wird sich beschwert, wenn man mal Staubwischen gehen muss. Als ich in Ausbildung war (das ist erst 10 Jahre her) mussten wir Auszubildenden bei jeder Klingel gleich aufspringen, durften nicht mit den Schwestern frühstücken, mussten jeden Tag Staub wischen gehen usw. Heute wird man als Mentorin blöd angeschaut und wenn man Pech hat bekommt man auch noch ein freches Kommentar.
      Ist euch das auch schon aufgefallen? Was läuft denn da in der Erziehung schief?

      • Du brauchst doch hier nur querlesen. Gaaaanz selten findest Du mal eine Mutter, die einsieht, dass ihr Kind evtl. kein Engel ist. Und wehe, Du zweifelst es auch nur vorsichtig an, dann ist der Teufel los.
        Wenn Lehrer, Nachbarn oder wer auch immer mich bei meinen Kindern angesprochen haben, dass sie dies oder jenes ausgefressen haben, habe ich ganz sicher nicht sofort den Lehrer als unfähig hingestellt sondern meine Sprößlinge mir erstmal vorgenommen - und habe dann entschieden, okay, schlimm oder nicht so schlimm.
        Das fehlt heute komplett, ist leider so. Wenn Jugendliche mit saumäßigem, ja gefährlichem Verhalten aus dem Freibad fliegen und der Vater zeigt den Bademeister daraufhin an, dann weißt Du doch, wie Eltern ticken.
        DU hast Dich vollkommen richtig verhalten. So einer faulen Praktikantin braucht man sicher nicht den Honig ums Maul schmieren. Hab ich mit denen auch nicht gemacht, die ich im Job ab und zu hatte. Eine schickte ich mal zum Personalchef zurück "zur weiteren Verwendung", weil sie richtig Schaden anrichtete, obwohl sie genau wusste, was sie nicht darf. Rede doch mal mit anderen Ausbildungsleitern, auch in Firmen usw. - da sind Bezeichnungen wie "faul und handysüchtig" noch die harmlosesten Attribute. LG Moni

        • Ich habe sogar von den beiden damaligen Pratikumsbetreueern meiner zwei Kinder gehört, dass es Schüler gibt, die sich einfach weigern und sagen: " Nö, mach ich nicht.." Die Chefs redeten nicht von meinen Beiden, im Gegenteil, meine fielen eher positiv auf ,weil sie wirklich interessiert waren und alles mitarbeiteten.

          Ich frag mich auch oft, was denn heute den Kindern und Jugendlichen zuhause vermittelt wird.Wir haben unseren Kindern (sind inzwischen junge Erwachsene) Selbstbewusstsein, die eigene Meinung vertreten mitgegeben, aber doch ebenso Verantwortungsgefühl, und Durchhaltevermögen und gutes Sozialverhalten. Auf mich wirkt es, als sind die letzten 3 Werte heutzutage nicht mehr sehr wichtig . Anders kann ich mir jedenfalls den Charakter vieler jungen Leute nicht erklären.

          • Ich bin sehr froh, dass meine Enkelin anders erzogen wird - ihre beiden besten Freundinnen sind auch sehr angenehm, deswegen nehme ich die auch gerne mal mit ins Freibad o.ä. Eine andere, die nur immer an allem herumnölte und null Benehmen hatte, wurde aussortiert, ich ärgere mich nicht mit solchen Fratzen am See herum. Was Du aufzählst, habe ich meinen Kindern auch vermittelt. Gutes Benehmen und Sozialverhalten waren für uns immer wichtig.Da hatten auch beide nie Probleme in der Ausbildung oder im Job. Die alten Herrschaften im Altersheim meiner Tochter mögen sie sehr.
            Ich glaube, vor lauter bedürfnisorientiertem Erziehen und ja kein Zwang, ja kein Druck und freie Orientierung usw. vergessen viele Eltern, dass die Ausbilder die Jugendlichen sicher nicht bedürfnisorientiert ausbilden werden - und dann kracht's im Arbeitsverhältnis.
            LG

            • Hallo,

              deine Enkelin hat ja später das Glück ihr Leben punktgenau hier nachlesen zu können wenn sie älter ist. Und sollte einer ihrer Sprosse mal nicht spuren kann sie denen aus ihrem Leben vorlesen 😄

              • Ich hoffe sehr, dass sie mal NICHT bei urbia landet..... #schwitz
                Das prägt doch das arme Wesen für's Leben #rofl
                (Mag garnicht daran denken, dass sie im Tut-Tut-Bus landet und Bienchen setzt und was weiß ich noch#schock )

        Ich scheine in einem Parallelurbia zu lesen;-). Wenn ich hier querlese, dann lese ich immer nur streng erziehende Mütter, die ob der ungezogenen Jugend den Untergang des Abendlandes beklagen;-).

        Was die Eltern der faulen Praktikantin betrifft, die waren ja nicht dabei, und dass die erst mal ihrem Kind glauben, wenn es sagt, es hätte alles vorschriftsmäßig gemacht, find ich schon okay. Denen muss man es halt sagen, wie sich das ganze wirklich zugetragen hat.

    Noch vergessen: Was hast du gemacht? Die Beurteilung geändert? Ich würde das ja nicht machen.

    • (9) 10.07.19 - 14:00
      sprachloseMentorin

      Nein habe ich nicht.
      Ich habe unserer Chefin gesagt, dass ich das nicht machen werde. Mal abgesehen davon, dass sie, so wie ich sie ausgefüllt habe korrekt war, wollte ich auf keinen Fall dem Vater und auch der Tochter die Genugtuung geben, dass sie ihren Willen bekommen haben.
      Ich habe gesagt, wenn ihr die Beurteilung nicht passt, dann muss sie sie ja nirgends mit bei fügen. Es zwingt sie ja niemand, die Beurteilung zu zeigen, aber vielleicht hat sie wenigstens etwas draus gelernt.

      Wir haben meiner Stieftochter auch immer vermittelt, was gutes Benehmen heißt und dass es eben auch Aufgaben im Leben gibt, die man machen muss, auch wenn man keine Lust dazu hat. Sie ist nun 18 und ich muss sagen, sie ist ein tolles Mädchen/Frau. Leider eckt sie in ihrer Generation oft an mit ihrer Einstellung. Sie ist sehr vernünftig und motzt eben nicht wegen jedem Mist herum. Das finden ihre Altersgenossen meist nicht so toll. Finde ich sehr schade, dass man mit einer gesunden Einstellung zur Arbeit usw. von der heutigen Jugend gemieden oder sogar noch gehänselt wird.

Ganz ehrlich.... ich hätte der keine 3 gegeben. Wenn eine sich so aufführt, dann wäre die bei mir durchgefallen. Ich denke, dass ich die evtl. auch schon früher heimgeschickt hätte mit dem Hinweis, dass man jemanden mit dieser Einstellung un ddiesem Benehmen hier auf der Station nicht gebrauchen kann.

Mich stört diese Mitnehmer-Art... da wird keine Minute überlegt, dass ein Praktikant MEHR Aufwand beeutet und Belastung ist, statt Entlastung. UNd dann wird man auch noch blöd angemacht, wenn man ehrlich ist?

Ich frage mmich ja, ob das die Tochter von einem Freund von deinem Chef war.... und warum er da nicht hinter dir steht und dem Vater einfach sagt: "Wenn ihre Toochter so beurteilt wurde, dann wird das sicher auch seine Gründe haben"

  • (11) 10.07.19 - 14:12

    Mein ehemaliger Chef hat wirklich mal eine Praktikantin heimgeschickt, weil die gemüffelt hat und nur rumgestanden....

    Ach und Handy hätte ich direkt einkassiert.

    • (12) 10.07.19 - 14:23
      sprachloseMentorin

      Hat eine Kollegin auch schon gemacht.

      Das mit dem Handy ist so eine Sache. Ich denke nicht, dass ich dazu berechtigt bin, einfach so ihr Handy weg zu nehmen. Und was ihre Rechte betrifft, kennen sich die Jugendlichen tausendmal besser aus, als mit ihren Pflichten...

      • Doch das geht. Ich kenne eine Firma, die hat es im Vertrag, dass private Handynutzung nur in der Mittagspause erlaubt ist. Bei Zuwiderhandeln ist es im Vorzimmer des Chefs abgeschaltet abzugeben und kann nach Arbeitsschluss wieder abgeholt werden. Dort passierte schon ein schwerer Arbeitsunfall durch diese Ablenkung und dann hat sogar die BG dazu geraten.
        Daran haben sich alle zu halten, vom Zeitarbeiter bis zu den Abteilungsleitern usw.
        LG

        Hallo.... die Mitarbeiter dürfen ja während der Arbeit auch nicht am Handy rumspielen, oder? In der Schule darf sie es auch nicht. Es ist ein Schulpraktikum, ann wird das im Praktikum genauso gehandhabt. Hätte ich mit dem entsprechenden Lehrer so besprochen. Würde ich beim nächsten Mal VORAB klar machen. Dass während der Dienstzeit das Handy in der Tasche/im Spind zu bleiben hat und sie das nur in der Pause nutzen darf. Ganz klar. Es ist ein Praktikum, kein Zuschaukum.... die Praktikanten haben da keine Sonderrechte.

        War denn keon Lehrer da, um die Praktikantin zu besuchen und zu schauen, wie es läuft? Bei uns kommen dann immer die Lehrer min. 1x vorbai und dann hätte ich das Fehlverhalten schon angesprochen. Ich hab von einer Lehrerin auch schion mal gehört, ass Schüler, die vom Praktikum heimgeschickt werden dann in die Schule gehen müssen.... das ist dann für die Strafe und beim nächsten Mal überdenken die dann ihr Verhalten vielleicht mal.

        • (15) 11.07.19 - 10:50
          sprachloseMentorin

          Nein da kam niemand.
          Das nächste Mal schicken wir so jemanden heim. Man ist halt immer noch zu nett. Das muss ich auch definitiv ablegen. Man denkt ja am Anfang wirklich auch noch so, dass dieses Mädel es vielleicht einfach nicht besser wissen kann. Sie kann ja nichts für die Unfähigkeit ihrer Eltern.
          Und das Problem ist, dass 2 Wochen sehr kurz sind. Da wechselt so oft das Personal, dass es eben nicht immer direkt auffällt, wenn so eine Praktikantin sich immer so verhält. Wir sprechen schon oft darüber, dass Praktikantin xy oder Auszubildene xy dies und jenes schon gemacht hat oder dass die anderen auf dies und jenes achten, weil es eben schief läuft. Oft geht es aber auch unter. Da ist man als Mentorin erst den 3. Tag mit ihr zusammen. Vorher waren vielleicht Kolleginnen da, die nicht so drauf geachtet haben oder es war zu viel Stress, ein Notfall im Dienst, dann gehen leider solche Sachen unter.
          Und dann ist oft schon eine Woche um, ehe man sich so richtig als Kollektiv austauschen konnte, dass eben schon mehrere das Gleiche zu ihr gesagt haben und es trotzdem nicht klappt.

          Wir hatten mal eine Schülerin, die kam jeden Morgen zu spät. Nur 5 Minuten, aber das jeden Morgen. 3 Tage hat es gedauert, bis es mal aufgefallen ist, dass es nicht nur einen Tag aus Versehen passiert ist, sondern regelmäßig, weil einfach jeden Morgen das Personal gewechselt hatte.
          Mir als Nachtschicht fiel es dann auf und wir unterhielten uns, ob es denn so mit jemandem abgesprochen ist. Wir stellten fest, dass keiner wusste, warum sie jeden Morgen zu spät kam. Ich sprach sie darauf an und die Antwort war 'naja mein Bus kommt halt nicht anders'
          Auf die Frage, ob sie das mit jemandem so abgesprochen hat, meinte sie, nein, das hätte sie nicht gewusst, dass sie das machen muss.
          Da fällt mir nichts mehr zu ein....

(16) 10.07.19 - 14:21
sprachloseMentorin

Ja das fand ich ja eben auch so krass vom Chef. Ich denke nicht, dass es irgendein Bekannter war. Wir hatten schon 1 2 mal Kinder von Bekannten von Vorgesetzten da und das wurde immer direkt gesagt, bzw. war der Buschfunk sehr schnell 😅
Die Aussage meines Chefs dazu war, dass wir in diesem Beruf sowieso schon wenige Bewerber haben, weil das niemand machen will. Und wenn es sich dann auch noch rum spricht, dass arme, kleine Schülerinnen schlechte Beurteilungen bekommen, dann will es ja erst recht keiner mehr machen.
Ich habe dann auch klipp und klar gesagt, dass ich solche Auszubildenden auch nicht gebrauchen kann und dann lieber drauf verzichte.

Das ist mit den Kreuzchenbögen immer so eine Sache. Das steht oft extrem überspitzt da. In manchen Dingen habe ich auch eine 4 angekreuzt, einmal sogar eine 5. Aber insgesamt war es dann eben trotzdem noch eine 3. Was wie gesagt, eben noch sehr nett von mir war. Ich habe ihr ja extra noch etwas dazu gesagt und auch gesagt, dass ich noch gnädig war und sie sich bei der nächsten Stelle etwas mehr anstrengen muss, sonst fällt es schlechter aus.
Wer weiß, wie sie es bei Papi erzählt hat. Und der musste ja dann sein armes Prinzesschen beschützen.....

  • Bei uns war leider mal so eine Freunderlwirtschafts-Praktikantin.

    Die hat sogar neben dir mit dem Handy gespielt, während du gesprochen hast und einmal sogar hingelegt am Tisch und geschlafen.
    Das haben wir sogar fotografiert dann.

    Als wir sie nämlich daraufhin ignoriert haben, kam natürlich eine Beschwerde. Doch wir hatten genug Beweise, wie sie sich aufführt (fiel außerhalb der Abteilung den Leuten schon auf) und wir meinten halt, wir haben zu viel Arbeit für den "Spaß".

    Sie durfte (!!!) dann 3 Wochen vorher beenden. Leider weiß ich nicht, welche Noten sie bekam.


    lg lene

Moin,

kenne ich, ich hatte mal ne Praktikantin, absolut uninteressiert, alles was man ihr sagte war zu viel, am Ende hat sie noch 500 Serienbriefe mit der Schrift nach innen gefaltet in vorfrankierte Kuverts gepackt die damit versaut waren, ich hab sie auch dementsprechend bewertet, die Eltern kamen auch (bei ner über 20 Jahre alten Studentin!) und ich bekam dann auch gesagt schlechter als Note 2, maximal 3 dürfe man bei sowas nie vergeben. Das war aber schon vor fast 20 Jahren, also so neu ist das Phänomen leider nicht.

(19) 11.07.19 - 00:01

Ich bin selber Lehrerin, habe eine 10. Klasse und meine SuS gehen jeden Mittwoch in ein Langzeitpraktikum.
Leider kommt so ein Verhalten ständig vor. Ich besuche die SchülerInnen jeden Monat bzw. telefoniere mit den Betrieben, um mich über meine lieben zu informieren.
Handynutzung ist während der Arbeitszeit strengstens untersagt, dass wissen die Chefs und auch meine SchülerInnen.
Du hast mit deiner Beurteilung völlig richtig gehandelt. Wenn das Mädchen jetzt im Praktikum nicht lernt, wie das Arbeitsleben läuft, fällt sie spätestens in der Ausbildung auf die Nase.
Und die lieben Eltern... es sind immer die anderen Schuld. Ich habe vor einem Monat eine Deutscharbeit über eine Lektüre, die wir gelesen haben, geschrieben. Zur Vorbereitung hätten die SchülerInnen einfach nur das Buch lesen müssen. Zwei haben es nicht gemacht, die Noten sind dementsprechend ausgefallen. Da standen auch die Eltern sofort auf der Matte, ich war es Schuld, dass ihre Kinder das Buch nicht gelesen haben. Da fällt einem einfach nichts zu ein...

  • (20) 11.07.19 - 07:11

    Wir haben auch einen Lehrer im Bekanntenkreis. Er ist froh, dass er jetzt bald in Rente geht. Er meinte auch, dass die Eltern über die Jahre immer schlimmer geworden sind.
    Da wird sich wegen jeder schlechten Zensur beschwert und natürlich ist nie der Schüler Schuld.

    So ist es auch bei unseren Auszubildenden (natürlich gibt es auch Ausnahmen, aber leider sehr selten). Ihnen wird von der Praxisanleiterin immer eingetrichtert, dass sie selber für ihre Ausbildung verantwortlich sind und sie die Initiative ergreifen müssen, wenn sie etwas noch einmal üben wollen oder irgendetwas wissen möchten. Kein einziger hat bis jetzt von sich aus eine praktische Übung bei ihr eingefordert. Auch im Alltag auf Arbeit, kommt nie mal ein Auszubildender von sich aus zu uns und bittet darum, etwas noch einmal gezeigt zu bekommen oder bei einer Untersuchung zu schauen zu dürfen. Wenn wir als Schwestern nicht immer mal etwas anbieten würden, würden sie den ganzen Tag immer nur das selbe machen und nichts Neues lernen bzw. die Dinge, die sie nicht können, auch nie bringen.
    Alle hacken nur auf uns herum, dass wir uns ja Zeit nehmen und um die Auszubildenden kümmern müssen. Keiner überlegt mal, dass vielleicht auch die Auszubildenden selber Interesse zeigen sollten. Und am Ende sind auch wieder wir Schuld, wenn etwas in der Praxis nicht funktioniert.

    Bestes Beispiel der Sohn von einem Bekannten. Ist in Ausbildung und hat bald Abschlussprüfung. Dafür braucht man bestimmte Nachweise, welche einem der Arbeitgeber ausfüllen muss. Das wusste besagter Sohn auch. Nun fehlen ihm aber 2 Nachweise. Und wer ist schuld? Natürlich die Firma. Nicht etwa der Sohn, der sich darum zu bemühen hat, alle erforderlichen Nachweise zu haben.
    Muss man nicht verstehen...

    Ja es ist wirklich fürchterlich wie Eltern teilweise reagieren! Dabei frage ich mich, wie sie wohl reagieren würden, wenn ein fremdes Kind sich bei IHNEN so benehmen. würde. Würden sie das auch hinnehmen wie bei ihrem eigenen Kind?

    Bei uns gab es vor ein paar Jahren mal den Fall, dass ständig am Wochenende die Teenies vom Quartier sich besoffen und dann randaliert haben. Morgens um 1-2 Uhr torkelten sie durchs Quartier, warfen mit Gegenständen (Steine, Gläser etc.), schrien, sangen, haben Baustellen-Absperrungen entfernt und auf die Strasse geworfen etc. Wir haben die Polizei gerufen die dann ein Kind nach dem anderen nach Hause brachten. Von einem Elternpaar wurde die Polizei doch tatsächlich blöd angemacht "Das geht sie gar nichts an wie wir unsere Kinder erziehen, mein Gott die müssen sich halt auch mal austoben" und zack die Türe vor der Nase zugeknallt! Unglaublich sowas!

Ein Problem dabei ist aber auch, dass die Lehrer von heute die missratene Jugend von gestern sind;-). Das ganze ist ja kein neues Phänomen, sondern stand schon auf babylonischen Tontafeln oder so.
Jedenfalls so viele desinteressierte, uninformierte, unorganisierte und "macht doch, was ihr wollt"- LehrerInnen hab ich zu meiner Zeit auch nicht erlebt. Bei uns zum Beispiel wurde das Thema, wie eine Bewerbung auszusehen hat und was man beachten muss, erst besprochen als die Bewerbungen schon hätten abgeschickt sein müssen um noch einen guten Platz zu finden. Lustig, oder?

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