Vorbildfunktion. Nur für die eigenen Kinder??

    • (1) 13.07.19 - 09:13

      Hallo,

      gestern hatte ich eine Meinungsverschiedenheit mit einer Freundin. Unsere Kinder besuchen ein Feriencamp. Auf der Packliste steht ausdrücklich "keine Handys, Konsolen etc.." Letztes Jahr hatten dennoch einige Kinder ihre Handys mit was unsere geärgert hat und was sie unfair fanden. Nun hat meine Freundin da angerufen und gefragt. Der Leiter sagte, er könne dagegen leider nichts machen,wenn Kinder Handys mit reinschmuggeln.. Gut. Ich hätte meinem Sohn das nicht erlaubt, aber sie erlaubt es und die blöde Mutter will ich auch nicht sein. Naja.
      Aber noch was anderes, neulich habe ich gedacht ich höre nicht richtig. Wir fahren zusammen mit dem Fahrrad und sie fährt über eine rote Ampel an der eine Familie mit kleinen Kindern wartet. Auf der anderen Seite sagte ich, dass ich das ncith gut finde und sie Vorbildfunktion hat. Darauf sagte sie: "Wieso das sind doch nicht meine Kinder".. Ich dache ich höre nicht recht.. oder bin ich auf dem falschen Trip?

      Eure Meinung interessiert mich.

      LG

      • Eine Vorbildfunktion (ob gut oder schlecht) hat man natürlich mit jeder Handlung, die ein anderer beobachtet. Das beschränkt sich nicht nur auf den Straßenverkehr, sondern auf alle Lebensbereiche und auch Altersklassen.

        In deinem Beispiel mit der roten Ampel hätte mich allerdings eher die Sicherheit interessiert und erst zweitrangig, ob das jetzt Kinder gesehen haben. Da geht es ja sogar darum, dass man andere Verkehrsteilnehmer fahrlässig gefährdet...

        Was die Sache mit dem Handy bzw. dem Feriencamp betrifft, da weiß ich nicht, was du hören willst. Wenn du es nicht ok findest, dann solltest du deinem Kind nichts mitgeben. Das solltest du als Mutter schon vertreten können und nicht drauf schauen, was andere machen.
        Leider hat man in Schule / Camp wirklich kaum eine Handhabe... Je nach Alter der Kinder könnte man noch sagen: Du bist selbst verantwortlich für deine Technik - geht etwas kaputt: Pech gehabt!
        Aber nur weil andere etwas "falsches" / verbotenes tun ist das keine Rechtfertigung, es genauso zu machen!

        (3) 13.07.19 - 13:11

        Die Situation ist so sinnbildlich für unsere Gesellschaft. Jeder ist sich selbst der nächste. Ich bleibe aus Prinzip an jeder roten Ampel stehen. Dafür werde ich oft belächelt. Ist mir egal.

        Zum Thema Handy 📱 im Feriencamp (bei uns war es in diesem Schuljahr das Schullandheim):
        Wenn das Handy/Konsolen nicht erlaubt sind, darf unser Großer (10) auch nichts davon mitnehmen. Das sieht er jedoch auch (womöglich noch 😂) problemlos ein, er hängt sowieso nicht mit Herzblut dran, unternimmt lieber was.

        Zum Thema „Rote Ampel 🚦 „: Ja, ich bleibe auch stehen, wenn fremde Kinder an der Ampel warten und nicht nur meine eigenen. Ich finde, das gehört sich so.
        ABER wenn ich alleine unterwegs bin und es eilig habe und keiner da ist, husche ich auch schon mal bei rot drüber 🙈.

      • (5) 13.07.19 - 18:44

        Leider wohnen wir neben einem Schulzentrum, was da an Kindern täglich rumwuselt und sich benimmt wie der allergrößte Abschaum der Menschheit... Da frage ich mich ehrlich, wen die als Vorbild haben.
        Ich versuche nicht mehr, diesen Schrazen ein Vorbild zu sein. Ganz im Gegenteil. Es ist mittlerweile so, dass ich derart verbittert und genervt bin, dass ich diese Geschöpfe mit voller Absicht schlecht behandle. Ob es was bringt, keine Ahnung.
        Ich hab aber keinen Bock mehr, vom Gehsteig geschubst zu werden, beim einkaufen drängeln sich gleich Fünfergruppen vor, mein fünfjähriges Kind wird von Kamikaze-Radlern beinah überrollt, Müll und brennende (!!) Kippen werden in unseren Garten und auf den Balkon geworfen, mal abgesehen von den gröhlenden, schreienden Gören tagein tagaus. Da sollen sie lieber Angst vor mir haben wenn ich zurück schubse oder die Kippen auf ihre Rucksäcke werfe.
        Bis zum Alter von ca 5.Klasse versuche ich natürlich, nicht bei Rot über die Ampel zu gehen, zu Helfen wenn Hilfe gebraucht wird, Rücksicjt zu nehmen etc. Bei einem Teenager der sich wie asozialer Abschaum verhält sehe ich das aber mittlerweile anders.

        Ich finde es echt schade, dass sich heutzutage jeder selbst der nächste ist.
        Ich weiß, jetzt geht das 'früher war es so und so los', aber es ist wirklich so, dass früher alle mit erzogen haben.
        Da hat der Lehrer die Kinder zurecht gewiesen (ich meine jetzt nicht die alte Stockmethode) oder der Nachbar hat mal eine Standpauke gehalten, wenn man als Kind Blödsinn gemacht hat.
        Heute muss man da ja aufpassen, dass man nicht direkt angezeigt wird von den Eltern. Kein Wunder, dass sich niemand mehr traut, was zu sagen.
        Ich bin mir auch sicher, dass es früher in diesem Camp nicht so gelaufen wäre. Wenn Handys verboten sind, dann ist das so, Punkt aus. Da gab es aber bestimmt wieder Eltern, die rum gemosert haben oder sich nicht gegen ihr Kinde durchsetzen konnten oder wollten.
        Die armen Leiter haben sich sicher was dabei gedacht. Ich möchte nicht wissen, wie sie von manchen Eltern wahrscheinlich angemeckert wurden.

        Mir fällt dazu eine Situation ein, die ich vor 3 Monaten mit meinem Mann erlebt habe.
        Im Krankenhaus. Ein Junge (ca. 9) springt auf dem Gang herum und spielt immer wieder mit der Feuerschutztür. Irgendwann knallt diese natürlich zu. Keiner der Angehörigen reagierte auch nur in irgendeiner Form. Die Schwestern haben es von weitem auch beobachten können, hatten aber nicht Die Zeit oder Lust, sich darum zu kümmern. Mein Mann und ich kommen nun den Gang lang und machen die Tür wieder auf . Der Junge stand davor und schaute etwas betröppelt. Mein Mann, ganz nett, weder laut noch unfreundlich oder sonst was, sagt zu dem Jungen, dass er doch bitte aufhören soll an den Türen herum zu spielen, weil er sich ja dabei auch verletzen könnte und außerdem sind sie kein Spielzeug.
        Direkt die Oma von Weitem 'Der Junge hat gar nichts gemacht, die Tür ist von alleine zu gegangen, was fällt ihnen denn ein.Blablabla...'
        Da wundert mich nichts mehr....

        • (7) 14.07.19 - 10:38

          Ich finde es gut, das dein Mann so reagiert hat, @liesel. Leute, seid ein Vorbild, egal wer was sagt oder eine andere Meinung hat!! Sonst lasst ihr euch nur unterdrücken in eurer Meinung. Und lasst euch nicht verbittern, das schädigt eure Ansichten und im Grunde euren Charakter und Psyche auf Dauer. Und es wird sich erst recht nichts ändern, wenn ihr aufhört ein Vorbild zu sein. Ihr müsst halt evtl. Anfeindungen oder Gepöbel ertragen, aber dann wart ihr mutig und seid zu euch gestanden. Bitte nicht aufhören damit, mich beeindruckt immer jemand, der sich für das vorbildliche Verhalten eingestanden ist. Das geht sicher anderen auch so, auch wenn sie das nicht sagen wollen. Je mehr Leute dazu stehen, desto mehr kann man diese Gesellschaft verändern!

          • (8) 14.07.19 - 10:41

            Ich finde, wir sind alle dafür verantwortlich, wie die Gesellschaft sich entwickelt und sitzen alle in einen “Topf“. Also sind wir auch verantwortlich für die “Miterziehung“ anderer Kinder. Genauso wie Schulen, Kindergärten, Oma und Opa usw. es sind.

            (9) 14.07.19 - 14:26

            Man kommt sich manchmal allerdings auch richtig dämlich vor, wenn man versucht, etwas vorsichtig zu korrigieren und die Eltern machen einen dann dumm an (geht doch Sie nichts an, da passiert schon nichts.) Ich bin wirklich bald soweit, dass ich zuschauen kann, wenn ein Kind in den Brunnen fällt, über die Straße rennt, alleine in den See marschiert oder von Spielgeräten abschmiert, wenn die Eltern wirklich danebensitzen und zuschauen oder auch ihre Kinder null im Blick haben...(Handy). Noch schaff ich das nicht, weil mir die Kinder einfach leidtun....
            Ich frage mich wirklich, warum oft erst was passieren muss - und dann das Heulen und Zähneklappern groß ist - auch schon mehrfach erlebt.
            LG Moni

            • Wobei ein gesundes Vertrauen in die Fähigkeiten der Kinder oft mit Desinteresse verwechselt wird.
              Ich hatte öfter übervorsichtige Mütter, die es nicht aushalten konnten, dass ich meine Söhne einfach mal machen lasse auf dem Spielplatz ohne direkt daneben zu stehen. Da wurde dann mit vorwurfsvollem Blick in meine Richtung hinter der Treppe zur Rutsche gestanden und die Jungs werden dann auch noch festgehalten!
              Einmal hat mein Sohn versucht irgendwo drauf zu klettern--ich habe da nie geholfen, weil ich es für grundfalsch halte, zumal nur wer hoch kommt, der kommt auch wieder runter. Jedenfalls hat er meinem Sohn hochgeholfen, er kam aber von alleine nicht wieder runter, aber da war Super Dad schon wieder weg..

              • Nein ich bin absolut nicht übervorsichtig. Ich hab 6 Neffen und Nichten mit aufgezogen und 2 eigene Kinder und habe auch meine Enkelin ihre Grenzen austesten lassen auf dem Spielplatz usw....oft mehr als die Mama ;-)
                Gerade deswegen traue ich mir zu, echte Gefahren einzuschätzen. Ein ca. Vierjähriges, welches plötzlich von der Eisdiele weg auf die Straße laufen will, wird von mir genauso weggeschnappt wie ein ca. Gleichaltriges, welches zielstrebig auf den See zuläuft, schon am Wasser angekommen ist- ohne Begleitung, ohne Schwimmflügel. Das ist bodenloser Leichtsinn von Eltern und hat sicher nichts mit Vertrauen zu tun. Ich springe auch garantiert nicht, wenn es auf dem Klettergerüst hängt - aber auf Figuren eines großen Brunnens rumklettern lassen, unten Betonboden und die Füße rutschen schon immer ab - Mama unterhält sich bestens mit Freundin und schaut garnicht - da möchte ich Dich sehen, ob Du zuschaust, bis das Kind ca. 3 m

      Mit der Ampelgeschichte hätte es von mir wohl auch einen Spruch gegeben, weil ich schon finde, dass man eine Vorbildfunktion auch für andere hat, egal ob Kinder oder Erwachsene. Wenn der Erste über rot geht, folgen nämlich meist noch 1-2 Wartende, das habe ich schon öfter beobachtet.
      Meine Söhne waren auch schon einige Male in Feriencamps, wo Handys und Co. verboten waren. Da sie aber in Zeltlagern untergebracht sind und somit die Lademöglichkeiten im Zelt nicht vorhanden sind, war das nie Thema. Die haben auch ein so volles Programm dort, dass es quasi kaum eine Möglichkeit gibt, sich mit dem Handy zurück zu ziehen.
      Bei Klassenfahrten werden die Handys eingesammelt.

      • bei uns sind mal einige Jugendliche einfach über die Straße. Wird schon nichts passieren.

        Einer blieb stehen!

        Die anderen schimpften schon, er zeigte auf mein Kind und meinte grinsend, dass er ja eine Vorbildfunktion hätte.
        Die anderen waren erst mal baff und fanden seine aktion stehen zu bleiben cool.


        Bei Erwachsenen erlebe ich das eher seltener. Eilig, Termine. Nur wenn das eigene Kind dabei ist, wird darauf geachtet; besser gesagt: das Kind hat sich richtig zu verhalten. Erwachsene Eltern setzen es dann selbst nur manchmal um, was sie vom Kind erwarten.

        Passiert dann doch was, gibt es ein riesen Bohei. Man könne von erwachsenen ja nicht erwarten, dass sie immer und überall aufpassen. Andere Verkehrsteilnehmer müssten mehr aufpassen. Schließlich könne man Erwachsenen nichts verbieten.
        - über die Straße zu gehen ohne zu schauen
        - Handy am Steuer
        - bei rot rüber gehen
        usw.

        Wenn sie erwischt werden, ist das Geschrei groß. Kinder sollen es aber richtig machen, immerhin müsse man diese ja erziehen.

        Jugendliche erlebe ich da teilweise eher mit den Gedanken dabei. Siehe oben. Da war es zwar nur einer aus der Gruppe, aber tendenziell mehr Jugendliche, die auf Kinder achten, als Erwachsene.
        - ich hab ne kleine Schwester in dem Alter
        - mein Cousin ...
        - ich find's cool, dass sich so Kleine schon an Regeln halten
        - einem Freund ist schon ... passiert (Unfall)
        Sie sagen dann auch irgendwie direkt dazu, warum sie sich als Vorbild verhalten. So als müssten sie sich rechtfertigen.

    (16) 17.07.19 - 18:34

    Ich muss gestehen ich bin eine der Mütter die das Handy mit ins Zeltlager/Schullandheim/ Ausflügen geben 😀. Aus einem guten Grund, die ersten 2 Male hatte er keins dabei, auf dem Rückweg kam es zu Verspätungen und wir warteten 3 Stunden, die Begleiter damals gingen davon aus das die Kinder eh Handys dabei haben und sich bei den Eltern melden. Jetzt hat er es dabei, macht es aber gleich aus und schaltet es erst auf der Heimreise wieder an, damit fahren wir seid Jahren gut.
    Sonst bin ich ganz bei dir, man sollte sich immer korrekt Verhalten sonst kann man es auch nicht von anderen erwarten.

    LG
    Visilo

    (17) 18.07.19 - 13:05

    Du bist nicht auf dem falschen Trip. An der Stelle des Feriencamps würde ich diejenigen Kinder, die sich nicht an das hndyverbot halten, von ihren Eltern wieder abholen lassen. Als Mutter fände ich es gut und unterstützenswert, dass mein Kind eine handypause hat und würde natürlich nicht dagegen handeln

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