Was wird aus schlechten Essern?

    • (1) 13.07.19 - 13:42

      Hi ihr Lieben,

      vorab: ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin, ich hoffe trotzdem auf einige Erfahrungen..

      Mein großer Sohn (8) isst wirklich schlecht. An Gemüse eigentlich nur Möhren und Gurke, manchmal Brokkoli und Rotkohl und an Obst etwa eine handvoll verschiedener Sorten. Zum Frühstück isst er am liebsten Müsli oder Nutella- oder Honigbrot oder Rührei, abends Mischbrot (meist mit Salami) und zum Mittag oft nur trockene Nudeln/Kartoffeln/Reis. Er mag kein Fisch (auch keine Fischstäbchen usw.) und kein Fleisch (außer Wiener).
      Wir Eltern ernähren uns gesund und abwechslungsreich aber mir fällt auf, dass sich an seinem Essverhalten seit Jahren nichts verändert. Wenn ich was Neues ausprobiere muss er ein Stück probieren. Er kann vom Tisch nehmen, was er möchte (bekommt aber keine Extrawurst).
      Ich selbst war auch ein mekliges Kind und esse jetzt nahezu alles gerne. Leider kann ich nicht absehen, ob das bei meinem Sohn auch so wird.

      Wie ist/war das bei euch? Was wurde aus euren mekligen Kindern? Wie seid ihr mit schlechtem Essverhalten umgegangen?

      Viele liebe Grüße!

      • Bei uns muss niemand etwas probieren.
        Seine Auswahl finde ich übrigens nicht so schlecht, Brokkoli, Möhren, Rotkohl, Müsli, Brot, Rührei, Kartoffeln und Obst...damit kann man ganz gut zurechtkommen.
        Mein Mittlerer war auch so ein Kind. Viel Extraessen habe ich nicht gemacht, aber mal eine Portion Möhren oder Brokkoli, wenn wir anderes Gemüse hatten, schon.
        Ich habe als Kind kein Fleisch und keinen Fisch gegessen und esse es heute noch nicht, mein Mittlerer hat seinen Speiseplan aber schon sehr erweitert.

        • Wie alt ist dein Mittlerer jetzt? Weißt du noch, wann es etwas abwechslungsreicher sein durfte?
          Mein Sohn isst zum Beispiel keine Saucen (also auch NIE Aufläufe, Eintöpfe, Quîche etc., weil dann an den Zutaten, die er theoretisch essen würde, Sauce dran wäre...). Das schränkt mich beim kochen insgesamt schon ziemlich ein.

          • Er ist jetzt 12. Es ging ziemlich schleichend, als er klein war, hat er gefühlt nur Nudeln mit Tomatensoße gegessen, mittlerweile probiert er fast alles (was er außer Steak, Bratwurst und Salami und Fischstäbchen an Fleisch essen würde, weiß ich nicht, weil ich keins zubereite), und wenn er was nicht mag, kocht er sich selbst was Einfaches.

          • Dann hälst du einfach von dem, was er mag, was zurück für den Sohnemann. Und mit dem Rest machst du den Auflauf für euch andere.wie im Rezept.
            Meine Tochter ist Vegetarierin und ich habe mir ne kleinere Auflaufform für sie angeschafft. Und mach für sie meist das Gleiche wie für uns. Nur nehme ich was ab ohne Fleisch und Tomaten (mag sie gar nicht), bevor ich es für uns 3 Anderen fertig mache.
            Oft Koche ich auch vegetarisch. Such dir doch auch ein paar vegetarische Rezepte heraus bzw. gib deinem Sohn doch die einzelnen Lebensmittel ""natur" ohne irgendwas dabei.

      Ich war als Kind auch ein sogenannter schlechter Esser. Meine Mutter hat mich nie gezwungen Gerichte zu essen, die ich nicht mochte,sondern extra für mich gekocht. Nichts aufwendiges, aber immerhin.
      Mit der Zeit aß ich immer mehr Neues.
      Genauso handhabe ich es auch mit meinen Kindern, denn ich finde, wenn man gezwungen wird gewisse Dinge zu essen, die einem nicht schmecken, entwickelt man erst richtig einen Ekel darauf.
      Ich esse auch heute als Erwachsener nichts was mir nicht schmeckt. Eigentlich normal oder? Warum soll es bei Kindern anders sein? Man muss Weintrauben nicht mögen, wenn man z. B. Äpfel mag. Es ist ja jetzt nicht so, dass dein Sohn jegliches Obst und Gemüse verweigert. Teilweise isst er es ja und das ist ja schon mal was.

    • Ich finde ihr macht das gut- probieren lassen, und ansonsten kein Druck.

      Die Cousine meines Mannes hat sich bis zum Erwachsenenalter hauptsächlich von Schnitzel mit Pommes ernährt. Alle Versuche das zu ändern (ihre Mama kocht und backt hervorragend) - zwecklos. Nach eigener Aussage änderte sich das erst als sie selbst anfing zu kochen. Heute isst sie alles, ist schlank und sehr gesund.

      Bei uns daheim galt und gilt: neues muss probiert werden (und mit mehr als nur einem Krümel), dann darf man sagen “Mag ich nicht!”. Ich koche auch 2x, wenn ich weiss das einer das Tagesgericht so gar nicht mag (mein einer Sohn isst keine Bohnen, der andere keinen Reis und nicht gern Lamm). So kenne ich es aus meiner Kindheit. Zitat meiner Mama “ ich gehe als Erwachsener auch nicht in die Metzgerei und kaufe Sülze wenn ich keine essen mag!”

      Übrigens finde ich die Auswahl deines Sohnes ganz gut. Ist doch von allem etwas dabei.

      Ich finde es immer total schrecklich, sowas zu lesen: "Schlechte Esser" - warum muss man sein Kind denn so bewerten? Warum ist dein Sohn ein schlechter Mensch, wenn er nicht so isst, wie du es dir vorstellst?
      Ich denke in vielen Fällen kann sowas durchaus in einer Essstörung enden. Jedes Kind kann selbst die Verantwortung für seinen Appetit von Geburt an übernehmen. Wenn man das Kind dafür allerdings bewertet und sich einmischt, ihm die Verantwortung entreißt, kann das schnell schiefgehen. Ich würde dir raten, deine Einstellung zu dem Thema grundlegend zu überdenken.

      • >>Warum ist dein Sohn ein schlechter Mensch, wenn er nicht so isst, wie du es dir vorstellst?<<

        Oha, da habe ich anscheinend einen wunden Punkt bei dir getroffen.. ich habe nirgends geschrieben, dass ich finde, mein Sohn sei ein schlechter Mensch. Kommt das etwa so rüber?

    Meine beiden jüngeren Brüder sind heute 21 und 23. Sie waren beide eher schlechte Esser und mochten nur wenig. Der heute 23 jährige hat zb Kartoffeln nur zusammen mit Fleisch auf der Gabel aufgepiekst gegessen. Bei Gemüse weiß ich gar nicht mehr was er da überhaupt noch mochte.. ich glaube tatsächlich nix außer Kartoffeln. Obst hat er auch kaum was gegessen. Schokomüsli ging bei ihm immer und es musste immer Fleisch dabei sein.
    Der andere mochte ein paar Sachen mehr, aber so richtig viel halt auch nicht.
    Der 23 jährige hatte dann irgendwann in der Schule eine Koch-AG. Da hat er beim Selber kochen viel probiert und angefangen, mehr auszuprobieren und mehr zu mögen. Jetzt hat er seit einem Jahr eine Freundin die Vegetarierin ist. Die beiden kochen richtig viel zusammen und seitdem isst mein Bruder wirklich jedes Gemüse gerne und isst auch selbst öfter mal vegetarisch wenn er alleine kocht. Niemand von uns hätte je gedacht, dass es jemals so kommen wird!
    Mein anderer Bruder hat irgendwann bei der Mutter von nem Kumpel neues probiert. Es isst mittlerweile auch mehr, ist aber immer noch eher wählerisch... wir sind insgesamt 6 Kinder (die beiden sind die jüngsten) meine Eltern haben alle beim Essen gleich behandelt. Wir anderen Geschwister haben immer alles gerne gegessen.
    Ein guter Freund von mir ist bis heute mit knapp 30 immer noch ein super schlechter Esser. Das ist teilweise echt nervig, weil man mit ihm nie mal irgendwo essen gehen kann wo es kein Schnitzel mit Pommes gibt..


    Ich würde dir den Tipp geben deinen Sohn einfach beim zubereiten mit einzubeziehen und das Essen nicht zu sehr zu thematisieren. Erzwingen kann man nichts. Entweder es kommt, oder halt nicht.

Hallo

ich habe zwar kein solches Kind (Miriam ist erst 9 Monate) aber eine Freundin hat eine Tochter, die ist 5 und mag nur trockene Nudeln mit Fleischstücke.

Die haben ihr ein Kinderkochbuch gekauft, da sind die Rezepte so gestaltet, dass Kinder sie kochen können.
Es sind so bunte Messbecher dabei. Da steht dann das Rezept für Erwachsene mit 200g Reis und daneben eine Bildanleitung, wo man 2 blaue Becher mit Reis sieht. Also auch Kinder die nicht lesen können, verstehen das.

Da sie es selbst gekocht hat, hat sie die Lebensmittel gesehen und probiert zumindest ihre eigenen Sachen.

Vielleicht wäre das eine Idee für euch?


lg lene

Hey,

ich habe einen Bekannten (Mann einer Freundin). Wenn wir gemeinsam weg fahren ist es schrecklich. ER ist ein schlechter Esser und hat sich als Kind schon geweigert "gesundes" zu essen. Auch heute isst er kein Gemüse, kein Obst und nichts was am Tisch zubereitet wird.

Meine Freundin isst bis heute keinen Fisch und keine Meeresfrüchte, das hat es bei ihr damals nicht gegeben.

DAS sind die schlechten Esser, die ich kenne;)

Schöne Grüße

Bei meinem Sohn wurde mit 2,5 J die Bandbreite dessen was er isst, von heute aufmorgen radikal reduziert. Was der Auslöser war, kann ich bis heute nicht sagen, sprechen konnte er da noch nicht.
Zuvor war er sehr unkompliziert vom Essverhalten her.
Von jetzt auf gleich aß er ausschließlich Gurke und Paprika (roh), mehr nicht, trotz aller Bemühungen.

Das ging ca 3 Monate so, ab da wurde es Stück für Stück mehr, erst trockene Nudeln und trockenes Brot, dann auch den ein oder anderen Belag. Von Monat zu Monat und von Jahr zu Jahr, erweiterte er ganz langsam seinen Speiseplan. Warmes Essen verweigerte er ca 1 Jahr lang vollständig, danach wartete er bis er ca 6 Jahre alt war, zumindest bis es komplett abgekühlt war, bevor er mit dem Essen begann.

Er ist jetzt 11 Jahre alt. Es gibt immer noch viel, was er nicht mag, aber er isst weitestgehend gesund.

Er muss nicht probieren, wenn er nicht mag. Mein Mann hatte mal, als er noch kleiner war, ihn versucht zu überreden, etwas zu essen, was er nicht möchte, was erst auch geklappt hat, als er es allerdings versucht hat runter zu würgen, musste er sich übergeben, danach hatte mein Mann die Überredungsversuche eingestellt...

Wir kochen so, dass er auch satt wird. Entweder kann er das weg lassen, was er nicht mag oder wir wandeln das Essen für ihn ab. Z. B. Gab es gestern Käsespätzle, geschmolzene Käse mag er nicht, da gab es für ihn die Spätzle mit Tomatensauce.

So fahren wir gut. Ohne Zwang erweitert er seinen Speiseplan von ganz alleine.

"Mein Sohn isst zum Beispiel keine Saucen (also auch NIE Aufläufe, Eintöpfe, Quîche etc., weil dann an den Zutaten, die er theoretisch essen würde, Sauce dran wäre...). Das schränkt mich beim kochen insgesamt schon ziemlich ein."

Meiner isst die Aufläufe nicht, wegen dem Käse, da nehme ich ihm was ab, vor dem Überbacken und er bekommt es(ggf extra gegart) so.

Eintöpfe isst er, wenn ich sie püriere. (Mein Mann mag sie nur unpüriert, dann für den einen so, für den anderen so.)

Mein Sohn hat auch wenig Gemüse gegessen (roh gar nichts) und jahrelang nur Nutella- Brote gegessen zum Frühstück; jetzt ist er erwachsen und gesund und fit..

Solange er nicht unterernährt ist oder Mangelercheinungen hat ignorieren.
Mein Großer ist jetzt 12,5 und kommt langsam in das Alter wo ich mich manchmal frage wo er das ganze Essen lässt. Und immer wieder nimmt er sich Sachen wo ich mir sicher bin, vor ein paar Wochen hätte er noch getan als wolle ich ihn vergiften wenn ich es ihm vor gesetzt hätte.
Und hier gab es auch Phasen wo es gefühlt 3x pro Woche Nudeln mit Tomatensoße gab damit das Kind was ißt.

Juhu, hier ist so ein ehemaliger schlechter Esser#winke

Ich musste immer probieren (einen kleinen Teller), danach durfte ich ein Brot mit Wurst o. Ä. essen - kein Nutella, etc.

Der größte Umschwung kam für mich im Studium, als ich mit ein paar anderen Leuten aus dem Wohnheim in einer Kochgruppe war und es mir einfach peinlich war, zu viele Extrawürste anzugeben. Davor waren es auch eher wenige Dinge, die ich dann plötzlich doch mochte.

Hallo,

mein Mittlerer hatte bis zum Pubertätsbeginn mit ca. 12 Jahren das gleiche Essverhalten wie dein Sohn. Er war auch ziemlich dünn. Da aber bekanntlich kein Kind vor einem vollen Teller verhungert und er auch keinerlei Mängel hatte, habe ich ihn gelassen. Ich habe keine Ahnung aus welchen Nahrungsmitteln er irgendwelche Vitamine und Mineralien gezogen hat. Sein Speiseplan bestand 11 Jahre (nach Stillzeit und Beikost) aus Nutellabrot, Salamibrot, blanken Nudeln, Pfannkuchen, ab und an mal ein Stück Apfel oder Banane und gelegentlich mal Karotten. Chicken Nuggets und Burger gingen später auch noch, wobei er bei den Burgern Tomate und Salat runter sortiert hat. Süßigkeiten gingen natürlich immer. Mit Pubertätsbeginn kam der große Hunger. Er aß nicht, er fraß. Das Kind hatte ständig Hunger. Plötzlich aß er alles an Wurst und Käse, er aß alles an Fleisch (viel Fleisch), sogar Gemüse ging plötzlich. Allerdings nur als Rohkost. Gekocht isst er immer noch nur Erbsen und Karotten. Er probiert jetzt auch problemlos neues. Wählerisch bei bestimmten Speisen ist er zwar immer noch, aber das sehe ich nicht so dramatisch. Es muss einem ja nicht alles schmecken. Aus meinem mäkeligen und schlechten Esser ist ein dauerhungriges Pubertier geworden, der freiwillig zu Obst und Gemüse greift nur um was zu kauen zu haben. Mach dir keine Sorgen um deinen Sohn. Auch er wird irgendwann normal essen.

LG
Michaela

Wow meiner ist 14 und isst bei weitem nicht so abwechslungsreich wie deiner. Ich habe aufgehört darüber nachzudenken, er kann jederzeit haben was wir essen, wenn er das nicht will muss er sich kümmern was er isst.

LG
Visilo

(21) 19.07.19 - 21:29

Ich habe bis ich 11 Jahre alt war folgendes gegessen: Nudeln, Kartoffeln, Reis, Graupen ohne alles, Rindfleisch, Wiener, Gelbwurst, Bratwurst, Banane, Apfel, Birne, Karotte, Erdbeeren, Zwieback, eine Sorte Knäckebrot, Haferflocken, Milch, Butter, Weißbrot, Naturjoghurt mit Zucker und Erdbeerjoghurt, Schokokuchen.

Ansonsten gern die Streusel vom Streuselkuchen, alles von Kelloggs, Schokolade, Gummibärchen und Eis.


Und sonst wirklich nichts.
Mit 11 habe ich angefangen Emmentaler und Pizza Margaritha zu essen.
Im Lauf der Jahre andere Obstsorten wie Melone, Himbeer usw. Mit etwa 18 habe ich Zucchini und Brokkoli probiert. Im Lauf der Jahre weiteres Gemüse, Hirse, Linsen, Bohnen usw.
Ich esse nach wie vor gern "sortenrein", von Rohkost bekomme ich Bauchschmerzen, in ein Marmeladenbrot habe ich noch nie gebissen. Zwar habe ich mal einen Löffel Erdbeermarmelade probiert, aber einfach kein Bedürfnis danach. Genauso wenig wie ich Gurken, Oliven, verschiedene Käse usw essen will - ich habe einfach kein Bedürfnis danach. Meine eingeschränkte Auswahl langt mir völlig aus.


Ich bin nun Mitte 30, gesund, normgewichtig und sportlich, habe keine Mangelerscheinungen und 2 gesunde Kinder geboren, die ebenfalls ihrem Gespür folgen dürfen, was sie essen möchten.

Ich versteh immer nicht, warum man so vieles mögen und essen soll. Solange von allem ein bisschen dabei ist, langt das ja.

Mein schlechter Esser ist 1,85 wiegt 75 KG und ist kerngesund

Hallo!

Hmm….also meine Tochter isst wesentlich weniger als dein Sohn. würde meine Tochter so essen wie er, wäre ich Glücklich.
Tja, ich denke das meine Tochter das von ihrem Vater hat, der war ähnlich.
Ändern kann ich das nicht, als sie immer mal zu motivieren was anderes zu probieren. Wenn sie nicht will, dann kann ich es nicht ändern.
Ja, ich mache ihr die Dinge, die sie auch isst und zwinge sie nicht. So haben wir beim Essen immer eine entspannte Atmosphäre.
Jetzt wird sie bald 16 Jahre und ist soweit Gesund. Hin und wieder nimmt sie aber mal eine Vitamintablette um wenigstens etwas in den Körper zu bekommen. Das macht sie dann eher mir zuliebe. Ich versuche nicht meine Tochter zu ändern, sie irgendwie unter Druck zu setzen. Sie hat immer die Möglichkeit etwas zu probieren, wenn sie nicht will, dann ist das so. Ich hoffe sehr, das sie vielleicht irgendwann auch andere Sachen isst.

Meine Tochter hat fast schon eine selektive Essstörung.

LG Sonja

Top Diskussionen anzeigen