Warten, Geduld und eifersucht

Hey ihr...

Wie bringe ich meinen Kindern das warten bei??
Also kein 4,5 jähriger Sohn ist einer der ungeduldigen Sorte... wenn ich gerade was am machen bin zb abspülen oder ein wichtiges telefonat oder spreche grad was mitn Papa quatscht er dazwischen .. oder er ruft nach mir und wenn ich sage " warte kurz bin gleich bei dir" weint er oder schreit " nein Mama komm jetzt"
Morgens wenn er hungrig ist und mich bittet was zu essen zu machen und ich sage " mach ich sofort"
Weint er " ich will jetzt "

Wenn er seine Schwester fragt " komm ins zimmer spielen" sie sagt aber nein" er weint und fragt nochmal.. solange bis sie genervt ist und mit kommt.

Er redet allgemein immer dazwischen egal mit wem ich rede... sobald ich sage " Moment ich rede gerade " wird geweint an mir herum gezogen oder er wird in seiner Stimme lange lauter .. oder er tut sogar seiner Schwester weh so das ich reagieren muss..

In übrigens kann er nicht sehen wenn ich mich mit seiner Schwester beschäftige...
Ich lege am Tag Zeit alleine mit ihm ein... heißt allein mit der Schwester... und Zeit zu zweit..
Aber sobald Die Zeit mit seiner Schwester kommt... quatscht er dazwischen.. macht Blödsinn..
Oder kommt ins Spiel mit hinein..
Er ist quasi eifersüchtig.. alles darf und muss sich nur um ihn drehen.


Habt ihr Tipps?? Für Geduld üben, warten lernen und ihn bei zu bringen das er genauso viel Zeit bekommt wie seine Schwester das er nicht eifersüchtig werden muss?

Er ist ja "schon" 4,5 Jahre alt, das heisst, er kann schon vieles verstehen.
Hast Du ihm das mal erklärt? Also ganz in Ruhe mit ihm gesprochen?

Na klar... ich rede mit ihm öfter darüber..
In Ruhe und kind gerecht aber nicht babysprache sondern normal ..
Aber irgendwie klappt es nicht...
Seit gute 9 Monate sind wir dran das zu "üben"

Thema Warten: üben, üben, üben

Ein guter Artikel dazu: https://www.elterngeld.de/geduld-so-lernen-kinder-warten/#gref

Mein Tipp wäre Konsequenz.

4,5 ist er alt genug zu verstehen, dass sich nicht immer alles um ihn dreht.
wenn du gerade mit jemanden redest und er quatscht dazwischen, dann sag ihm kurz und schmerzlos, dass er warten muss. Und zieh das dann auch durch, auch wenn er schreit oder weint. Schlimmstenfalls wirst du auch mal kurz lauter oder gehst aus dem Zimmer, aber ohne ihm groß Aufmerksamkeit zu schenken.

Könnte meiner sein und der ist schon 6 Jahre alt...wir waren schon 2 Rezepte bei der Ergo...ne Zeit lang war es gut...besonders super lief es als ich schwanger war...seit 5 Wochen ist ein kleiner Bruder da und er hat noch eine große Schwester...ich weiss auch keinen Rat nur Kinderpsychologe in Anspeuch nehmen möchte ich nicht...das würde ja so aussehen als käme ich mit ihm nicht klar.

Die wichtigste Frage ist hier wohl: Wie konnte es zu solch einem rücksichtslosen Verhalten kommen? Scheint als bekäme er alles, wenn er nur lange genug laut nervt, so zumindest lese ich es aus deiner Beschreibung heraus.

Mein Tipp wäre nicht lange mit ihm quatschen in solch einer Situation, sondern strickt "du musst jetzt mal warten" mit einem Handzeichen für Stop und dann erledigst du deine Angelegenheit, lass ihn meckern. Das Handzeichen dazu ist zukünftig hilfreich z.B. mitten in einem Gespräch. Wenn er es mit "ich muss jetzt warten" bereits verbindet, muss du das Gespräch nicht unterbrechen, um dein Kind zu ermahnen, sondern zeigst nur Stop an. Zudem ist es eine Distanzhaltung, was deine Position bestärkt.

Was wir auch gemacht haben war zu erklären, dass die Konsequenz aus diesen Unterbrechungen ist, dass wir weniger Zeit für das Kind und seine Wünsche haben und das ziehen wir dann auch wirklich durch, auch wenn das Geschrei groß ist, aber nur so lernt ein Kind das auch. Zudem kann man auf dieses Ereignis bei zukünftigen Wartesituationen verweisen, z.B. indem man die Konsequenz aus vergangnen Nicht-Warten noch einmal in Erinnerung ruft.
Egal ob das Warten geklappt hat oder nicht, wir erklären hinterher, warum das Warten welche Konsequenz hat oder nicht. Wird brav gewartet oder sogar geholfen z.B. beim Aufräumen, sind wir kompromissbereiter und haben auch mal mehr Zeit. Das ist eben ein geben und nehmen von Zeit und Rücksicht.
Was auch gut klappt ist das Ankündigen von unseren Aktivitäten bei denen wir nicht gestört werden wollen, so kann sich das Kind darauf vorbereiten und ggf. vorher noch Dinge klären.

Mittlerweile ist meine Große 5 und meine Kleine 3. Die Kleine ist dabei das zu lernen. Die Große hat es schon längs verstanden und wendet es auch selbst an bei anderen Kindern und(!) Erwachsenen. Also macht sie es auch bei uns Eltern und das respektieren wir, sonst würde sie ja ihre vergangene Rücksichtsnahme hinterfragen und sich auch nicht mehr an diese Regelung halten. Das hat sie übrigens einmal uns wirklich so gesagt und sie hatte vollkommen recht, das haben wir zugegeben.

Zu deinen konkreten Beispielen:
Wenn er nicht warten kann und weint und schreit, dann lass ihn, unterbrich deine Aktivität einmalig und erkläre, dass er selbst Schuld daran trägt, dass du jetzt immer noch keine Zeit für seinen Wunsch hast, weil er dich unterbricht, danach machst du deine Sache zuenende. Ist deine Aktivität beendet erkläre ggf., dass du jetzt noch (kurz) Zeit für ihn hast, da deine Aktivität vorbei ist. Dann musst du auch voll für ihn da sein und ggf. Zugeständnisse machen, damit er seine Warterei positiv verbindet.
Die Schwester sollte von euch Eltern Rückendeckung bekommen und nicht gezwungen werden durch seine Nerverei, dass sie mit ihm spielt o.ä. Unterbindet das, wenn die Schwester wirklich keine Lust hat und erklärt es eurem Sohn, dass sie selbst entscheiden kann, ob sie mit ihm spielen will und nicht er. Schließlich wird er auch nicht gerannt kommen, wenn sie mal mit ihm etwas machen möchte. Wird er handgreiflich, dann geht demonstrativ weg und erklärt es. Anfangs ist das echt anstrengend, wirkt aber irgendwann. Jemand, der einem nicht gut tut, wird nunmal gemieden. Man muss dann aber auch nicht ewig lange auf dem Fehlverhalten rumhacken, also nicht nachtragend sein. Auch wenn die Schwester einknickt, unterbindet es, sonst lernt er es nie.
Manche schwören auf Sanduhren, die ein Kind die Zeit besser begreiflich macht und die Wartezeit visualisiert. Meinen Kindern war dies egal, manch anderen schien es geholfen zu haben. Vielleicht wäre das etwas für die Zeit, die du mit deiner Tochter verbringen möchtest. Die gleiche Sanduhr wird dann auch für deinen Sohn benutzt, so weiß er, dass es gleich viel Zeit ist und du könntest ihn darauf verweisen.

Wir sind bei der Kleinen auch etwas anders vorgegangen als bei der Großen. Die Kleine ist sensibler und lärmempfindlicher, also haben wir ihr auch schlicht mal den Spiegel vorgehalten und eine laute Szene mit nervigem an der Kleidung rumziehen vorgemacht. Anfangs fand sie das lustig, aber als wir das auch machten, als sie gerade in ihrer Aktivität ernst vertieft war und wir absolut keine Rücksicht darauf genommen haben, hat sie es kapiert, was wir ihr mit diesem Verhalten demonstrieren wollten. Zudem haben wir ihr das auch nochmal erklärt, dass sie das so mit uns macht und das doch wirklich nervig unangenehm ist, was sie ja selbst so empfunden hat.

Also das oben geschriebene ist kein Patentrezept, es war das, was bei uns geklappt hat. Jedes Kind ist anders, auch Geschwister. Findet für euch als Familie eine Lösung und seid konsequent, dies gilt auch für die Schwester, sonst ändert sich nichts. Ich hoffe, ich konnte dir ein klein bisschen helfen. Ich wünsche dir gute Nerven und Geduld ;)