Verzweifelt.... Warum ist mein Kind so?

Hallo zusammen,

Ich hab lange mit mir gerungen, hier über dies zu berichten. Ich weiß langsam keinen Rat mehr...😟

Unsere Tochter (9 )ist nahezu täglich provozierend, gemein und oft richtig bösartig. Es fängt schon in der früh, gleich nach dem Aufstehen an: Frühstücksbrot ist zu dünn/dick/viel/wenig, es ist zu kalt, Klamotten, die sie selbst am Vortag rausgesucht hat sind doof, sie ist müde..usw. Sie wirft mir/uns in übelster Laune Sachen an den Kopf und nicht selten endet das Ganze Morgends schon in einem tränenreichen Streit. Sie dampft dann in der Regel wütend in Richtung Schule ab und ich hab erstmal ein paar Stunden zum "Runterkommen"
Mittags nach der Schule geht es dann munter weiter... Laune im Keller, weil Hausaufgaben, Mittagessen schmeckt nicht, überhaupt ist der Lehrer doof, weil er so viel Aufgibt (sie ist in der 4.Klasse!) Und alle anderen sind immer Schuld. Sie steigert sich so in ihren Groll hinein, das sie dadurch unkonzentriert ist, Fehler macht und deshalb natürlich noch mehr Arbeit hat... meist endet auch dies in einem tränenreichen Aufstand....
Es ist wirklich zum verzweifeln...was haben wir falsch gemacht als Eltern?
Sie ist aber ganz "normal", wenn sie in der Schule ist, mit Freunden zusammen ist, im Sportverein, oder bei Verwandten/Bekannten zu Besuch ist. Außenstehende würden nie im Leben glauben, das dieses liebe und eher schüchterne Mädchen zu Hause so anders ist...
Natürlich gibt es auch Momente, wo es funktioniert, wo kurz mal Harmonie ist, leider überwiegt aber meist das Negative...
Ich wünsche mir mal ein liebes Wort oder etwas Dankbarkeit von meinem Kind...ist das so abwegig?
Hat jemand so eine ähnliche Situation schon einmal erlebt und kann uns Tipps geben? Ich wäre so dankbar, denn so kann es nicht weitergehen....

Hallo manu,


Beim Lesen deines Textes waren meine ersten Gedanken, dass das Kind verzweifelt in einer Lage steckt, aus der es selbst nicht hinaus kann.
Alles prasselt auf sie ein, sie schwimmt haltlos in ihrer Unruhe und Unzufriedenheit.

Wie standhaft und sicher seid ihr als Eltern oder bist du als Mutter in eurer Beziehung?
Entscheidet euer Kind viel selbst? Sucht sie Euch als sicheren, haltgebenden Hafen auf, wenn es ihr schlecht geht?
Könnte es sein, dass sie über- oder unterfordert ist (nicht nur in schulischer Hinsicht!).

Bitte beschreibe doch mal an einem Beispiel: Wie reagiert ihr in diesen fordernden Situationen? Wie sieht ein Tagesablauf bei euch aus? Wie verhaltet ihr als Eltern euch?

Redet ihr viel mit eurem Kind, kennt ihr ihre Wünsche, Gedanken und Sorgen? Lässt sie euch daran in "normalen" Momenten teilhaben, oder kommen diese immer dann zum Ausdruck, wenn sie "rummosert"?
Nehmt ihr ihre Gefühle, die sie äußert, Ernst?

Du schreibst, dass sie morgens wütend zur Schule abdampft und schon in der früh oft schon viele Tränen fließen.
DU hast dann ein paar Stunden zum runterkommen. DU bist erwachsen und hast bereits viele Möglichkeiten erlernt, wieder runter zu kommen.
Dein Kind nicht. Sie ist gerade mal 9, sie benötigt EURE Hilfe im Umgang mit ihren Gefühlen. Zudem hat sie keine Möglichkeit, sich von dem morgendlichen Streit (der als Start in den Tag schon sehr sehr übel ist!) zu "erholen", sich damit auseinander zu setzen.
In der Schule warten dann weitere Anforderungen auf sie.
Und nach der Schule geht es dann zuhause so weiter, weil das Ventil sich in der Schule nur noch weiter ausgedehnt hat. Abends bekommt ihr dann die volle Ladung ab, bis sie vielleicht verzweifelt (kindlich: schreiend, weinend, provozierend, ...) ins Bett geht.
Und auch so startet der Tag wieder für Sie.
Ein seelisch unglaublich kräftezehrender und beziehungsstörender teuflischer Kreislauf.

Ihr als Eltern seid in der Pflicht, den Kreislauf zu unterbrechen. Ein einfaches Mittel, was JEDER zur Hand hat, ist Liebe und Konsequenz.

"Liebe mich dann, wenn ich es am wenigsten verdient habe!"


Ein 9-jähriges Kind benötigt weiterhin extrem viel (Rück-)Halt im sozialen Umfeld!
Die Pubertät klopft vielleicht schon langsam an.
Sicher spürt sie in den Momenten, in denen es ihr schlecht geht und sie Euch als Eltern damit belastet, dass es auch Euch damit schlecht geht. In der Situation seid nun aber ihr als Eltern gefordert. Sie sucht verzweifelt Sicherheit bei Euch.
Sicherheit bedeutet auf eine Weise Klarheit und konsequente Grenzsetzung, auf der anderen Seite stets offene Arme und offene Ohren der Eltern.
Sie passt sich Euch mit ihrem Verhalten an.
Agiert ihr unsicher und gebt ihr keinen/nicht genügenden Rückhalt, verhält sie sich entsprechend unsicher und aufbrausend. Das ist ihr Ventil.


"Es ist wirklich zum verzweifeln...was haben wir falsch gemacht als Eltern?"
Denke so nicht #blume
Du suchst hier nach Hilfe - du bist besorgt um deine Tochter - die Situation nimmt dich seelisch mit. Niemand ist perfekt!

Vielleicht hilft es aber, wenn du für dich reflektierst, wie deine Tochter denken könnte.
Meinst du, sie verhält sich so unzufrieden, weil sie Spaß daran hat? Wohl eher nicht.

"Verzweiflung" ist aber in diesem Fall für das erst 9-jährige Kind sicher ein passender Ausdruck. Und das sollte nicht (als Dauerzustand) sein.

Erstmal vielen lieben Dank fürs Lesen und für die Zeit.... 🤗


Wie standhaft und sicher seid ihr als Eltern oder bist du als Mutter in eurer Beziehung?
Entscheidet euer Kind viel selbst? Sucht sie Euch als sicheren, haltgebenden Hafen auf, wenn es ihr schlecht geht?
Könnte es sein, dass sie über- oder unterfordert ist (nicht nur in schulischer Hinsicht!).

---> mit standhaft, meinst Du sicher Konsequent, oder? Ich und mein Mann versuchen schon konsequent zu sein, leider gelingt das nicht immer...
Ich denke schon, das unsere Tochter uns alles (oder zumindest viel) erzählt. Wenn es Streit mit Freunden gab, oder es in der Schule nicht so läuft etc... Wir helfen und beraten sie jederzeit möchten ihr das Gefühl geben, verstanden zu werden. Oft aber nimmt sie Ratschläge wenig erst und wird aggressiv... Sagt, daß sie dumm sei und es einfach nicht kann.... usw.... Ich versuche sie dann zu beruhigen, zeige ihr Lösungen auf und sage, daß sie nicht dumm sei (ich finde sie ziemlich klug und intelligent)


Bitte beschreibe doch mal an einem Beispiel: Wie reagiert ihr in diesen fordernden Situationen? Wie sieht ein Tagesablauf bei euch aus? Wie verhaltet ihr als Eltern euch?

Redet ihr viel mit eurem Kind, kennt ihr ihre Wünsche, Gedanken und Sorgen? Lässt sie euch daran in "normalen" Momenten teilhaben, oder kommen diese immer dann zum Ausdruck, wenn sie "rummosert"?
Nehmt ihr ihre Gefühle, die sie äußert, Ernst?

--> Wenn die Situation wiedermal eskaliert, fällt es mir immer öfter schwer ruhig zu bleiben... Ich weiss, das ist genau das Falsche, aber es macht mich einfach so traurig und fertig. Ich habe schon Mageschmerzen, wenn ich nur an diese Situationen denke... Mein Mann ist da etwas ruhiger, hat aber nicht so oft diese Situationen, da er arbeitet...
Tafesablauf ist eigentlich ganz normal, denk ich. Sie hat vormittags Schule, nachmittags hat sie 2x in der Woche Training im Sportverein, ansonsten verbringt sie ihre Freizeit mit Schulfreunden oder Nachbarskindern beim Spielen... Ich arbeite mal vormittags, mal nachmittags, aber nicht jeden Tag. Mein Mann Vollzeit Montag bis Freitag. Wenn wir nicht da sind, passt Oma auf.
In ruhigen Momenten kann man meist schon gut mit ihr reden... Ich habe das Gefühl, ihr fehlt es einfach an Selbstvertrauen. Sie hat starke Ängste zu versagen (Schule) oder nicht anerkannt zu werden(Freunde) . Dazu kommt auch noch Ungeduld (Hausaufgaben, lernen) , alles dauert zu lange... Ihr fällt es auch immer schwer, sich selbst zu beschäftigen.... Ihr ist schnell langweilig... Woher das kommt? Ich kann es nicht sagen... Wir geben ihr immer das Gefühl, das sie geliebt wird... Versuchen sie zu ermutigen, das keiner perfekt sein kann/muss...
In anderen Situationen hat sie dann wieder sehr wohl Geduld und Durchhaltevermögen (z. B. beim erlernen einer neuen Übung im Sportverein)

Na das hört sich doch ganz gut an.

Dass man irgendwann nicht mehr so agiert, wie man eigentlich sollte, ist vollkommen menschlich.

So, wie du es beschreibst, hört es sich für mich auch danach an, dass sie sich selbst sehr viel Druck macht, vllt. Versagensängste hat.

Ich finde es ganz blöd in einem Forum "Tipps" zum Weiteren Handeln zu geben.
Keiner hier (ja und eben auch ich nicht) kennt eure Situation genau. Ganz oft sind es auch die kleinen, unscheinbaren Dinge, die ein solches Verhalten auslösen/bestärken, die hier aber nicht erwähnt werden.

Wir sind damals bei (großen, wirklich großen!) Problemen und letztendlicher völliger Ratlosigkeit im Zusammenleben mit der pubertären Tochter meines Freundes zur Erziehungsberatung gegangen. Dort wurden wir nicht, wie man meinen könnte, beraten, wie wir in der Erziehung umswitchen müssen oder wo dort das Problem liegt.
Wir wurden dort (nach völlig erfolglosem Kontakt zum Jugendamt, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychologin, ... ) als "Eltern" zum ersten Mal gehört. Und das allein tat schon so gut, dass wir danach entspannter waren.

Natürlich ist zwischen uns und Euch ein großer Unterschied. 9-jährig oder 16-jährig ist ganz klar anders zu werten.
Aber vielleicht wäre es für Euch ein Ansatz, Hilfe in Anspruch zu nehmen, wo auch ihr als Eltern gehört werdet. Wo nicht das Verhalten eurer Tochter im Vordergrund steht, sondern ihr als Familie und somit soziales Netzwerk und wichtigster Hafen für eure Tochter.
Bei augenscheinlichem "unerwünschtem Fehlverhalten" eines Kindes fehlt es an irgend einer Stelle an irgendetwas. Gaaaaaanz ganz oft es so, dass ein bestimmtes Bedürfnis des Kindes nicht gesehen oder gehört wird. Und gaaaaanz ganz oft sind sich die Kinder selbst darüber nicht klar bewusst, was genau dieses Bedürfnis ist. Klar, sie verspüren dieses Bedürfnis, können es aber nicht benennen. Und der Mangel an diesem äußert sich dann durch entsprechendes "unpässliches" Verhalten.

Wo das Problem liegt bzw welches Bedürfnis /welche Bedürfnisse seitens Kind und Euch bestehen und erfüllt/nicht erfüllt werden, das würdet ihr dort vermutlich heraus finden und besprechen.

Meist finden sich passende Hilfsangebote für Familien auf den Internetseiten der Gemeinde/Stadt.

Ich wünsche Euch alles alles Liebe. Ihr packt das schon #herzlich#klee

Und so schwer es fällt: bleib entspannt, bleib ruhig. DU bist die standfeste Mauer, an die sich dein Kind besonders in diesen schwierigen Momenten lehnen können muss, ohne Angst haben zu müssen, dass die Mauern bei Erschütterung einstürzen.

Vielleicht kannst du ihre "Mieslaunigkeit" heute nach der Schule vorbeugen (und den Teufelskreis durchbrechen), indem ihr heute einfach mal so ein Eis essen geht?! #schein

Ich erinnere mich, wie ich mal so war als Kind. Ich hatte Probleme mit Freunden und in der Schule, habs dann an meinen Eltern ausgelassen.

Ob es das ist bei der Tochter weiß ich nicht.

So ist es bei meiner Tochter (12) auch.

In der Schule gibt es Stress (Streit mit Freunden, doofer Lehrer, Arbeit verhauen, whatever...) - und hier zu Hause fliegen die Fetzen...

Ganz toll ist es, wenn der Streit mit den Freunden dann noch lustig über Whatsapp weiter geht, dann kommt sie gar nicht zur Ruhe... Aber da kann man ja zum Glück an den Whatsapp Zeiten drehen...

LG
Frauke

Hört sich an wie meine Tochter - die inzwischen erwachsen ist. Ich vermutete ADHS, weil ihr Bruder bereits die Diagnose hatte und ich die Ähnlichkeiten sah. Obwohl es sich auch sehr unterschied. Der Bruder war mehr hyperaktiv und spontan-positiv, sie war explosiv und negativ. Bei der ersten Diagnostik mit 7 Jahren fand das Team das sie untersuchte, dass man doch keine Diagnose stellen sollte, weil sie doch keine so grossen Schwierigkeiten habe. Wir könnten aber zurückkommen, falls es schlimmer würde.

Na ja, dort hin konnten wir nicht zurück, weil es die Klinik dann nicht mehr gab, aber in der Pubertet war dann wirklich Chaos. Tochter bekam Depression und Magersucht. Die Ärztin dort sagte direkt, die Ursache für das Ganze sei offenbar unbehandeltes ADHS. Also bekam sie die Diagnose erst mit 16. Die Esstörung ging langsam vorbei und sie bekam Medizin fürs ADHS und Antidepressiva (die sie inzwischen abgesetzt hat, deshalb ist sie auch jetzt wieder "explosiver").

Das Negative kenne ich genau. Noch heute passiert das - aber seltener, und sie kann damit besser umgehen. Aber es passiert, dass sie mich anruft, irgendwie Zuspruch (oder auch nicht, manchmal weiss man gar nicht was sie eigentlich will), und dann ist alles, was man sagt sowieso das Falsche, und es tut ihr zwar leid, dass sie nur anruft und negativ ist , aber es ist irgendwie verkehrt. Wir sassen auch mit ihr immer noch an den Hausaufgaben, als sie 18 war. Und jetzt ist sie am Ende ihres Studiums, und selbst da hab ich mal versucht ihr zu helfen, wenn sie so Schwierigkeiten hatte, das anzugehen.

Sorry, war etwas ausschweifend. Aber ich würde auf jeden Fall ADHS abchecken, zumal du auch von Konzentrationsschwierigkeiten schreibst.

Hallo,

ich kann mir vorstellen, dass sie bei Euch ihren ganzen Frust ablädt, weil sie weiß, dass Ihr sie trotzdem lieb habt.
Anderswo traut sie sich das nicht und reißt sich zusammen.

Das heißt trotzdem nicht, dass man sich als Eltern alles gefallen lassen muss oder soll, und das würde ich ihr auch ganz klar sagen.
Sie kann gerne kommen und um Rat fragen oder sich mit Euch austauschen. Natürlich darf sie auch mal schlechte Laune haben.
Aber Ihr seid nicht ihr Fußabtreter, und wenn sie meint, sie kann Euch so behandeln, gibt es Konsequenzen.

Auf das Gemaule wegen der Klamotten würde ich gar nicht eingehen bzw. ihr sagen, dass ich mir das nicht anhöre und das Zimmer verlassen. Die Klamotten sind ihr Problem. Bis sie los muss oder bis zum Frühstück (je nachdem, wie Ihr das handhabt), sollte sie etwas angezogen haben.

Ein Frühstücksbrot nimmt sie sich selbst und belegt es selbst. Wenn ihr nicht passt, wie Ihr es abschneidet, soll sie lernen, es selbst abzuschneiden.

Das Mittagessen kann sie essen, oder sie macht sich ein Brot.

Wenn unsere Kinder (9 und 12) die ganze Zeit beim Frühstück herum maulen, ist das Frühstück für sie beendet. Keiner hat Lust, sich das anzuhören.
Das hat allerdings bisher nur unsere Tee-Nagerin getroffen.

Das Theater mit den Hausaufgaben haben wir gerade auch mit unserem Sohn (9, 5. Klasse). Das ist soo viel, und er kann das gar nicht! #augen
Da wird lieber stundenlang gejammert und gejault, anstatt sich mal konzentriert da dran zu setzen und die Sache zügig zu erledigen. (Das funktioniert nämlich sehr wohl, wenn er will.)
Gestern hatten wir uns wieder deswegen in der Wolle. Ich habe ihm gesagt, dass es erstens seinen Freunden genauso geht. Die sind jetzt auch auf dem Gymnasium und haben mehr zu tun.
Dass es zweitens nur so lange dauert, weil er ständig mault und jammert, anstatt zu arbeiten, und dass es drittens weder ein Treffen mit Freunden, noch Fernsehen, noch Minecraft gibt, bis die Hausaufgaben erledigt sind.
Dann habe ich das Zimmer verlassen, und er hat sich zusammen gerissen und war wenig später fertig.

Unser Sohn hat übrigens leichtes ADS (ohne H), was ja hier schon als Grund für solche Probleme angesprochen wurde.

Zwischendurch ist er mir auch mal dankbar, dass ich ihn öfter in den Allerwertesten trete. ;-)
Und kuschelbedürftig ist er momentan sehr stark. Er möchte sogar abends wieder vorgelesen bekommen.

LG

Heike

Erstmal sei froh, dass sich dein Kind wo anders gut benimmt, das ist schon sehr viel wert!
Manche Kinder sparen sich ihre "Power" dann für daheim auf, weil sie sich da gehen lassen können. Sieh es als Kompliment :-)
Zieh dir den Schuh nicht an, soll sie sich halt selbst die Pausenbrote schmieren, wenn es ihr nicht passt. Genau wie Mittagessen--besprich mit ihr, was genau nicht schmeckt. Den Rest, also doofer Lehrer oder zu viele Hausaufgaben, geht ja nicht gegen dich persönlich. Du motzt wahrscheinlich auch mal über den Chef ;-)

Genau. Zuhause hat sie ihren geschützten Rahmen und da kann sie sein und alles raus lassen. Ist bei uns auch ab und zu dass die Mädels Tage haben da denke ich total versagt zu haben. Aber mittlerweile sehe ich es mit Abstand und reagiere nicht auf jeden trotzigen Kommentar. Kann man lernen. Aber dass deine Tochter wo anders "normal" ist, ist mal ein super Zeichen. Vielleicht ein wenig lockerer werden.

LG

Hallo,

ja, kommt mir bekannt vor. Ich bekomme heute wohl blaue Flecke am Arm, weil meine Tochter (8 Jahre) beim Abendessen einen Wutanfall bekam und sich in meinem Arm verkrallt hat. Sie ist woanders auch nicht so. Das ist nach ihrer eigenen Aussage "Peinlich" das macht sie nur zuhause.
Es ist bei uns nicht IMMER so. Also nicht täglich. Aber doch mehrmals die Woche. Im Gegensatz zu deiner Tochter höre ich allerdings von meiner ganz oft, dass sie mich lieb hat. Meine Kinder hören das jedoch auch täglich von mir. Selbst, wenn sie nach einem Streit das Haus in Richtung Schule verlassen.

Habe gerade angefangen das Buch "So viel Freude, so viel Wut" von Nora Imlau zu lesen. Thema ist "Gefühlsstarke" Kinder. Hört sich an, wie unsere Beiden :-) Hab zwar erst einige Seiten, glaube aber nicht, dass es beim Problem hilft. Aber vielleicht bekomme ich zumindest noch Erklärungen, die sind zwar Theorie, aber an irgendwas muss man ja glauben :-)

Ich habe zwei Kinder. Der Große ist so ganz anders. Und sie sind wirklich beide nahezu gleich erzogen. Auch auf meine vergangenen Fragen hier im Forum habe ich tolle Infos und Tipps bekommen. Aber das hat nichts geholfen. Bei einer Beratungsstelle war ich, dort hieß es, sie hat zu wenig Selbstbewusstsein und Yoga würde helfen.

Die Frage ist: Können wir unsere Kinder denn ändern? Oder sollten wir nicht versuchen uns irgendwie darauf einzustellen? Unsere Nerven zu stärken?
Beim Wutanfall meiner Tochter heute habe ich sie ausgesperrt aus der Küche. (Sie würde nie freiwillig eine "Auszeit" in ihrem Zimmer nehmen). Habe mir eine gemütliche Tasse Kaffee gegönnt und auf ihr Schreien nicht reagiert.
Sie reagiert immer anders. Heute hat sie sich dann die Inliners geschnappt und ist alleine raus zum Fahren gegangen. Als sie wieder rein kam, tat sie, als wäre gar nichts passiert. Ich bin auch gar nicht mehr darauf eingegangen.

Bei dir hört sich das ganz schön verfahren an. Hast du die Möglichkeit, in solchen Situationen ruhig zu bleiben? Einfach nicht selbst in Aufruhr zu kommen sondern ihr klar und direkt zu sagen, was du erwartest und dich dann aus IHREM Wutanfall raus zu halten? Bei mir klappt das recht gut.

Ganz liebe Grüße
Jenny

Mir kommt das so wahnsinnig bekannt vor.
Nur mit dem Unterschied das am Wochenende meine große komplett " normal" ist. Klar zickt sie da ab und an mal aber die ist dabei händelbar.
Vor einiger Zeit ist es zum ganz großen Knall gekommen und es kam heraus daß sie in der Schule gemobbt wird und sie einfach jeden Tag Angst hat zur schule zu gehen.
Nach Gesprächen mit dem Jugendamt und Ärzten wurde mir gesagt das Kinder erst den Eltern erzählen wenn es schon 5 nach 12 ist. So also auch bei uns.
Zum Glück haben wir ganz schnell einen Therapieplatz bekommen,weil meine Tochter leider so überhaupt kein Selbstbewusstsein hat da auch noch heraus gekommen ist das sie schon in der Grundschule von der Lehrerin gemobbt wurde.

Ich weiß ja nicht wie deine Tochter am Wochenende zu euch ist. Aber vielleicht holst du dir auch Mal Rat beim Jugendamt. Ich hab mich auch davor gesträubt und bin erstmal dreimal um das Telefon gelaufen bevor ich angerufen hab und sie haben uns sehr schnell und gut geholfen und beraten.

Da ich auch immer wieder mal zum Vermitteln zwischen meiner Tochter und meiner Enkelin gebraucht werde, eine Frage: Gibt es bei euch eine Oma, Tante oder sonstige Verwandte, zu der Deine Tochter auch Vertrauen hat und bei der sie auch mal Dampf ablassen kann, notfalls auch über die "Mutter, die ja üüüüberhaupt keine Ahnung hat"?
Leonie kommt ein bis zweimal in der Woche zu mir zum Essen und Hausaufgaben machen. Es dauert keine 5 min und sie sprudelt über, wenn ihr was stinkt;-)
Ich versuche dann zu schlichten und zu vermitteln und bis sie dann heimgeht, ist das Schlimmste verraucht. Wenn sie so explosiv heimginge und ihre Mutter kommt gleichzeitig ziemlich k.o. von der Arbeit heim - das ist auch Konfliktpotential hoch drei #cool
Gut, unverschämt ist Leonie nicht, da gäbe es auch von mir eine deutliche Ansage, aber patzig kann sie schon auch sein. Da einigen wir uns erstmal auf einen anständigen Ton, das klappt auch. Ich bin da ruhig aber bestimmt.
Frühstücksbrot kann Deine kleine Madame selber machen und Diskussionen über Klamotten gibts nicht. Heulanfälle werden ignoriert und ich würde ihr wohl sagen, sie kann gerne ohne Hausaufgaben in die Schule gehen, wenn sie mit den Noten leben kann. Wenn das Mittagessen nicht schmeckt, auch gut, was anderes oder Süßigkeiten gibts nicht. Je ungerührter Du bleibst, desto schneller sieht sie ein, dass sie mit ihren Drama-Auftritten nichts erreicht. Zwischendurch immer wieder den Hinweis geben, dass man mit Dir gerne über alles sprechen kann, aber in normalem Ton ohne Gemotze.
O-Ton Leonie auf meine Frage, warum sie bei mir nicht so rumspinnt wie bei ihrer Mutter : "pffff, das hat doch eh keinen Wert, du regst dich ja nicht auf". #rofl
Merkst Du was? Deine Tochter testet aus, wie sie Dich am Besten zur Weißglut bringt, lass sie doch ins Leere laufen. Dafür spricht ja auch, dass sie bei anderen normal ist. Tu ihr den Gefallen einfach nicht, auch wenn's schwerfällt. Rausgehen, auf zehn zählen, lächelnd wieder rein.
LG Moni

Das kann ich alles so bestätigen. Mein Mann ist eher aufbrausen wenn die Mädels spinnen. Dann schaukelt sich das alles hoch. Ich reagiere gelassen (meistens) und bei mir kommt es weniger zu solchen Situationen als bei meinem Mann. Die Mädels wissen dass der Papa eher gleich auf 100 ist. Ich bin eher der ruhige Part. Kindererziehung ist nicht einfach.


Lg Gabi

Nein Kindererziehung ist ganz sicher nicht leicht. So abgeklärt wie heute war ich garantiert vor 25 Jahren auch nicht! Aber man lernt nie aus und ich versuche, das was ich so dazugelernt habe, nun auch meiner Tochter zu vermitteln - mit mehr oder weniger Erfolg#schwitz irgendwann sitzt sie doch wieder ganz oben auf der Palme ;-)
LG

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vermutlich solltest Du im Nichtschulischen Bereich strenger und konsequenter werden.
auch mal härtere Konsequenzen und Kürzungen bei diesem respektlosen Verhalten.
Und übrigens: wer beim Essen oder Vesper meckert: MACHT ES SICH SELBER, dazu gehört auch z.B. MittagesEssenvorschläge machen und das dann falls was fehlt kuzr im Supermarkt holen gehen.


Dafür würde ich im Gegenzug alles nachgiebiger tun und helfen, wenn es um Schule geht, damit diese Negativeinstellung weggeht.
Dazusitzen, oder helfen, - mit Guter Laune, anderen HA-Zeiten usw.... keine VOrwürfe bei Fehlern sondern ruhig bleiben und versuchen selbst von allem, was da so schulisch thema is nicht genervt zu werden... -- das ist deine große AUfgabe. das überträgt sich nämlich.

Also als erstes lass dir ihre Laune nicht gefallen, aber bleib dabei stehst höflich und freundlich.

Sie mag das Frühstück nicht schön, dann ist es an der Zeit das sie sich ihr Frühstück und ihr Brot selber zubereitet mit 9 Jahren ist man alt genung dafür, meine Kinder machen das ab klasse 2, die 2 Älteren machen sich schon seid jahren ihr rührei selbst, dazu gab es nicht mal einen Grund bei uns ich finde einfach das Kinder selbstständig sein sollten...

auch was das Mittagessen betrift, wer es nicht mag kann gerne ohne essen vom Tisch gehen, wer meckert geht auch, oder kocht sich selber was.

Punkt.

Wenn sie nur rummotz nun ja dann schick sie in ihr Zimmer und sag ihr das dich das genörgel nicht interessiert sie kann das gerne ihrem Spiegelbild erzählen wie blöd alle sind und tschüss.

Wenn sie gemein ist dann schick sie raus, in ihr Zimmer da kann dann alleine essen, oder verlass die Küche.

Wegen Kleidung also mir ist ehrlich gesagt egal was die Kinder anziehen sie können sich morgens selbst ihre Sachen rausnehmen.

Wichtig ist halt selber ruhig zu bleiben, wenn sie merkt das sie dich nicht mehr ärgern kann wird sie den spaß dran verlieren.

Mensch die Maus ist erst zarte 9 😢

Aha.....und da darf man sich aufführen wie der Rotz am Ärmel?
Du hast ganz sicher noch kein Kind in dem Alter (oder eben ein sehr braves) und somit wenig Ahnung, wie sie eine Mama zur Weißglut bringen können. Es gibt nicht nur eine Mutter, die an so einem dauernölenden Kaktus auf zwei Beinen verzweifelt.
Gut, dass man im Babyalter genug Liebesvorschuss gesammelt hat, sonst wäre es noch schwieriger #cool

Du hast ganz sicher noch kein Kind in dem Alter

6 eigne und 3 Stiefkinder und inzwischen 7fache Oma.
Ich bin absolut für Erziehung aber in dem Fall läuft gewaltig was schief und mir tut das Kind leid

So wie du es schilderst ist es jetzt. Ich vermute mal, es war nicht immer so.

Was hat sich geändert? Nur deine Tochter? Oder auch ein stückweit deine Bereitschaft es ihr immer und ständig recht zu machen? Sind die Ansprüche deiner Tochter erst gekommen? Oder waren sie schon immer da, nur leichter zu erfüllen?

Naja....also fordernd war sie schon immer irgendwie. Sie hat sehr viel geschrieen als Baby.
....und natürlich will man es seinem Kind "Recht" machen. Sie bekommt viel, auch von Seiten der Großeltern, aber sicher nicht alles.

Ich habe den Eindruck, das früher die "normalen" Phasen den Trotzphasen und schlechte Laune Tagen deutlich überwogen haben. Jetzt ist es umgekehrt
...😔

Eure Tochter ist extrem unzufrieden. Alles läuft ihrer Meinung nach falsch und ihr bekommt den ganzen Frust ab. Das kommt mir bekannt vor. Mein Sohn,8, hatte/ hat ähnliche Phasen.
Ich setze ihm regelmäßig Grenzen. Ich höre ihm zu, unterstütze ihn gern, aber ich spiele nicht ständig den Fussabtreter. Da helfen wirklich nur klare Ansagen. Freundlich, aber klar.
Wir haben mit ihm Ziele vereinbart. Welches Ziel habe ich in dieser Woche? Zum Beispiel weniger Schnauzen, sondern freundlich ansprechen, wenn einem etwas nicht passt.
Außerdem fordert mehr Selbstständigkeit von ihr ein. Ein Brot kann sie sich selbst schmieren.

Hallo,

Kommt mir sehr bekannt vor was Du schreibst. Kann es sein dass Deine Tochter hochsensibel ist?

Meine Tochter ist hochsensibel und hat eine Konzentrationsstörung. Wenn Du Dich austauschen magst, gerne per PN. Hab mich sehr mit der Thematik befasst und unsere Eskalationen werden immer weniger.

Alles Gute und viel Kraft
Sunny