Mediennutzung

Hallo,

ja, es gibt schon so viele Beiträge in Sachen Mediennutzung nur ist jede Situation anders.
Ich bin nahezu alleinerziehender Vater von zwei Jungs (9/10). Die Medienzeit die die Beiden am PC verbringen dürfen ist per Software auf 1 h pro Tag in der Woche und 2 h pro Tag am Wochenende begrenzt. Zusätzlich gibt es hin und wieder einen Film auf dem Fernseher.
In letzter Zeit versuchen die Beiden diese Regelung immer wieder zu unterlaufen, spähen Passwörter aus bzw. suchen im Internet nach Möglichkeiten das Zeitlimit zu umgehen was ihnen hin und wieder gelingt. Das ist aber händelbar, es gibt ja Gegenmaßnahmen.
Was mir Sorge bereitet ist die Art wie sie reagieren wenn das Zeitlimit erreicht ist und ich nicht verlängere (ich verlänger manchmal nach Augenmaß und Situation). Da werde ich laut angeschrien und beschimpft, Türen knallen und der Große verzieht sich beleidigt in sein Zimmer. Außerdem beobachte ich das die Beiden sich für nahezu nicht Anderes mehr begeistern lassen außer am PC zu spielen. Ich habe Bedenken bezüglich dieser Entwicklung. Ich hätte gern Meinungen zu meinem Thema. Danke.

Hi, bei uns ist es ganz genauso. Mein Grosser ist 10 und hat dieselben Zeiten wie Ihr. Habe das Passwort schon geändert, weil er das auch irgendwie geschafft hat zu knacken. Beim letzten Türen knallen kam seine Konsole für eine Woche weg. Ist zwar blöde, weil er die auch von seinem Geld gekauft hat, aber ich finde es muss alles im Rahmen bleiben. Zumal ich an seinen roten Wangen dann auch erkennen kann, das das Gezocke nicht gut für ihn ist

Natürlich lassen sie sich für nichts mehr begeistern, sie haben einen Mangel.... Ich persönlich halte davon nichts, ich selbst möchte mir auch nicht verbieten lassen, im Netz zu surfen. Ich handhabe das anders, ohne Begrenzung. Und ja, mein Sohn macht auch noch andere Sachen...

zur zeit gibt es bei uns keine begrenzung. solange in der schule alles laeuft und es keine ueberhand nimmt kann zwerg machen, was er da so macht. sollte es aber so laufen, dass er nur noch vor den geraeten sitzt, kommt wieder eine begrenzung. die sieht bei uns aber so aus, dass es in der woche (mo-do) keine elektrischen geraete gibt und fr-so nur eine begrenzte zeit. wir haben es erst seit juni so locker, vorher war es begrenzt. bis jetzt haelt er sich an die abmachung. zwerg ist uebrigens 10.

Elektromüll für die Kinder gab es bei uns nicht und damit auch keine Diskussion.

So, dann packe mal deinen Elektromüll, mit dem du gerade online bist, beiseite, und lass sich hier die Erwachsenen austauschen, die sich damit auskennen.

Schlicht am Thema vorbei
🙋🏻‍♀️

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Hallo.

Unser Sohn hat freien Zugang zum Internet und auch unbegrenzt. Wir vertrauen ihn aber und kommen gut klar damit. Er weiß, dass wir Stichproben machen. Sollte was sein, was uns nicht so gefällt, wird drüber geredet und geändert. Kommt keine Einsicht, wird er gesperrt. Aber ich muss sagen, es klappt super. Er kommt von ganz allein, wenn ihm was nicht geheuer ist. Er hat PC und Konsole mit Internet. Er schaut meisten youtube, hört Musik darüber oder spielt Fifa oder Fortnite/Minecraft. Whatsapp hat er auch und chattet dort mit Klassenkameraden. In der Schulzeit ist ab 20.00 Uhr das Internet tabu, am Wochenende und in den Ferien wird es mal länger. Aber meistens zockt er dann eigentlich nur noch Fifa oder Minecraft. Also wir vertrauen auf ihn und er hat uns bisher noch nicht enttäuscht.

LG

PS: Er ist 11. Und wir nutzen das Internet auch täglich.

Genau so machen wir es auch,bisher klappt das ohne Probleme bei uns.
Ich mache Stichproben,aber eigentlich zeigt er mir sein Handy sehr oft und spricht auch über unklare Dinge.

Eine Konsole hat er nicht,aber dafür ein Tablet mit Internet Zugang.

Für mich ist dieses aggressive Verhalten eindeutig ein Zeichen der Sucht.
Ich kenne euch nicht und kann daher nicht beurteilen ob ihr das alleine hinbekommt oder ob schon Hilfe von außen nötig ist.
Aber auf jeden Fall würden bei mir die Alarmglocken schrillen.

Wenn das der Fall wäre, dann wäre meine Tochter Spielplatz, Oma und Freunde süchtig! Da gibts auch jedesmal furchtbares tara wenn es ums heimgehen geht. Die Kids sind einfach sauer weil sie mitten drin sind. Du wärst auch angefressen wenn dir jemand dein Buch mitten im besten Kapitel zuschlägt und sagt: jetzt reichts.

Tut mir leid, aber dein Vergleich hinkt. Spielsucht kann man doch nicht mit einem Besuch bei Oma vergleichen.

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bei uns gabs den Widerstand, als "ich" die Spielzeit beendet hatte.
Seit wir die Software haben, wir es aber akzeptiert ... -- es wird auf den Startbildschirm abgemeldet und gut. ---

zu der Zeit, als der Widerstand so krass war, hab ich ganz eindeutig gesagt: so ein Verhalten geht in Richtung Sucht - und Sucht ist schlecht und wir haben über Sucht gesprochen und ich habe bei diesem krassen Gegenverhalten für den nächsten Tag das Zocken verboten, damit der Kopf Luft kriegt... und hab es auch so transportiert... --- auch mit der Androhung, wenn das Zocken mit solchen Ausfällen schlecht Maßstäbe annimmt, dass ich dann die Sperre eben Tage und Wochen verlängern werde... --- bei uns hats zum Glück geholfen...
Ne Zeitlang war die Sperre komplett drin und sie mussten jedesmal nach "zeit" fragen und ich habe dann passende Zeit gegeben... -- das hat auch viel entsperrt, denn sie wussten, wenn sie sich daneben benehmen oder Hausaufgaben nicht gemacht sind, dann gibts keine Zeit ... ----- so sind die HA immer gemacht ... oder die Aufgabe im Haushalt erleidigt bevor gezockt wird und dann kann ich ja bei einem Regentag auch mal mehr zeit geben....


allerdings habe ich auch nie am Ende nach Augenmaß verlängert, sondern manchmal manuell gleich von Anfang an mehr Zeit gegeben. --- das hat die Situation "am Ende" entschäft...

Hallo,

das ist leider normal, besonders bei Jungs.

Wenn unsere Kinder meinen, den Aufstand proben zu müssen, weil ihre Medienzeit vorbei ist, gibt es eine Ansage, dass die Medienzeit am nächsten Tag komplett ausfällt, wenn sie sich nicht sofort benehmen. Halten sie sich nicht daran, fällt die Medienzeit aus. Das kann, nach Bedarf, auf weitere Tage ausgedehnt werden...

Nachdem sie festgestellt haben, dass wir das durchziehen, ist jetzt meistens ganz schnell wieder Frieden. ;-)

LG

Heike

Wenn du wirklich so stark begrenzen musst, wie wäre es denn mit einem wöchentlichen Limit anstelle des täglichen? Bsp: anstelle einer Stunde am Tag dann eben 7 std in der Woche.
Bei pc spielen ist es eben wie bei allen anderen spielen auch. Nach ner Stunde bist du erst richtig drinnen und dann aufzuhören ist frustrierend.
Bei einem wöchentlichen Budget können sie auch mal länger machen aber schauen dann halt anderweitig in die Röhre oder können sich Tage aufsparen fuer ne längere Play Session.

Deine Kids sind halt sauer weil du ihnen den Spaß verdirbst. Meine Tochter hat das auch, gerade Spielplätze sind schlimm. Oder wenn die beste Freundin heute nicht spontan kommen kann usw.

Wäre evtl. auch ne Idee mal was mit deinen Söhnen auszuarbeiten, wollen sie evtl mit Freunden spielen, die nur Donnerstags 2 Stunden on sein dürfen usw. Computer spielen ist ein Hobby, genauso wie Fußball, lesen oder Ballett. Da lässt sich bestimmt was finden was allen passt.

Ich finde diese Zeitregelung total schwachsinnig. Schaust du gerne eine Serie? Oder Sport? Stell dir vor Du machst was, was dich total interessiert, der Spieler ist kurz davor den Ball zu versenken und Zack sagt dein Netflex, dein Limit ist überschritten. Die 60 Minuten um. Für heute ist Schluss und fertig.

Wir lassen unseren Kindern mehr Freiheiten, wenn sie zuerst für die Schule alles erledigt haben inklusive lernen, Hausaufgaben etc. Wenn die Aufgaben im Haushalt erledigt sind. Wenn sie für ihr Hobby trainiert haben und nix anderes auf dem Programm stand, können sie auch mal länger zocken oder 3 Folgen einer Serie hintereinanderschauen. Ist mir total egal. Denn es ist in 99% aller Fälle eh nicht mehr Zeit als 1 bis hochstens 2h. An manchen Tagen auch gar keine.

Wenn es doch Mal mehr Zeit ist und mir die Augen zu viereckig werden, weise ich sie darauf hin, dass sie ja jetzt schon echt lange durften und innerhalb der nächsten Minuten zum Ende kommen sollten. Wenn der Film nun noch ewig geht, merken wir uns die Zeit und er darf beim nächsten Mal zu Ende geschaut werden. Wenn es nur um 10-15 Minuten geht, dürfen sie den noch zu Ende gucken. Wenn sie in einem Spiel sind, vereinbaren wir ein zeitnahes Ziel. Z.B....dann baust du halt noch dein Zimmer in Minecraft fertig und dann speicherst du und machst morgen weiter. Aber ich ziehe nicht einfach den Stecker.

Ich sperre nix mit Passwörtern ab oder so. Ansonsten übertrage ich ihnen die Verantwortung selber Vernunft walten zu lassen und einen Abschluss zu finden und ich rede und reflektieren mit ihnen gemeinsam, warum es nicht gut ist jetzt bis in die Puppen zu gucken und Schluss ist. Das klappt bei uns super. Die Kinder diskutieren kaum und haben Tatsache ein sehr vernünftiges eigenes Maß entwickelt, in das ich wenig eingreifen muss und weil sie keine Angst haben müssen, dass es groß Sperren und Theater drum gibt, gieren sie auch gar nicht so danach und kommen auch Mal gut ganz ohne aus.

Die Problematik besteht aus zwei Punkten
1. eine Stunde und dann aus heißt, dass ggf. ein ersehnte Punkt nicht erreicht wird
2. das Gemecker beim Ausschalten

Wir arbeiten eher mit einem Wochenkontingent/freien Kontingent. Grundbedingung ist, dass es in der Schule läuft und auch Freunde und Bewegung nicht zu kurz kommen.
Zuerst müssen die Hausaufgsben erledigt sein und die halbe Stunde zusätzlich für ein Fach lernen muss ebenfalls erledigt sein.
Wenn mal länger gezockt wird, muss am nächsten Tag eben mehr gelernt, 2km Laufen,... werden.

Das Gemecker beim Ausschalten führt dazu, dass sämtliche Kabel (und das Handy,Tablet) für einen Tag einkassiert werden. Aber, seit es in einer Eigenverantwortung steht, ist das nicht mehr vorgekommen.

Vielen Dank für die sehr interessanten Beiträge zum Thema.

Es ist schon so, wenn die Kinder am PC nicht zu den gewünschte Ergebnis gekommen sind gibt es besonders viel "Protest" beim Abschalten. Wenn ich dies auf die Erwachsenenwelt projeziere ist es ja auch verständlich. Nur darf die PC Nutzung nicht zur bequemen Berieselung verkommen die der Beschäftigung mit realen Dingen vorgezogen wird. Angebote für alternative Freizeitbeschäftigungen mache ich in vielfältiger Art.
Grundsätzlich entnehme ich den Beiträgen den Kindern mehr Eigenverantwortung zu übertragen was für ihre Entwicklung aus meiner Sicht auch zielführender ist. Später im Leben müssen sie ja die "Aufsicht" der Eltern durch ein selbst erlerntes Maß ersetzten.

Ein Gespräch mit der Erziehungsberatung brachte mich übrigens auch nicht weiter. Sie vertritt die konsequente Begrenzung mit einem Zeitlimit von 1 Stunde in der Woche und 2 Stunden am Wochenende. Es wäre wichtig das Zeitlimit durchzusetzten evtl. auch die Geräte wegzuschließen. Die Kinder sollen lernen innerhalb diese Zeitlimits zu einem Ergebnis zu kommen. Ich finde dies etwas realitätsfremd. Letztlich wird ja auch immer mehr die Nutzung des PC für schulische Zwecke notwendig und was ist dann mit der dafür benötigten Zeit?
Nur nebenbei, die Mutter der Beiden steht voll hinter der Ansicht der Erziehungsberatung und fordert deren Umsetzung auch in der Zeit in denen die Kinder bei mir leben und das ist die überwiegende Zeit. Da sie in vielen anderen Erziehungsfragen sehr "krasse" Ansichten vertritt ist es einfach so, bei mir meine Regeln, bei ihr ihre Regeln. Anders ist es nicht zu lösen.

Vermutlich hat die Erziehungsberatung noch nie ein PC Spiel gespielt. Ich finde den Vorschlag auch sehr realitätsfremd. Ich habe früher gern Aufbauspiele gespielt, da kann ein Spiel schon mal einige Stunden dauern. Natürlich gibt es Punkte im Spiel, an denen man aufhören kann. Aber es gibt auch Punkte, an denen man ganz und gar nicht aufhören kann. Ich finde ein wöchentliches Limit deshalb auch sinnvoller als ein tägliches.

Bei 1 Stunde Mediennutzung pro Woche würde ich als Zehnjähriger -wo die anderen Fortnite spielen - auch beleidigt sein.

Ich habe mich mit der Zeitangabe der Erziehungsberatung wohl etwas missverständlich ausgedrückt. 1 h pro Tag un der Woche und 2 h pro Tag am Wochenende für die Altersklasse der 10 jährigen.

Dann habe ich das falsch verstanden. Aber 1 Stunde am Tag ist wirklich doof, wenn es um ein rundenbasiertes Spiel geht und dein Sohn mitten in der Runde aufhören müsste. Besser wäre es, wenn ihr ausmacht, dass er z. B. 3 Runden Fortnite spielen darf.

Es ist vielleicht nicht ganz vergleichbar... ABER: wenn ich früher vom Spielen nach Hause musste (und die anderen noch nicht), fand ich das auch Mist. Wenn ich abends nicht mehr weiterlesen durfte, habe ich es heimlich gemacht.... Ja, der Medienkonsum muss beobachtet werden - aber Spiele (oder Lesen) - ob draussen oder am Computer - sind schlecht zeitlich zu takten... Das Spiel (oder Kapitel) geht halt manchmal länger als das, was "erlaubt" ist... Ich sage meinen Kindern mittlerweile: "bis das Spiel vorbei ist" - in dem Vertrauen, dass sie kein neues Spiel anfangen... Und wenn es in der Schule gar nicht mehr läuft, dann kommen die Geräte für eine Weile ganz weg.

"Da werde ich laut angeschrien und beschimpft, Türen knallen und der Große verzieht sich beleidigt in sein Zimmer. Außerdem beobachte ich das die Beiden sich für nahezu nicht Anderes mehr begeistern lassen außer am PC zu spielen."

Elektronische Medien wären bei mir bei SO einer Reaktion schon lange im Keller.......warum lässt du so mit dir umgehen? Hast du Angst vor Konflikten? Das klingt zumindest so, aber vielleicht irre ich mich da auch.

Ich würde alles ein paar Wochen, z.B. vorerst bis zum Jahreswechsel, mal komplett wegbringen und dann können die 2 mal gucken, womit man seine Freizeit noch gestalten könnte.

VG