Tochter muss immer einen drauf setzen

Hallo zusammen,

Meine Tochter (zweieinhalb) ist unheimlich ausdauernd und hartnäckig, man kann ihr etwas sagen und sie hört und hört einfach nicht. Ich hab das Gefühl, dass sie immer extra noch einen drauf setzt, damit sie gefühlt das letzte Wort hat.
Beispiel: ich wollte sie gerade schlafen legen, wir legen uns wie immer zusammen ins Bett, ich nehme sie in den Arm, sie fängt an mich zu ärgern. Haare ziehen, ständig in mein Gesicht rumpatschen, mich zwicken etc. Auf meine ruhige aber bestimmte Ansage reagiert sie mit noch mehr: treten, kratzen etc. Alle Ansagen, egal ob ich sage ich möchte das nicht, lass es sein, Konsequenzen androhe und auch durchziehe, ich laut werde, es bringt einfach alles nichts. Sie hört und hört nicht auf.
Das macht sie auch in anderen Situationen, zb Katze ärgern oder sonst was. Selbst wenn sie von der Katze eine geschossen kriegt (und die ist sehr tolerant) hört sie nicht auf.
Letztens stand ich mit ihr 40 Minuten vorm Kindergarten, weil sie meinte, dass ich sie plus ihren Rucksack, Helm und Roller den gesamten Weg nach Hause trage. So lange hat sie geheult und getrotzt. Ich hatte Zeit, also hab ich sie austrotzen lassen. Sie ist da aber echt auch hartnäckig. Manchmal steht sie bei uns in der Wohnung, verlangt durch die Bude getragen zu werden mit "Mama soll mich jetzt holen" mache ich das nicht, bleibt sie auf der Stelle stehen und heult. (ich hole sie meistens nie)

Wie reagiert ihr da? Ich merke halt, dass ich echt langsam keinen Geduldsfaden mehr habe und sowieso schon total gereizt bin, weil sie auch nur an mir klebt und auch schlafen nur mit kuscheln etc geht. Selbst Fernsehen gucken geht nur, wenn ich daneben sitze. 🤦‍♀️

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Schlafsituation: Meine machte das auch oft. Ich habe dann angefangen, sie auf diese Situation vorzubereiten. Ungefähr 2 Stunden vor dem Schlafen gehen habe ich ihr gesagt, dass wenn sie schlafen geht, ich mit ihr gehe, aber sie mich nicht treten, schlagen, kann. 10 Minuten vor dem Schlafen gehen nochmals und dann beim schlafen gehen nochmals. Wenn das nichts genützt hat, bin ich mit Ankündigung aufgestanden und aus dem Zimmer gegangen. Sie konsequent wieder ins Bett geschickt, wenn sie mir nachgelaufen ist und nach einigen Minuten wieder rein. Es braucht grosse Geduld! Aber wir haben kein Problem mehr (ist jetzt 3 Jahre alt)

Katze: ich denke, die Katze kann sich gut genug wehren. Sonst einfach das Kind kurz rein ins Haus nehmen. Das ist manchmal schon Strafe genug.

Kindergarten: Konsequenz wäre dann einfach zum Beispiel, dass sie zu Fuss gehen muss und der Roller bleibt zu Hause. Dann einfach an der Hand nehmen und gehen, auch wenn sie nicht will. Mit Kleinkinder muss man nicht alles ausdiskutieren, man hat ja auch nicht immer Zeit dafür und sie müssen auch lernen etwas zu machen, was sie nicht verstehen oder machen wollen, aber trotzdem machen, weil die Autoritätsperson (Du!) es sagt. Das ist übrigens einer der Gründe, weshalb ich mit meiner Grossen nur zu Fuss irgendwo hingehe: erstens würde sie mir immer wieder davonfahren und das finde ich Obergefährlich und zweitens müsste ich sowieso am Schluss den Roller, Helm, Kind, Einkaufstüten selbst tragen. Deshalb geht meine Grosse nur zu Fuss :)

Da stehen und heulen: einfach stehen lassen. Wenn ich das Geheule nicht mehr ertrage, dann muss sie ins Zimmer gehen und sich dort ausheulen und kann erst wieder rauskommen, wenn sie sich beruhigt hat. Mütter dürfen auch ihre Komfortzone haben.

Eigene Überlegung: kann es sein, dass deine Kleine vielleicht Hunger hat und leicht unterzuckert ist? Kinder reagieren darauf immer sehr bockig und mit viel Schreien.
Oder am Abend: ist deine Kleine wirklich müde beim zu Bett gehen oder muss sie noch kurz auspowern? Wäre es eine Möglichkeit, dass sie eine halbe Stunde noch alleine Spielt und runterzukommen und dann aber sehr konsequenterweise im Bett bleiben muss?

Was ich sonst so mache:
Ich weiss, das wird immer wieder hochpädagogisch diskutiert, ob es dem Kind schadet oder nicht, aber ich mache es seit neustem und es ist für uns wirklich wertvoll geworden: der Stuhl! Wenn meine Grosse nicht auf mich hört und zum Beispiel das Baby immer wieder hart anfasst, sie hochheben will oder ähnliches, dann muss sie auf ihren Stuhl und muss still dort sitzen bleiben für 3 Minuten (sie ist 3 Jahre alt). In unserem Beisein. In dieser Zeit rede ich nicht mit ihr und wenn sie aufsteht, dann wird die Zeit verlängert. Wenn der Wecker klingelt, dann darf sie runter und das wirkte Wunder. Natürlich kann man das nicht immer machen, so verliert das die Wirkung.

Entzug: Wenn sie so bockig ist oder schlägt, dann entziehe ich ihr Privilegien: keine Süssigkeiten für heute, Fernseher wird gestrichen (obwohl das mich dann manchmal auch mitstraft, denn diese Fernsehzeit ist für mich Erholungszeit), keine Geschichten hören, etc. Fühle mich jeweils wie Lilly von How I met your mother :) aber es wirkt, denn auch so ein kleines Wesen kapiert, dass solche Konsequenzen nicht lustig sind.

Laut werden bringt in meinen Augen nur dann etwas, wenn man nur selten laut wird. Eine Eigenschaft, die ich leider bis jetzt nicht habe.. Leider werde ich oft lauter und das beeindruckt dann meine Grosse überhaupt nicht mehr. Das ist nur schlecht für die eigene Gesundheit, ich jedenfalls wurde schnell zornig und nervös und das hat sich auf meinen Herzrhyrhmus ausgewirkt...
Ich habe jetzt angefangen, relativ schnell Konsequenzen zu ziehen, denn ich habe mich dumm und fuselig geredet und niemand hat es interessiert. Das heisst, statt 10 Mal zu sagen, „bitte aufräumen„ oder „das darfst du nicht machen“, sage ich es noch 2 Mal und beim dritten Mal gibt es schon eine Konsequenz. Sonst wäre ich durchgedreht, wenn ich den lieben langen Tag rede und befehle und bitte und es wird nichts gemacht. Das zieht sich sogar bis zu meinem Mann. Wenn er irgendetwas nicht verräumt, wird es nun schneller entweder weggeworfen oder so aufgestellt/verräumt wie ich will :) Denn auch ich darf mich wohlfühlen und nicht immer nur nach dem Wohlfühlen der anderen schauen.

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Danke für deine Antwort. Also sie tritt und haut mich zum Glück recht selten, meistens rödelt sie ewig lange im Bett rum, singt und macht faxen. Da muss ich irgendwann dann auch echt alleine schon deshalb aus dem Raum raus, weil ich sonst selbst platze 🙈

Die Katze wohnt ja bei uns, ist also auch in der Wohnung ständig da. Aber ja klar, die Katze soll ihr dann halt eine scheuern. Nur sie ist da echt hartnäckig und maxht es immer wieder 🙄

Wie soll ich denn ein Kleinkind, was nicht gehen will zum gehen zwingen? Ich kann sie ja schlecht den ganzen Weg hinter mir her ziehen? 🤔
Mit dem Roller darf sie schon fahren, weil sie das mit ihren zweieinhalb echt total gut macht und auch eigentlich echt lieb ist im Straßenverkehr. Ich erlaube ihr auch ein gewisses Stück vorzufahren, da sie genau weiß, an welcher Stelle sie anhalten muss und wenn ich Stopp rufe sie stehenbleiben muss. Meistens fährt sie aber auch nur ein paar Meter vor und wartet von alleine auf mich und an der Straße wo wir rüber müssen, hält sie von alleine an. Ich muss aber auch dazu sagen, dass wir auf dem Dorf wohnen und hier nicht soviel los ist auf dem Weg zum Kindergarten und die kleine Straße die es zu überqueren gilt, kaum befahren ist. Das Drama mit dem Tragen spielte sich leider dann auf dem Rückweg vom Kindergarten ab, da stand der Roller ja schon da. Und wenn sie trotzt, hat sie echt Ausdauer, ich will ihr aber auch nicht immer den Willen geben.

Sie ist halt generell ein sehr unruhiger Geist, motorisch ziemlich gut drauf, aber immer in Bewegung und am zappeln, still sitzen geht nur in absoluten Ausnahmefällen und das auch nur ganz kurz. Ich frage mich schon, wo das am Ende in der Schule mal hinführen soll, wobei mir die Erzieherinnen im Kindergarten gesagt haben, dass sie dort nicht so ist. 🤷‍♀️

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die konsequenzen und deine erziehung finde ich sehr "streng".

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Bei der Schlafsituation wäre ich aufgestanden, hätte ihr gesagt, wer haut und Haare zieht, muss dann wohl alleine schlafen und hätte kurz den Raum verlassen. Wenn sie dann brüllt, wieder reingehen und fragen, ob sie möchte, dass du dich wieder dazu legst.

Vielleicht war sie auch gar nicht müde und hat deshalb rumgekaspert? Grundsätzlich finde ich du machst alles richtig. Austrotzen lassen, nicht nachgeben, konsequent aber liebevoll sein. Ich glaube schon, dass das der richtige Weg ist, um durch diese Phase durchzukommen.

Du glaubst ja gar nicht, wie schnell die Mäuse groß werden und nix mehr von dir brauchen, dann sehnst du dich nach den anhänglichen Zeiten zurück :-p

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Doch, sie war schon müde aber sie scheint immer Angst zu haben etwas zu verpassen. Vielleicht hab ich auch gestern den Zeitpunkt verpasst und sie war schon drüber. Aber sie macht das Spiel manchmal abends auch und da ist sie dann definitiv müde. Den Raum verlassen hab ich auch schon ein paarmal. Dann heult sie und kommt raus. Hält dann aber nur kurz an und dann geht es meistens wieder von vorne los. Gestern hab ich sie in ihr Zimmer geschickt und gesagt sie soll alleine in ihrem Bett schlafen. Normal weint sie dann immer und geht auf ihr Bett und wartet bis ich dann nach 1 bis 2 min wiederkomme.
Gestern hat sie dann Duplo gebaut, dann ging sie in die Küche, holte sich erstmal nen joghurt und nen Löffel, kam dann zu mir und fragte dann mit engelsstimme, ob sie mir einen Kaffee machen soll, ist losgetigert und hat schon Tasse etc geholt.. naja, da konnte ich auch nicht mehr konsequent böse sein und hab den Mittagsschlaf dann aufgegeben 😅🤷‍♀️

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Kann sie sich schon gut genug ausdrücken, dass man mit ihr reden kann?

Bei solchem Zirkus im Bett hab ich gesagt, dass ich das nicht aushalte und aufstehe und hab das auch gemacht. Ich habe aber auch gefragt, ob sie schon müde sind und hätte sie noch etwas aufstehen lassen und eine halbe Stunde später es nochmal versucht.

Mit Fahrzeugen wie Roller oder Laufrad zum Kindergarten habe ich nie erlaubt. Da gab es nur laufen oder Buggy oder selten Auto.

Und ich habe immer gesagt, ich würde sie soo gern tragen, weil ich es so schön fand, sie zu tragen als sie Babys waren, aber leider seien sie jetzt so groß, dass ich Rückenschmerzen vom Tragen bekomme...

Hm, so richtig hilft das wahrscheinlich nicht, meine Kinder haben nie an mir geklebt, die waren eher Weglaufkinder. Anders anstrengend;-).

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Ja sie redet seit sie 1,5 Jahre alt schon sehr gut, also im Prinzip ganz normal. 😊

Mit den Rückenschmerzen sage ich auch oft, aber in ihrem "Mama soll mich holen" Wahn interessiert sie gar nichts. Manchmal geht sie sogar extra aus dem Raum, schmeißt sich dann auf den Boden und sagt, dass ich sie holen soll und sie nicht kommen möchte. 🥴

Die Weglauferei haben wir zum Glück soweit hinter uns. Eine zeitlang hat mein Mann mit ihr im Laden immer fangen gespielt wenn sie weggelaufen ist 🤦‍♀️🤦‍♀️ mit mir gab es das nicht. Bin extra nie hinterher gerannt sondern immer versucht ihr entgegenzukommen und dann gab es auch ne Ansage. Und sie hat Connie verliert die Mama geguckt und jetzt muss ich sie im Laden nur daran erinnern und sie bleibt immer bei mir. 😂 Ist mein Mann dabei, rennt sie allerdings teilweise immer noch weg.

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Ich hatte mir gestern mit meinem Sohn (2) auch einige Auseinandersetzungen. Was bei ihm meist klappt ist ihn etwas bocken zu lassen. Wenn ich merke er beruhigt sich langsam gehe ich auch seine Höhe und erkläre ihm ruhig warum er zum Beispiel die Sache aufheben soll.

Wenn er sich arg in seinen Bock gearbeitet hat hilft meinst nur still dabei stehen und warten .... oder auch mal den Raum wechseln.

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bei dem schlafproblem wäre ich einfach aus dem zimmer gegangen.

das mit den 40 minuten finde ich unnötig, da hätte ich sie einfach getragen und gut ist. ich kann mir auch nicht vorstellen, wie man 40 minuten dort rumdiskutieren kann. ich würde mir nach ein paar sekunden zu blöd vorkommen und hätte nachgegeben.

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Ich kann sie doch nicht den ganzen Weg von der Kita nach Hause tragen? 😳 Ich hatte ja auch noch den Rucksack, ihren Helm und den Roller. Wie soll das denn funktionieren, wenn sie immer ihren Willen bekommt? Sie ist zwar normalerweise immer voller Energie und ständig in Bewegung, gleichzeitig aber auch sowieso lauffaul und wenn ich zum Beispiel mit ihr durch die Stadt gehe, läuft sie nicht einen einzigen Meter und ich halte nichts davon das Kind die ganze Zeit im Buggy zu kutschieren. Nehme ich den mit, bekomme ich sie nicht eine Minute dort raus. Deshalb bin ich froh, dass sie normalerweise so gerne Roller fährt.

Ich habe übrigens nicht rumdiskutiert. Sie wollte nicht mit dem Roller fahren, da habe ich ihr gesagt, dass sie auch nicht muss und das sie ja auch laufen kann und das völlig okay ist und ich den Roller dann trage. Das wollte sie auch nicht und mehr Alternativen gibt es halt nicht 🤷‍♀️ dann hat sie gebockt und ich hab gewartet bis sie fertig war. Nach 40 min änderte sich plötzlich schlagartig die Stimmung und sie fuhr mit voller Freude auf dem Roller nach Hause. Problem war halt, sie hat echt Ausdauer. Was ja für das spätere Leben auch echt gut sein kann, aber es kann doch auch nicht sein, dass sie immer sofort ihren Willen bekommt? Machst du das denn immer so? Direkt nachgeben, weil Kind jetzt Bedürfnis XY hat? 🤔

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Ich denke nicht, dass das nachgeben ist. Man muss als Elternteil ja auch nicht immer seinen Willen durchsetzen.

Meine Tochter hat diese Phasen überhaupt nicht, wir erziehen letztendlich nicht in dem Sinne, da wir auch nur 3 Regeln haben. Sie läuft so mit und wenn sie mal genervt ist, ist das vollkommen in Ordnung, das ist jeder mal. Und dann ist es auch okay, wenn ich "nachgebe" und sie dann ihren "Willen" bekommt.

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Versuch doch mal, herauszufinden welche Bedürfnisse hinter dem Verhalten deiner Tochter stecken! Kinder tun nie was gegen uns sondern für sich!! Das muss man sich bewusst machen! Irgendwelche Bedürfnisse scheinen einfach nicht erfüllt sein.
Mit 2,5 finde ich sie schon noch ziemlich klein! sie scheint im Moment einfach deine Nähe zu brauchen! Ich habe auch so ein Exemplar zu Hause und weiß, wie anstrengend es ist. Wenn es möglich ist, versuche ich ihr aber dieses Bedürfnis nach Nähe und Getragen werden zu erfüllen.
So ein langer Kita Tag ist garantiert anstrengend für so ein kleines Kind! Du bist die erwachsene und solltest im Vorfeld mitdenken! Du trägst die Verantwortung, nicht dein Kind! Sie war bestimmt aus irgendeinem Grund einfach müde, überreizt, oder sonst was. Sie wird irgendeinen Grund/ein Bedürfnis gehabt haben weswegen sie lieber getragen werden wollte. Ich würde an deiner Stelle da beim nächsten mal die Verantwortung/Weitsicht übernehmen und mir überlegen, wie man den Rückweg ihren Bedürfnissen entsprechend angehen kann. Trotzen war das ganz sicher nicht!!!

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Sie bekommt hier fast 24/7 Aufmerksamkeit, schon immer, weil sie diese schon als Baby lautstark eingefordert hat. Was haben wir sie in den letzten 2,5 Jahren durch die Gegend getragen...
Ist sie ab 2 Uhr zuhause, dreht sich der restliche Tag nur noch um sie und alleine spielen ist hier auch Fehlanzeige. Ist auch okay, aber irgendwie muss sie ja irgendwann auch mal lernen, dass es mal kurze Pausen geben darf. Und auch wenn, wie du natürlich recht hast, 2,5 Jahre noch sehr klein ist, sollte es wohl auch drin sein mal nicht ständig getragen werden zu wollen in dem Alter. 🤷‍♀️ Bekommt sie gerade mal keine Aufmerksamkeit, weil ich zB am kochen bin, dann fängt sie an zu ärgern. Knallt zb mit den schranktüren und hört nicht auf. Alles reden nützt dann nichts und sie setzt halt immer noch einen drauf. Letzte Konsequenz bleibt dann leider nur raus aus der Küche. Mitkochen lassen ist auch schwierig, weil sie dann alles das machen möchte, was ich auch mache und sie kann halt noch keine Kartoffeln Schälen.
Guckt sie mal ein bisschen Fernsehen und sitze ich nicht neben ihr, sondern will die Zeit nutzen, um kurz was am PC zu machen, kommt sie und patscht auf der Tastatur rum. Solange und immer schlimmer, bis ich aufgebe und den Laptop wegpacke.

Wie soll man denn da handeln? Du würdest dann immer alle Bedürfnisse erfüllen, die deine Kinder dann gerade haben?

Zu dem Rückweg und der Verantwortung und der Weitsicht kann ich dir nur folgendes Beispiel erzählen :
Nach dem Theater mit dem Roller bin ich einen Tag später mit dem Auto hin um sie abzuholen. Dreimal darfst du raten, was da los war. Richtig, zickerei, weil sie lieber Roller fahren wollte anstatt Auto!
Was ich damit sagen will: Man kann bei ihr nicht planen oder mit Weitsicht handeln. Ist nur eine Situation falsch, ist der gesamte Tag im Eimer. Habe ich ihr zb ausversehen in der Kita beim abholen aus der Jacke geholfen, ist Ende. Dann habe ich den ganzen Tag Gebrüll und Heulerei wegen jeder Kleinigkeit. Es ärgert sie dann so dermaßen, dass sie nicht aufhört zu nölen.

Viele Situationen kenne ich, zb sämtliche Verpackungen immer nur ein Stückchen aufmachen, damit sie den Rest alleine machen kann. Immer erst fragen ob sie Hilfe braucht oder es alleine kann etc. Aber manche Launen sind echt nicht vorherzusehen und dann geht es los. 🤷‍♀️

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Die Kinder machen das in dem Alter, weil sie einen eigenen Willen entwickeln und testen, wie gut der sich bei anderen durchsetzen lässt. Das ist ein Teil der Entwicklung gesunder Kinder.
Da braucht man keine "Gründe" oder "Bedürfnisse" konstruieren.
Das ist lediglich nicht bei allen Kindern gleich früh oder gleich stark ausgeprägt.
Unsere Tochter hat in dem Alter schon richtig heftig getrotzt, unser Sohn erst ein Jahr später.

Wenn man jetzt mit Bedürfnisorientierung arbeitet, wird das Kind nur immer fordernder, weil es keine Grenze findet und weiter bohrt. Unsere Oma wollte das auch nicht begreifen, bis unsere Tochter sie richtig springen lassen hat. Ihr ging es da nicht um die Erfüllung eines Bedürfnisses, sondern darum, wie hoch Oma springt, wenn sie immer weiter hopp sagt.;-)
Konkret hat sie sich ein Abendessen nach dem anderen bestellt, und es immer abgelehnt, sobald es fertig war. Das ging 5x so. Dann hatte Oma kapiert, dass wir Recht hatten. ;-)

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Ich hab das jetzt nur so überflogen alles (triggert mich selbst hart grad :D Meiner war mit 2,5 auch so ähnlich)

Die Autonomiephase!

Ich empfehle dir das Gewünschteste Wunschkind aller Zeiten zu lesen bzw als Hörbuch zu hören,bei 24/7 Kindern zu lesen ist ja eher nicht machbar.

Da wirst du ganz sicher die Hilfe kriegen die du brauchst <3

LG

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Danke, hab ich schon gelesen 😊

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Na, was hast du denn dann an dem Buch nicht verstanden?🤔 vielleicht solltest du es nochmal lesen und diesmal konzentrierter dabei sein? es gibt da übrigens auch einen Blog zu mit Artikeln zu gezielten Themen!

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Hallo,

wer zwickt und ärgert, muss alleine einschlafen.
Wer die Katze ärgert, bekommt die nächste Vergünstigung gestrichen.

Am Kindergarten hätte ich gesagt, dass ich den Krempel stehen lasse. Wenn sie das nicht mehr will, können es sich die anderen Kinder nehmen. Das fanden unsere Kinder gar nicht mehr witzig und wollten es auf einmal doch mitnehmen.
Wenn die Kinder zu Fuss nicht mit wollten, bin ich auch schon mal um die nächste Ecke gegangen.
Wenn sich unsere Tochter brüllend auf dem Boden gewälzt hat, habe ich sie aus dem Weg gelegt, gewartet und ab und zu nachgefragt, ob sie bald fertig ist. Was sie wollte, gab es so natürlich schon mal gar nicht.

Das ist die Trotz- oder Autonomiephase. Die Kinder loten aus, wie weit sie ihren Willen durchsetzen können.
Da muss man Grenzen setzen und Konsequenzen ziehen und zwar möglichst zeitnahe und logische. Abends kein Fernsehen ist für kleine Kinder so weit weg, dass sie es nicht als Konsequenz für etwas, das mittags war, wahrnehmen. Das klappt selbst bei jungen Grundschulkindern noch nicht.
Für das Ärgern der Katze gibt es leider keine logische Konsequenz.
Je kleiner die Kinder sind, umso länger dauert es, bis der Zusammenhang zwischen Verhalten und Konsequenz hängen bleibt. Da sind viele Wiederholungen nötig, was aber nicht heißt, dass es nicht funktioniert.
Inkonsequenz, also heute streng und morgen locker in der gleichen Situation, ist übrigens das schlimmste, was man machen kann. Das heißt für Kinder, immer wieder und weiter probieren, denn das kann ja klappen.

LG

Heike

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Um die Ecke bin ich auch schon paar Mal. Das juckt sie überhaupt nicht ;) ich habe meinem Mann schon gesagt, dass ich eigentlich eine Stunde lang irgendwo Kaffee trinken gehen könnte, sie würde es nicht interessieren :) Es ist eine grosse Herausforderung zu spüren und zu erkennen, welche Massnahme greift, dann ist es je nach Situation und Kind immer anders.

Was ich an solchen Situationen immer am schlimmsten empfinde, ist, dass man ständig beobachtet wird. Beim Einkaufen von anderen Einkaufenden, auf dem Spielplatz von anderen Eltern. Für irgendjemand macht man es immer völlig falsch, obwohl man weiss, dass diese eine Konsequenz für das Kind richtig ist. Das finde ich extrem stressig, das ständige Beurteilen von Nichtbeteiligten. Nicht das Trotzen, nicht das wegrennen oder das im Dreck wühlen stresst mich in erster Linie. Sondern dass solche Sachen vor allem in der Öffentlichkeit geschehen und alle immer gespannt warten, ob man es denn auch richtig angeht.

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Liebe Heike,

Ich verstehe nicht, wieso man bei seinen Kindern davon ausgeht, dass sie gegen uns kämpfen. Als ob Erziehung ein (macht)Kampf sei.
Bei uns klappt es komischerweise ohne konstruierte „logische Konsequenzen“, die in Wirklichkeit einfach nur getarnte Strafen sind die auf Demütigung, Drohungen und Trennung basieren. Und doch, bei der Katze gibt es eine logische Konsequenz: wenn sie geärgert wird, wehrt sie sich!

Strafen führen zu einem angepassten kind, was aber nicht verstanden hat, wieso etwas verboten ist oder gerade sein muss. Es meidet das unerwünschte Verhalten nur aus Angst vor der nächsten Bestrafung/Trennung.

Da ich nicht doppelt schreiben will (du hattest mir ja oben schonmal geantwortet) antworte ich hier in einem!
Für mich macht es sehr wohl Sinn, immer erstmal zu schauen, welches Bedürfnis hinter dem Verhalten meines Kindes steckt. Wir hatten hier jetzt eine Phase, wo morgens immer direkt nach dem aufstehen beim anziehen ein Riesen Theater war. Ich bin schon genervt in den Tag gestartet. Bis ich auf die Idee gekommen bin, dass meine Tochter morgens früh einfach Hunger hat, dies aber scheinbar einfach noch nicht mitteilen konnte. Seitdem nehmen wir abends eine Banane mit hoch, die sie morgens früh, wenn sie wach wird, noch im Bett bekommt (nein, normalerweise essen wir nur am Tisch und sonst nirgendwo im Haus). Damit es keine riesige schweinerei wird füttern wir sie und es stehen Feuchttücher bereit. Das ist ein Kompromiss der für uns alle ok ist. Ich genieße es dann auch, die 10 Minuten einfach noch unter der Bettdecke bleiben zu können.
Danach können wir alle ganz entspannt in den Tag starten. Sie hat mehr Geduld und ich auch.
Ich Hätte natürlich auch einfach meinen können dass sie nur „bocken“ will und mich testet und dann ganz konsequent den Raum verlassen und sie allein lassen und sie am besten noch hämisch fragen ob sie „fertig“ ist. Mit Hunger und dem Wissen, dass die mama eben nicht immer für sie da ist, zumindest nicht, wenn sie grad nicht „funktioniert“.
Das gleiche anfang Januar beim Zähne putzen: sie hat sich 3 Tage geweigert, wir haben es probiert aber sie dann gelassen. Ich hatte echt Bauchschmerzen dabei und gezweifelt, ob das der richtige Weg sei. Dann hat sich durch einen riesigen Zufall herausgestellt, dass sie die Hand Mund Fuß krankheit hat. Im Mund war der Ausschlag ziemlich stark, an der Hand hatte sie ein einziges Bläschen, die an den Füßen waren so klein und blass dass man sie nur wenn man darauf geachtet hat sah. Hätten wir sie also gezwungen Zähne zu putzen, weil wir der Meinung sind dass sie nur trotzen will und wir ja schließlich die Autoritätsperson sind die grad getestet wird, hätten wir ihr noch mehr schmerzen zugefügt. Ich bin mir sicher, ohne diesen Zufall hätten wir im Nachhinein nichtmals gemerkt dass sie Hand Mund Fuß hatte.
Es gibt 1000 solcher Beispiele wo durch genaueres hingucken dann doch sichtbar wird, dass das Kind aus irgendeinem Grund grad nicht anders KANN!

Das große Missverständnis bei der Bedürfnisorientierten Erziehung (auch bei denen, die meinen diesen Erziehungsstil zu vertreten) ist, dass nicht hinterfragt wird, was wirklich ein Bedürfnis ist. Ich unterscheide da schon und berücksichtige, dass wir alle Bedürfnisse haben. Auch mein Mann, ich und sogar unser Hund. Es heißt nicht, dass immer alles nur nach der Nase unserer Tochter läuft, damit sie bloß Nicht schreit und Konflikte vermieden werden. Aber auch mit einem Kleinkind kann man Kompromisse schließen und es einfach ernst nehmen und seine Bedürfnisse sehen. Ich wäge ab und hinterfrage meine glaubenssätze. Warum will ich etwas grad nicht? Weil es gefährlich ist? Weil es mir grad zu umständlich ist? Weil „man“ es nunmal so macht/bzw. nicht macht?
Gestern wollte sie bei strömenden Regen unbedingt in den garten und sich aber nichts anziehen. Ich habe sie dann gelassen. Sie hat ziemlich schnell gemerkt, dass es wirklich nass ist und ist von selbst wieder rein gekommen. Natürlich musste ich sie umziehen aber ich hatte die Wahl zwischen einem Machtkampf und mal eben die strumpfhose wechseln und eigene Erfahrungen machen lassen. 🤷‍♀️
Zu der Situation mit der Oma: auch das hat nichts mit Testen zu tun. Ich bin mir sicher, dass das Kind einfach mit der Auswahl überfordert war. Kindern ist nicht klar, dass sie, wenn sie sich für eine Option entscheiden, sich gleichzeitig auch gegen die andere entscheiden. Mir selbst fällt es im Restaurant immer extrem schwer mich für ein Essen zu entscheiden!
Ich gebe meinem Kind den Rahmen, in dem es selbst entscheidungen treffen kann vor und auch nur so, dass ich die Entscheidungen mit tragen kann. Wenn wir zb morgens Termine haben und nicht genügend Zeit ist, gibt es halt die Wahl zwischen Brot und Müsli. Will sie trotzdem Pfannkuchen, verspreche ich ihr, dass wir diese zb am Wochenende oder zum Mittagessen/ nachmittags/ am Abend machen und halte dieses Versprechen auch!
Bei uns gibt es wenige Regeln, aber wenn wir mal nein sagen, wird das auch schnell akzeptiert. Bekommt sie trotzdem einen Wutanfall sind wir auch da für sie da und begleiten sie in ihren Emotionen. Bei uns gibt es keine künstlichen, ausgedachten Grenzen, weil die nunmal gesetzt werden müssen. Mein Mann hat seine persönlichen Grenzen, ich hab meine und meine Tochter hat ihre. Indem wir ihre Grenzen respektieren, lernt sie auch unsere Grenzen zu achten. Bei papa sind andere Dinge erlaubt als bei mama und umgekehrt.
In gefährlichen Situationen, wie zb im Straßenverkehr oder bei Entscheidungen, die sie einfach nicht treffen kann (zb ob sie ein Medikament nehmen muss oder nucht) übernehmen wir natürlich die Verantwortung und da ist unser Bedürfnis nach ihrer körperlichen Unversehrtheit natürlich über all ihren Bedürfnissen!
Man kann auch eine Autorität haben ohne autoritär zu sein! Kinder wollen uns folgen und unsere Aufgabe ist es, ihnen die bedingungen zu schaffen dass sie uns so vertrauen und sich so wohlfühlen, dass sie es wollen und können. Empathie lernen kinder übrigens dadurch, dass sie selbst Empathie erfahren!

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Hallo,

du machst das doch echt gut. Ich finde in unseren hektischen Zeit hat man oft gar nicht mehr die Muße, mal einfach stehen zu bleiben und das Kind machen zu lassen, auch wenn es sich trotzig am Boden wälzt.
Mit dem Schlafen, da würde ich das Bett verlassen und am besten den Raum, Tür offen lassen und evtl. aufräumen oder sowas.

Ansonsten haben mir Kindes Kuscheltiere oft aus der Patsche geholfen. Plötzlich haben sich zwei hör- aber nicht sichtbar angefangen zu streiten, wer den jetzt wen tragen muss und warum Rückenschmerzen weh tun, um beim Beispiel zu bleiben.
Das hat dem Kind immens geholfen, aus seinem Anfall zu finden und nachzusehen, was los ist ohne sich eine Blöße geben zu müssen.
Und ich hatte auch ein Ventil, ich durfte nämlich schimpfen ohne dass ich dafür grob oder ungerecht wurde.

VG, midnatsol