Andere Kinder zurechtweisen

Guten Morgen đŸŒŒ

gestern waren wir mit einer Freundin und ihrer Tochter auf dem Spielplatz. Ein fremder Junge ist ĂŒber die Sandburg der Tochter gelaufen. Daraufhin hat meine Freundin ihn zu uns gerufen und darauf bestanden, dass er sich entschuldigt, was er nicht machen wollte. Sie hat dann ziemlich lange auf ihn eingeredet, bis er fast geweint hat. Ich habe dann eingegriffen und sie gebeten, es doch bitte einfach darauf beruhen zu lassen; es sei nicht ihre Aufgabe, ihn zu erziehen.

Wir hatten daraufhin eine Diskussion darĂŒber, wann man etwas sagt und wann nicht.

Nur wenn es etwas Ă€ndern wĂŒrde (Spielzeug zurĂŒckgeben) oder auch im Nachhinein (entschuldigen, wenn Sandburg bereits zerstört ist)?
Nur wenn das eigene Kind betroffen ist oder auch wenn man Situationen mitbekommt?
AbhÀngig von der Reaktion (weint mein Kind, wenn ihm das Spielzeug weggenommen wird) oder aus Prinzip (Kind soll lernen, dass generell nichts weggenommen wird)?
Wenn Eltern des betreffenden Kindes anwesend sind?
Sobald etwas oder jemand zu schaden kommt (zB. Steine auf Tiere werfen, Pflanzen oder GegenstÀnde kaputt machen)?
Bei allem, was man dem eigenen Kind auch nicht durchgehen lassen wĂŒrde?

Es wĂŒrde mich einfach interessieren, wie ihr das handhabt. Wann greift ihr ein und wann nicht?

Viele GrĂŒĂŸe,
Paulee đŸŒ·

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Es hÀtte von meiner Seite wohl ein "ey" gegeben. Aber ich hÀtte den Jungen nicht zu mir gerufen und ihn bequatscht.

Ist doch auch völlig gegen jede Regeln, dass man nicht mit Fremden sprechen soll. Man sollte sich also auch als Eltern daran halten nicht einfache fremde Kinder ansprechen oder sie gar zu mir rufen.

Einen Anraunzer haben aber auch schon fremde Kinder von mir bekommen und da war es egal, ob mein Kind weint oder nicht.

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"Ist doch auch völlig gegen jede Regeln, dass man nicht mit Fremden sprechen soll."
Stimmt, daran hab ich nicht mal gedacht.

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Wenn ein Kind etwas offensichtlich falsch macht bzw. allgemein als nicht in Ordnung ist, dann kann man auch etwas sagen. Bei der Sandburg wĂŒrde ich noch unterscheiden ob bewusst oder aus Unachtsamkeit. Wurde sie bewusst zerstört, dann finde ich es in Ordnung ihn zurechtzuweisen, ob ich bis zur Entschuldigung gemacht hĂ€tte, wohl eher nicht. Meine Tochter hat mit 4 das selbst geregelt. Da hat ein wesentlich Ă€lterer Junge ihren Sandpudding zerstört. Sie hat ihn dazu gebracht ihr einen neuen zu machen, ganz ohne meine Hilfe.

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Wenn das Verhalten des Kindes mich oder mein Kind betrifft, spreche ich das Kind oder ein Elternteil freundlich darauf an. Fertig. Wenn es mit mir nichts zu tun hat, halte ich mich möglichst heraus. Ausnahme wĂ€re wohl, wenn ich merke, dass ein Kind sich dauerhaft wie ein Tyrann verhĂ€lt und die Eltern nichts tun/nicht anwesend sind. Da wĂŒrde ich auch was sagen, aber in normalem Ton.

Anblöken finde ich sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern völlig unpassend. Habe ich selbst mal erlebt, dabei hatte mein Kind gar nichts schlimmes gemacht, die Mutter hatte nur die HÀlfte gesehen, die Situation falsch interpretiert und wollte mir dann auch noch erzÀhlen, was passiert war.

Da habe ich eine Grenze gezogen und ihr gesagt, dass ich das mit meinem Kind sehr gut alleine klÀren kann. Einmischen geht gar nicht, Kinder sind kein Allgemeingut, das man einfach miterziehen kann.

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Deine Freundin hat klar ĂŒbertrieben. Gut, der Junge hĂ€tte von selbst sagen können, dass es ihm leid tut. Er hat es halt nicht so tragisch gesehen oder war vielleicht einfach zu schĂŒchtern? Dass sie ihn solange drĂ€ngt, bis er weint, finde ich absolut nicht in Ordnung. Wegen einer Sandburg??!! Kinder sollten sich das selber ausmachen. Sie kann ja ihrer Tochter beibringen, dass sie es dem Jungen selber sagt, dass ihr das nicht gefĂ€llt. Oder vielleicht war es ja der Kleinen sogar egal?
Es gibt schon Situationen, wo man sls Erwachsener einschreiten soll, aber wegen einer zerstörten Sandburg einen fremden Jungen zum Weinen bringen ist definitiv ĂŒberzogen.

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Ich weiß nicht. Ich vermute, dass es SchĂŒchternheit war. Kinder wirken ja oft "unhöflich", wenn sie eigentlich schĂŒchtern sind.
Die Tochter fand es auf jeden Fall nicht so tragisch wie ihre Mutter.

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Wie alt war denn der Junge?

Ich zwinge meine eigenen schon Kinder nie sich zu entschuldigen. Eine erzwungene Entschuldigung bringt mir gar nichts und mein Kind sieht dadurch sein Fehlverhalten ja auch nicht ein. Wenn ein befreundetes kid von seinen eltern dazu genötigt wird, sich bei mir zu entsxhuldigen, empfinde ist das aka total unangenehm.

Ich weise andere Kinder zurecht, wenn sie meinen Kindern etwas tun(wollen). Also nur wenn es uns direkt betriffr.

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Sorry fĂŒr die Tippfehler mir fallen schon die Augen zu...

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Er war ungefÀhr vier.

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Völlig ĂŒberzogen. Es war kein 10jĂ€hriger, sondern 4 jĂ€hriger, der evtl selber im Spiel war. Ich hĂ€tte wohl einen kurzen Spruch gemacht, kommt aber auf die Situation an. Es steht mir als Erwachsener bei einem fremden Kind nicht zu, erzieherisch einzugreifen. Letztlich muss man auf einem öffentlichen Spielplatz damit rechnen.

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huhu!
schwieriges thema.

also ich greife mir ja auch schon mal ein fremdes kind und gebe ne ansage.

aber dieses "entschuldigen mĂŒssen" da krieg ich die krĂ€tze. was bringt das? außer demmĂŒtigung? davon wird nichts wieder heile, und besser fĂŒhlt sich dadurch auch keiner.

ich hÀtte dem kleinen knilch eine ansage geamcht, dass das ja wohl nicht so doll war, und er doch sicher auch nicht möchte, dass jemand SEINE bauwerke kaputt macht. und gut ists. eine nachricht, die in der regel schon ankommt, ggf erst spÀter wirkt, aber siewirkt eher als dieses "gib brav das hÀndchen"

außerdem kann man sich mit derlei gezwinge ganz gewaltig in probleme bringen, denn man hat kein zĂŒchtigungsrecht ĂŒber andere kinder!

so ein kommentar kommt von mir auch mal wenn keins der kinder meins ist, aber ich finde diese möglichkeit zur erleuchtung sollte man keinem kind vorenthalten. wĂŒnsche ich mir ja auch, dass man es meinen kindern sagt, wenn ich nicht dabei bin.

aber festhalten oder zu irgendwelchen sachen zwingen (außer weggenommenes wiedergeben, anderes kind loslassen oder dergleichen) wĂŒrde ich dir als die andere mama auch ganz schön ĂŒbel nehmen!

ob die eltern dann da sind und nicht eiingreifen oder weit weg sind, macht fpr mich keinen unterschied. wenn die kinder sehr klein sind spreche ich leicht die eltern an, statt die kinder direkt, aber direkt wirkt eigentlich immer besser. und im bekanntenkreis sind wir und einig, darĂŒber.

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Also wenn man einem Kind sagt, dass es sich fĂŒr sein Fehlverhalten entschuldigen soll, finde ich es ziemlich ĂŒberzogen von ZĂŒchtigung zu sprechen. Einem Kind eine Ansage machen finde ich ok, wenn es die Eltern nicht selbst machen oder nicht da sind. Hier geht es zwar nur um eine Sandburg, aber generell finde ich, kann es nicht schaden, wenn die anderen Anwesenden den Kindern sagen, was recht oder unrecht ist. Einige Eltern lassen ihrem ihrem holdem Nachwuchs alles durchgehen und weisen ihn nie zurecht. Von wem sonst sollen diese Kinder es dann lernen, wie man sich sozial verhĂ€lt.

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zwischen "sagen dass es sich entschuldigen soll" und "zu sich rufen und bnicht weglassen bis er fast geheult hat" sind auch welten ;-)

wĂŒrdest du meinen kindern sagen "geh hin und entschuldige dich" wĂŒrden sie es machen und dich innerlich auslachen, oder es lassen. aber wenn du sie zu dir rufen wĂŒrdest und nicht weglassen wĂŒrdest bis sie tun, was du willst - auch wenn das vielleicht unsinnig sein mag oder einfach das kind nicht will, wĂŒrde ich noch am selben tag bei dir vor der tĂŒr stehen und die meine meinung sagen...

der derartiges zwingen (zu was auch immer) ist nicht drin.

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Wenn es mein Kind betrifft und er es selber nicht geregelt bekommt, mache ich Ansagen gegenĂŒber fremden Kindern oder wenn jemand verletzt werden könnte ( egal ob Mensch oder Tier). Bei der Sandburg hĂ€tte ich wohl nichts gesagt. Frust gehört zum Leben, auch das manchmal andere Menschen unfair sind. So Situationen wie mit der Sandburg klĂ€re ich eher mit meinem Kind von wegen " kann passieren" " komm ich helfe dir beim Aufbauen".

Ich persönlich bin dankbar wenn mein Sohn Àrgert, dass er nicht nur von mir sondern von den entsprechenden Personen/ Eltern adÀquat Wind von vorne bekommt allerdings hÀtte ich deine Freundin rund gemacht, wenn sie meinen Sohn so angegangen wÀre.

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Ich mach es vom fremden und von meinem Kind abhĂ€ngig, ob ich eingreife oder nicht. Eigentlich greife ich da nur ein, wenn sich mein Kind nicht wehren bzw. zu helfen wissen kann und/oder das Kind schon mehrfach auffĂ€llig wurde und niemand was unternommen hat. Insgesamt habe ich seitdem ich Mutter bin (6,5 Jahre) nur viermal richtig eingegriffen, jeweils als ein Kind absichtlich mehrfach geĂ€rgert hat oder etwas kaputt gemacht hat bzw. dies wollte. Das waren dann aber auch 4jĂ€hrige und aufwĂ€rts. Sehe ich, dass etwas unabsichtlich passiert ist, wird höchstens kurz darĂŒber geredet, wie schade es ist, dass dies geschah, meistens hat das Kind dann ein schlechtes Gewissen und entschuldigt sich aufrichtig oder macht das kaputte wieder ganz. Erzwungene Entschuldigungen lehne ich strikt ab, sage ich auch Eltern, die dies von ihrem Kind an mein Kind erwarten und das in Anwesenheit beider Kinder. Außer das Kind zu demĂŒtigen bringt es nichts. Meine Kinder lernen aber auch damit umzugehen, wenn etwas unabsichtlich geschieht, soetwas passiert eben mal, v.a. bei kleineren Kindern. Sie passen dann extra auf. Bei kleineren Kindern greift man lieb ein, z.B. wenn eins droht einem anderen die Schippe auf den Kopf zu hauen. Da sind aber meistens die Eltern schneller dabei dies zu unterbinden.

Das waren die GrĂŒnde, weshalb ich mal richtig eingriff: (falls es dich interessiert)
- Ein Ă€lteres Kind wollte einem 2jĂ€hrigem hinten rein rutschen. Ich habe das große Kind dann auf der Rutsche festgehalten und ernst mit dem Kind geredet, ich war zufĂ€llig gerade dort. Beide Eltern kamen auch gleich angerannt und dankten fĂŒr das Eingreifen. Beide Kinder bekamen ihre Standpauke, denn einerseits wird nicht absichtlich in jemand reingerutscht, andererseits sollte man gleich die Rutsche frei machen.
- Ein anderes Kind warf mal mit Sand und das absichtlich auf andere und ins Gesicht. Dem Vater wars egal, war im Handy vertieft. Meine Große (damals 4) und ihre Freunde meinten es durch weggehen selbst zu regeln, aber das Kind fand es natĂŒrlich lustig alle zu jagen, es war irgendwann eine Hetzjagd mit TrĂ€nen. Also stand ich mit voller Sandhand plötzlich da und fragte das Kind, ob ich mal werfen solle, ob das lustig ist. Da war es ganz schnell still und wollte bald vom Spielplatz gehen. Die gejagten Kinder erklĂ€rte ich auch, dass manchmal wegrennen nocht so gut ist, sondern sich anstĂ€ndig gemeinsam wehren. HĂ€tten sie alle gedroht (nicht unbedingt es tun) ihn einzusanden, hĂ€tte er wohl bald aufgehört. Reden brachte den Kindern vorher nichts, daher die Empfehlung einfach mal Gleiches mit Gleichem zu bekĂ€mpfen. Sie waren zwar ein paar Jahre jĂŒnger, dafĂŒr jedoch in der Überzahl (3 Kinder).
- Ein Kita-Kind benahm sich oft daneben und ungerecht, sobald es mit Papa auf dem Spielplatz war. Dieser nahm das Fehlverhalten nicht wahr, er war immer mit seinen GesprĂ€chen beschĂ€ftigt. Mit vernĂŒnftigen Argumenten kam meine Tochter nicht mehr gegen sie an und fand sie einfach nur noch blöd, sagte sie ihr auch. Diese rannte weinend zu Papi und drehte alles so hin, als wĂ€ren alle anderen gemein zu ihr. Dieser Papi sagte in lieben Ton, dass doch bitte alle wieder nett zu seiner kleinen Prinzessin sein sollten, mehr kam nicht. Ich habe mir erst mal nichts dabei gedacht, aber als sich das immer wieder wiederholte, griff ich verbal ein und zwar in Anwesenheit des zunĂ€chst geistig abwesenden Vaters. Ich sagte laut, dass XYs Behauptung eine LĂŒge ist und sie sich jetzt bitte nicht mehr so schlecht benehmen sollte, es verdirbt allen den Tag. Da fing der Vater erst mal an nachzufragen, worum es geht und alle Eltern berichteten, was los war. Es war ihm unangenehm und seiner Tochter erst recht. Dieses Kind mied mich dann eine Weile, weil ich einfach mal ihr eine Grenze setzte und das wiederholte sich ein paar Mal. Aber ein paar Wochen spĂ€ter, wurde sie zutraulicher und sie hat ihr Wesen geĂ€ndert. Sie merkte, dass ich es toll fand und wurde die beste Freundin meiner Tochter. Manchmal muss man einfach mal Grenzen setzen. Ich schnaizte sie aber auch nur ab, wenn sie was anstellte, benahm sie sich normal, verhielt auch ich mich normal.
- Ein anderes Kita-Kind schrie mein Kind an, wenn dieses irgendetwas, das das andere Kind sagte anzweifelte. Die Eltern "erziehen" so, dass das Kind sich die Welt selbst erschließen soll und somit schieben z.B. Feen die Wolken weg usw. Es wurde nie korrigiert von den Eltern, alles soll so sein, wie das Kind sich das vorstellt (m.E. echt eine kranke Einstellung). Mein Kind weiß es nunmal besser, weil wir ehrlich die Fragen erklĂ€ren. Wollte meine Tochter nun sagen, wie etwas in echt ist, wurde sie angeschrieben und auch geschubst. Das kam mehrfach vor und dann reichte es mir, weil aktiv LĂŒgen zu unterstĂŒtzen wollte ich nicht, zudem finde ich Handgreiflichkeiten beim Recht haben wollen, absolut daneben. Ich habe in Anwesenheit des Kindes gesagt, wie die wahre Antwort lautet und meinem Kind erklĂ€rt, dass die Eltern des anderen Kindes dieses einfach gerne anlĂŒgen. Dieses Kind hasste mich seitdem, aber meine Tochter wurde selbstsicherer und gewann die Phrase "jaja, red dir das nur ein" sehr passend als Antwort auf Fantasielösungen. Es entkrĂ€ftete dieses Kind erstaunlicherweise sehr. Die beiden wurden nie Freunde, was ich verstehen kann.

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Danke fĂŒr deine Antwort. Ich finde es sehr nachvollziehbar, dass du dich in den beschriebenen Situationen eingemischt hast 👍