Wie schimpft ihr wenn ihr mal sauer seid?

Hallo, mein Sohn ist seit 3 Tagen 2 Monate alt. Wir waren gestern mit meiner Schwester und ihren 2 kleinen auf dem Spielplatz auf welchem sie eine alte Bekannte traf die mittlerweile 3 kleine Kinder hat. 2, 3 und 5. Es kam zur folgender Situation... die Kinder stritten sich unter einander wegen Spielzeug, dann gab es Konflikte weil sie ihre Schuhe ausgezogen haben. Und so weiter.. es gab praktisch immer was zu meckern bei ihr. Mir fiel nur auf das sie bei jeder Kleinigkeit sofort total Sauer wurde und jedes mal zu den Kindern sagte "gleich klatscht es", "willst du jetzt eine Ohrfeige oder nachher" "es setzt gleich was" "ich schmiere dich gleich" und ähnliches. Ich fand das total unangebracht und zum Teil schon unmenschlich so mit seinen Kindern zu sprechen. Es war schrecklich.. ich habe sie darauf angesprochen das ich mich ungern einmische aber es nicht hören kann und möchte wie sie ihren Kindern im Prinzip mit Schlägen droht... wie sehr ihr das ? Habe ich überreagiert? Sie sagte sowas alle 20 Sekunden gefühlt ...

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Ne, geht gar nicht! Erst Recht nicht bei so kleinen Kindern, die wissen ja dann gar nicht was los ist und es wird eine Atmosphäre der Angst geschaffen.
Meinen 3en sage ich auch schon mal, dass ich sie gleich im Garten vergrabe, wenn sie so weiter machen--aber immer mit einem Augenzwinkern und mit 10,15 und 17 wissen die Jungs, dass ich ihnen kein Haar krümmen kann ;-)
Ich finde es gut, dass du dich eingemischt hast! Mit 3 so kleinen Kindern ist man schnell überfordert und vielleicht denkt sie mal über ihr Verhalten nach.

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Hallo Anonymie1991,

das klingt wirklich nicht schön, das tut mir ja selbst beim Lesen weh. Ich kann gut verstehen, dass Dich das beschäftigt und Du gerne helfen möchtest.
Manchmal kommt man um das schimpfen nicht drumrum oder man rutscht rein, weil man selbst ja auch von seinen Gefühlen geleitet wird. Für sich selbst und vor allem für das Kind es aber viel besser einen ruhigeren und friedlicheren Weg zu finden.
Gewaltfreie Kommunikation funktioniert nicht nur bei Erwachsenen.
Wenn Du mehr dazu lesen möchtest kann ich Dir das Buch von Lisa Meier "Die 10 Regeln der gewaltfreien Kommunikation mit Kindern" empfehlen. Ist sehr interessant und hilfreich.

Alles Liebe
Nadelbaeumchen

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Was sagt sie denn dazu?

Ich sage mal so: wenn sie inflationär Drohungen ausspricht, die sie - so hoffe ich - nicht in die Tat umsetzt, verlieren sie für die Kinder an Bedeutung.
Ich hätte allerdings auch ein Störgefühl, schon weil ich mir nicht sicher wäre ob das nicht doch in die Tat umgesetzt wird.

Ich selber hatte Momente, wo ich dachte, das war der Moment an dem dir deine Mutter damals eine geklatscht hat. Es gibt diese Moment der absoluten Überforderung. Trotzdem - schon weil ich sehr hoffe, dass ich das nie praktisch tun werde - habe ich noch nie solche Drohungen ausgesprochen.
Aber Sinnlosigkeiten wie - wir machen xy nie wieder, ich fahre nie wieder mit dir in den Urlaub etc.pp. habe ich aber auch schon von mir gegeben....

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klingt für mich nach reinster Überforderung. Vielleicht fragst du sie mal, ob du ihr helfen kannst (wenn das von deiner Seite aus geht) oder bietest ihr Hilfe beim Hilfe suchen an. Denn ja, sowas hab ich auch schon gesagt zu meinem Kind, das war als ich in eine Depression rutschte bzw sie dann wohl schon hatte. Wenn man sowas sagt, ist das einfach ein Zeichen, dass einem alles zu viel ist und man nicht mehr in der Lage ist es anders zu lösen. Und wenn man das dann noch in der Öffentlichkeit macht, ist glaub ich schon viel im Argen.
Und urteile nicht über sie. Denn du kannst ja auch gerade noch gar nicht ansatzweise einschätzen wie anstrengend Kinder in dem Alter sind.. und dann noch 3..

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Ich hatte zwei kleine Kinder (Zwillis) und ja, manchmal habe ich mich auch überfordert gefühlt (danach hört es sich für mich bei deiner bekannten an).
Ich habe auch schon mal in einem noch ruhigen, aber ernsten Ton gesagt, sowas wie: hört jetzt endlich auf, sonst werde ich sauer. Und das war keine leere Drohung ;)
Aber mit körperlicher Gewalt gedroht oder sie gar angewendet habe ich nie, dabei kenne ich diese "Erziehungsmaßnahme" aus meiner eigenen Kindheit zur genüge.

Was hat sie zu deiner Kritik denn gesagt?

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Sie scheint etwas überfordert zu sein mit der Situation, allerdings finde ich es noch längst nicht verwerflich einem Kind Schläge anzudrohen, solange nicht zugeschlagen wird. Ich mach das auch manchmal und sag zu meinem Knirps "gleich setzt es was", würde es aber niemals tun. Du hättest ihr aber auch helfen können, als das dann später in einem Forum breitzutreten. Ich zB wäre auf sie zugegangen und hätte mich mit ihr darüber unterhalten und ihr eventuell Unterstützung angeboten.

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Und wie findest du es wenn dein Kind älter wird und anderen Schläge androht?

Oder dein Mann sagt zu dir "Gleich setzt es was, wenn du nicht aufhörst".

Ich bin auch kein Engel, aber bei Gewalt androhen hört es sich bei mir auf.

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Mein Vater hatte stets eine kurze Lunte, mit mir, im Strassenverkehr etc. Der erzieherische Wert war letztlich, dass ich ihm möglichst nichts erzählt habe und den Mist einfach angestellt habe, wenn er es nicht gesehen hat. Das hat sich bis ins Erwachsenleben gehalten, ich habe ein erfolgreiches Studium und berufliche Tätigkeit simuliert, ohne dass er mitgekriegt hat, dass ich wegen anderweitiger ausgebrannt rumsitze. Ich habe die längst überwunden und dann auch das Studium beendet, aber mit meinen Eltern nie darüber geredet, auch nicht mit meiner Mutter, weil sie es als erstes meinem Vater erzählt hätte.

Ich würde auch heute nicht meine Tochter ohne Aufsicht bei meinen Eltern lassen.

Solche Methoden sind vielleicht erst mal für den Erwachsenen erst mal der bequeme Weg, aber sie haben ihren Preis. Wenn ich heute mit anderen Eltern Kontakt habe, die ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern haben oder die ich irgendwann sogar mal selbst gesehen habe, so zieht sich eines durch: Es sind keine jähzornigen dabei, die ständig Drohungen ausspucken.

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bedenlich...
sie wird ihre kinder irgendwanns chalgen, weil das gemecker kein knd mehr ernst nimmt und ihr die kinder auf der nase rumtanzen, denn "motzen tut sie ja sowieso"

es ist wichtig auch das gemotze zu dosieren. wenn diek ids wissen ob es ein kleines vergehen ist oder schon was schlimmes, wissen sie auch wann schluss ist.

wenn ma nschon bei kleinigkeiten schläge angedroht bekommt (die es dann hoffentlich nie gibt) gibt es ja schon keine steigerung mehr... woher soll das kind dann wissen, wann es wirklich zu weit geht?!

meine haben das immer ganz schnell rausgehabt... ein "muss das sein" war tatsächlich eine frage, die man mit ja beantworten durfte, sie wussten aber: so richtig gut passt mama das jetzt nicht... das ganze steigerte sich dann über ein "das möchte ich nicht" bis hin zu einem "noch so einen und wir gehen nach hause!" (um jetzt bei der spielplatzsituation zu bleiben)

schläge androhen kam nicht vor. die drei klatscher die es gab, waren affektiv, und definitiv das kleinere übel, daher sicher nicht toll, aber vertretbar und gerechfertigt. (der eine bkam einen klatscher auf die schulter, worauf hin im die metallschippe aus der hand fiel, den er seinem bruder überziehen wollte... ist nie wieder vorgekommen und ein "lass das bitte" hätte den bruder wohl den schädel gekostet...) der junge sagt hete mit 16 "WENN ich eine geschallert bekomen hab, dann war die auch zurecht. aber eigentlich reicht es wenn mama schimpft... das hat dann schon seinen grund." - hat also geklappt...

gade kleine kinder und kleine vergehen sollte man soch wohl ohne androhung von schlägen klären... zumal das kind entweder in einer diffusen angst leben muss, weil es irgendwann schläge bekommt, oder in absoluter verwirrtheit, weil mama ihm ständig was prophezeiht, was dann gar icht passietrt.... in beiden fällen verliert sie den respekt ihrer kinder.

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Hallo,

vorab: Aufschluss über Kindererziehung innerhalb einer Familie zu erhalten, weil man eine Momentaufnahme beobachtet. Käm dem gleich, als wenn man einen heißen Julitag im Jahr nimmt und meint, jeder Tag im Jahr wäre megaheiß.

Man muss vorab beachten sie hat 3 Kinder. Kleinkinder mit engem Abstand. JAAAA ich weis "das hat sie sich ja irgendwie selbst ausgesucht". Aber ich hab "nur" zwei, im Alter von 4,5 und 1,5 und hey der eine kommt in die erste Trotzphase (die ich entdecke meinen eigenen Willen Phase, will alles, kann aber fast nix) und der andere ist mitten in der Autonomiephase und bringt mir nicht nur alle paar Tage neue Schimpfwörter ausm Kindergarten sondern hat ab und an Tage dabei wo er mich echt zur Weißglut treibt indem er permament, mit purer Absicht über Grenzen geht. Was normal ist - sie suchen ja welche und in der Folge überschreiten sie diese um herauszufinden was im schlimmsten Fall passieren würde. Ich bin gewöhnlich recht besonnen, geduldig und auf Augenhöhe unterwegs und hasse nix mehr, als laut zu werden, weil ich das Gefühl habe sonst nicht wahrgenommen zu werden. Aber hey bei in dem Fall 3 Kindern wer weis wie die letzten Nächte so waren, was die Kinder infolge ihres Entwicklungsstandes gerade für Dinge bringen. Und ja dann wird man auch mal unfair, schimpft unverhältnismäßig oft und/oder streng und sagt vielleicht auch unüberlegt gemeine Dinge oder sprudelt mit Drohungen um sich die man eigentlich nie umsetzen wird (was eigentlich das dümmste ist was man machen kann, wenn man ernst genommen werden will).

Es ist bestimmt nicht schön sowas mitzubekommen. Aber wenn sie es gefühlt permanent androht, es aber nicht umsetzt. Handelt sie 1. aus purer Verzweiflung, weil sie glaubt dass das irgendwas kontrollierbarer macht. Und setzt 2. den völlig falschen Impuls. Egal ob ich mit Schlägen drohe (die ich nie umsetzen werde) oder mit irgendwelchen Sanktionen ala "ich werf all deine Spielsachen weg wenn du nicht aufräumst" - nehmen die Kinder dich nicht ernst, wenn du es nicht machst. Das hat dann meist eine Abwertspirale zur Folge. Mama regt sich von mal zu mal stärker auf und die Kinder stumpfen immerweiter ab und denken irgendwann ihre Mutter ist nicht fähig normal zu kommunizieren ohne gleich dampfplauderisch an die Decke zu steigen.

Kritischer würde ich es sehen, wenn sie ihre Kinder wirklich ohrfeigt. Denn Kinder haben ein Anrecht auf eine Gewaltfreie Kindheit. Insofern sie also von dem Gesagten nie etwas umsetzt, hat das gesagte logisch auch keine Einschüchternde Wirkung und kann auch nicht als psychische Gewalt ausgelegt werden. Das ist dann nix anderes wie ein heruntergesagtes "den bring ich um" wissentlich das man einfach nur mega sauer ist, aber deswegen nicht wirklich einen Mord begehen würde.

Es ist auch immer die Frage ob und vor allem ab wann man etwas nicht nur sagt sondern vor allem WIE. Kommst du mit der Vorwurfskeule, werden bei jeder Mutter die Schotten dicht gemacht und auf "lalalala ich hör dich nicht" geschaltet. Das wäre eine normale Abwehrreaktion. Aber man kann ruhig und zwar eher unter vier Augen als im Beisein von weiteren Hörlustigen einfach mal fragen "Hey ich hab dich eben beobachtet und mir ist da dieses und jenes aufgefallen wie du reagierst. Darf ich fragen, warum du so reagierst." Und wenn man dann einfach mal in die Zuhöhererposition geht, findet man schneller eine Mutter die bereit ist sich etwas anzuhören ohne es gleich als Vorwurf wahrzunehmen. Denn im Grunde machen wir alle hin und wieder fehler und meistens rufen wir erlerntes Verhalten aus unserer Kindheit ab ohne es zu reflektieren. Sprich deren Mutter war 100% eine die bei jeder Kleinigkeit mega eskaliert ist - ergo hat sie gelernt es genauso zu machen ohne irgendwas dazwischen zu schalten was sie davon abhält. Das ist einfach ein Verhalten was wir übers Elternhaus eingeimpft bekommen und unterbewusst wirkt. Raus kommt man da nur, wenn man anfängt seine Kindheit aufzuarbeiten, zu reflektieren und sein Handeln nicht zwangsläufig als den goldenen Weg wahrzunehmen.

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Was ist denn das für eine?!
Na hoffentlich hat sie aufmerksame Nachbarn wenn es Zuhause wirklich mal so läuft wie sie androht.
Ich finde du hast nicht überreagiert.
So wirklich was tun außer ihre Ausdrucksweise zu kritisieren kannst du aber auch nicht.