Erziehst du deine Kinder so, wie deine Eltern dich erzogen haben?

Erziehst du deine Kinder genau so, wie deine Eltern dich erzogen haben?

Zeiten ändern sich - und damit häufig auch Erziehungsweisen.

Was machst du genauso, wie deine Eltern? Und was machst du vielleicht ganz anders? Und warum? Worauf legst du besonders viel Wert?

Wir freuen uns auf eure Antworten!

Liebe Grüße,
Cleo vom URBIA-Team

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Hi,

meine Eltern haben sehr viel wert auch gute Noten in der Schule gelegt. Die hatte ich dann auch mit sehr viel Aufwand, dafür hatte ich keine Freunde und wurde in der Schule als Streber beschimpft. Oft hatte ich Angst, zur Schule zu gehen.

Auch hatten meine Eltern die Gewohnheit, wenn bei mir mal was schief gelaufen ist, mir noch Vorwürfe zu machen.

Meine Kinder können mit ihren Probleme immer zu mir kommen, wir suchen gemeinsam nach einer Lösung, ohne Vorwürfe. Auch bei schlechten Noten. Das hatte ich mir geschworen und mich auch daran gehalten.

VG

Tattel 20,18,15,13

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Ich habe keine eigenen Kinder. Aber ich habe mir immer geschworen, es besser zu machen als meine Eltern.

Meine Stieftocher erziehe ich ganz anders als meine Eltern mich erzogen haben.
In meiner Kindheit gab es viel Gewalt und Alkohol, sinnlose Strafen, Gebrüll und viel Angst. Mein Mann und ich wenden null Gewalt an, Alkohol ist eine Seltenheit und nicht Alltag und es ist alles in Maßen. Wenn es Konflikte gibt, wird gesprochen und nicht geschlagen. Wir haben sehr viel zusammen durchgemacht. Und ich glaube, obwohl es mitunter anstrengend ist, ist das eben unser Weg.
Wir vermitteln noch Werte wie Pünktlichkeit, Respekt, Höflichkeit, sich an Absprachen halten etc. Ihre Aussenwirkung gibt uns Recht.
Was ich immer als Kind besonders gehasst habe, war wenn man mir leere Versprechungen gemacht hatte. Das mache ich seit Anfang an nicht. Wenn ich es verspreche, halte ich es. Das schafft Verlässlichkeit.

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Tag.

Ich zwinge mein Kind nicht zu etwas, was sie nicht will, ich will ihr vermitteln, dass ihr Nein auch einen Wert hat.

Bei mir war es damals anders, was meine Mutter gesagt hat, musste gemacht werden, auch wenn es demütigend für mich war. Mein Nein wurde nie akzeptiert.

Ich wende keinen Liebesentzug als Konsequenz für unerwünschtes Verhalten an. Ich zeige meiner Tochter, dass ich etwas nicht in Ordnung fand, aber wende ihr trotzdem ruhug zu.

Mein Kind darf gerne toben und laut sein, durfte ich kaum bis gar nicht. Ich hatte zu funktionieren.

Ich möchte eine Mutter sein, zu der mein Kind immer kommen kann, egal in welcher Lage oder Situationen sie sich mal befinden wird. Ich möchte nicht, dass sie Dinge verheimlichen muss, weil sie Angst vor mit hat oder davor, dass ich sie beleidige (konnte mein Vater gut).

Ich lege aber auch wert daraif, dass sie Dinge alleine ausprobiert, erstmal selber versucht Lösungen zu entwickeln.-Mir wurde früher ganz viel abgenommen, weil wenn man mir einen bestimmten Weg geebnet hat, oder ich was seober versuchen sollte, hätte das ja viel zu lange gedauert.

Kurz: Ich versuche sehr viel liebevoller zu erziehen. Mit gewissen Grundregeln aber ansonsten viel Freiheiten, viel eigenes ausprobieren.

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Ich wurde als Kind nicht regelmäßig verprügelt, aber in den ersten Jahren durchaus körperlich gezüchtigt, das mache ich nicht.
Auch bezeichnete mein Vater ab und an als dumm, auch da passe ich sehr auf. Mein Sohn hat zur Zeit die Phase sich selbst oder andere als dumm zu bezeichnen (in lächerlichen Situationen) da reagiere ich wirklich drauf, das kann ich nicht ab.
Dann wurden wir recht streng erzogen was Fernsehen und Süßkram angeht - beides Dinge wo ich sehr maßlos geworden bin - also versuche ich das anders zu regeln. Mein Kind darf mehr schauen als ich in dem Alter, er darf auch mehr naschen, ich selbst lebe es aber nicht vor. Ich sitze also nicht mit ner Tüte Gummibären vor dem Fernseher, wenn mein Kind wach oder eben da ist.
Ich versuche Konfliktsituationen mit meinem Kind vernünftig zu lösen. Leider habe ich dieselbe Ungeduld wie auch meine Mutter, die sobald anderweitig Stress ist noch verstärkt wird. Da habe ich mich nicht so super im Griff und musste mich auch beim Kind schon entschuldigen.

Dann hatten wir Kinder recht viel Freiheiten, waren immer und oft allein unterwegs. Das ist mein Kind mit fast 7 noch nicht. Er fordert es zum Glück auch nicht ein, denn da habe ich große Schwierigkeiten mit.

Und mein Kind muss nichts essen, was er nicht mag ;-)Auch da hat sich eine Kindheitserinnerung bei mir eingebrannt, das will ich nicht für den Sohnemann.

Und: Last but not least: ich habe Verständnis, wenn eine Klamotte aus irgendeinem Grund unbeguem ist. Das Kind ist da recht sensibel. Ich bin nicht immer ruhig, denn wenn Sachen immer erst doof werden, wenn das Etikett ab ist, dann nervt das, aber auch da kann ich mich an meine Kindheit und kratzende Sachen erinnern, wo ich einfach durch musste.

Was ich aber genauso mache bzw. machen werden: Pflichten im Haushalt und - auch wenn ich durchaus großzügiger bin - es werden nicht alle Wünsche erfüllt. Auch muss Sohnemann mehr und mehr lernen, dass auch ich Zeit und Raum für mich brauche.

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Ich habe Ärger gekriegt, wenn in der Schule oder sonst wo etwas nicht nach Plan gelaufen ist. Meine Eltern haben mich im Prinzip zu einem brillianten Gewohnheitslügner erzogen, sie sind in all den Jahren fast nie hinter etwas gekommen. Das will ich als Vater definitiv anders machen.