Mein Freund, der Erzieher

Hallo ihr Lieben,

ich brauche Hilfe. Oder eher gesagt, einen anderen Blickwinkel. Ich werde wirklich irre.
Mein Freund und ich, beide Ende 20, sind mit zwei kurzen Unterbrechungen seit 3 Jahren zusammen. Wohnen getrennt. Ich habe einen Sohn aus vorheriger Beziehung, 5 Jahre alt. Mein Freund ist Erzieher.

Von Anfang an war ich mit seiner Erziehung auf mich allein gestellt. Er wollte sich erst nicht einbringen (‚ist ja nicht mein Kind‘), kam dann aber hinterher immer mit ‚das und dies hättest du anders tun sollen‘. Ich bat ihn, mich in den Situationen direkt zu unterstützen. Das hielt mal für wenige Wochen an, das er zB auch mal in den Situationen direkt sagte ‚XY, so geht das nicht.‘ o.Ä.
Danach war wieder Sense.
Er kümmert sich grundsätzlich eher weniger, findet meinen Erziehungsstil viel zu lasch und unverantwortlich. Er kommt auch meistens nur abends, wenn das Kind im Bett ist. Gemeinsame Mahlzeiten sind extrem angespannt, da er einen kleinen, ruhig sitzenden, nicht kleckernden, leisen Roboter am Tisch erwartet. Sein Lieblingsspruch ist ‚Das machen die Kinder in meiner Kita nie‘.
Ich erziehe meinen Sohn mit, sagen wir, strenger aber liebevoller Hand und selbstständig. Er kann sich mit 5 durchaus allein Brote schmieren. Er ist aber durchaus mal laut, Kinder eben.
Mein Freund hingegen ist in seiner Kita sehr vom alten Schlag. Autorität ist wichtig und der Willen der Kinder zählt nicht. Er nennt mich oft Übermutter.

Mein Sohn trägt lange Haare. Ich kann euch nicht sagen, wie oft wir deswegen aneinander gerasselt sind. Er würde verweichlicht werden. Das ist nur mein Einfluss. Ob ich lieber ein Mädchen will. Er würde mit meinem Sohn mit Zopf nicht rausgehen. Wir müssten 5 Meter vorlaufen.

Nun sind wir heut erneut aneinander gerasselt.Thema: Morgenroutine.
Am WE gibts bei uns morgens gemeinsames Kuscheln im Bett, Kind und Mann am Tablet. (So ab 8 Uhr) Ich war heut morgen duschen, während mein Kind im Bett wohl etwas laut war. Das hat meinen Freund gestört. Beim Frühstück bat er mich dann, meinem Sohn doch morgens lieber das Tablet ins KiZi zu bringen, denn die Lautstärke (des Kindes) würde ihn stören. Er plappere zu viel. Mein Standpunkt dazu: das Kind hat uns nur am Wochenende mal länger, gerade dieses morgendliche Kuscheln ist für mich und ihn viel wert. Als ich ihm das sagte, und dass ich mein Kind nicht abschiebe und halb 9 durchaus eine Zeit ist, in der es nun nicht mehr ‚mitten in der Nacht‘ ist, nannte er mich wieder Übermutter und mein Kind wäre hier der
Prinz und könne sich alles erlauben, dass ich ihn schon wieder behandle wie ein Baby und dass das ‚alle‘ (seine Eltern und er) finden. Und er hätte als Erzieher ja mehr Ahnung von Erziehung als ich.

Da platzt mir immer der Kragen.
Er hat schon so viele Sachen zu mir gesagt. Er würde nie ein zweites Kind mit mir wollen, da ich in seinen Augen nicht gut in Sachen Kindererziehung bin.

Aber sind (in dem Fall: kinderlose) Erzieher in Sachen Erziehung wirklich so viel besser als Eltern? Ich versuche ihm immer zu sagen, dass im wahren Leben als Mutter/Vater nicht alles ist wie im Lehrbuch und ich auch gar kein Lehrbuchkind will, so lang er Respekt, Anstand und Empathie kennt. Wir streiten so häufig darüber, wenn er mir mit seinem ‚Fachwissen‘ kommt und ich nicht nach Lehrbuch handele. Ich werde irre und es macht mich so traurig.

Mein Kind sagte vorhin ‚Mama, wir brauchen einen neuen Mann. Er diskutiert ja nur und ich sehe, dass es dich verwirrt.‘ Da weiß ich dann nicht mehr, ob ich alles richtig oder alles falsch mache.

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Hallo,

er akzeptiert dein Kind nicht und ist respektlos gegenüber dir.

Möchtest du mit jemanden zusammen sein, der dein Kind niemals akzeptieren wird? Ist bestimmt nicht schön für deinen Sohn. Käme für mich niemals in frage.

Er ist ständig respektlos mit dir. Wenn er sich nicht an der Erziehung beteiligen will, hat er auch absolut nichts zu melden.

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Dem kann ich nur zustimmen.

Vielleicht eignet er sich für eine Beziehung, die abends stattfindet, wenn das Kind schon schläft. Ich weiß ja nicht, wie er sich sonst verhält.

Aber er will offensichtlich keine Familie mit euch. Da hätte mein Kind für mich Priorität.

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Weg mit dem!

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Du machst gleichzeitig alles richtig und alles falsch. Dein Sohn scheint ein normaler, einfühlsamer netter kleiner Mann zu sein. Er spürt, dass dein Freund dir nicht gut tut.
Wie wir schon beim falschen wären. Du hast den falschen Mann. Willst du mich Kinder? Wen ja: mit dem? Gaaanz sicher? Er wird bei eigenen Kindern nicht anders. Das endet im Sorgerechtsstreit...
Nur weil er Erzieher ist hat er nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen. Vor allem ist er ein kleiner (oder größer?) Macho, Chauvinist oder wie immer man das bezeichnen will. Er wird wahrscheinlich auch Homosexuelle hassen und verurteilen etc. Ne. So jemand käme mir nicht ins Haus. Da hätte ich Angst, dass mein Kind sich was anschaut und auch so wird.
Warum willst du überhaupt dass er dich unterstützt. In einer Sache muss ich ihm Recht geben (obwohl er es nicht konsequent umsetzt) die Erziehung deines Sohnes geht ihn nix an. Er ist dein Freund. Ihr seid noch nicht Mal wirklich lange zusammen, wohnt getrennt. Er hat weder das Recht noch die Pflicht sich in die Erziehung einzubringen. Das ist dein Bier. Er ist nicht der Vater des jungen. Punkt.
Wärt ihr verheiratet oder so hätte er als Stiefvater meiner Meinung nach auch eine Verantwortung. Aber so. Nope.
Aber ich wäre an deiner Stelle froh über jedes Mal dass er sich raushält. Er wird deinen Jungen nur verkorksen und ihm am Ende noch ein Kindheitstrauma bescheren.
Ich sehe für dich keine Zukunft mit diesem Mann. Und ehrlich gesagt habe ich mitleid mit jedem Kind, dass bei ihm in die Kita geht.
Also dein Sohn hat Recht. Ihr braucht einen neuen Mann. Oder noch besser erstmal Zeit für euch zwei. Dann siehst du Mal was du an deinem kleinen hast.

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Das Verhalten deines Freundes hat nichts mit seinem Beruf zu tun. Heute wird wirklich "jeder" ErzieherIn. Er ist übergriffig und verhält sich respektlos euch gegenüber.

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Ich bin Erzieherin und finde, du solltest ihn abschießen!
Solange man nur die Theorie und die Praxis in der KITA kennt, denkt man Erzieher/in oft, man weiß wie der Hase läuft. Dachte ich jedenfalls. Ich kenne mich aus, ich hab das im Griff, wenn ein Kind besonders anstrengend war, dann lag das einfach an unfähigen Eltern.... Aber die meisten Kinder waren brav und haben sich im KIGA auch recht gut benommen.
Wie es dagegen bei eigenen Kindern ist, kann man gar nicht vergleichen!!! Da hat dein Freund wohl voll die falsche Vorstellung.
So ziemlich alle Kinder lassen daheim mehr raus als im KIGA. Sind mal laut, brüllen, aufgekratzt, heulen, schreien, nerven, blödeln rum..... im KIGA sind meine Kinder auch brav und angepasst, daheim geht's ab....

Das ist auch ganz normal und dein Kind klingt jetzt nicht besonders schwierig eher pflegeleicht. Wenn dein Freund sich über solche Kleinigkeiten aufregt...
Echt schade. Ich habe den Eindruck dein Sohn bekommt von deinem Freund zu wenig positive Aufmerksamkeit. Und du machst in der Erziehung bestimmt das meiste richtig. Lass dir da nicht reinreden.
Er weiss einfach nicht wie es mit einem eigenen Kind ist und merkt nicht das lebenslang Mutter was anderes ist als 39std/Woche Erzieher ist.

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Sorry, aber sein "pädagogisch wertvolles" Gehabe ist doch nur ein weiteres Symptom, dass der Typ schlicht und ergreifend ein chauvinistischer und ewig-gestriger Arsch ist ...

... was willste denn mit so einem?

Frau von heute hat es doch gar nicht mehr nötig, sich solche Männer ohne Not freiwillig anzutun ...

... stell Dir mal vor, der haut solche Sprüche, wie z. B. mit den langen Haaren in Deinem Familien- oder Freundeskreis raus ... wie peinlich wäre das denn?
Meine Familie und Freunde würde sich ernsthaft fragen, was mit mir falsch läuft, dass ich so einen anschleppe ...

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"Ich versuche ihm immer zu sagen, dass im wahren Leben als Mutter/Vater nicht alles ist wie im Lehrbuch und ich auch gar kein Lehrbuchkind will, so lang er Respekt, Anstand und Empathie kennt. Wir streiten so häufig darüber, wenn er mir mit seinem ‚Fachwissen‘ kommt und ich nicht nach Lehrbuch handele."

Kurz: ich würde nicht versuchen zu sagen, sondern direkt umsetzen.
Respektloses Verhalten wird vor die Tür gekickt. In dem Fall der Erwachsene, der am respektlosen Verhalten dran hängt.

Natürlich muss ein Partner nicht alles dulden, was ein Kind mit sich bringt.
Aber ich wäre ziemlich im Spagat mit : wie bringe ich Kind respektvolles Verhalten bei, wenn ich zeitgleich respektloses Verhalten mir gegenüber von einem Erwachsenen dulden würde.


Was versprichst du dir von der Erziehung. Ähm. Beziehung.
Im Grunde ist das bei euch keine Beziehung, sondern Erziehung es eines Erwachsenen an einer Erwachsenen. Da ist mir das Fachwissen egal. Zumal seines ja schon überholt zu sein scheint.

Für mich wäre das nichts.
Ich kenne tolle Erzieherinnen oder auch Erzieher (eher im Jugendlichen Bereich). Diese haben neben dem Lehrbuch aber auch Respekt gelernt und können Respekt umsetzen.
Sie sind meine Freunde, weil sie tolle Menschen sind. Respektvoll mit anderen umgehen.
Ich habe auch Freunde aus anderen Berufen, die das kenne und können und sind.

Das Verhalten deines , hm Partner kommt mir nicht über die Finger, da es keine Augenhöhe bei euch gibt und nicht partnerschaftlich läuft, Erziehers klingt auch doof, auch wenn er es an dir versucht umzusetzen.
Das Verhalten dieses Mannes wäre nichts für mich. Weder in Beziehung noch in Freundschaft. Und wenn es dort wirklich so zugeht im Kindergarten wäre das auch Grund genug für mein Kind einen anderen Kindergarten zu suchen. Bzw. nicht dorthin zu bringen.

Von Erzieherinnen/Erziehern habe ich mir durchaus schon tolle Tipps geholt und gute Gespräche geführt. Auf Augenhöhe (beide erwachsen) bzw. auf Augenhöhe (beide sind für das gleiche Kind verantwortlich: sie im Kindergarten, ich außerhalb). Zusammenarbeit ist das Stichwort, nicht bekämpfen.

Sorry, da hätte ich schon längst Schluss gemacht.

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Sorry aber dein Freund akzeptiert dich nicht wie du bist und deinen Kleinen schon gar nicht. Ich finde das echt schlimm was er sagt und verlangt.
Das ist doch kein normales Familienleben was ihr führt.
Ich denke, falls du mit ihm zusammen bleibst wird dein Kind einen Schaden davon tragen, oder wenn ihr gemeinsam ein Kind bekommt, wird das zweite Kind von ihm definitiv bevorzugt.
Ich hätte keinen Bock auf so ein Leben. Was meinst du was da noch Phasen kommen von deinem Kind. Was passiert wenn der Kleine mal größer ist und zurück mault? Oder die tolle Pubertät?
Du machst dich dabei fertig und dein Kind auch.

Sorry aber wir haben nur das eine Leben und das möchte ich schön verbringen. Bei euch klingt das einfach nicht harmonisch und der Kleine tut mir leid.

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Hej,

Ich bin selbst Erzieherin und Alleinerziehende Mutter von zwei Turbo Jungs.
Diese spalten Atome, man muss Ihnen nur sagen, dass sie sie nicht kaputt machen dürfen.
In der Kita und zu Hause sind es unterschiedliche Kinder.
Das macht wohl der “Gruppenzwang“.
Mein kleiner Sohn geht sogar in die gleiche Einrichtung, in der ich arbeite.
Auch ich erlebe einen Gruppenalltag mit 23 Kindern manchmal wesentlich harmonischer, als mit dem kleinen alleine.
Da könnte das verklärte Bild deines Freundes herkommen.
Nur theoretisches Wissen, macht einem nicht zum Experten und btw auch Erziehern wird eingetrichtert, dass Eltern IMMER die Experten der Kinder bleiben.

Eine Kollegin hat vor zwei Jahren ein Kind adoptiert, vorher hat sie Eltern verurteilt, die ihre Kinder in ihrem eigenen Urlaub gebracht haben.
Heute kann sie es so nachvollziehen und macht es selbst...

Du siehst, auch Erzieher können nicht alles und wissen nicht alles.
Erst recht nicht, bei ihren eigenen Kindern und da nehme ich mich nicht aus.

Die Hälfte des Tages besteht aus try und error und das ist völlig in Ordnung.

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Wenn du mit seinem Verhalten nicht leben kannst, schieß ihn in den Wind!

Du wirst ihn nicht ändern können, deinem Kind gegenüber hast du eine Verantwortung!

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Da hast du Recht. Es ist eben gerade wieder eskaliert - Thema gemeinsames Frühstück. Er blieb im Bett, obwohl ich ihn bat zu kommen. Auf Nachfrage meinte er ‚Ich hab keine Lust auf die Lautstärke und deine Unfähigkeit. Du musst ihm sagen können, dass er ruhig sein soll.‘ Auf meinen Vorschlag - stört es dich, sag es ihm selbst - meinte er nur ‚DU bist die Mutter, du musst es ihm sagen‘.

Gestern waren wir bei seinen Eltern kurz zu Besuch. Mein Kind lag - Füße auf dem Schoß seiner Mutter, Kopf auf meinem Schoß - und hat rumgezappelt, sie wohl dabei getreten. Das habe ich gestern nicht mitbekommen, aber das hat er mir auch eben gesagt. Seine Mutter hat meinem Kind dann gestern gesagt ‚XY, hör bitte auf mich zu treten, das tut weh‘ und damit war die Sache gegessen. Heute meinte er, seine Mutter habe gestern auch noch zu ihm gesagt, wie unfähig ich wäre, so etwas nicht mitzubekommen, und dass es nicht von guten Mutterqualitäten spricht, wenn ich so ‚blind und blöd‘ wäre, dies zu übersehen. Und er sagte eben gerade noch ‚Genau weil du so bist, haben wir kein gemeinsames Kind.‘

Jetzt hat er (‚Ich will meine Ruhe‘) seinen kompletten Kram gepackt, seinen Schlüssel hiergelassen und ist gegangen. Und ich kann gerade wieder atmen. So ist es am Besten. Ich danke euch so sehr dafür, dass ihr mich unterstützt.
Ich hatte zwischenzeitlich solche Angst, mich selbst aus den Augen zu verlieren und blöd zu werden, weil ich die Dinge so anders sah und er immer so verletzend wurde. Es ist, als hätte er mich ständig manipuliert mit seinem ‚Wenn du das so siehst, dolltest du dir vielleicht mal Hilfe holen‘ und so...

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Ich denke, der sucht einen Grund für die Trennung und will dir die Schuld zu schieben. Lass ihn gehen.

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