Tippt seinen Namen auf der Tastatur

Hallo zusammen,

mein Junge ist jetzt 22 Monate geworden, seit ca. einem Monat interessiert er sich für Notebooks und kann sie auch starten.
Es geht schon eine ganze Weile, dass er seinen Namen geschrieben sehen will. Erst auf Papier, dann am Notebook.
Mittlerweile tippt er seinen Namen auch selber. Er kann MAX, PAPA (wenn man die Buchstaben sagt), MAMA und PIPI (wenn man die Buchstaben sagt) in WordPad tippen.
Also einfache Wörter, wo er sich scheinbar die Buchstaben und die Reihenfolge gemerkt hat. Er ist da auch wirklich hochmotiviert und will mindestens dreimal täglich an das Notebook.

Jetzt meine Frage:
Man liest überall, dass die Kinder per Hand schreiben sollen. Wegen Feinmotorik etc. Was aber, denke ich, bei ihm feinmotorisch noch nicht geht. Muss ja auch nicht.
Hat damit jemand Erfahrung? Im Internet habe ich dazu leider nichts gefunden.
Kann es schwierig werden ihn dann wieder "an den Stift" zu bekommen? Oder sehen die Kleinen das getrennt?
Ich hab ihm zur Vorsicht mal Holzbuchstaben gekauft (kommen aber erst kommenden Dienstag :)), damit er auch ein haptisches 3D Erlebnis hat, wenn er sich schon so für Buchstaben interessiert.

Vielen Dank für eure Infos

Schöne Grüße
Hans

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das ist getrennt.
Erst kommt ja Malen und dir Stifthaltung und dann benutzt man das Werkzeug Stift.

Das was Dein Kind gerade macht, ist nix anderes, wie die Blume oder das Haus im Wimmelbuch zu zeigen. - In dem fall halt abstrakte Linien, - aber vom Verständnis ist das nix anderes wie Wimmelbild und antrainierte Kombinatorik, die nix mit lesen oder schreiben zu tun hat.
Das ist eher das "Bild" als ganzes vom Buchstaben und nicht die Bedeutung, die wir Erwachsenen dem geben.

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Danke für deine Erklärung!

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Ich finde es erstaunlich, dass er das kann - meine Tochter ist 3 Jahre alt und erkennt gerade mal ein paar Buchstaben, wenn ich sie danach frage. Bzw. sagt sie ein Wort dazu wie M = Mama. Selbst die Buchstaben tippen kann sie noch nicht, allerdings hab ich ihr auch noch nie die Möglichkeit dazu gegeben 😅 aber egal, zu deiner Frage - bei einem Zweijährigen ist doch die Feinmotorik noch gar nicht gegeben, dass er Buchstaben schreiben könnte, somit würde ich das gar nicht vergleichen. Lass ihn einfach mit Stift und Papier austoben, um seine Feinmotorik zu training und zwischendurch kann er ja mal ein paar Buchstaben auf dem Notebook eintippen, schaden wird es nicht.

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Danke für deine Antwort!
Sehe das ähnlich, solange er das freiwillig macht...

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Es kommt darauf an.

Ich selbst hatte Spaß an der Schreibmaschine damals. Für mich waren Buchstaben eher wie Bilder. Wiedererkennungseffekt. Wie diese Holzpuzzle, wo man Figuren in Formen bringt.
Welche Formen waren dabei egal. Es war einfach nur ein zuordnen. Mit Buchstaben an der Schreibmaschine das gleiche.

Ob man mir jetzt sagte: das ist ein Feuerwehrauto, das gehört da rein. Oder das ist ein a, das ist das. War im Grunde das gleiche. Jeder Buchstabe hatte eine eigene Form.

Schreiben und Lesen kam dann später.
Malen habe ich gehasst. Mein Kind auch.
Stifthaltung hatte sie lange eine sehr Gute. Schreiben konnte sie da noch nicht. Malen mochte sie nie. Es war eher ein Nachahmen.

Schreiben und lesen lernte ich dann mit der Schreibschrift. Da ging es dann nicht mehr um den Wiedererkennungseffekt, sondern wirklich lesen. Um das erkennen: ist das ein a oder ein o. In Schreibschrift sieht das ja ähnlich aus. Soll das ein m oder n sein? Ist das eine Kante oder eine Kamte? Was macht wohl mehr Sinn?

Auf der Schreibmaschine war das immer das genau gleiche Bild.
Das war so als würde ich mir zehn Fahrzeuge in der richtigen Reihenfolge merken.
Feuerwehr, Polizei, Krankenwagen, Traktor, Fahrrad, Fußgänger ....
Wie bei einem Memoryspiel. Da muss ich auch nicht wissen, WAS abgebildet ist. Ich erkenne nur das gleiche Bild wieder, wenn ich es an anderer Stelle noch mal sehe.

Als Kind habe ich nur optisch Memory gespielt. Als Erwachsene merke ich mir immer "Stelle x Auto", "Stelle y .... Taschenlampe". Beim Europamemory bekomme ich Schwierigkeiten. Stonehenge erkenne ich noch und kann es mir "vorsagen". Bei anderen Landschaften, deren Namen ich nicht kenne, merke ich mir dann "Wiese, kenn ich nicht, Wiese mit Feldweg, Feldweg"
Das kam aber erst als Erwachsene.

Als Kind habe ich nur die Bilder nur durch sehen wiedererkannt ohne irgendwas in Worte zu fassen.

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Ich finde es eher traurig das man ein Kind in dem Alter vor ein Notebook setzt.
Vielleicht habe ich über die Jahre was nicht mitbekommen denn mein Kleiner ist schon 16 Jahre alt.

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Traurig wäre es, wenn er passiv konsumieren würde. Wenn er Namen schreiben kann, würde ich das sicher fördern und ihn machen lassen, wenn er Interesse daran hat. Ich finde das ein erstaunliches Talent.

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Ja, passiv konsumieren ist das eher nicht. Er schreibt auf WordPad :)

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Ganz ehrlich? Konnte meiner in dem Alter auch, er hatte eine Magnettafel und hat dann immer einfache Worte gelegt, weisst du was das "witzige" an der Situation ist. Er hat eine starke Legasthenie und ist deshalb ( OK die Dyskalkulie war auch daran beteiligt) durch die Abschlussprüfung gefallen🤷, er kann kaum ein Wort richtig schreiben und Deutsch war die ganze Schulzeit hindurch sein Hassfach. Viele Kinder unserer Freunde konnten um den 2. Geburtstag rum einfache Wörter legen, die meisten hatten eine ganz normale Schullaufbahn mit mehr oder weniger guten Ergebnissen in Deutsch. Die meisten haben das Interesse am "schreiben" irgendwann wieder verloren und wirklich erst kurz vor der Schulzeit wieder damit begonnen. Schwungübungen wurden im letzten Kiga Jahr gemacht, bei meinem noch zusätzlich bei der Ergo.

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Ich kenne kein Kind in dem Alter das die Buchstaben mehrerer Namen legen kann. Und in meinem Umfeld gibt es viele recht intelligente Kinder, die das nicht konnten/können.
Klar kann das auch auswendig gelernt sein und nichts bedeuten, aber wie gesagt ich habe es noch nicht gehört.

Ich finde diese Eigenschaft schon sehr stark und würde weiter beobachten, ob das Kind noch andere Talente zeigt.

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Danke für deine Antwort!
Das mit dem Auswendig lernen ist schwierig zu differenzieren. Gestern hat er bspw. "Ei" gesagt und auf die Tastatur gezeigt. Dann hab ich es ihm gezeigt und er hat es dann selber versucht und auch geschafft. Ei ist natürlich ein einfaches Wort...Bei seinem Namen wollte er Anfangs immer, dass ich es tippe, bis er dann anfing das selber zu machen.

Was meinst du mit anderen Talenten? Bspw. kann er die Offiziere beim Schach richtig aufbauen, aber die Bauern nicht. Da geht ihm bei der Hälfte die Puste aus. Dann "spielen" wir ein Fantasiespiel. Er spielt wirklich sehr schlecht. #rofl (ist natürlich ein Witz)
Wir haben nur einmal vor ihm gespielt und seitdem sagt er öfter "Schach" und kramt das Spiel hervor...
Problem ist, durch das Corona hat man ja kaum/wenig Kontakt mit anderen Kindern :(
Er kann bspw. ca. 30 verschiedene Holzformen (inklusive Holzzahlen) einordnen. Evtl. sogar mehr, ich hab nur nicht mehr Formen...Vermute aber, dass er diesbezüglich etwas frühbegabt ist.

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Ich würde ein 22 Monate altes Kind vom Laptop fernhalten.

Klar dass er die Buchstaben tippen kann, wenn man sie ihm sagt, für ihn sind das Bilder, die aneinander gereiht werden, ohne Sinn dahinter. In dem Alter könnte das intelligenteste Kind noch keinen Sinn in der Aneinanderreihung von Buchstaben sehen (außer hier bei Urbia vielleicht).

Gebt ihm einen Stift in die Hand und lasst ihn krickeln. Das ist altersgerecht.

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Danke für deine Antwort!

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Ganz schlimm, wenn er ein paar Minuten am Laptop die Tasten betätigt #augen

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Ich glaube, er hat weiss vor allem welche Knöpfe er drücken soll. Ob er die Buchstaben anderswo wiedererkennen würde, das ist nicht sicher. All diese Zusammenhänge - dass Buchstaben Wörter bilden, dass diese Wörter etwas bedeuten - es ist nicht selbstverständlich, dass er das versteht. Mein Sohn konnte auch sehr früh im Computer verschiedene Programme starten, er wusste also was passierte, wenn man so oder so macht.

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ich hab das heute mal getestet bei Kennzeichen. das Schriftbild M-AX scheint er zu erkennen
wenn die buchstaben nach dem M anders waren hat er ein fantasiewort gesagt.
also M erkennt er scheinbar.
Eins fing mit W an, da hat er gestockt.

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Unser Sohn konnte auch schon mit ca 2 Jahren viele Buchstaben benennen und hatte ein Rieseninteresse an Buchstaben. Tippen auf der Tastatur inklusive. Das ist dann wieder abgeflaut, zeitlich kann ich das jetzt schwer noch zuordnen.
Malen und schreiben mit dem Stift war lange uninteressant, der Umgang mit nem Stift sah eher nach Gartenforke aus...
Mit der Vorschulzeit hat sich die Feinmotorik entsprechend entwickelt und der Stift wurde dann auch richtig gehalten.

Ich denke ein spielerischer Umgang mit Buchstaben ist super und sollte gefördert werden, irgendwann wird ein anderes Thema übernehmen und dann ist das dran.
Es gibt ja jede Menge Buchstabenpuzzle etc.

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Danke für deinen Erfahrungsbericht!

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Hi,
wir haben ein Gute-Nacht-Geschichten Buch, in dem das 1. Wort des Absatzes immer doppelt so groß und Fett gedruckt war, als die anderen.

So lernte der Große auch mit 2 Jahren, die Buchstaben. Und sagte dann immer "D" wie Oma Doris. "L" wie Oma Liesel, "E" wie Opa Edwin.

Er hat sich später aber sehr leicht getan, als es in der Schule ums lesen ging. Er lernte das mit der Silben Methode, rote und blaue Silben. Er laß in den Herbstferien des 1. Schuljahres besser, als sein 4 Jahre älterer Cousin, der noch den 3. Platz im Vorlesewettbewerb gewonnen hatte.

Gruß

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Interessant :)