4-jährige spielt mit Vertrauen

Hallo. Ich weiß mir so langsam keinen Rat mehr. Immer wieder spielt unsere 4-jährige mit unserem Vertrauen. Vielleicht tut sie das nicht unabsichtlich, dennoch wird es für uns immer schwieriger dazu noch Worte zu finden. Jedes Mal wenn so etwas auftritt reden wir mit ihr. Wir reden ruhig mit ihr. Wir sagen ihr aber auch das dies zu weit ging. Ich bin so langsam an einem Punkt wo ich ihr nicht mehr vertrauen kann. Ich weiß mir keinen Rat mehr...
Hat jemand ähnliche erfahrungen? Hat jemand die ultimativen Tipps?
Ich bin um jeden Tipp dankbar!

Liebe Grüße

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Deine Tochter versucht, dir zu gefallen indem sie zu einer "Abmachung" ja sagt. Dann kommt aber die noch fehlende Impulskontrolle dazu und sie macht es eben anders. So wie sie es in Wahrheit will, dir aber nicht sagen kann oder möchte.

Könntest du mal ein konkretes Beispiel nennen?

Ich kann dir mal sagen, wo das bei uns nicht funktioniert:

Hände allein waschen. Mein Sohn tut so, hat die Hände aber natürlich nicht gewaschen.
Das selbe Spiel mit Zähneputzen. er "lügt" also und das weiss ich auch. Er versucht halt, möglichst einfach sich durchzuwurschteln, das weiss man als Eltern aber doch schon im Voraus.
Hier muss man immer dabei sein und es jeden Tag spielerisch aufs Neue versuchen.

Süssigkeiten. Wenn er könnte, würde er sämtliche Schokolade und GUmmibärchen unter dem Tisch wegnaschen. Also ist das Zeug ausserhalb seiner Reichweite und er bekommt immer nur 1 pro Tag. "Abmachungen" würden hier null funktionieren, die Versuchung ist viel zu gross.

Früher wollte er immer den Tisch anmalen. Trotz grossem Papier, Unterlage, usw...
Wenn man sauer wurde und ihn drauf ansprach kam: das war ich nicht.
Inzwischen frage ich, ob das sein Schlawiner war (ein Kuscheltier). Dann sagt er die Wahrheit, kommt sogar oft von selbst, nimmt freiwillig einen Lappen in die Hand und putzt es weg. Es kommt mir so vor, dass er den Wunsch, etwas verbotenes zu tun, was er doch so gern machen möchte, einfach nicht unterdrücken kann. Durch die Umlenkung auf das Kuscheltier nehme ich den Druck weg und er kann es viel leichter zugeben. Dadurch werden solche Vorfälle drastisch weniger.

Ich muss dazu sagen, ich vertraue meinem Kind, wie ich einem Vierjährigen eben vertraue: kein Stück. ;-)
Das ist eine viel zu grosse Bürde und Verantwortung für ein Kind. Mir kommt es so vor, dass dein Kind an deinen heren Absichten und deiner hohen Moral einfach scheitert, es aber durchaus versucht.

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Das mit dem Schlawiner ist ja eine super Idee! Das werde ich auch so probieren! Danke für den Tipp!
Wir haben das "Problem" auch gerade bei meiner großen (bald 4),da kommt immer "das war ich nicht, das war c (die kleine Schwester)".

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Es tut mir leid, aber ich kann mir nichts Konkretes vorstellen, was sie da machen könnte.

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Wir vereinbaren eine Abmachung. Sie sagt ja ist ok, oder ja mache ich... . Dann macht sie aber ganz bewusst genau das Gegenteil und fängt jedes Mal dabei an zu grinsen.

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Naja, wirklich *vertrauen* sollte man Vierjährigen eh nicht;-).
Wenn es sich um etwas handelt, was nicht passieren *darf*, müsst ihr es halt verhindern. Wenn es sich um etwas handelt, was eine nicht zu harte Konsequenz für sie hat, dann kann sie die tragen.

Sonst kann man nur mit ihr reden, welchen Sinn und welche Folgen die Abmachungen haben; und ich würde das freundlich tun, damit sie kooperieren kann; vielleicht hat sie das noch nicht richtig verstanden und probiert aus, was passiert, wenn nicht.

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Hallo. Vermutlich wird dir nichts anderes übrig bleiben als es zu akzeptieren 🙈 Dein ältestes Kind scheint in dem Alter ein ganz braver gewesen zu sein. Ist mein größtes Kind auch gewesen. Nun habe ich einen verträumten bald Vierjährigen der zu allem erstmal „Ja“ sagt, aber wenn Situation xy eintritt, hat er plötzlich alles besprochene vergessen. Finde ich persönlich nicht schlimm. Ich denke, dass sich das mit dem Älterwerden ändern wird. Das ändert auch nichts an meinem Vertrauen zu ihm, wenn man es denn so nennen kann 🙈 Immerhin lebt er überwiegend noch in seiner Fantasiewelt.

Vielleicht wäre es hilfreich, wenn du lernst damit auszukommen?

Lg

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Hey!

Ich sehe es genau so wie meine Vorposter.
Dann war dein Sohn eben besonders brav.
Aber du kannst bei einer 4-Jährigen nicht von "mit Vertrauen spielen" oder "lügen" sprechen.
Sie weiß noch gar nicht, was lügen ist, anrichtet und wie es emotional für Erwachsene behaftet ist.
Das ist ja sogar bei Erwachsenen in unterschiedlichen Kulturen anders bewertet.
Deine Tochter wird nicht bewusst lügen, sondern testen was passiert, wenn sie nicht das macht, was du sagst. Sie testet bewusst Grenzen.

Du musst es deiner Tochter nun beibringen: "Marie, wenn du Dinge versprichst, musst du sie auch halten. Damit ich weiß, dass ich mich auf dein Wort verlassen kann. Sonst kann ich das nicht und muss immer aufpassen, dass du nicht (Beispiel einfügen)."

"Marie, wenn du von der Schokolade gegessen hast, sollst du das auch zugeben. Wenn du nicht die Wahrheit sagst und ich das später feststelle, kann ich dir nicht mehr vertrauen. Beim nächsten Mal wird es mir sehr schwer fallen. Vielleicht ist es dir dann sehr wichtig, dass ich dir glaube, aber ich kann nicht wissen, ob du die Wahrheit sagst, weil ich dir nicht mehr vertrauen kann." Vielleicht kannst du ihr die Situation spiegeln mit einem Beispiel mit einer Freundin, die nicht ehrlich ist. Hat sie sich darüber schon geärgert?

So in der Art. Ich bin Lehrerin. Dieses Testen der Grenzen kommt selbst in der Sekundarstufe 1 noch vor. Meist sind das die pfiffigeren Kinder.

Liebe Grüße
Schoko

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Hallo,

ich kenne es von unseren Kindern so, wie Du von Deinem großen Sohn.
Meistens hat es funktioniert, als sie 4 waren.

Mit Impulsivität kann das nicht so viel zu tun haben. Unser Sohn ist nämlich ziemlich impulsiv, weil er Träumer-ADS hat. Er war mit 4 auch nicht wirklich brav, aber was er direkt zugesagt hatte, hat er normalerweise eingehalten.

Ich denke, bei Deiner Kleinen besteht Gesprächsbedarf.
Ich würde mich mal nach Bilderbüchern umgucken, die das Thema Lügen behandeln.
Du kannst Ihr auch mal etwas versprechen und es kurze Zeit später nicht einhalten. Dann kannst Du sie fragen, wie sie sich jetzt fühlt.
Außerdem würde ich ihr sagen, dass es für sie unangenehme Konsequenzen hat, wenn man ihr nicht vertrauen kann. Dann darf sie nämlich einiges nicht mehr, außer, wenn Mama Zeit hat, direkt daneben zu stehen und es zu kontrollieren.

LG

Heike