Kind macht mir Angst, Mutter aber sehr penetrant

Wir haben ein Kind in der Nachbarschaft, das sehr gerne mit unserem Sohn spielt. Es war von Anfang an etwas "anders", was uns jedoch nicht gestört hat (sehr hochgestochene Ausdrucksweise, hat vorgeschlagen, 200 Volt an unseren Zaun zu legen weil jemand immer einen Hund in unseren Garten 💩 lässt und als wir darauf hinwiesen, dass dies für unser Krabbelbaby vielleicht unschön sein könnte, hat er auf 20 Volt korrigiert. Er ist 5. Es würde jetzt den Rahmen sprengen, doch viele Verhaltensweisen und auch Erzählungen lassen den Verdacht eines Asperger Autismus aufkommen).

Vor einiger Zeit kam es jedoch zu einem Zwischenfall: Er war mit unserem Sohn verabredet, sie spielten im Garten und es kamen noch sukzessive 2 weitere Nachbarskinder spontan hinzu. Zunächst fand er das gut, wurde dann jedoch eifersüchtig und wollte, dass sie gehen. Als unser Sohn sagte, dass sie bleiben dürfen, verletzten sich ganz zufällig beide Kinder innerhalb einer Minute. Auf Nachfragen meinerseits, was denn passiert wäre, schwieg er sich aus. Erst als ich mich nach dem 3. Mal fragen halb in den Weg stellte, kam bezüglich des einen Kindes "aso naja ich dachte, sein Kopf sei ein Ball und habe mit dem Schläger draufgezogen". Ich war etwas schockiert und sagte zu ihm "oh, da hast du dich sicher sehr erschrocken" aber er lief dabei schon wieder entspannt weiter und rief dann über seine Schulter "ja ja". Das andere Kind schwieg sich konsequent darüber aus, was genau passiert war. Als beide Kinder dann aber nach kurzem Trösten, Kühlen und bei einem der beiden mit Pflaster versorgen Zuhause wieder zurückkamen, wurde er sehr wütend und begann weinend, alles zusammenzusammeln, was er dabei gehabt hatte. Auf Nachfrage von uns kam dann immer "ich muss etwas mit meinen Eltern besprechen". Als mein Sohn dann sagte "ah und dann kommst du zurück?" Kam dann "Nein, ich komme nicht wieder".

Wir brachten ihn nach Hause und dort kristallisierte sich heraus, dass es ihm zu viele Kinder gewesen waren.

Die Mutter versucht sehr oft, Kontakt zu forcieren, sie fragt 2-3 Mal pro Woche nach einem Playdate. Ich möchte das eigentlich nicht mehr, da mich das Vorgehen (andere Kinder heimlich verletzen) sehr schockiert hat. Da seine Eltern aber nicht dabei waren und er das natürlich nicht Zuhause erzählt, wissen sie gar nichts davon. Es wäre also sinnlos, es ihnen genau so zu sagen. Hier in der Nachbarschaft ist es so, dass die Kinder immer alle zusammen spielen, es wird keines ausgeschlossen. Es ist für mich also mühselig, im Falle einer Verabredung mit diesem Kind die anderen Kinder fernzuhalten. Er versucht als einziges Gastkind auch immer, den kleinen Bruder unseres Sohnes auszuschließen. Obendrein sagt er bspw jedesmal sehr laut "Ssssccccchhhh!" Wenn das Kleinkind ein Geräusch von sich gibt. Vor allem habe ich bei so einem Verhalten aber einfach Angst, dass eines meiner Kinder demnächst auch einmal absichtlich verletzt wird. Die Mutter versucht es aber wieder und wieder. Wann immer ich sage, dass es ungeschickt ist, braucht es keine 2 Tage, bis sie wieder anruft oder schreibt. Ich habe auch einmal nicht geantwortet, das hält sie auch nicht davon ab.

Der Nachbarschaft zuliebe würde ich ungern die Geschichte auf den Tisch bringen und ihr ins Gesicht sagen, dass mir ihr Sohn Angst macht aber ich verfalle langsam schon in Stress, wenn sie wieder anruft oder schreibt und fair ist es ja auch nicht (allerdings ist die Wahrheit halt auch nicht netter). Fällt jemandem eine diplomatische Art ein, das Problem zu lösen? So wie ich es im Moment mache, ist es ja auch ungelungen.

32

Hallo,

Ich bin Mama eines Asperger Mädchens, und ich rate Dir, sag der Mama des Jungen warum Du ihn nicht mit Deinem Kind spielen lassen willst. Sie weiß ja gar nicht dass etwas vorgefallen ist. Der Junge hat es nicht böse gemeint, er kann nunmal nicht mit mehr als einem Kind spielen, sonst gerät er in den Overload und somit ausser Kontrolle. Er tut dann Dinge im Affekt weil er aus der Situation nicht raus kann und überfordert ist, ihm ist ja gar nicht klar dass er den anderen weh tut. Da kann nur die Mutter darauf einwirken und mit ihm andere Strategien üben sich zurück zu ziehen. Das lernen die Kinder, man muss ihnen aber natürlich Anleitung und Zeit dazu geben. Den Jungen dazu zwingen mit mehreren gleichzeitig zu spielen ist kontraproduktiv, das kann er nunmal nicht. Du musst für Dich entscheiden ob Du es möglich machen möchtest dass der Junge alleine mit Deinem Sohn spielt, wenn Du das nicht gewährleisten kannst dann kannst Du ihn nicht mehr zu Euch einladen. Vielleicht ist es ein Kompromiss wenn Dein Sohn nur noch zu ihm zum spielen geht?

LG
Sunny

1

Ehrlichkeit währt am längsten!

Ich würde mich mit der Mutti auf einen Kaffee treffen und mit ihr darüber sprechen - nicht vorwurfsvoll aber ehrlich.
Mal angenommen, es ginge um dein Kind...du wärst doch sicherlich auch froh, wenn jemand das Gespräch sucht?!
Augen zu und durch 😉

2

Hallo,
bitte besprich es mit der Mutter. Es ist doch so für alle viel fairer.
LG

3

Wie soll sich etwas ändern, wenn die Mutter des Jungen nicht weiß was auswärts passiert?
Wenn sich meine Kinder woanders wie die Axt im Walde benehmen, dann würde ich das wissen wollen um agieren zu können.
Was wurde denn der Mutter des verletzten Jungen erzählt? Sie wird doch bestimmt gefragt haben was passiert ist.

4

Du MUSST das der Mutter sagen. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum du das nicht tust?!

5

Diplomatisch geht nicht, ehrlich schon. So lassen geht nicht, irgendwie auffällig ist das Ganze schon. Wenn man wüsste, welche Probleme oder gesundheitlichen Auffälligkeiten das Kind hat, könnte man auch eher darauf eingehen.
Aber zum einen würde ich sagen, dass mir die Besuche zuviel sind und auf keinen Fall andere Kinder wegen ihres Jungen heimgeschickt werden. Auch hat er euren Kleinen nicht zu "maßregeln". Wenn das nicht eingehalten werden kann, dann täte es mir leid - dann muss die Mutter sich einen anderen Spielkameraden für ihren Sohn suchen. Nicht falsch verstehen, aber Deine Kinder können ja keine Therapie für das Gastkind sein.
Als meine Kinder klein waren, gab es in der Nachbarschaft sehr viele Kinder, die überall in den Gärten durchwechselten zum Spielen. Da war klar, dass sich alle an gewisse Spielregeln zu halten hatten - und komischerweise klappte das auch, weil sich die Mütter einig waren und man etwaige Auffälligkeiten sofort ansprach. Bei den Kindern war von ruhigen Zeitgenossen bis zu Krawallbrüdern auch alles dabei #cool (allerdings keiner, wie Du das Nachbarskind beschreibst).
LG Moni

6

Die Eltern des Kindes wissen ganz genau, was los ist mit ihrem Sohn. Davon kannst Du ausgehen.
Es kann jedoch sein, dass sie sehr viel verdrängen und mit aller Gewalt versuchen, das Kind "normal" erscheinen zu lassen. Sie wollen nicht, dass er ausgeschlossen wird und keine Freunde hat, deshalb ist die Mutter so penetrant hinterher, dass Kontakte entstehen und aufrecht erhalten werden.
Sie sind sehr wahrscheinlich selbst überfordert mit ihm, aber leider blicken sie der Wahrheit (noch) nicht ins Auge und schaden damit dem Jungen mehr, als es ihm nützt.
Der Weg, den sie zu gehen versuchen, ist der bequemere Weg, führt jedoch nicht zum Ziel, sondern das Gegenteil wird erreicht.

Wenn der Junge tatsächlich eine Diagnose in Richtung Asperger-Autismus hat oder sich gerade in der Diagnostik befindet, benötigt er sehr spezielle Förderung, welche eine Nachbarschaft mit deren Kindern ihm nicht bieten können!
Das sollte der Mutter/den Eltern klar sein, jedoch scheint hier wie bereits oben geschrieben diesbzgl. noch einiges nicht realisiert worden zu sein.

Was kannst Du tun?
Eigentlich bleibt Dir am Ende nur Ehrlichkeit!
Suche das Gespräch und sei darin dann auch sehr klar. Teile mit, dass Du Angst um Deine Kinder hast usw..., dass es Dir zuviel ist. Betone dabei, dass Du nichts gegen den Jungen persönlich hast, er aber in Eurem Leben zu viel Unruhe stiftet.
Im Grunde musst Du Dich gar nicht rechtfertigen. Es ist lediglich eine nette Geste von Dir, dass Du Gründe benennst.
Auch wenn es bei Euch ein ungeschriebenes Gesetz gibt, dass sämtliche Nachbarskinder zusammen zu spielen zu haben, bedeutet das nicht, dass ein einzelnes Kind eine Quelle des ständigen Unfriedens und Gefahrenpotentials darstellen kann.
Es ist Aufgabe der Eltern des Kindes, hier GENAU hinzusehen und (endlich) adäquat das Kind zu fördern!!

Alles Gute!

7

sag e es doch einfach, dass du Sorge hast in^hn ohne Beobachtung bei euch zu haben.

8

Ganz ehrlich: Ich würde mir die Eltern/die Mutter zu einer Tasse Kaffee einladen und ihr die Vorkommnisse ehrlich schildern und auch sagen, dass dir das für künftige Playdates Sorgen bereitet.
Wir sind Eltern eines frühkindlichen Autisten (6) und wollen immer wissen, wenn was war, damit seine Heilpädagogin und wir mit ihm „arbeiten“ können.

Gerade wenn es eine gute Nachbarschaft ist, muss man doch darüber reden können.