Dauerkreischen und Beleidigungen - wie ansprechen?

Hallo Forum. Ich weiß nicht, ob meine Frage in dieser Kategorie richtig platziert ist - ich fand keine passendere.
Folgendes Anliegen: Wir haben Nachbarn mit zwei Kindern. Das jüngere Mädchen kommt jetzt in die Schule.
Die Nachbarn haben einen Pool auf dem Vorplatz ihrer Garage aufgebaut, zur Straße hin; mangels Garten findet das gesamte Outdoorleben zur Straße (sehr ruhiges wohngebiet ohne Durchgangsverkehr) statt. Ab 13 Uhr geht täglich die Action vor dem Haus los. Das wäre alles kein Problem - aber das besagte Mädchen kann sich nur "sehr laut" artikulieren: Wut- und Zornkreischen, schrill brüllen, zorniges Krakeelen und das gesamte Umfeld einschließlich Eltern und ältere Schwester mit Beleidigungen belegen: Von A...L...über "dumme V..." ist alles dabei, "blöde Kuh" ist noch das harmloseste, und das in laut. Sehr laut. Geht was nicht nach ihrem Kopf, bekommt sie einen Tobsuchtsanfall auf der Straße, drückt einen Heulen raus, gepaart mit Kreischen, oder sie trommelt auf irgendwas ein, Haustür oder sonst was, schlägt und tritt nach den anderen. Die Eltern bleiben immer ruhig, sind verständnisvoll, auch wenn sie selbst beleidigt werden. Grenzen sind irgendwie keine erkennbar. Im Haus tobt sie auch so. Wir hören ihr auch dann ihr Gezeter (auch wenn sie drin ist), obwohl wir in einem anderen Gebäude wohnen.
also - normales Spielen ist irgendwie nicht möglich - nach wenigen Minuten rastet die Kleine wegen irgendwas gänzlich aus. Das Gezeter geht - mit Pausen - manchmal bis 22 Uhr...schönes Wetter sei Dank. Montag bis Sonntag. Urlaub wird grundsätzlich zuhause verbracht.

Also... ich würde das Verhalten, das schon sehr störend ist, gerne mal ansprechen, weiß aber nicht, wie?! Steht einem das überhaupt zu, ist man nicht tolerant genug?! Fröhliches Spielen und Lachen wäre ja kein Problem, aber diese Tobsuchts-Kreischereien in Verbindung mit diesen Schimpfwörtern, tagein, tagaus, sind schon sehr unangenehm #augen Ich freue mich schon auf den Winter, wenn die Brülltüte endlich wieder im Haus gebändigt wird.

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Hi, ich hab nun nicht alles durchgelesen, aber durchaus eine Meinung. Die Nachbarn sind zu laut. Dich stört das. Dann sag doch einfach was.wo liegt genau das Problem? Freundlich um etwas Rücksichtnahme bitten, egal, ob das Kind eine Beeinträchtigung hat oder nicht. Toleranz ist eine Sache, alles hinnehmen eine andere. vG und viel Erfolg!

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Ich würde dem Kind wohl im Beisein seiner Eltern ziemlich unmissverständlich sauer sagen, dass ich diese Ausdrücke nicht mehr hören will und ihr Gekreische auch nicht. Hier bei mir leben auch Kinder genug, aber sowas geht echt nicht.
Vielleicht meinen die Eltern, euch stört das nicht, wenn sie so entspannt sind. Die sollen ruhig merken, dass ihr Kind massiv nervt. Toleranz hat zwei Seiten, sie haben auch zu tolerieren, dass ihr weder unflätige Ausdrücke hören wollt noch hysterisches Dauerkreischen, was nichts mit Spielelärm zu tun hat.
LG Moni

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Ich würde es dem Kind direkt sagen, daß ihr ständiges Geplärre nicht schön ist , oder daß ich ihre Ausdrucksweise ganz und gar nicht schön finde und sie dazu doch etwas leiser sein möge, weil ich diese Ausdrücke nicht hören will.

Wenn die Eltern so tiefenentspannt sind, wird es wahrscheinlich nix bringen, auf diese zuzugehen. Und manchmal bringts ja wirklich was, wenn die Kinder dann einfach mal von Außenstehenden, Fremden darauf angesprochen werden.
In dem Alter sollte dich das Kind verstehen.

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die Eltern erziehen ih Kind so wie sie meinen,
Kindergeschrei ist in Deutschland zu akzeptieren
Sie können Ihren Garten nutzen wie sie wollen
was soll es für einen Wert haben, wnn du etwas sagst?
solange sie dich nicht beleidigt, geht es dich eigentlch einfach nichst an.
Das du das kind direkt angehst, würde ich dir als Eltern ganz schnell untersagen

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Stimmt Kindergeschrei ist zu akzeptieren und jeder kann seinen Garten individuell nutzen....
ABER gegenseitige Rücksichtnahme und soziales Verhalten den Kindern zu vermitteln hat mindestens denselben Stellenwert

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ah, dann verstehe ich es so, dass für Beschallung durch Fluchen, Plärren und Kreischen + Handy-Playlist via Bluetooth-Musikbox Toleranz von mir aufgebracht werden darf - im Gegenzug gibt es aber keine Toleranz für den Wunsch nach einer verträglichen Nachbarschaft? Einer darf alles - der andere muss es abnicken? frei nach dem Motto: "Wir sind ja sooo tolerant, aber nur, wenn ausschließlich einer einen Vorteil davon hat?!"

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Ich glaube, wenn die Eltern wirklich etwas dagegen tun könnten oder wollten, hätten sie es schon getan.
Ich würde auch das Mädchen mal in einem passenden Moment ansprechen, aber wäre grundsätzlich vorsichtig mit sowas. Es gibt genügend Behinderungen und Einschränkungen, die dem Kind auf den ersten Blick nicht anzusehen sind. Nicht alles ist schlechte Erziehung.

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Es tut mir leid, aber dann wäre ich als Mutter eines durch Krankheit extrem lauten Kindes schon freundlich bei meinen direkten Nachbarn vorstellig geworden und hätte es erklärt.
Dann weiß man Bescheid und es ist hinzunehmen.
Solange das nicht geschieht, ist es einfach nur unzumutbares Gekreische und Benehmen unter aller.....
Wie gesagt, Toleranz gilt für ALLE und nicht nur für eine Seite.
Das was die TE beschreibt, hat absolut nichts mit normalem Spielgetümmel zu tun und sie darf ihren Garten genauso angemessen nutzen wie die Nachbarn.

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Hm...es ist nicht so, dass ich das Thema "Beeinträchtigung" nicht auch ins Kalkül gezogen hätte und ich werde im passenden Moment die Mutter wirklich ansprechen, weil die Lärmkulisse einfach nur nervt. Ich finde das Gesamtverhalten irgendwie sehr anstrengend: Die Familie ist wirklich IMMER zuhause. Es gibt keinen Tag, an dem mal woanders getobt wird. Es spielt sich alles in dem Vorgarten + Garagenvorplatz ab. Beschallung im Dauermodus. Hinzu kommt auch musikalische Beschallung über eine Bluetooth-Musikbox - hier wird die Playlist vom Handy abgespielt, nicht dezent, sondern so, dass man bei geschlossenen Fenstern jeden Titel erkennt und mitdancen kann. Dazu wird dann gechillt, Wein getrunken, tagein, tagaus. Und on top das Gekreische, Geplärre und Gefluche. Ich bemerke, dass ich nicht mehr gerne heimkomme. Gestern ging der Trubel bis 23 Uhr. #augen
Und ganz ehrlich: Beeinträchtigung hin oder her...es wird Toleranz für Beeinträchtigungen erwartet - aber im Umkehrschluss gibt es keine Toleranz für eine angenehme und verträgliche Nachbarschaft?!

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Hallo,
Wie alt ist denn das Mädchen? Hat sie Beeinträchtigungen?

Es klingt irgendwie nach meiner Tochter, sie ist Autistin und hat regelmäßig Overloads die sie nicht Steuern kann. Sie schreit dann auch wie am Spieß, wirft sich hin, verletzt sich und andere. Machen kann man nichts, nur warten bis der Anfall vorbei ist.

Frag doch mal die Eltern, das Kind würde ich nicht anspechen.

Viele Grüsse
Sunny

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Sie ist 6, kommt jetzt in die Grundschule hier im Ort. Ob eine Beeinträchtigung vorliegt, kann ich nicht beurteilen, steht mir auch nicht zu. Mein Eindruck ist: Nein. Sie kommt oft zu mir rüber, wenn ich was auf unserem Grundstück mache, und erklärt mir dann die Welt, was ich besser zu machen habe und was ich angeblich falsch mache. Sie weiß einfach alles und vor allem: Alles besser.
Sie spritzt andere im Pool nass. Wird zurück gespritzt, rastet sie komplett aus. Sie bestimmt - alles, was nicht nach ihrer Nase läuft, ist ein Auslöser für dieses Gekreische und Gilfen. Es wäre hilfreich, wenn proaktiv auf die Nachbarschaft zugegangen würde und es im Falle einer Beeinträchtigung eine Erklärung gäbe - dann würde sich nicht so dieser Missmut aufstauen. Aber die Eltern liegen im Liegestuhl, die Bluetooth-Musikbox beschallt die halbe Straße mit Techno, dazu gibt es Wein, die Kurze kreischt, tobt und flucht - welchen Eindruck soll man denn da schon bekommen?! Und ist es die Aufgabe, das als Außenstehender zu erörtern...Es ist einfach nur nervig und stressig. Naja. Der Sommer wird bald vorbei sein...

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Klingt sehr nach Autismus, gerade dieses gefühlte, etwas taktlose Besserwissen und die Distanzlosigkeit kombiniert mit Meltdowns. Bilderbuch.-

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Vermutlich ist das Kind nicht neurotypisch. Ich würde nichts sagen oder höchstens mal Hilfe anbieten, indem man das andere Kind zum Spielen einlädt oder ähnlich.

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Ich würde ganz höflich fragen, was das arme Kind hat und ob du irgendwie helfen kannst.

Immerhin gibt es Behinderungen und Erkrankungen, bei denen der Betroffen nichts dafür kann, dass er sich so verhält. Es würde euren Seelenfrieden aber enorm befreien, wenn ihr wüsstet, dass die Eltern tatsächlich alles richtig machen, weil das Kind nunmal so ist, wie es ist.
Natürlich gibt es auch Kinder, die einfach keine Erziehung genossen haben. Vielleicht hilft da der Wink mit dem Zaunpfahl.

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Wenn meinen Vater die Nachbarskinder nervten, hatte er eine Methode, die, was ich heute noch nicht verstehe, immer zum Erfolg führte. Wenn ein Kind herumkreischte, feuerte er es an: mach weiter, dann kriegst du starke Lungen, wenn du gross bist! Und wenn ein Kind unschöne Wörter benutzte: mach weiter so, dann freut sich die Oma / Mama. Und das nicht mal übertrieben betont.

Komischerweise war dann immer Ruhe, vermutlich weil das Kind in seiner wut einfach keine starken Lungen wollte oder dass Oma sich freut.