Schnuller sanft abgewöhnen

Hallo ihr lieben,

Ich bin etwas ratlos und wende mich nun an euch. Meine Tochter ist 2 Jahre und 10 Monate alt. Seit Anfang an hat sie einen Schnuller. Das hat uns nie gestört doch seit einiger Zeit hat sie das Ding gefühlt den ganzen Tag im Mund. Wir haben schon zweimal versucht ihr den Schnuller abzugewöhnen bzw. Der Schnullifee zu geben, da stehen wir aber beide nicht so ganz dahinter und haben das alles sein gelassen da sie so viel geweint hat. Wir thematisieren es immer wieder warum es nicht gut ist und das sie ihn zum sprechen wenigstens mal rausnehmen soll aber das klappt selten bis nie. Wir haben versucht ihn tagsüber wegzulassen, das endet nur in stundenlangem weinen und traurig sein, was ja ok ist aber irgendwann nicht mehr auszuhalten ..😬 nun frage ich mich ob jemand von euch Erfahrung hat wie man einem knapp 3 jährigen Kind den Schnuller abgewöhnen kann? Ich hab ihr nun vor die zurzeit vorhandene Wichteltür win Bett für ihren Schnulli und ein Buch zum Thema hingestellt.. aber denke das wird kaum was bewirken.
Im Januar startet sie mit der Kita und da wollte ich eigentlich keinen Schnuller mehr haben aber dafür ist es wohl nun zu spät ..
habt ihr Tipps für mich ?

Vielen Dank schonmal!

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Hm, zur Erziehung gehört für mich irgendwie schon dazu, das ich als Erwachsene den Rahmen vorgebe und falls Dinge außer Kontrolle geraten, die Korrektur/ Veränderung dann auch durchzuhalten und zu begleiten habe...denn ich trage ja die Verantwortung für das Dilemma.
Ich habe noch nie so ganz verstanden, warum kleine Kinder Schnuller komplett zur freien Verfügung haben. Mir erschließt sich der Sinn einfach nicht. Und ich denke nicht, das man an den Verstand einer 2jährigen appellieren braucht, für mich thematisiert man da was, wo die Zwerge höchstens Lunte riechen und sich noch mehr an das Ding klammern.

Ja, ich bin bei dir, wenn sie im Januar startet, dann ist es jetzt zu spät.....außer du ziehst das radikal durch, fände ich jetzt nicht wirklich gut und willst du ja auch nicht. Trotzdem sollte das Ding im ersten Schritt tagsüber von der Bildfläche verschwinden, zum Einschlafen würde ich ihn noch länger lassen. Mindestens so lange, bis er tagsüber ganz zuverlässig nicht mehr vermisst wird. In eurem Fall würde ich da auch gar nicht mit der Schnullerfee, Büchern oder anderen abstrakten Dingen (Was soll ein Schnullerbett sein?) arbeiten, weil ja wirklich erstmal der Tag das Ziel sein sollte. Du stellst innerlich die neue Regel auf. Und ja, da musst du dann auch durch, liebevoll aber konsequent. Viel ablenken, viel unternehmen, spannende Sachen machen...so das sie ihn gar nicht vermisst. Vielleicht findet man ihn am ersten Tag einfach mal nicht (du hast ihn natürlich gut versteckt), ihr sucht ihn dann, du lenkst sie zwischendruch ab...bevor die Tränen kommen. "Ach weißte was, wir gehen jetzt erstmal auf den Spielplatz und suchen später weiter.". Abends zum Einschlafen (bzw zum Mittagsschlaf) hast ihn dann ganz plötzlich gefunden und am nächsten morgen (bzw nach dem Mittagsschlaf) verschwindet der doch tatsächlich wieder einfach so. Das wird vorher gar nicht thematisiert...sowas passiert nun einfach mal, fertig. Und das zieht ihr ne zeitlang durch. Ach so, Supermärkte meiden, denn die Kinder sind ja nicht doof und wissen wo man die bekommt.
Wie dann der Stand der Dinge bei der Eingewöhnung ist, das wird sich zeigen.....vielleicht klappt es bis dahin ja ganz gut. Da das aber eine wahnsinnige Umstellung ist, würde ich dann spontan entscheiden ob der Schnuller es nicht doch leichter macht. Im Kindergarten darf er eh nur kurz benutzt werden und muß dann in der Tasche verschwinden, zumindest ist das meine Erfahrung. Man kann dort nämlich mit Schnuller im Mund nicht spielen, reden und wird auch nicht verstanden, basta.
Das wäre so meine Vorstellung von sanft. Keinen Bohei drum machen, aber innerlich hinter der Entscheidung stehen. Kreativ bleiben, aber nicht abstrakt werden (beim Suchen etwas anderes cooles, neues entdecken...vielelicht ein neues Buch, neue Knete) "Boh, schau mal ich glaube ich habe noch ein Versteck vom Osterhasen gefunden, denn ich kenne die Knete gar nicht. Oder kennst du die?" Ich hab im text etwas von einer Wichteltür gelesen, der kann natürlich auch so allerhand Quatsch veranstalten, entdeckt man natürlich ganz zufällig bei der Schnullersuche. Laß dir was einfallen und viel davon. (Watte im Kochtopf versteckt. Hm, was könnten wir denn jetzt mit der Watte anstellen....ich hab es....ein Wolkenbild kleben oder die Kleine hat selber eine Idee.)
Schritt für Schritt und sich über den nächsten noch gar keine Gedanken machen.

Bearbeitet von Ackerwinde-go
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Ich stimme dir zu 100% zu.
- Wenn Eltern etwas entscheiden (Schnulli tagsüber weg), dann müssen sie das auch durchsetzen. Ausser natürlich es erweist sich als fundamental falsch. Hier hat allerdings nur die Konsequenz/Durchhaltevermögen gefehlt.
- Ein 2 jähriges Kind sollte einen Schnulli nicht zur freien Verfügung haben. Erst recht nicht unterwegs.
- sprechen mit Schnulli im Mund ist eine Katastrophe für die Sprachentwicklung. Da würde ich als Eltern ganz konsequent 'nichts verstehen' solange der Schnulli drin ist
- Schnulli nur im Haus oder besser nur im Bett sollte schon früh eingeführt werden und dann auch durchgesetzt. Das jetzt erst anzufangen ist natürlich ziemlich spät und es ist klar, dass es da Widerstand gibt
- Hier auf Einverständnis des Kindes zu hoffen ist absoluter Blödsinn. Es ist viel zu jung um das Verstehen zu können.

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Wenn sie den Schnulli aber will, dann lass ihr ihn doch. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass sich das von ganz alleine regelt. Entweder jetzt dann durch den Kiga, durch neue Freunde oder weil sie ihn einfach irgendwann nicht mehr braucht. Meine Oma sagte immer, spätestens wenn sie vorm Altar stehen..., aber es hat bei keinem so lange gedauert.

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Unser ältester Sohn ist 4 und hätte den Schnuller immer noch, wenn wir ihn nicht irgendwann abgeschafft hätten. Wenn er einen in die Finger kriegt, schnullert er auch heute noch. Er hat bereits eine Zahnfehlstellung wegen des Schnullers. Es mag Kinder geben, bei denen sich das von selbst erledigt. Aber sicher nicht bei allen.

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Zahnfehlstellung bei Milchzähnen, was es alles gibt #kratz

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Hab ich einfach meinen Kindern weggemommen, haben deswegen keinen psychischen Knacks bekommen oder so, am 2. Tag war dann auch schon ruhe

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Hallo, es ist fein, dass es geklappt hat, bei meiner Großen war es ein Kampf, den ich nach 2 MONATEN dann aufgegeben habe. Tagsüber war alles ok, aber das Einschlafen dauerte JEDEN einzelnen Tag über 2 h. Und am Ende ist sie vor Erschöpfung eingeschlafen und ich war um ca 23.00 in Tränen aufgelöst. Ich hatte alle Schnuller weggegeben. Sie hat an den Nägeln gebissen, dauernd. Sie war unausgeglichen, teilweise verzweifelt. Und sie war da ca 3 Jahre alt. Eines Tages konnte ich wortwörtlich nicht mehr. Ich habe einen neuen Schnuller gekauft und am Abend nach einer Stunde Krampf ihr in den Mund gesteckt. Nqch 5 min hat sie geschlafen. Von da an war der Deal:, der Schnuller bleibt in der Lade, sie bekommt ihn zum Einschlafen, das waren dann ca 10 min täglich und dann zog ich ihn aus dem Mund, sobald sie geschlafen hat. Und wir waren beide wieder glücklich.
Ein paar Monate später hat sie ihn dann selbst weggegeben, nie wieder angeschaut, nie wieder traurig, nie wieder Nägel gebissen.
Also nicht immer ist es ein: raus und weg damit, das ist in 2 Tagen erledigt.

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Mein Sohn hat auch so gelitten 😔, ich bin allerdings nach 3-5 Tagen bereits eingeklickt (ich weiß es nicht mehr so genau, heute mit 15 J hat er auf jeden Fall keinen Schnuller mehr😅) und er hat still gelitten, aber sehr deutlich.
Wir haben es ähnlich gemacht, siehe meine Antwort unten.
Es gibt halt Kinder, die den Schnuller mehr brauchen, als andere. Bei seinem Zwillingsbruder war das alles kein Thema.

Bearbeitet von Skorgla
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Du erwartest von deiner zweijährigen Tochter mehr Durchhaltevermögen als du selbst aufbringen kannst. Das finde ich äußerst bedenklich.

Wir haben mit dem Schnullerbaum gearbeitet und das war nach zwei Tagen kein Thema mehr. Aber mein Kind war wesentlich jünger, daher weiß ich nicht wie vergleichbar es ist.

Bearbeitet von Fiete7
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Ich bin ja der Meinung, lieber schiefe Zähne, als eine kaputte Kinderseele, aber du könntest probieren, einen festen Ort für den Schnuller zu bestimmen z. B. das Bett. Heißt der Schnuller bleibt im Bett, sie kann jeder Zeit im Bett am Schnuller nuckeln, möchte sie aufstehen, bleibt der Schnuller aber zurück.
Du könntest als Startpunkt ihren 3.Geburtstag nehmen.
Viel Erfolg.

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Also von einem verantwortungsbewussten Schnullereinsatz ist ganz sicher noch keine Kinderseele kaputt gegangen, sofern das von den Eltern auch entsprechend begleitet wird.
Die Kinderseele geht eher von dem hin und her, welches die TE veranstaltet angeknackst, da das akind so keine Handlungssicheren Eltern sieht auf die verlass sind. Es weiss dann nicht mehr, was jetzt wichtig/ernst ist und was nicht.

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Huhu! Wir hatten auch ein kleines Schnullermonster. Ich habe die Erfahrung gemacht, je mehr wir darauf eingegangen sind, desto mehr wurde geschnullert.
Wir sind dann mit ihr zum Zahnarzt gegangen. Der hat ihr ganz kindgerecht erklärt, dass das auch für später eine Fehlbildung vom Kiefer bedeuten kann und das er von anderen Kindern gehört hat, dass die schnullerfee ganz tolle Sachen bringt. Wir haben ihr dann keinen Druck gemacht, sondern abgemacht, dass sie der Schnullerfee ein Bild malt, sobald sie so weit ist. Das war dann ca 1,5 Wochen später so weit und es hat sehr gut geklappt. Sie hat ein neues Kuscheltier bekommen, das ihr dann auch Ersatz beim Einschlafen war.
Vielleicht versucht ihr es mal so. Eure Tochter ist ja auch fast 3, da versteht sie gewisse Zusammenhänge und wenn eine neutrale Person etwas dazu sagt, wirkt das oft nochmal anders.

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Also wir hatten nur zum Einschlafen Stillhütchen (anstatt Schnuller, hat sich so ergeben...). Einfach so zum rumlaufen hatten wir nie Schnuller. Aber Sachargumente, warum die nicht mehr notwendig sind, haben nicht verfangen. Bei uns gibt's im Zoo einen Schnullerbaum. Den haben wir öfter schon besichtigt und unserer Tochter erklärt, wofür der gut ist und ihr dann gesagt, dass wir beim nächsten Mal die auch aufhängen und sie sich dafür im Zooladen ein Geschenk aussuchen kann. Wir haben es dann genau so gemacht, und das Thema kam nie wieder auf. "Sanft abgewöhnen" funktioniert wohl nicht, solange er da ist, wird er gebraucht.

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Das Thema hatten wir noch vor kurzem mit meiner jüngeren Tochter. Und ich finde das Thema ist sehr individuell.

Meine Söhne hatten als Baby einen Schnuller, aber irgendwie ist der mit der Zeit verschwunden und es gab keine Schnullerentwöhnung.

Meine ältere Tochter war sehr versessen auf den Schnuller, wir hatten ihn aber hauptsächlich nur zum Schlafen. Bei ihr habe ich tatsächlich von der Schnullerfee berichtet und sie hat sich ein Kuscheltier ausgesucht. Dann kam der Schnuller weg. Das war einen Monat vor dem dritten Geburtstag. Ich hätte es nicht gedacht, dass es so gut klappt. Es gab auch kein meckern oder ähnliches.

Bei der zweiten Tochter (die im Frühling 4 wird), war das schwieriger. Ich habe so mit Ende 2 angefangen, sie zu fragen, ob die Schnullerfee kommen kann, aber sie hat ganz klar gesagt, sie braucht den Schnuller. Leider wurde der Schnullergebrauch zu Hause immer mehr, statt nur zum Schlafen wurde er auch zum Trösten oder beim Angucken eines Buches verwendet.
In der KiTa jedoch war der Schnuller nicht nötig. Irgendwann hat die KiTa den Schnuller sogar zurückgegeben und sie hat dort ohne Schnuller geschlafen.
Nachts hat sie Schnuller daheim gebraucht und ist öfters aufgewacht und hat den Schnuller gesucht. Im Auto konnte sie viel besser mit Schnuller einschlafen.
Also ich blieb dran an dem Thema, hatte aber das Gefühl, dass sie den Schnuller noch braucht. Mit ca. 3,5 Jahren hat sie zum ersten Mal gesagt, wir könnten den Schnuller abgeben. Wir haben den dann relativ flott an den Schnullerbaum im Tierpark gehängt und offiziell verabschiedet mit einem Geschenk. Tagsüber war es in Ordnung, aber abends hat das Einschlafen ca. 2 Wochen lang viel länger gedauert und sie rief die ganze Zeit, dass sie nicht ohne Schnuller schlafen kann.
Das war schon sehr anstrengend, da man sie sonst nur ins Bett legen musste und dann ist sie eingeschlafen. Ohne Schnuller waren das dann meist 30 min mit Begleitung.
Danach fragte sie noch hin und wieder nach dem Schnuller aber nach so ca. 2 Monate war es wirklich vorbei.

Ich würde an deiner Stelle einfach mal schauen, wie weit deine Tochter ist und den Schnuller tagsüber reduzieren. Die KiTa kann da sogar helfen.
Ihr gleichzeitig immer mal wieder anbieten, dass die Schnullerfee kommen kann und ein schönes Geschenk für den Schnuller bringt. Dann wird deiner Tochter signalisieren, ob es passt.. Klar ist es mit 3 oder 3,5 schon etwas später als der Durchschnitt für die Schnullerabgewöhnung, aber ein Schnuller ist immer noch besser als bspw. Daumenlutschen.

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Wir haben in dem Alter auf einen Schnuller reduziert, den hat sie quasi selbst als DEN Schnuller auserkoren. 😂 Sonst gab es keinen. Den Rest hat die Zeit erledigt. So nach ein paar Monaten war das erste Loch drin. Dann ging es flott, das Ding ist quasi auseinander gefallen. Und siehe da, sie wollte ihn nicht mehr. 🤷‍♀️ Bei uns war das Thema damit erledigt. Vielleicht wäre das ein Ansatz?

Viele Grüße,
Mellie