Großeltern wollen noch immer die Mama erziehen

    • (1) 21.04.07 - 22:14

      Hallo,

      ich hab in einem anderen Forum schon mal ansatzweise zu dem Thema gepostet und den Tipp bekommen, mich abzunabeln. Dass ist aber leichter gesagt als getan, meine Eltern haben die Nabelschnur doppelt geknotet :-p #augen

      Folgende Situation:
      Ostern bei meinen Eltern. Ich tu etwas mit meinem Kind, was meinem Vater so gar nicht zusagte und er putzte mich vor meinem Kind (was zum Glück erst 16 Monate alt ist) runter.

      Ich war echt sauer und auch schockiert und bin dann mit Sack und Pack nach hause gefahren.

      Bei einem Telefonat mit meiner Mutter einen Tag später durfte ich erfahren, dass mein Vater sich im Recht sieht und nun auf ein klärendes Gespräch von meiner Seite wartet.

      "wenn dein Vater dir etwas sagt, dann hast du das zu tun"

      Ich wies dann mal daraufhin, dass ich erwachsen bin (hab die 30 schon länger hinter mir) und ich die Mutter des Kindes bin und daher auch nur ich etwas zu sagen habe (ihr wisst wie ich das meine) und im übrigen weiß was ich tue.
      Wenn ihm etwas nicht gefällt, kann er mir da ja ruhig sagen aber mich keinesfalls vor meinem Kind dermaßen demontieren.

      "wenn Erwachsene im Raum sind, musst du dir schon mal was sagen lassen"

      mein persönliches Highlight an Kommentaren :-[ #schock #augen

      Ich wies dann mal dezent daraufhin, dass ich selber schon erwachsen sei. #gruebel

      Jedenfalls sieht es jetzt so aus, dass meine Eltern sich im Recht sehen und ich hab unrecht und sie nicht akzeptieren, dass ich eine erwachsene Frau bin mit Kind.

      Ich frage mich jetzt schon, wie das weitergehen soll, da sich solche Situationen wohl wiederholen können/werden.

      Bin echt ratlos #kratz wie soll dass denn aussehen, wenn der Kleine mal größer ist und mitkriegt, wie seine Mutter von Opa "ausgeschimpft" wird #wolke

      Viele Grüße #gruebel
      awk

      • (2) 21.04.07 - 22:27

        "Dass ist aber leichter gesagt als getan, meine Eltern haben die Nabelschnur doppelt geknotet"

        Kannst du das genauer erklären?

        Bist du finanziell von deinen Eltern abhängig? Oder bist du ihnen sonst irgendwie verpflichtet?

        Denn, wenn nein, dann kann ich nur den Rat wiederholen, den du bereits bekommen hast: Nabele dich ab! Und im Zweifelsfalle heisst das, daß du deinen Eltern klipp und klar sagst, du kommst erst dann wieder mit ihrem Enkelkind, wenn sie akzeptieren, daß du erwachsen bist.

        Ich weiß, das ist leicht gesagt und es sind immerhin deine Eltern. Aber letztendlich mußt DU dich entscheiden, was dir wichtiger ist. Und das dann auch konsequent durchziehen.

        LG
        Angelika

        • (3) 21.04.07 - 22:37

          #pro#pro#pro

          kann ich nur zustimmen.

          Wenn Du es jetzt einmal durchgehen lässt, dann machen sie es immer wieder. Und in 3 Jahren behandelt Dein Kind Dich wie seine Schwester und hört nur noch auf Opa, da Mama ja eh nix zu sagen hat.

          Ich würde auch den Kontakt reduzieren bis sie es lernen. Beim nächsten Ausrutscher klip und klar sagen was sache ist und heim gehen und dann erst mal nicht melden

          Lieben Gruß Mona

      (4) 21.04.07 - 22:36

      Hallo awk,

      mein Vater hat mich stellenweise auch so respektlos behandelt. Das letzte Mal, als wir uns getroffen haben, hat er mir vor den Kopf gesagt, dass sich doch MIR nicht den Mund verbieten lässt, DAS wäre ja noch schöner. Er hatte so die Angewohnheit, sich wirklich jedesmal, wenn ich meinem Sohn etwas zu sagen hatte, einzumischen.

      Ich habe seit einem halben Jahr keinen Kontakt mehr zu meinen Eltern und bin inzwischen richtig froh darüber. Erst hat es mir ziemlich weh getan. Aber mittlerweile ist mir aufgefallen, dass sie mit ihrem respektlosen Verhalten immer noch ganz schön viel Einfluss auf mich hatten, obwohl ich immer der Meinung war, dass ich mir nicht reinreden lasse.

      Genau dasselbe würde ich Dir auch raten. Brich den Kontakt ab, sie werden IRGENDWANN über ihr Verhalten nachdenken und feststellen, dass sie Dich als erwachsene, eigenständige Person akzeptieren müssen. Ich glaube nicht, dass Du auf andere Weise etwas erreichen wirst. Du sagst ja selber, dass sie sich im Recht fühlen.

      Alles Gute
      Saskia

    • Mein Schwiegervater hat mich letzten Sommer nach dem Duschen Abend gegen 10 abgepasst (wir waren für eine Nacht bei denen zu Besuch, weil sie etwas weiter weg wohnen) und mich runtergemacht. Ich habe halt mit meinem Mann etwas lax geredet, so wie wir das halt manchmal machen - aber das hat dem Herrn nicht gepasst und da war ich mode. In seinem Haus wird gemacht, was er sagt und wenn ich mich nicht ändere brauch ich nie wieder kommen und so weiter.
      Ich hab ihm dann gesagt, dass ich micht wegen dieser Lapalie bestimmt nicht ändern werde und da isser richtig laut geworden, obwohl ich gesagt habe er soll leise sein, weil unser Baby nebenan schlief.

      Solche Kommentare sind übrigens auch an der Tagesordnung, von wegen was sagen lassen. Als ob wir kein Recht auf eine eigene Meinung hätten. Mein Mann hat aufgrund dieser dämlich Kommentare schon keine eigene Meinung mehr.

      Ich mag die Leute überhaupt nicht, das weiß mein Mann auch, aber es sind immerhin seine Eltern.

      Ich kann dich gut verstehen, wir wissen auch noch nicht, wie es später wird, wenn wir mal wieder unsere Meinung nicht sagen dürfen und unsere Kinder sind dabei. Da verlieren wir doch an Glaubwürdigkeit.

      LG Gitta

      (6) 22.04.07 - 10:24

      :#sonne Guten Morgen ,

      ich hatte schon einmal mit meinen Eltern für 2 Jahre keinen Kontakt mehr, eben wegen genau dieser Problematik.

      Meine Mutter hatte sich damals die Versöhnung sehr gewünscht und ich hatte gehofft, dass das Verhältnis besser würde.

      Scheint aber nicht so, und "gelernt" haben sie aus der Trennung scheinbar auch nichts :-(

      Deswegen bin ich ja auch sehr ratlos.

      Es ist im Moment so, dass der Kleine nicht ohne mich zu meinen Eltern geht und ich auch schon deutlich gesagt habe, woran es liegt.

      Abhängig bin ich von ihnen nicht mehr, natürlich könnte ich jetzt ohne weiteres den Kontakt wieder beenden.
      Aber das kann doch nicht die Lösung sein? #kratz

      Viele Grüße
      awk

    • (7) 22.04.07 - 10:42

      Hallo awk,

      ich finde, Du hast genau richtig reagiert. Es ist sehr wichtig, dass man sich von seinen Eltern abnabelt. Sie müssen verstehen, dass Ihr jetzt eine Beziehung habt, die auf gleicher Ebene stattfindet. Dazu musst Du Deinen Eltern aber auch ein bisschen Zeit lassen, denn es ist schwer für sie, ihre bisherige Stellung aufzugeben.

      Ich weiß, dass es einen wütend macht, wenn der Andere sich im Recht fühlt und es doch so offensichtlich ist, dass er Unrecht hat. Aber zur Abnabelung gehört eben auch, dass Du Deinem Vater seine Meinung lässt. Du kannst ihn nicht ändern. Was Du ändern kannst, ist Deine Beziehung zu ihm. Und da musst Du klar sein und selbst für Dich herausfinden, wie Du die Beziehung leben willst. Ich finde, dass Du da schon ganz richtig reagiert hast. Ganz klar: Wenn er sagt, dass er in seinem Hause zu bestimmen hat, dann ist das sein gutes Recht. DEIN gutes Recht ist es aber, sich dieser Herrschaft nicht zu unterwerfen und klar zu sagen, dass Du nur kommst, wenn Du Dich dort wohl fühlst und Deine Wünsche respektiert werden.

      Abnabelung ist echt schwer, bei mir hat es Jahre gedauert. Davon hat mein Vater ein volles Jahr kein Wort mit mir geredet (Hintergrund: er war auf mich wegen irgendeiner Lappalie sauer und erwartete, dass ich mich dafür entschuldigte. Ich sah es nicht ein, da ich mich im Recht fühlte und entschuldigte mich nicht, also hat er nicht mehr mit mir geredet... Und sowas nennt sich "erwachsen"!). Später erinnere ich mich an eine Situation, da habe ich schon alleine gewohnt und meine Eltern kamen zu besuch. Wir waren bezüglich irgendeines politischen Themas unterschiedlicher Ansicht und er konnte nicht akzeptieren, dass ich dazu meine eigene (wohlbegründete) Meinung hatte und wurde immer lauter. Meine Mutter hat dann mal wieder hektisch versucht, zu vermitteln. Bis mein Vater wutentbrannt aufsprang und zu meiner Mutter sagte: Wir gehen! (Dazu muss ich sagen, dass in unserer Familie es als absolutes No-Go gilt, im Streit auseinander zu gehen, weil man dann garantiert vor den nächsten Laster rennt und der überlebende Streithansel seines Lebens nie mehr froh würde#augen). Er meinte das ganz klar als Drohung und erwartete wohl, dass ich ihn aufhalten und einlenken würde. Und da machte etwas in mir "pling!" und ich wusste: Soll er doch gehen. Damit komme ich klar. Das war völlig neu für mich, dieses Gefühl, ganz unabhängig zu sein und zu wissen, es wird die Welt nicht untergehen, wenn er jetzt stinksauer von dannen zieht. Als er das merkte, hat dann tatsächlich ER eingelenkt!

      Natürlich gibt es immer wieder Situationen, wo ich mich über meine Eltern aufrege, aber insgesamt haben wir jetzt ein gutes Verhältnis. Mein Vater fragt mich sogar manchmal nach Rat, wenn es um seine Finanzen geht (ich bin Bankkauffrau), diese vermeintliche Blöße hätte er sich früher nie gegeben.

      Also, was ich eigentlich sagen will: Vor Dir liegt eine harte Zeit, aber es lohnt sich! Bleibe "hart" und setze Deinen Eltern ganz klare Grenzen. Du bist erwachsen! Du bestimmst, wie Dein Kind erzogen wird! Deine Erziehung ist beendet. Deine Eltern können Dir sicher mal einen Rat geben, aber Du entscheidest, ob Du ihn befolgst oder nicht.

      Viel Erfolg und viel Durchhaltevermögen!
      Liebe Grüße
      Inga
      P.S.: Googel mal nach dem Buch "Wohin mit meiner Wut". Hat mir sehr geholfen!

      • Das ist sehr gut geschrieben.

        Wie ist es eigentlich, wenn ihr bei dir aufeinander trefft? Benehmen sich deine Eltern dann genauso oder sind sie bereit zu akzeptieren, daß sie sich auf fremden Terrain bewegen?

        Hm, hast du mal über eine Gesprächstherapie nachgedacht? Keine Angst, nicht damit du Medikamente bekommst, aber in vielen Fällen hilft es, die Dinge klar und deutlich auszusprechen. Dein Verstand sagt dir, was du tun musst, um dich abzunabeln, aber dein Herz hängt noch an der Vorstellung von liebenden und verständnisvollen Eltern. Aber, wie meine Vorrednerin schon schrieb, du kannst deinen Vater nicht ändern. Du kannst ihn allenfalls so akzeptieren wie er ist. Punkt. So ist er eben und abhaken.

        Und dann auf dieser Basis eine Beziehungs FÜR DICH definieren.

        Abnabeln bedeutet nicht nur für die Eltern loszulassen, sondern auch von den Kindern.

        Angelika

        • Hallo!

          Ich kann dich so gut verstehen!!!!!
          Mein Vater hat mich diese Woche auch ständig vor meiner Tochter runtergeputzt.
          Alle Versuche vernünftig mit ihm zu reden bringen überhaupt nichts.
          Meine Mutter steht leider immer auf seiner Seite, da habe ich keine Chance.
          Ich bin ihm immer zu streng, darf ihr nichts verbieten, seine Prinzessin darf alles, aber wehe sie bockt dann mal, da war es die böse Mama, die sie zum Weinen bringt.
          Wir haben auch gerade Funkstille, weil ich gesagt habe, daß ich die Nase voll habe.
          Meine Kleine ist zur Zeit auch oft krank und auch da mischt er sich ein. Ich soll nicht so oft Fieber messen, sie nicht zum Arzt bringen, ich mache sie nur noch kränker.
          Das Problem ist, daß wir zusammen in einem Doppelhaus wohnen und das mein Vater auch ständig bei mir hängt. Für ihn ist meine Tochter alles auf der Welt und er denkt ich tue ihr nicht gut.
          Also du siehst, daß du mit deinem Problem nicht alleine bist.
          Ich wünsche uns viel Kraft, ich habe auch schon so oft versucht über meine Mutter was zu erreichen bei ihm, vielleicht macht es irgendwann Klick.
          Liebe Grüße
          jasmin 1806

    (10) 22.04.07 - 20:30

    Hallo Awk !
    Hast Du denn etwas erwidert, als er Dich zur Sau gemacht hat ? Ich würde einfach Kontra geben - dann weiß Dein Sohn später auch, daß sich seine Mutter nicht einfach so herunterputzen lässt !
    Trennung hilft nicht - da denken Deine Eltern nur, Du bist noch ein bockiger Teenager, der seine Grenzen austestet ;-) :-p
    Hatte ich probiert, hat nicht gewirkt.
    Meine Eltern waren/sind genau wie Deine. Ich habe jahrelang unter ihrer total demütigenden und rechthaberischen Art gelitten, war zudem noch lange finanziell abhängig (habe Medizin studiert und war erst mit 28 mit dem Studium fertig) und bin irgendwann zusammengebrochen - ich war nur noch depressiv, habe geheult und wusste nicht, wie ich dieses Verhältnis jemals ändern soll.
    Zum Glück hatte ich damals noch keine Kinder !
    Ich habe dann eine zweijährige Psychoanalyse absolviert und schon während der Therapie ging es mir wesentlich besser. Ich habe endlich wirklich richtig Kontra gegeben wenn blöde Sprüche von meinen Eltern kamen, habe mich nicht mehr herunterputzen lassen und es gab ein paar Mal so richtig filmreiche Kräche, während derer mein Mann und ich öfter mal des Hauses verwiesen wurden ;-)
    Mit meinen Kindern habe ich dann noch mehr Selbstbewußtsein bekommen und mittlerweile lasse ich mir nichts mehr sagen von meinen Eltern !
    Meine Mutter hat nichts dazugelernt, sie wird so bleiben wie sie ist, bis sie stirbt, aber ich habe mich damit abgefunden und versuche nicht mehr, sie zu ändern, sondern sie zu ertragen #augen
    Mein Vater hat begriffen, daß ich kein kleines Kind mehr bin und mischt sich nicht mehr ein #pro
    DU musst Dich ändern, nicht Deine Eltern, die werden so bleiben, wie sie jetzt sind (natürlich KÖNNEN Menschen sich ändern, aber es ist unwahrscheinlich ab einem gewissen Alter).
    Liebe Grüße und alles Gute,

    Katrin mit Emilia-Sofie (27 Monate) und Nevio (7 Monate)

    (11) 29.04.07 - 11:27

    Haben meine Eltern mit mir auch versucht....aber die merkten schnell dass ich da nicht mitziehe.....

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