Wenn du das nicht machst, dann darfst du nicht...

    • (1) 30.05.07 - 09:01

      Hallo,

      mir fällt in letzter Zeit immer mehr auf, dass ich andauernd meinem Kind irgendwelche Strafen androhe. Wenn du das Teil X jetzt nicht aufräumst, nehme ich dir deine Conni CD für eine Woche weg / darfst du nicht zu deiner Freundin gehen.. usw.

      Manchmal, wenn ich bewusst daran denke, dass ich das mit dem Androhen den Verboten nicht machen möchte, locke ich mit Belohnungen wie zb. Wenn du das Teil X aufräumst, lese ich dir gleich was vor / darfst du gleich einen Pudding essen....usw.

      Ich finde weder das eine (Androhung von Strafe) noch das andere (locken mit Belohnungen) besonders gut. Sie hört dann zwar, aber ich weiss nicht, ob das der richtige Weg ist. Wie kann ich noch reagieren? Die natürliche Konsequenz aufzeigen geht ja oft nicht, zb. wenn sie den Mund waschen soll und es nicht macht, passiert ja nicht wirklich was.

      Vielleicht habt ihr Anregungen für mich?

      Gruß Anne

      • PS: Meine Tochter ist 4 Jahre alt.

        Da fällt mir nur ein: meine Tochter (3,5) schimpfte neulich mit ihrer Babypuppe und sagte:
        "Baby wenn du das nicht machst, dann darfst du keinen Nachtisch, mußt ohne essen ins Bett,kriegst keine Geschichte vorgelesen und gehauen!"

        Alles außer dem Hauen habe ich ja wieder erkannt....

        Aber zu en meisten Dingen gibt es schon eine natürliche Konsequenz, z.B. Mund nicht abwischen: dann kann sie nicht mit mir kuscheln (sonst werde ich dreckig), nicht aufs Sofa, nicht ins Bett...
        Wenn das ins Bett gehen dadurch zu lange dauern, ist keine Zeit mehr für eine Geschichte...
        Natürlich sind das auch Bestrafungen (bzw. Belohnungen in gewisser Hinsicht: Wenn du aufißt und en Tisch abwischst, können wir noch Nachtisch essen, sonst eben nicht), aber es zeigt doch auch eine Konsequenz ihres HAndelns. Und wenn es nur die Zeit ist.
        Wenn sie z.B. nicht aufräumt und ich es dann mache, dann sage ich auch manchmal: nein ich habe jetzt keine Zeit mit dir zu spielen oder ein Buch anzugucken, denn ich mußte ja aufräumen und das hat so lange gedauert.

        LG

        Erdbeertiger

        Hallo,

        ich finde nichts Schlimmes an Deinen Beispielen.

        Wenn es ums Aufräumen geht...erst die "Arbeit", dann das Vergnügen. Das handhabe ich genauso.
        Wenn Dein Kind in die Schule geht, ist es doch auch so. erst die Hausaufgaben erledigen, dann spielen. Ohne Hausaufgaben, kein Besuch von Freunden.

        Das mit der Süßigkeitenbestechung finde ich persönlich nicht so gut, aber das mit dem Vorlesen schon.
        Man kann ja sagen, dass man geplant hat, in einer halben Stunde etwas vorzulesen, weil man dann gerade dazu Zeit hat und Deine Tochter kann sich dann aussuchen, ob sie vorher aufräumt oder die Lesestunde mit aufräumen verplempern will und leer ausgeht.

        Die natürliche Konsequenz, wenn sie sich nicht den Mund wäscht wäre, dass sie mit schmutzigem Gesicht herumläuft und wahrscheinlich alle Leute über sie lachen.
        Wenn ich meinen Kindern solche Sachen vor Augen halte und es so hinstelle, als ob es mir egal wäre, entscheiden sie sich nach kürzester Zeit von selbst für den richtigen Weg. Sei es nun Waschen, Zähneputzen ( "Wenn Du gerne mit zerlöcherten Zähnen und Mundgeruch durchs Leben gehen willst...") o.a.

        L.G.
        zwillima

      • Hallo Anne,
        ich habe mal den Tipp bekommen diese (negativen) Ansagen positiv zu formulieren.

        Zur Erklärung:
        Meine Tochter (zu dem Zeitpunkt 3 Jahre alt) und ich haben eine Freundin besucht. Aus irgendeinem (wahrscheinlich nichtigen) Grund ist meine Tochter total ausgerastet, hat rumgeschrien und war nicht mehr Herr ihrer Sinne ;-). In meiner Wut (Hilflosigkeit?) habe ich dann gesagt: "Wenn du nicht aufhörst, fahren wir nach Hasuse." Genützt hat es nichts. Meine Freundin hat dann gesagt: "Du solltest lieber sagen: Wenn du bleiben möchest, dann hör auf zu schreien." Das hat merkwürdigerweise geklappt... #kratz

        Es hat ein wenig gedauert, bis ich mich an die positive Formulierung gewöhnt habe. Ich stelle aber immer wieder fest, dass es funktioniert und man eben nicht wirklich gedroht hat.

        Viele Grüße
        Claudia

      So blöde es sich auch anhören mag,
      aber ich muss da einer Vorschreiberin wirklich recht geben.
      Das Leben ist nicht nur ein Vergnügen.
      Das Kinder ihre Kindheit genießen sollten ist wohl allen klar,
      aber sie müssen auch lernen dass es manchmal einfach Dinge gibt,die man machen muss,ob man nun Lust dazu hat oder eben nicht.
      Im späteren Leben wird ihnen kaum einer alles hinterher tragen.Im Arbeitsleben wird man nicht alles in den Schoß gelegt bekommen.
      Ich finde es schon wichtig dass Kinder auch ihre kleinen Verantwortungen haben,wie das Kinderzimmer aufzuräumen
      oder mal den Müll raus zu bringen.
      Natürlich kommt es dann auch auf das Alter dementsprechend an. Meine 7 jährige Tochter hat aber auch schon mal den Müll raus tragen dürfen oder mit mir gemeinsam das Bad geputzt.
      Warum auch nicht.

      Mein Sohn (10) räumt auch öfter mal den Geschirrspüler aus.
      Ohne Meckern,was mich schon so manches Mal erstaunt.
      Er verlangt auch dafür nix,außer ein Dankeschön,
      obwohl ich die gleiche Methode wie Du angewendet habe.
      Als er noch kleiner war was nicht machen wollen,
      dann hat er auch auf was verzichten müssen.

      Man sollte es auch mal so sehen.
      Besser wenn es so funktioniert,
      als dem Kind,bei jedem nicht gehorchen,
      was auf den Po zu geben.
      Das wäre wohl um einiges Schlimmer.

      Hallo!

      Die CD wegnehmen oder nicht zur Freundin, weil noch was rumliegen bleibt? Ist unlogisch und wird im Sande verlaufen. Na und, ich hab doch mehr als eine CD. Na und, dann bleib ich zu Hause, dich wird's schon irgendwann nerven, dass du mich nicht rausgelassen hast.

      Teil X muss dann aufgeräumt werden, wenn der Platz gebraucht wird, wo es liegt. Z. B. muss der Weg frei sein, wo Caroline mit dem Puppenwagen langfahren will, und die im Weg liegenden Sachen werden nicht einfach zur Seite gekickt, sondern dann gleich aufgeräumt, sonst kann der Puppenwagen nicht von seinem Parkplatz weg. Und bevor Caroline abends ins Bett geht, räumen wir auch grob auf, dass der Weg durch das Zimmer frei ist und man ohne Schuhe nicht nachts auf irgendwelche scharfen Kanten von Spielzeug treten kann. Alles logisch, oder? Deswegen funktioniert es sogar bei unserer 3-jährigen Zickenkönigin #;-).

      Mund nicht abgewaschen? Na dann wird nicht gekuschelt, da werden ja meine Sachen schmutzig. Du willst dich nicht anziehen? Dann wirst du draußen aber frieren in deinem kurzen Schlafanzug und ohne Schuhe.

      Sowas zieht viel besser! Auch wenn ein besonders hartnäckiges Kind manches dann eben durchziehen muss (auf Socken die Treppe runter - nach wenigen Stufen sind die Schuhe dann für gewöhnlich doch attraktiv #;-)), sie müssen ja erst begreifen, was logischerweise folgt, wenn man grundlegende Verhaltensregeln nicht beachtet hat.

      LG
      Steffi

      • (9) 31.05.07 - 14:08

        Hallo Steffi,

        irgendwie scheint meine Tochter wohl dickköpfiger zu sein als die meisten anderen Kinder. Die Argumente, die Du angebracht hast, ziehen bei uns leider fast nie.

        Wenn der Mund nicht abgewischt wird und ich ihr sage, dass sie in diesem Zustand nicht mit mir kuscheln darf, ist ihr das vollkommen schnuppe. Schließlich steht nach dem Essen erstmal nicht Kuscheln auf dem Programm, sondern es wird eine Weile gespielt. Und bis sie dann wirklich zu mir zum Schmusen kommen würde und ich sie darauf hinweisen könnte, dass der Mund nicht abgewischt ist, hat sie schon längst unser Sofa oder ihr Bett oder etwas anderes mit Tomatensauce eingeschmiert.

        Und ohne Schuhe die Treppen hinuntergehen? Kein Problem. Dass die Füße eiskalt werden, wird hartnäckig geleugnet - man will ja nicht eingestehen, dass Mama vielleicht recht hatte.

        Nur das mit dem Aufräumen geht ganz gut, weil die logische Konsequenz ganz klar ist: Bei uns sind alle Spielsachen in Kisten verstaut, und es darf immer nur eine einzige Kiste ausgepackt werden. Eine zweite Kiste gibt es erst dann, wenn die erste wieder eingeräumt wurde. Okay, am Abend ist die Motivation natürlich nicht mehr sehr groß, weil es ja kein neues Spielzeug mehr gibt, sondern nur noch Zähneputzen und Insbettgehen angesagt ist. Aber tagsüber klappt das Aufräumen ganz gut.

        Im Großen und Ganzen fallen bei jedenfalls auch häufig "Wenn...dann..." Sätze. Und nicht immer sind die Konsequenzen absolut logisch - leider. Und was das Mundabwischen angeht: Das muss einfach sein, ebenso wie das Einreiben mit Sonnencreme (was meine Tochter hasst wie die Pest), egal ob das Kind protestiert und schreit oder nicht. Ich finde das zwar unschön, aber letztendlich ist mir diese kurzfristige "Gewaltanwendung" lieber als ein ständig eingesautes Sofa oder ein Kind mit Sonnenbrand...

        LG
        lilas

        • (10) 31.05.07 - 18:55

          Hallo!

          Naja, solche Bereiche, wo kein Argument der Welt mehr zieht und man als Eltern mit Festhalten und trotz-Geschrei-durchziehen arbeiten muss, haben und hatten wir auch immer wieder mal. Zeitweise war's Zähneputzen, lange Zeit Nägelschneiden (inzwischen hat sie lichte Momente, wo sie selbst nach Nägelschneiden verlangt!), zur Zeit meist Haarekämmen...

          Okay, dann würd ich beim Mundabwischen sagen, dass sie sonst ja alles anschmiert und sie vorher nicht spielen gehen kann. Wobei, das Thema ist auch eins, wo ich im Ernstfall nicht diskutiere, sondern den Lappen hole und sie kurzerhand saubermache...

          Glaub mir, Caroline ist schon ganz schön dickköpfig. Aber oft erwischt man sie auf die psychologische Schiene und sie denkt am Ende, sie hätte von Anfang an das gewollt, was ich durchsetzen wollte #;-). Beispiel Zopfmachen am Morgen: Ich komme mit einem roten Haargummi und kündige an, dass ich ihr den Zopf mache. Sie schreit, reißt mir den Gummi aus der Hand und rennt weg. Ich greife mir einen grünen Gummi und sage, "macht nichts, ich hab noch einen Zopfgummi". "Neeeeeeeeeeiiiiiiiiiiiiin, nicht einen grünen Zopf!" - "Was dann für einen?" - "Einen roten!" - "Naaaaa gut..." Schwupps hat sie wie von Anfang an gewünscht einen roten Zopf und denkt noch, sie hätte sich gegen mich durchgesetzt #:-p... Sowas klappt irgendwie häufig! #schein

          LG
          Steffi

          • (11) 31.05.07 - 21:40

            Ja, genau - Nägelschneiden schien für meine Tochter auch lange Zeit die reinste Folter. Das änderte sich erst mit der Geburt ihres kleinen Bruders. Eines Tages schnitt ich ihm nämlich die Nägel, und plötzlich kam Mademoiselle angelaufen und schrie: "Ich will auch." Ich fragte ganz ungläubig nach, ob sie wirklich wolle, dass ich ihre Nägel auch schneide, denn diese waren noch nicht sehr lang und sie hätte ruhig noch ein paar Tage warten können. Aber nein, nein - sie wollte SOFORT, dass sie die gleiche Behandlung wie ihr Bruder erfahren darf. Und siehe da: Es gab keinen Protest mehr, obwohl das Schneiden ja angeblich all die Monate davor soooo schrecklich gewesen war und gaaaaanz furchtbar wehgetan hatte. #augen

            Und manchmal funktionieren natürlich auch bei uns einige Psychotricks. Wie auch Du gebe ich meiner Tochter oft Wahlmöglichkeiten, was dann bewirkt, dass über die Sache selbst nicht mehr diskutiert wird. Zum Beispiel frage ich oft, wer zuerst eingecremt werden "darf" - womit klar ist, dass die Sonnencreme auf jeden Fall zum Einsatz kommt, meine Tochter sich aber aussuchen darf, ob zuerst ihr Bruder oder sie selbst dran ist. Zum Glück ist mein Sohn noch so klein, dass er noch nicht mitreden möchte. Wie wird das nur werden, wenn auch er noch in die Trotz- und Nein-Phase kommt...? #gruebel

            LG
            lilas

            • (12) 01.06.07 - 12:23

              Hihi, genau, das mit den mehreren Wahlmöglichkeiten ist auch immer ein guter Trick! #freu Über Pfingsten hatte Caroline beide Großelternpaare für sich, auch noch am selben Ort, und da hab ich sie einfach gefragt, welche Oma die Fußnägel schneiden darf. Ich hab nicht erst angekündigt, dass die geschnitten werden müssen, das hätte Stress gegeben #:-p. Sie sagte mir, welche Oma das machen soll, und dabei blieb's dann auch, sie hat es von der Oma sogar eingefordert. Ist immer schön, wenn etwas auf die Art ohne Geschrei und Gezänk klappt. #:-)

              Ich glaub, die Gebiete, auf denen die Kinder weiter zicken, sind bloß die, auf denen uns solche Tricks noch nicht eingefallen sind... #;-)

              LG
              Steffi

      (13) 09.06.07 - 10:08

      Ich finde du machst das völlig richtig. Nur eine Idee von mir, ich handhabe es immer so, daß sowohl Strafe als auch Belohnung im Zusammenhang stehen.

      Wenn sie nicht Aufräumt, geht es halt nicht mit ihr in den Park oder Spielplatz, weil ICH dann keine Zeit dafür habe, weil ICH dann alles aufräumen muss. Wirst sehen wie schnell das klappt. Es muss für Kinder immer einen Zusammenhang geben finde ich. Zumindest fahre ich damit am besten.

      Also mit Essen, vor allem Süsskram, wird bei uns weder belohnt noch bestraft. Mit Liebesentzug auch nicht. Meist muss ich länger diskutieren in sachlicher, ruhiger tonlage aber irgendwann kommt es bei ihr auch an.

      wobei nicht jeder tag gleich ist. Oft wird es auch lauter.

      Grüße
      barbarelle

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