Geldleihen an Freunde - Was würdet ihr machen? (*Vorsicht lang*)

    • (1) 25.07.13 - 21:36

      Hallo,

      Meine Fragen sind:

      1) Würdet ihr einer Freundin/einem Freund Geld leihen?

      2) Oder statt Geld leihen den Einkauf bezahlen, damit man auch weiß, dass das Geld sinnvoll ausgegeben wurde?

      3) Oder generell Freunden kein Geld leihen?

      Folgende Situation ist bei uns gerade:

      Mein Mann hat eine Freundin (nur freundschaftlich, und sie kennen sich schon mehr als 10 Jahren), die gerade viele Probleme hat, unter anderem auch Geldprobleme. Mein Mann hat sie mal unterstützt ein Haushaltsbuch anzulegen, dabei hatte er auch einen Einblick über ihre Situation bekommen. Sieht wirklich nicht so rosig aus.

      Vor 3-4 Monate hat sie uns gefragt, ob wir ihr Geld leihen könnten, damit sie sich was zu essen kaufen kann. Eigentlich machen wir so etwas nicht, aber da sie wieder Arbeit gefunden hatte und sie auf ihr erstes Gehalt noch warten musste und sie wirklich nicht wusste wie sie an Essen kommt, gaben wir nach und haben ihr Geld geliehen. Es war für uns noch ein relativ kleiner Betrag. Einen großen Teil davon haben wir bereits wieder. Wir haben ihr aber auch klar gemacht, dass es eine einmalige Sache sein wird.

      Geld leihen an Freunden ist uns nicht geheuer. Und bei Geld hört wohl bekanntlich die Freundschaft auf. Und man sieht bekanntlich das geliehene Geld so gut wie gar nicht mehr wieder. Und das wollen wir nicht. Zumal wir da eher versuchen, jemandem anderen aus unserer Familie ein wenig unter die Arme zu greifen. Und vom Restgeld des Monats gönnen wir uns als Familie was. Schließlich wollen wir von unserem selbst verdienten Geld selber noch was haben.

      Vor ein paar Wochen hat sie wieder um Geld gebettelt. Aber da haben wir nein gesagt. Denn wir haben die Befürchtung, dass sie uns dann ständig um Geld anbetteln kommt. Außerdem ist ja nicht gesagt, dass das Geld auch dafür ausgegeben wird. Nun, in der Hinsicht schlug mein Mann vor, mit ihr einkaufen zu gehen und diesen dann zu bezahlen. Aber davon war ich auch nicht begeistert. Denn erstens die Fahrerei immer, und zweitens wird sie wahrscheinlich auch da immer wieder kommen.

      Und heute rief sie wieder an und wollte Geld. Ich saß da grad neben meinem Mann und bekam so gut wie alles mit was sie sagte. Mein Mann sagte nein, das geht nicht, außerdem haben wir diesen Monat genug Ausgaben gehabt (ja, wir haben auch auf den Putz gehauen) und morgen bekommen wir noch eine satte Rechnung von der Autowerkstatt (mein Auto musste ungeplant dorthin), es geht nicht. Daraufhin war sie eingeschnappt. Man konnte das aus dem Telefon und an ihrer Stimme hören. Sie sagte, sie versteht das nicht, hat kein Verständnis dafür, dass es bei uns diesmal nicht geht. Denn sie bräuchte ja das Geld ganz dringend schon morgen, und Freunden hilft man doch in der Not und so viel Geld wäre es doch gar nicht gewesen.

      Stimmt, „so viel“ Geld wäre es nicht gewesen, aber es hätte nun mal bei uns trotzdem nicht mehr gepasst. Und diesmal würden wir das Geld nicht so schnell wieder sehen, denn aktuell ist sie arbeitslos und wer weiß wann sie wieder Arbeit findet, bzw. wann sie uns das Geld wieder geben kann.

      So, bin auf eure Antworten und Meinungen gespannt.

      Was hättet ihr gemacht? Wie hättet ihr reagiert?
      Muss man immer und jedem Geld leihen, wenn dieser in Nöten ist?

      Oder kann man einfach nur mal Egoist sein, weil man Angst hat, dass derjenige öfters und dann ständig betteln kommt, und man wahrscheinlich sein Geld nie wieder sieht?

      Wohl gemerkt, das Augenmerk liegt hier nur bei Freunde, Familie ausgeschlossen.

      Lg capricorn81

      • Bekommt sie denn kein Geld vom Amt?

        Ich bin bei sowas auch immer vorsichtig. Wenn jemand wirklich mal in einer not ist, könnte ich mir vorstellen eventuell mal für nen Einkauf auszuhelfen. Das wären dann aber höchstens 50 Euro. Mehr Geld würde ich keinem meiner Freunde leihen.

        Da sie aber schon öfter nach Geld gefragt hat, kommt es mir so vor, dass sie halt einfach nicht damit umgehen kann.

        Auch dass sie jetzt beleidigt ist... für Sie ist es schon selbstverständlich, dass ihr ihr Geld gebt.

        Ich fände es besser, wie ihr es schon mal versucht habt Ihre Situation zu analysieren und Ihr zu zeigen, wie sie mit Ihrem Geld lernt umzugehen.

        Verleihen würde ich nichts mehr, dass ist ein Fass ohne Boden.

        Eher würde ich einen Freund, wo ich wüßte er ist momentan knapp ist mal zum Essen (zu uns) einladen oder mal einen Drink ausgeben oder sowas.

        • Hallo,

          Doch, Geld bekommt sie schon vom Amt, aber erstens nicht genug, und zweitens auch kein Wohngeld.

          Ach, das ist bei ihr etwas kompliziert, weil sie mal für 1 Jahr in psychischer Behandlung in einer Einrichtung war und daher nicht mehr als 100% arbeitsfähig gilt. Und daher bekommt sie glaub ich auch schon eine kleine Rente oder so. Und dann hat sie bei ihrer letzten Arbeitsstelle nicht lange genug gearbeitet um die volle Leistung vom Amt zu erhalten.
          Sie ist in der Hinsicht wirklich arm dran.

          Wir haben ihr beim ersten Mal sogar 150 € gegeben. Jetzt wären es 70 €.

          Ich bin auch der Meinung, dass sie mit Geld nicht umgehen kann. Sie hat meinem Mann gegenüber mal erwähnt, dass sie Kaufsüchtig wäre und deswegen in Behandlung gehen will. Ob das alles stimmt kann ich nicht sagen. Ich persönlich habe so keinen Kontakt zu ihr, nur über meinem Mann.

          Die Idee mit dem zum Essen einladen haben wir auch schon gemacht, und machen das hin und wieder bei jemanden aus unserer Familie, die wohnen auch nicht allzu weit weg. Aber bei der Freundin ist es schon eine Strecke, was dann auch ins Sprit geht.

          Lg capricorn81

          • Und hat die Freundin keine Familie,die sie unterstützen kann.
            Ich würde da ehrlich gesagt auch mal nachfragen wo sie sich überall geld leiht. Wenn sie kaufsüchtig ist, vielleicht leiht sie sich überall Geld. Solche Leute können einen nach Strich und Faden verarschen ohne dass man es merkt. Und vielleicht ohne, dass sie es böse meinen aber sie können nicht anders.

            • Familie hat sie schon, aber sie ist mittlerweile mit jedem zerstritten.

              Hm, so hab ich das noch gar nicht gesehen. Ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung wo und bei wem sie überall "betteln" geht. Und mein Mann weiß das auch nicht.

              Mein Mann hat gestern nochmal versucht Kontakt mit ihr aufzunehmen, aber sie macht grad komplett dicht. Naja, vielleicht braucht sie etwas Zeit und kapiert es dann doch noch, aber ehrlich gesagt hab ich Zweifel daran.

              "Solche Leute können einen nach Strich und Faden verarschen ohne dass man es merkt. Und vielleicht ohne, dass sie es böse meinen aber sie können nicht anders."

              So was ist echt traurig.

      1.) Ich finde, dass es schon eine großzügige Geste war, ein Haushaltsbuch für sie anzulegen. Meines Erachtens sollte das jeder Erwachsene selbst machen (können), sobald er für seine Ausgaben verantwortlich ist. Damit will ich nicht sagen, dass ihr ihr einen Bärendienst erwiesen habt, sondern dass ich dies nicht für selbstverständlich halte.

      2.) habt ihr ihr schon Geld geliehen. Ihr seid nicht für sie verantwortlich,auch wenn ihr befreundet seid. Sie muss ihr Leben nun mal leider allein auf die Reihe kriegen. Wie sieht es mit ihrer Familie aus? Hat sie eine? Können ihre Familienmitglieder ihr nicht unter die Arme greifen?

      Ich denke, dass eure Angst berechtigt und durch dieses Telefonat wohl auch bestätigt worden ist. Offensichtlich betrachtet sie eine Geldleihe unter Freunden als selbstverständlich. Macht ihr unmissverständlich klar, dass eure Freundschaft zu ihr nichts mit Geld zu tun hat. Ihr seid für sie da, wenn sie jemanden zum Reden braucht o. ä.. Aber ihr seid nicht für ihre Geldnöte verantwortlich. Wenn sie dies nicht akzeptieren kann, muss sie damit leben. Das ist zwar hart, aber wie du schon sagtest: bei Geld hört die Freundschaft auf.

      LG obscuritas

      • Hallo,

        "Ihr seid nicht für sie verantwortlich"

        Genau meine Rede. Wie soll sie irgendwann mal wieder auf ihren eigenen Beinen stehen bzw. lernen mit Geld umzugehen und aus ihren Geldnöten rauskommen, wenn sie jemanden hat, der sie ständig finanziert? Das ist ein weiterer Grund, warum wir ihr kein Geld mehr geben wollen.

        Wir haben auch mal klein angefangen, mit einem kleinen Schuldenberg, und haben uns alleine so nach und nach da raus gehauen.

        Sie hat sich mit ihrer ganzen Familie zerstritten. Ihre Großeltern waren bis jetzt die einzigen, mit denen sie noch einigermaßen guten Kontakt hatte und von denen wurde sie auch teilweise unterstützt. Nur das fällt jetzt seit gestern weg, daher ja bei uns die Nachfrage für Geld.

        "Macht ihr unmissverständlich klar, dass eure Freundschaft zu ihr nichts mit Geld zu tun hat. Ihr seid für sie da, wenn sie jemanden zum Reden braucht o. ä.. Aber ihr seid nicht für ihre Geldnöte verantwortlich."

        Ja, das ist eine gute Idee, nur ist das der Part meines Mann, da ich mit ihr nicht wirklich im persönlichen Kontakt bin.

        Lg capricorn81

        • Ich denke auch, dass ihr nicht der richtige Ansprechpartner seid! Schulden machen ist ja die eine Seite, das kann JEDEM passieren. Aber meine Hemmschwelle, Freunde anzupumpen, ist unendlich groß!

          >>Sie hat sich mit ihrer ganzen Familie zerstritten. Ihre Großeltern waren bis jetzt die einzigen, mit denen sie noch einigermaßen guten Kontakt hatte und von denen wurde sie auch teilweise unterstützt. Nur das fällt jetzt seit gestern weg, daher ja bei uns die Nachfrage für Geld.<<

          Gerade bei solchen Konstellationen wäre ich auf der Hut! Weißt du, warum sie sich zerstritten haben? Ging es dabei auch -zufällig- um Geld? Sind dein Mann und sie richtig "dicke" mit einander befreundet (Neudeutsch: quasi "BFF"?) oder ist es nur eine "normale" Freundschaft? Kennt er sie sehr gut?

          >>Ja, das ist eine gute Idee, nur ist das der Part meines Mann, da ich mit ihr nicht wirklich im persönlichen Kontakt bin.<<

          Wenn dir die Hutschnur reißt, kannst du sie natürlich auch zusammenstauchen. Es ist doch schließlich euer Geld, oder?

          In der Regel muss in Deutschland niemand auf der Straße leben. Essen könnte sie sich zur Not auch bei einem sozialen Projekt, z. B. einem Konsum für "Arme" oder der Tafel o. ä. holen, soweit es das bei euch in der Gegend gibt. Schulden können im schlimmsten Fall auch durch eine Privatinso abgebaut werden. Aber darum muss SIE sich kümmern, nicht ihr. Ein Gang zum Arbeitsamt oder ein Blick ins Internet ist da schon sehr aufschlussreich.

          LG obscuritas (die denkt, dass du das genau richtig machst und siehst)

          • Hallo,

            "Weißt du, warum sie sich zerstritten haben? Ging es dabei auch -zufällig- um Geld?"

            Nein, das weiß ich nicht.

            Hm, also, als ganz dicke Freundschaft würde ich es nicht mehr bezeichnen, das war vielleicht mal so, eher normale Freundschaft. Und ich glaube, für meinen Mann ist es auch eher eine normale Freundschaft.

            Manchmal kann sie auch richtig nervig sein und mein Mann geht erst gar nicht ans Telefon, schon gar nicht um 6 Uhr morgens. Dicke Freunde würde das nix ausmachen, aber manchmal ist er wegen dem schon von ihr genervt.

            "Kennt er sie sehr gut?"

            Eigentlich ja, aber es gab mal eine Zeit von ca. 3 Jahren, in denen sie keinen Kontakt hatten. In dieser Zeit war sie auch in psychischer Behandlung und in der Zeit haben auch ihre Probleme angefangen einschließlich der Schulden. Was sie alles in diesen 3 Jahren durchgemacht hat, hat sie alles meinem Mann erzählt. So gesehen ist er wieder auf dem aktuellen Stand. Sie erzählt ihm auch ihre Männergeschichten.

            Danke für deine Tipps. Ich werde sie weitergeben.

            Lg capricorn81

            • >>und mein Mann geht erst gar nicht ans Telefon, schon gar nicht um 6 Uhr morgens. Dicke Freunde würde das nix ausmachen, aber manchmal ist er wegen dem schon von ihr genervt.<<

              Mir würde das selbst bei dicken Freunden was ausmachen - es sei denn, es ist ein Notfall.

              >>So gesehen ist er wieder auf dem aktuellen Stand. Sie erzählt ihm auch ihre Männergeschichten.<<

              Vertrauen ist auch wichtig in einer Freundschaft. Nur sollte Geld keine Rolle spielen, denn daran gehen selbst die besten Freundschaften kaputt.

              Wenn sie zum Beispiel am Ende des Monats mal 'nen 10er braucht, dann ist das ja kein Problem, solang ihr die Gewissheit habt, dass sie ihneuch auch am Monatsanfang mit dem neuen Geld wiedergibt. Da ihre Geldprobleme aber nicht so klein sind und sie euch öfter bittet, solltet ihr ihr kein Geld mehr geben.

              >>Danke für deine Tipps. Ich werde sie weitergeben.<< Gern geschehen. Viel Erfolg!

              LG obscuritas

    Ich persönlich würde es nicht machen. Geld und Freundschaft sollte man strikt trennen. Außer in absoluten Ausnahmefällen.. aber da würd ich wirklich warten, bis GAR NICHTS mehr geht.

    Wenn sie einmal ankommt, wird sie es immer und immer wieder und wenn sies nicht zurückbezahlt, geht u.U. eure Freundschaft kaputt.

    Versuch sie lieber anders zu unterstützen, was das betrifft, damit sie langfristig wieder Geld hat. Mit leihen tust du ihr kein GEfallen...

    lg

    • Hallo,

      "Wenn sie einmal ankommt, wird sie es immer und immer wieder und wenn sies nicht zurückbezahlt, geht u.U. eure Freundschaft kaputt."

      Genauso sehen wir das auch. Und diese eine Ausnahme war definitiv ein Fehler. Eigentlich haben wir ihr das schon gesagt, dass es eine Ausnahme sein wird und auch bleiben wird. Und dass wir eigentlich an Freunden kein Geld verleihen.

      "Versuch sie lieber anders zu unterstützen"

      Hättest du da für mich noch ein paar Vorschläge?

      Lg capricorn81

Ich glaube, in diese konkrete Situation würde ich es auch nicht machen. Was ich mir vorstellen könnte in der Situation von euch, also wenn ein guter Freund Arbeitslos ist und auch kein Geld über für Freizeit hat, ist z.B. fragen ob sie Lust aufs Kino/ein Cocktail hat und sie dann einladen, so dass sie auch teilnehmen kann und wir beide Spaß haben können. Arbeitslose können sich so was nicht leisten oder evt. ihre Kinder mit ins Zoo mitnehmen oder zu einen Ausflug , solche Sachen.

Ich glaube, es kommt immer auf die Situation, das Charakter der Person, wo für das geld gebraucht wird und warum und wie eng die Freundschaft ist.

  • Hallo,

    Das mit der Freizeit ist eigentlich eine tolle Idee. Haben wir ihr auch schon Mal vorgeschlagen mit uns wegzugehen oder was zu machen und sie hätte dann nicht alles zahlen müssen. Aber anscheinend will sie das nicht. Denn bisher hat sie in dieser Richtung nichts angenommen, oder es war bisher immer das falsche dabei.

    Lg capricorn81

1) Würdet ihr einer Freundin/einem Freund Geld leihen?
2) Oder statt Geld leihen den Einkauf bezahlen, damit man auch weiß, dass das Geld sinnvoll ausgegeben wurde?
3) Oder generell Freunden kein Geld leihen?

Das ist abhängig von der Summe und von den Freunden. Große Summen nein, kleine Summen (bis max. 50 Euro) ja. Aber auch nur, wenn dieser Freund zuverlässig ist. Und auch nur dann, wenn ich das Geld über habe und ggf. auch darauf verzichten kann, falls ich es nicht zurück bekomme. Ist es bei mir selber knapp, dann würde ich auf keinen Fall Geld verleihen.

Ich würde die Freunde mal zum Essen einladen, aber nicht mit ihnen einkaufen gehen. Denn sowas wird schnell zur Gewohnheit und als selbstverständlich angesehen. Und da hätte ich keinen Bock drauf.

Die Freundin deines Mannes wird von irgendwem doch sicher Geld bekommen (ALG). Wenn sie damit nicht auskommt, sollte sie sehen, wo sie den Rotstift ansetzen kann. Vielleicht kann sie sich Lebensmittel von der Tafel holen. Ist sie überschuldet, sollte sie zur Schuldnerberatung gehen und über Privatinsolvenz nachdenken.

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