Freundschaft

    • (1) 29.04.19 - 10:48

      Guten Morgen ☕️
      Ich bin nun 33 Jahre, mein Mann 36, haben 3 Kinder, sind seit über 11 Jahre verheiratet, wir bauen ein Haus und haben Arbeit.
      Das was mir fehlt ist „eine“ Freundin. Zuletzt hatte ich eine wirklich richtig gute Freundin in der Grundschule. Wir waren wie Schwestern. 24 Stunden waren wir zusammen, haben allen Blödsinn gemacht. Durch den Wechsel der weiterführenden Schule haben wir uns aus den Augen verloren. Wir haben uns nach ein paar Jahren mal wieder getroffen, aber wir sind mittlerweile sehr unterschiedlich. Es passte einfach nicht mehr.
      Natürlich habe ich einige Frauen kennen gelernt, in der Nachbarschaft, durch verschiedene Situationen oder allein schon durch die Kinder hat man viele neue Leute um sich. Bei einigen hatte ich auch das Gefühl, dass es passt, aber irgendwie dann doch wieder nicht. Oft stelle ich mir die Frage, Liegt es an mir? Was ist „falsch“ an mir? Habe ich es nicht „verdient“ eine Freundin zu haben? Wenn ich manchmal Freundinnen sehe die shoppen gehen, zum Friseur, mit den Kindern schwimmen, mit den Familien in den Urlaub fahren, sich für den anderen freuen oder sich trösten, helfen, einfach Pferde zusammen stehlen, macht es mich unendlich traurig. Mit meinem Mann geh ich natürlich auch shoppen oder mache alle andere Dinge, aber es ist einfach nicht das gleiche.
      Warum ich euch mein Herz ausschütte? Keine Ahnung. Ändern wird sich dadurch nichts, aber es tut gut und vielleicht hört ja jemand zu?!

      Danke!

      Liebe Grüße
      RosaRose

      • Liebe Rosa Rose,
        ich verstehe dich sehr gut, denn mir geht es ähnlich. Mich hat sehr lange die Frage beschäftigt was mit mir nicht stimmt.
        Glaub mir, da ist nichts. Du bist gut so wie du bist und vielleicht hast irgendwann das Glück eine Freundin zu finden, die dich sieht wie du bist!

        Menschen verändern sich, viele halten oberflächliche Freundschaften weil es einfacher ist, viele schauen zu sehr auf dich selbst. Sei stolz darauf das du anders bist.

        Alles Gute für dich!

      Hallo,

      mach Dich nicht verrückt.

      Mir ist aufgefallen, dass meistens nach dem Studium (sprich, wenn jeder ins Arbeitsleben einsteigt und man nicht mehr dauernd aufeinandersitzt oder auch aus beruflichen Gründen wegziehen muss) und spätestens wenn man seßhaft wird, beim Thema Freundschaften und Aktivitäten mit Freunden massiv ausgesiebt wird.

      Und ging es so mit Wegzug/Kind/Hausbau.

      Da sind schon noch unsere Freunde, aber

      a) wohnen sie teilweise weiter weg

      b) haben sie nun inzwischen auch ihren Ablauf und Spagat mit Beruf, Kind, ggf Haus, etc und die spärliche Freizeit wird oft anders verplant.

      Neue Leute zu finden gestaltet sich schwieriger.
      Zum einen ist man nicht mehr so naiv gestrickt und bezeichnet jedes neue Gesicht gleich als "Freund", sondern lässt es erst mal etwas sacken.

      Und das Schwierigste ist wirklich der Zeitfaktor.

      In den ersten Jahren hier habe ich auch andere Mütter kennengelernt, aber die meisten Treffen waren eher "Smalltalk-Dates" bei einem Kaffee, wenn man z.B. beim Kindertanzen seine Stunde im Wartebereich absaß oder dass man zusammen ein Stück Kuchen auf einer Sportveranstaltung gegessen hat.

      Aber mit zweien hat sich da schon dauerhaft was geformt, auch weil wir uns immer wieder mal sahen.

      Eine enge Freundin von früher hingegen konnte ich nach der Geburt ihres Kindes knicken, weil sie bei jedem Ding mein Handeln in puncto Erziehung in Frage stellte und sich teilweise aufführte, als ob ich meine Kinder zu lax erziehe, zu falsch ernähre usw.
      Den Kontakt habe ich einschlafen lassen.

      Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade mit Kindern sich immer neue Möglichkeiten auftun.
      Halte die Augen offen und sei spontan.

      Oder der Klassiker, schau mal was es in Deiner Ecke an Aktivitäten gibt, Kurse, Vereine oder auch irgendwo ehrenamtlich mithelfen.
      Hier war kürzlich ein Nähkurs und ich habe mal mitgemacht und obwohl ich nur "Omas" erwartet hätte, waren da unglaublich viele Frauen in meinem Alter, die schöne Dinge für ihre Kinder nähen wollten und das war eine sehr lustige Runde.

      LG

    • (5) 30.04.19 - 10:15

      Hey,

      ich weiß was du meinst. Freundinnen hatte/habe ich einige, aber nicht DIE EINE.
      Mein Mann ist toll, wir unternehmen viel. Mit unserem Sohn (fast 13 J.) oder auch zu zweit.

      Aber mir (40 J.) fehlte jahrelang so ein weibliches Gegenstück. Was soll ich sagen, ich hab sie gefunden, oder sie mich. Einfach so, völlig unerwartet.

      Es ist eine zehn Jahre jüngere Kollegin, die seit gut 2 Jahren bei uns arbeitet. Wir hatten bis vor einem Jahr, nichts groß miteinander zu tun. Bissel Smalltalk, aber das war es auch. Da auch unsere Privatleben total unterschiedlich sind.
      Bis wir ein gemeinsames Projekt bekamen und Zeit hatten auch Privat zu quatschen. Siehe da, sehr viele Gemeinsamkeiten, auch was "beste Freundinnen" angeht z.B.
      Absolut gleiche Wellenlänge.
      Seitdem sind wir befreundet, so richtig (das Gefühl kann man schlecht beschreiben). Auch unsere Männer verstehen sich gut und auch unseren Sohn haben sie total gern.

      Und privat trennen uns ca. 70 km, auch das ist kein Hindernis. Daran erkennt man die Qualität des Ganzen, finde ich.

      Also gib die Hoffnung nicht auf.

      LG
      Tanja

      Hallo rosa Rose,

      ich kann dich gut verstehen. Bei mir haben sich die richtigen Freundschaften auch über die Jahre verloren. Meine Freundinnen von früher sind teilweise weg gezogen oder haben deutlich früher Kinder bekommen wodurch einfach die Interessen nicht mehr gleich waren. Ich habe jetzt zwar noch ein paar "Freundinnen" in der Nähe aber keine zu der ich spontan gehen würde oder die mal einfach so zu mir kommen würde. Heute Abend war ich zum Grillen eingeladen und habe da wieder gemerkt, dass ich da eigentlich überhaupt nicht dazu passe. Die drei Mädels hatten gequatscht, gelacht und hatten Spaß. Ich war irgendjemand das fünfte Rad am Wagen. Ich fand weder ihre Themen interessant noch die Witze lustig. Genau so verstehen sie meinen Humor nicht. Im besoffenen Kopf hat mal ein Freund zu mir gesagt, ich sei der langweiligste Mensch den er kennt. Tja, mag sein... Ich bin sehr sarkastisch und trocken, das verstehen viele nicht. Auch mein Humor ist eher so um drei Ecken. Wenn man schon nach der ersten nicht mehr mitkommt, ist es nicht mehr lustig.

      Also belasse ich es bei belanglosem Smalltalk und kümmer mich um meinen eigenen Krempel.

      Wir werden auch oft schief angesehen weil wir viel gebraucht kaufen. Ich hasse Verschwendung und diese mediengesteuerte Wegwerfgesellschaft. Und ich freue mich über jedes Schnäppchen. Ich würde mich nicht als Öko bezeichnen aber ich versuche nachhaltig zu leben. Bei unseren Bekannten gibt es auch zu Ferien zu Hause regelmäßig Plastik Besteck und Geschirr um nicht spülen zu müssen. Mir wäre es ums Geld zu schade und es widerstrebt mir diesen Müll zu produzieren. Das sind halt alles Kleinigkeiten die zusammen kommen wo man immer wieder merkt, dass man einfach ganz andere Werte hat. Meine Freundinnen legen mehr Wert auf Klamotten und make Up, mir ist das egal.
      Schwieriges Thema... Ich glaube je älter man wird, desto schwerer ist es auch jemanden zu finden der die gleiche Sichtweise hat.

      Aber vielleicht haben wir ja auch noch mal Glück...

    • (7) 02.05.19 - 16:35

      Ich kann dich auch sehr gut verstehen. Mir geht es ähnlich.
      Zu Schulzeiten und Studentenzeiten hatte ich sehr viele Freunde und an sich auch immer eine beste Freundin. Meistens haben die aber gewechselt, oder es gab nicht nur eine. Letztendlich hat es sich aber aus diversen Gründen mit allen zerschlagen. Unsere Leben haben sich einfach grundsätzlich in andere Richtungen entwickelt und irgendwann passte es scheinbar nicht mehr. Ich bin von vielen aber auch sehr enttäuscht worden, weshalb es mir jetzt auch schwerer fällt, überhaupt neue Freundschaften zu knüpfen. Hab manchmal auch das Gefühl, ich bin zu speziell oder zu andere mit meinen Interessen. Ich steh halt nicht auf Gespräche über Mode, Schminke oder so was in die Richtung. Habe mich meistens mit Männern besser verstanden. Da gab es nur dann oft das Problem, dass die dann meist mehr wollten, weshalb auch das immer in die Brüche gegangen ist irgendwann.
      Einen wirklichen Rat hab ich also leider nicht für dich. Nur, dass du nicht alleine bist. Mir fehlt auch eine beste Freundin. Mein Mann ist mir zwar auch ein bester Freund, aber eine Freundin ist dann doch nochmal was anderes. Ich erinnere mich manchmal auch sehnsuchtsvoll zurück, wie viel man damals immer unterwegs war und das auch in Gruppen. Aber letztendlich war das meiste davon nur oberflächlich und keine tiefgründigen Freundschaften. Früher hat einem das vielleicht gereicht. Jetzt nicht mehr. Es ist schwer, jemanden kennenzulernen, der einen so nimmt wie man ist und auf den man sich zu 100% verlassen kann. Bisher haben mich auf kurz oder lange alle enttäuscht. Das macht es so schwer.

      (8) 03.05.19 - 12:43

      Hallo,

      lass dich drücken. #liebdrueck

      Mir geht es ähnlich.

      Ich hatte Freunde/innen, aber das hat sich entweder auseinander gelebt, oder sie sind weg gezogen. Zu manchen habe ich noch Kontakt, aber aufrund der Entfernungen (hunderte Kilometer) oder mindestens 1h Autofahrt ist es natürlich gar nicht mehr das gleiche. Fühle mich oft einsam.
      Eine habe ich noch hier, aber dadurch, dass ich mit Kind VZ arbeite, sehen wir uns sehr sehr selten mal auf einen Kaffee.

      Ich hoffe einfach, es ergibt sich in Zukunft mal wieder was.

      Alles Liebe!

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