Problematische Kinderfreundschaft mit Nachbarskindern - Aufsichtspflicht und Haftung

Hallo
Vorsicht, es wird etwas länger, denn es ist ein etwas breiteres Thema, aber ich denke, hier passt es noch am besten rein, denn das große Problem am ganzen ist ja, dass unsere Kinder gerne zusammen spielen.

Vorweg: Ich denke schon, dass Kinder Freiheiten brauchen um selbst mal auf die Schnauze zu fallen und eigene Grenzen zu lernen. Dennoch denke ich, brauchen Kinder dann Grenzen, wenn z.B. fremdes Eigentum zuerstört wird, Wehgetan wird, Privatsphäre andere überschritten wird.

Wir wohnen im EG, haben eine eigene Terrasse und somit direkten Zugang zum Gemeinschaftsgarten. Unsere Kinder sind beide 6 Jahre alt.
Nachbarskinder wohnen im 1. Stock, sind 2 und 3 3/4.
Die Kinder spielen gerne miteinander, gerade zu Lockdownzeiten bzw. mit eingeschränktem KiGa war es ja auch ein Traum.

Zum Problem:
1. Die Nachbarskinder (2 und 3 Jahre) spielen hauptsächlich UNBEAUFSICHTIGT im Garten (mit Spielturm, Nestschaukel und normale Schaukeln, Pool und Direktzugang zur Straße).

2. Lieblingsaufenthaltsort ist unsere Terasse, auch wenn unsere Kinder nicht da sind. Spielsachen und Fahrzeuge werden nur selten von unserer Terasse mal weggeräumt. Sie kommen bis an die Tür, stellen sich in die Tür und haben sich sogar schon reingesetzt.

3. Es gibt immer wieder brenzlige Situationen, in denen ich eingeschritten bin wie z.B.
- Kleinster rennt direkt auf Schaukel wo andere 3 gerade wild am Schaukeln sind
- Nachbarskinder bewerfen meine und sich gegenseitig mit großen Steinen (10 cm Durchmesser oder auch mal größer)
- Nachbarskinder schlagen meine oder sich gegenseitig mit Stöcken oder Ästen
4. Nachbarskinder benehmen sich teils ziemlich unmöglich
- Spritzt mit Wasserschlauch in unsere Wohnung
- Nimmt sich ohne zu fragen Spielsachen aus dem Schrank und schmeißt sie in Nachbarsgarten
- Nimmt Spielsachen weg und will sie nicht zurückgeben
- Läuft durchs Blumenbeet
- Reißt Blumen aus
- Schubsen von der Schaukel

5. Schrecklicher Umgangston
- Nachbarskind zu meinen: "Du/ihr holt jetzt sofort euer z.B. Playmobil raus, sonst schlag ich dich/mach ich das kaputt/reiß die Blumen aus"
- ständiges du blöder, Kakaman, du dummer Pfurz...

Klar, manche Sachen sind davon ja auch normal, dass das Kinder machen, wer sagt nicht MAL Kakaman oder schlägt mit Stöcken, aber genau hier muss auch mal Grenzen aufgezeigt werden. WO sind die Eltern um mal einzuschreiten? Vor allem wenn auch noch ICH als erwachsene Person so behandelt werde. Letztens z.B.

"Hol jetzt sofort deine Playmobilpolizei raus" (Mein Kind wollte aber nicht) "Doch, sonst nehme ich den Stock und mache die Pflanzen kaputt"
Das war auf meiner Terasse, ich anwesend: "Du, lass bitte meine Pflanzen kaputt, die sind doch so schön"
Er nimmt einen Stock, schaut mich an, grinst, schlägt auf die Pflanzen ein.
Ich "Hey, das finde ich nicht ok, dass du jetzt die Blumen kaputt machst"
Er: "Du Kakaman du blöde Maria du ... streckt mir die Zunge raus und macht Pfurzgeräusche dazu
--> Kein Elternteil anwesend! Erst als ich dann lauter geworden bin und den Jungen aufgefordert habe von unserer Terasse zu gehen, dann kam irgendwann mal der Herr Papa

Die Eltern sind nun sauer auf mich, reden nicht mehr mit mir, grüßen mich nicht. Es ist ein Unding, dass ich ihren Sohn zurechtweise. Sie haben das wohl schon öfter mitbekommen, nur frage ich mich, warum schreiten die nie ein???

Am liebsten wäre es mir ja, die Kinder würden gar nicht mehr miteinander spielen. Aber das ist nicht umsetztbar mit dem Garten.

Aber mir kommen da schon ein paar Zweifel:
- wie ist das eigentlich überhaupt mit der AUFSICHTSPFLICHT? Dürfen die Kleinen eigentlich alleine im Garten spielen?
- Wer HAFTET, wenn mal was passiert? Gerade wenn es auf unserer Terasse passiert?
- Wenn ich Kinder zu uns nach Hause einlade, da habe ich ja in der Zeit Aufsichtspflicht. wie ist das mit den Nachbarskindern, die auf unserer Terasse spielen?

Noch eine krasse Situation: Ich hatte Geburtstag und aufgrund Kontaktbeschränkungen habe ich nicht eine Feier gemacht, sondern ich habe an mehreren Tagen hintereinander von verschiedenen Freunden und Familie, Besuch bekommen zum Kuchen essen. Ja, ich habe ihnen auch Kuchen abgegeben. Aber die haben sich ständig unaufgefordert an den TIsch gesetzt und wollten mitessen. Und als die Familie da war und ich wirklich mal in Ruhe mit ihnen Kuchen essen wollte, ist er (also der Kleinste ist ja nicht so schlimm) partout nicht aufgestanden. Hat mich angeschaut und nur gesagt, welchen Kuchen er will!!!!

Was denkt ihr so darüber, aber vor allem, weiß jemand wie das mit der Aufsichtspflicht und Haftung ist? ICh kenne es leider nur zu gut von kleineren Unfällen, dass danach von der Krankenkasse der Fragebogen kommt: Wo, wann und wie passiert und wer anwesend? Ich mein lasst mal z. B. so nen Stein auf den Kopf knallen > Platzwunde: Wo? Bei Nachbarin auf der Terasse, Wer anwesend? Die Nachbarin!

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Ich glaub, das ist doch die falsche Gruppe, sorry, aber Danke trotzdem für eure Meinung.

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Ich verstehe das nicht so ganz. Es ist eure Terrasse. Ich würde einen Zaun bauen sodass die Kinder vom Gemeinschaftsgarten nicht reinkommen.
Keine Ahnung wie das mit der Haftung ist, wäre mir aber egal. Meine Terrasse und ich entscheide wer wann dadrauf darf.

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Ah, die große Freude der Gemeinschaftsgärten.

Du bist in der schlechtesten Position. Mehr als dem Kind Grenzen aufzuzeigen wirst du nicht machen können.

Verletzung der Aufsichtspflicht im Gemeinschaftsgarten wird dann schwierig, wenn der Garten von derWohnung aus einsehbar ist.

Eventuell hilft ein klärendes Gespräch mit dem Vermieter etwas. Rechtlich habt ihr da eine echt blöde Situation.

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@teatime123: Den Gedanken hatten wir auch schon, das Problem ist nur, alle, die den Garten benutzen wollten, müssen ein paar Schritte über unsere Terasse gehen. Da müsste schon der Garten umgestaltet werden um einen anderen Zugang zu haben. Und das nächste Problemchen bei dieser Lösung wäre, wenn z.B. RAsen gemäht werden muss oder man zum Wasser muss zum z.B. Blumen geißen oder Planschbecken füllen, die Anschlüsse sind alle auf der Terasse.

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Dann baut ein Tor dran und man darf dort nur durch und nicht bleiben.
Merkwürdige Bauweise

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@klara-m: ich denke mir halt, müssten die Eltern der kleinen nicht mit draußen sein? Selbst ich lasse meine 6 jährigen nicht komplett unbeaufsichtigt. Bin meist "Abrufbereit" in der Küche (da ist der Ausgang) oder sogar auf der Terrasse, weil ich es auch eigentlich einfach schön dort finde

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Sehe ich eigentlich keine Notwendigkeit für (rechtlich, menschlich würde ich es auch nicht machen) Aber Aufsichtspflicht ist halt immer situativ.

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Hallo,

ich finde es ganz schön heftig, was Du erzählst.

Ich vermute, das Thema Aufsichtspflicht ist recht schwierig bei einem Gemeinschaftsgarten. Prinzipiell muß man seine Kinder vermutlich nicht im "eigenen" Garten beaufsichtigen, wenn man in der Wohnung ist.

Allerdings würde ich mir auch in keinem Fall das Benehmen der Nachbarskinder gefallen lassen. Wenn die Eltern damit ein Problem haben, deren Pech. Ich finde Dich eh noch freundlich, wenn das Kind provokant vor Dir Deine Blumen kaputt macht.

Ich hab ja auch wenig Lust auf so "klärende Gespräche". Wäre aber vielleicht mal angemessen, zumal wenn gefühlt das Verhältnis zu den Eltern eh schon kaputt ist. Wenn die Kinder absichtlich Dein Eigentum zerstören, dann darf man die Eltern echt drauf ansprechen, wenn man wollte, sogar Ersatz einfordern. Aber ich tue mich da auch schwer mit.

Ich würde aber vermutlich sehr klar und deutlich diese Kinder von meiner Terrasse schmeißen. Das Benehmen ist unter aller Kanone. Niemals dürfen mich die Nachbarskinder oder Freunde meiner Kinder beschimpfen oder respektlos behandeln. Da gäbe es sofort einen massiven Schuss vor den Bug.
In Bezug auf die Aufsichtspflicht wäre das ein Punkt mehr, diese Kinder nicht aktiv auf meiner Terasse zu erlauben. Man kann das ja auch entsprechend erklären.
"Du hast letzthin meine Blumen kaputt gemacht, darum möchte ich Dich momentan nicht hier haben". "Du warst gestern sehr unfreundlich zu mir, darum möchte ich Dich momentan nicht hier haben". Konsequenzen aufzeigen und durchsetzen ist absolut legitim.

Liebe Grüße,
Cahdi

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Stimme dem voll zu!

Bin auch für die Variante Zaun. Lieber würde ich auf ein paar m² verzichten als solch böse Zwerge auf meiner Terrasse regelmäßigweg zu jagen...

An die TE:

Grenzen nicht setzen sieht m. E. auch anders aus.

Ich bin schon recht großzügig meiner Tochter gegenüber, bin aber auch immer anwesend, d.h. zur Not MUSS ich einschreiten wenn sie anderen Eigentum zerstören möchte oder, oder.

Hier sehe ich DAS Problem:
Die Eltern der Nachbarskinder erfüllen ihre Aufsichtspflicht nicht.

Vielleicht erstmal das Gespräch suchen mit den Eltern, und dann den Vermieter kontaktieren falls Schritt 1 nix brachte.

Uuuund:

Ich würde mir aber sowas von diese Kinder schnappen und denen MEINE Regeln auf MEINER Terrasse aufzeigen!!

Viel Erfolg
fekoko