Wenn Frauen nur noch Mutter sind

Ich habe schon mehrere Freundschaften verloren weil die Freundinnen Mutter geworden sind.
Es gibt spätestens nach der Geburt kein eigenes Leben mehr, sondern alles wird dem Mutter sein untergeordnet.
Jedes Thema, egal ob Beruf, Freizeit, Partnerschaft, Hobbys ist vom Muttersein durchsetzt.
Sich mal ohne Kind zu treffen ist für Jahre unmöglich und ich rede hier nicht von Frauen die AE sind.
Es ist so als wäre die Person von vorher nicht mehr da und nur noch die zombiefizierte Variante vorhanden, die nach der Geburt zum Vorschein kam.
Es ist nicht bei allen Freundinnen so gewesen zum Glück, aber doch in einer Häufigkeit die ich niemals erwartet hätte.
Wie sind da eure Erfahrungen?

1

Hallo

also ich habe das unterschiedlich erlebt. Bei meiner einen Freundin war es nach einem Kind super aber als das zweite kam hatte sie kaum Zeit. Ich habe ihre Tochter gesehen da war die Kleine so 6 Monate alt und danach nie mehr. Treffen gingen ja jetzt nicht so aber selbst spazieren gehen gestatltete sich schwierig. Wobei ich sagen muss das gerade jetzt durch Corona viele auch anders eingebunden sind. Das sehe ich auch bei uns. Man muss schauen das man Job, Betreuung und Termine unter einen Hut bekommt. Es ist sehr ansterengend wenn man den Tag über seinen job macht und nebenbei das Homeschooling um Aufgaben zu erklären, sich auch mal zum Kind dazusetzen und dann wieder seinen Job weiterzumachen. Ich mag da abends nicht mehr so viel reden und treffen wei ich echt bedient war.
Wenn alles "normal" läuft ist das anderst. Aber es ist halt auch abhängig davon wie alt das Kind ist, ob der Partner schon viel helfen kann (wenn man stillt eher schwierig) . Viele wollen auch das Kind erstmal nicht alleine bei jemandem lassen und müssen sich auch erstmal in die Mutterrolle einfinden.
Hast du Kinder ? Ich frage weil ich finde das du dich da nicht so reinfinden kannst.
Am besten mal mit der Freundin reden, dass du es schade findest und sie als Freundin vermisst. Vielleicht würde die eine oder andere sich auch über Hilfe freuen.

LG Hexe12-17
LG Hexe12-17

3

Ja habe zwei, die sind schon groß.
Und ich rede nicht von den ersten Monaten nach der Geburt, sondern von einem Dauerzustand der Jahre anhält.
Die ersten Monate ist es ja klar, dass man sich erstmal zurechtfinden muss.
Aber dauerhaft den Kindern alles unterzuordnen, immer die Kinder im Fokus und an erster Stelle, finde ich in dem Ausmaß und über die Dauer schon unangemessen.

10

Hi.

oh da stimme ich dir natürlich voll zu. Ich hatte das dann falsch verstanden. Ich dachte du meintest so kurz nach der Geburt das sie sich verändert haben.
Ich habe auch eine gute Bekannte die mit mir keinen Sport mehr machen kann seit sie alleinerziehend ist. Aber ihr Kind ist 11 Jahre alt. Also kann er durchaus eine Stunde alleine bleiben damit sie mit mir laufen gehen kann. Aber da kommen auch immer ausreden, dass sie nicht kann weil ihr sohn nicht alleine bleiben mag.
Oder es wird kurz vorher abgesagt wenn man Pizza essen gehen mag so als Mädelsabend weil der Partner plötzlich kurzfristig was ausgemacht hat.

Ja das ist alles nervig. Aber leider bleibt da nur zu reden, und abzuwarten ob es besser wird. Ansonsten oberflächlich befreundet bleiben oder es bleiben zu lassen.

LG Hexe12-17

2

Erst mal: Warum in grau?

Zweitens: Nein, ich kann das so nicht bestätigen. Habe mich mit meinen Mami-Freundinnen auch ohne Kinder getroffen und wir fanden auch jede Menge andere Gesprächsthemen als Windeln, Brei und Schnuller.

#winke

6

Ich rede nicht von Müttern die gerade ein Baby bekommen haben, sondern über Frauen die Kinder im Schulalter aufwärts haben.
Und wo die Kinder trotzdem immer im Mittelpunkt stehen.

11

Ja, ich rede auch generell von MÜTTERN - egal wie alt die Kinder sind.

4

Diese Erfahrung habe ich auch gemacht, allerdings betrifft diese Zombifizierung nur eine Minderheit. Die meisten Freundinnen leben ihr Leben weiter, eben mit der Facette "Mutter" dazu. Das nimmt - gerade in den ersten Jahren - viel Zeit in Anspruch, man trifft sich weniger, wofür ich Verständnis habe.

Zu den "Mama-Zombies" erledigt sich der Kontakt meist ziemlich schnell. Ist zwar schade, aber eine Beziehung/Freundschaft funktioniert eben nicht, wenn nur einer Interesse hat und der andere mit den Gedanken permanent woanders kreist. Da "kämpfe" ich nicht, sondern nehme es zur Kenntnis. Was soll man auch sonst machen.

Die Tür lasse ich angelehnt, also wenn eine ehemalige Freundin nach ein paar Jahren wieder kommt, können wir gerne an die alte Freundschaft anknüpfen (auch wenn sie wahrscheinlich nicht mehr so tief wird). Es kann aber auch sein, dass ich dann keine Kapazitäten mehr für diese Bekannte habe - es wartet nun mal keiner auf einen.

5

Ich habe durchs Kinderkriegen keine echte Freundschaft verloren. Die Leute die gingen, mit denen hat es vorher schon nicht richtig harmoniert.

Somit hat sich die Spreu vom Weizen getrennt worüber ich sehr sehr dankbar bin!

Denn gerade wenn man kleine Kinder hat, ist man froh rauszukommen und Verständnis dafür zu erhalten, dass man sein(e) Kind(er) auch mitbringen kann.
Mein Mann arbeitet viel und somit ist es oft unmöglich, dass er dann noch die Kinder übernimmt. Abends mit Freunden treffen fällt flach weil er absolut K.O. ist... ICH ABER AUCH!!! Wenn man morgens nämlich um 5 aus dem Bett geschmissen wird weil die Kinder nun mal ausgeschlafen sind, beginnt der Tag ziemlich früh. Dementsprechend früh geht man dann nämlich auch ins Bett, weil man einfach an so einem Tag absolut kaputt und fertig ist.

Da freue ich mich immer, wenn wir nachmittags mal von einer Freundin eingeladen werden, die nichts gegen meine Kinder hat und mir dann auch mal mitteilt was außerhalb der Mutterschaft so abgeht. Und wenn meine Kinder nachmittags mit mir unterwegs sind, sind sie abends schön ausgelastet und schlafen besser, wodurch ich dann sogar auch Me-Time genießen kann.



Lieber kinderlose da draußen: wir Mamas lieben unsere Kinder unendlich ! Aber grade wenn sie unter 4 Jahren alt sind brauchen sie uns so sehr. Bitte habt Verständnis, sobald ihr Kinder habt werden wir auch Verständnis aufbringen. Versprochen!

8

Ich habe selbst zwei Kinder, und ich rede hier nicht von Frauen mit kleinen Kindern.
Die ersten 1 oder 2 Jahre können hart sein, aber es bleibt hart auch wenn die Kinder älter werden, ich weiß wovon ich rede.
Man muss sich halt auch bewusst entscheiden sich Zeit für Freunde zu nehmen....von allein kommt das nicht.

24

Ich habe größtes Verständnis für alle, die Kinder haben.
Ich habe Stifte und Papier zu Hause. Einen Kindertunnel, Pfeile werfen, Mini Planschbecken, Seifenblasen, flummies, Bücher, bauklotze...
Ich baue Türme, Spiele im Sand, Schaukel,mache Kaspertheather etc etc.

Aber manchmal wünsche ich mir auch Verständnis für mich, die ohne Kinder ist.
Manchmal. Nicht oft.

7

Das hatte ich früher auch öfter gedacht, bis ich selbst Mutter geworden bin.
Plötzlich hab ich verstanden, wieso manche Dinge dann einfach vorerst nicht mehr gehen und dass sich so manche Priorität erst einmal verschiebt.

Es gibt alle Extreme.
Leben und leben lassen.

9

Das ist klar, dass das Leben mit Kindern anders ist, aber die Prioritäten setzt man ja selbst und die sind nicht nur noch kindbezogen weil man Mutter ist.
Das ist kein Automatismus, ich habe selbst Kinder und bin die gleiche Person mit eigenem Leben, Hobbies, Interessen,beruflichen Zielen wie vorher auch.
Dass das Muttersein einen Menschen komplett verändert , kann ich nicht verstehen.
Ich bin auch Mutter, diese Rolle kam dazu, ohne dass meine anderen Interessen und Persönlichkeitsmerkmale verschwinden sind.

22

Weisst du das ist genau das Problem!
Warum muss man nach dem Kinderkriegen die gleiche Person bleiben? Wer sagt das?

Man verändert sich und dafür muss man sich nicht schämen.

Und damit meine ich nicht, dass man untertauchen muss. Sondern den Blickwinkel halt anders ist. Prioritäten sind anders. Gute Freunde bleiben trotzdem.

weiteren Kommentar laden
13

Ich glaube, man entwickelt sich einfach weiter...in welche Richtung auch immer. Manchmal passen Freundschaften mit Kindern trotzdem noch - manchmal eben nicht.

Manchmal merkt man, wie der andere seine Kinder erzieht, dass es nicht mehr passt. Manchmal merkt man, dass die Kinder nicht passen - und man kapselt sich dann selber auch ab.
Ich finde auch die Kategorie Mütter ungewöhnlich, die mit Baby und Kind weiterleben wie vorher. Partys, Urlaub, Vollzeit,... Kinder immer bei Oma, damit man was vom Wochenende hat.

Das ist doch wie mit den „Freunden“ nach der Schulzeit. Der eine zieht weg, der andere studiert, der eine wird workaholic und hat keine Zeit mehr,...usw.
Ich denke jeder Abschnitt im Leben rüttelt ordentlich durch!

14

Meine Freundinnen sind zum Glück nicht mutiert.
Aber ich habe eine Kollegin, die wirklich keine anderen Themen auf den Tisch bringt. Es ist zum Davonlaufen. Selbst wenn man mal umschwenken möchte, kommt sie sofort wieder auf ihr Thema zurück.

15

Habe ich leider auch erlebt.

Manchmal mit einer regelrecht beängstigenden Identifizierung mit dem eigenen Kind á la "WIR bekommen jetzt Zähne", "WIR gehen jetzt in den Kindergarten" oder "WIR sind jetzt bei den Musikzwergen".

Da wundert es einen nicht, wenn Mutti auch in der 6. Klasse noch alle Vokabeln mit lernt und aufs Referat besser vorbereitet ist als das eigene Kind, selbiges geweckt werden muss, sein Pausenbrot geschmiert bekommt und den Koffer für die Klassenfahrt selbstredend auch nicht selbst packen kann. #schock

Ich finde sowas sonderbar und kann solche "Freundschaften" leider nicht halten. Das würde mich zu viel Schauspieltalent kosten.

16

Hallo, also dieses Verhalten ist eher bei frischgebackenen Mütter mit kleinen Baby, aber das ist ja auch verständlich, vor allem, wenn es das erste Kind ist. Sowas dreht das Leben ziemlich um, und ein Baby verlangt auch sehr viel Zeit von seiner Mutter. Wenn die Kids älter werden, fangen viele Frauen wieder an, sich auch einen Freiraum zu schaffen, Hobbies wieder nachzugehen, beruflich weiterzumachen.
Klar gibt es auch immer welche, die ihr Leben lang nur noch Mutter sein wollen und für nichts anderes mehr zu haben sind, aber das sind eher die Ausnahmen. Normalerweise will jede Frau auch irgendwann wieder ein bisschen ein eigenes Leben führen und nicht 24/7 Kinder betreuen und über Kinder sprechen.