Ausgrenzung durch Mütter in der Krabbelgruppe

Hallo zusammen,

ich gehe seit fast 2 Jahren mit meinem Kind zur Krabbelgruppe bei uns im Ort.
In letzter Zeit gefällt es mir gar nicht mehr - nicht in Bezug auf mein Kind, das dort immer viel Spaß hat, sondern in Bezug auf mich. Ich fühle mich jedes Mal total ausgegrenzt. Ich habe das Gefühl, dass alle sich mögen und sich gerne unterhalten und ich werde von gewissen Müttern regelrecht ignoriert. Eine von denen grüßt mich nicht mal, wobei man sich kennt. Dieses arrogante Auftreten geht mir so auf die Nerven!
Ich versuche mich auch echt anzupassen und mitzureden, aber die Themen sagen mir zum Einen sowieso meistens nicht zu, weil sie zu 80% übers „Häusle bauen“ sprechen und zum Anderen wird mir nicht die Möglichkeit gegeben.
Mit ein Paar Mamas klappt es ganz gut. Da spüre ich auch, dass da keine Ignoranz besteht, sondern Interesse. Man unterhält sich ganz normal und trifft sich auch mal gezielt auf dem Spielplatz.
Aber diese paar Frauen beeinflussen mich mit ihrem ignoranten Auftreten tatsächlich so sehr, dass es schon an meinem Selbstwert kratzt. Ich denke auch, dass die mich so behandeln, weil ich einen ausländischen/migrantischen Backround habe. Anders kann ich es mir einfach nicht erklären. Ich bin ein ganz normaler Mensch, kein Freak, nicht komisch oder sonst negativ auffällig. Deshalb bleibt für mich nur noch diese These. Vielleicht stört sie auch mein (gepflegtes) Aussehen, aber deshalb nicht mit einer Mama reden und sie ausschließen, ich weiß nicht. Ich denke für die gelte ich als „Tussi“ oder so.
Übrigens kenne ich alle Frauen relativ gut, weil wir uns auch schon privat in Gruppen getroffen haben. Es ist also nicht so, dass wir noch nie ein Wort miteinander gesprochen haben.
Die letzten zwei Wochen waren wir nicht dort, weil wir krankheitsbedingt ausgefallen sind. Mir ging es an beiden Tagen, an denen normalerweise die Krabbelgruppe stattgefunden hätte, sehr gut. Ich hatte keine negativen Emotionen oder Selbstzweifel. Nun überlege ich deshalb, ob ich in Zukunft nicht mehr hin soll, aber gleichzeitig möchte ich das meinem Kind nicht antun.

Ich weiß echt nicht mehr wie ich mit dieser schlechten Situation umgehen soll ☹️

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Hallo Sinnii

Ich habe wohl den gleichen Hintergrund wie du (Migrantin, schminke und ziehe mich gerne chic an) und ähnliche Erfahrungen gemacht.

Eine Krabbelgruppe war super, in die andere bin ich nur meinem Sohn zuliebe hin, da waren mehr Öko-Mütter, die sich über Stoffwindeln unterhalten haben. Soll überhaupt nicht wertend sein, wir waren einfach nicht auf derselben Wellenlänge. War dann froh, dass irgendwann mein Kind an diesem Tag in den Kindergarten ging und ich die Frauen nicht mehr sehen musste.

Und dann kamen die Kindergartenmütter, ui... Mit einigen kam ich so gar nicht zurecht, wurde nicht einmal zurückgegrüsst und da denke ich, es könnte schon mit meiner Herkunft zu tun haben. Wir wohnen in einem kleinen Dorf (zugezogen) und die meisten sind "Fremden" gegenüber sowieso recht verschlossen, obwohl ich keine 10 km davon aufgewachsen bin.#klatsch Ich habe mich an die gehalten, die ich OK fand und die anderen irgendwann auch ignoriert, bis sie gemerkt haben, dass ich ein ganz normaler, freundlicher und offener Mensch bin. Wir sind zwar weit weg von "gute Freunde" sein, aber man kann ein normales Pläuschchen halten.

Ich kenne also die Sorte Mensch, die einem ein schlechtes Gefühl geben wegen eigentlich gar nichts. Aber solche begegnen einem leider immer wieder. Mir hat konsequentes Zurück-Ignorieren geholfen, also richtig Kindisch. Oder du suchst dir eine andere Beschäftigung mit deinem Kind (Kinderturnen, Schwimmen etc., wo vielleicht Leute sind, die besser zu dir passen und dir positiv begegnen.

Alles Gute!

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Hallo und vielen Dank erst Mal für deine Nachricht.
So traurig es auch ist, ich freue mich, dass ich nicht alleine mit diesem Problem da stehe. :(

Das schlimme an der Sache ist, dass ich in diesem Ort von klein auf aufgewachsen bin. Ich bin den meisten also nicht fremd. Man kennt sich etwas. Ich hatte zwar vorher nichts mit denen zu tun, aber man hat gemeinsame Freunde/Bekannte oder war auf der selben Schule. Aber leider ändert das nichts an der Tatsache, dass man mich in die Gruppe integriert. Ich bin es wirklich Leid. Ich habe dieses doofe Gefühl schon seit der Schule. Da wurde man auch selten zum Spielen eingeladen oder auf Geburtstage.
Im Studium war es für mich gar nicht mehr relevant, weil unser Semester sehr durchmischt war, was die Nationalitäten anbelangt. Aber jetzt zurück in diesem Dörfchen bekomme ich wirklich die Krise. Ich habe das Gefühl, dass ich richtige Komplexe entwickle, weil die mich so behandeln. Witzigerweise will ich eigentlich gar nichts mit denen zu tun haben, weil die sowieso nur ständig am Lästern sind, aber gleichzeitig stört es mich, dass ich mich so ungewollt fühlen muss.

Zum Kinderturnen gehen wir seit einigen Wochen auch. Wir wohnen in einer 8000 Personen Gemeinde. Leider sind genau die nervigen Mütter deshalb auch wieder dabei! Deshalb geht unser Kind da sogar mit dem Papa hin, dem es egal ist, was irgendwelche Frauen für Probleme mit uns haben könnten. Er geht da selbstbewusst hin und fördert unser Kind. Mir fehlt irgendwie das Selbstbewusstsein dazu, weil ich mich wie gesagt immer als das schwarze Schaf zwischen denen fühle.

Habe das Ganze heute meiner Mama erzählt und sie meinte auch, wenn mich das Ganze denn so stark belaste, dann solle ich einfach nicht mehr hin. Ihre und deine Aussage bestärken mich darin tatsächlich eine Alternative zu suchen. 4 km weiter ist die nächste Stadt. Ich schaue mich wahrscheinlich dort mal um. Vielleicht finde ich eine neue Spielgruppe. Oder alternativ würde ich ein Mal die Woche mit ihm in ein Indoorspielplatz gehen, wo er dann auch mit anderen Kindern interagieren kann. Was anderes fällt mir nicht ein.

Auf die Zeit im Kindergarten freue ich mich schon -.- kann mir denken, dass das dann „next level“ wird. Ich hoffe, dass wir hier bald weg kommen und ich neue normale Menschen kennenlernen kann :(

Wünsche euch ebenfalls alles Gute!

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Den Tipp, die anderen auch Mal zu ignorieren, nehme ich übrigens gerne an! Mal schauen wie das ankommen wird :)

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Ich komme aus einem Dorf und bei uns ist es auch so, dazu gezogene finden schlechten Kontakt zu den Einheimischen Dorfbewohnern 😅. Ich war 6 Jahre weg und bin jetzt die Außenseiterin 🙈.

In großen Runden gibt es immer solche und solche… Es ist manchmal wie in der Schule, es bilden sich Grüppchen. Entweder diese sind aufgeschlossen oder wollen jeden anderen ausgrenzen.
Halte dich an die mit denen du dich gut verstehst und ignoriere auch mal die anderen. Es ist nicht wichtig sich mit allen zu verstehen, sondern halte dich an die positiven Erfahrungen. Es kommt auch ein bisschen darauf an was du aus der Gruppe mitnehmen möchtest: Freundschaften? Spiele Dates für dein Kind?

Und Respekt das eure Krabbelgruppe schon 2 Jahre besteht, bei uns im Dorf ist nach 8 Monaten Schluss 🙈. Spätestens dann gehen die ersten wieder arbeiten und der Kontakt verliert sich

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Dein Kind ist ja noch klein. Das baut noch keine echten Freundschaften auf und kann das gut verkraften wenn ihr zur Krabbelgruppe einfach nicht mehr hingeht. Wenn es dir dort nicht gut geht, dann lass es bleiben und such euch was anderes:-).

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Hi,
es ging 2007 genauso...............

Ich habe mal 3 Jahre nicht in dem Ort gewohnt, ganze 6 km entfernt. Ich war auf jeder Kirmes, jedem Winzerfest, jedem Geburtstag, wie vorher auch. Ich lud sie auch zu meinem Geburtstag ein...............

Und dann zog ich zurück........................keine Chance.

7 Jahre später, dann zusammen mit der ehemals besten Freundin schwanger, und dachte, GSD, dann wird das wieder was............

2x Krabbelgruppe, danach bin ich lieber 12 km ins Pekip gefahren, danach 16 km in die Krabbelgruppe. Da habe ich heute noch 15 Jahre später gute Kontakte.

2010 habe ich direkt mit den Mädels aus dem GVK und Rückbildung, was gegründet, und auch heute noch super Kontakt.

Dieser Ort, ist so "vercliquet" das ist nicht mehr feierlich. Leider baden es auch die Kinder aus. Werden nicht zu den Geburtstagen eingeladen, obwohl wir auch immer eingeladen haben und sie teilweise auch kamen.

Da hatte ich auch schlaflose Nächte, aber bringt nichts. Umorientieren, fertig.

Alles Gute

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Ohje. Wenn ich das lese, bin ich so froh, in der Stadt zu leben. Ich komme eigentlich auch aus einem 1000-Einwohner-Dorf. Dort ist es genau das selbe. Jeder kennt jeden, Lästern ist Hobby Nr.1. #klatsch

Ich war nach der Schwangerschaft in einer tollen Rückbildungsgruppe und hab mich auch danach noch mehrere Monate mit den Mamas (eine russische "Ökomama", eine, wie du es nennst "Tussi" aus Polen und eine deutsche Krankenschwester). Ich fand es super! Ich bin immer wieder erstaunt, dass einige Leute Vielfalt als etwas Schlechtes bewerten. Solche Leute brauchst du nicht!

Vielfalt macht den Austausch doch gerade interessant! Als frischgebackene Mama hat man doch sooo viele gemeinsame Themen und gerade in einer gemischten Gruppe gibt's so viele spannende Geschichten, die die einzelnen Persönlichkeiten zu erzählen haben.

Also such dir Menschen, die dich schätzen und umgibt dich nicht mit denen, die nur schlechte Energie verbreiten.

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Solche Babygruppen sind manchmal etwas speziell bzw. die Muttis dort . Dorf ist eh nicht so einfach vor allem als zugezogene teilweise kennen die sich schon ewig sind über 3 Ecken verwandt oder verschwägert und deren Männer sind zusammen in der Feuerwehr oder im Kegelklub . Wenn du irgendwie anders bist weil du dich mehr schminkst oder mehr wert auf deine Kleidung legst dann stichst du schnell raus und bist die Tussi . Das die Themen dir nicht zusagen ist teilweise normal . Was soll man beim Hausbau auch mitreden wenn es einen nicht betrifft und bewegt . Wenn die wirklich fast nur noch darüber reden aber echt ätzend . Wenn du gerne weiter in eine Krabbelgruppe gehen möchtest dann wechsele in eine andere in der Stadt sind die Leute meistens offener und toleranter ich fürchte nur wenn dein Kind später im Ort in den Kindergarten kommt werden sich eure Wege wieder kreuzen bis mindestens zum Ende der Grundschulzeit gibt es da immer wieder Berührungspunkte durch die Kinder .