Unwissend Schwanger

Hallo zusammen, ich bin Nadine 38 aus Hamburg.

Wir hatten Jahrelang einen unerfüllten Kinderwunsch und uns wurde mehrfach von verschiedenen Stellen und Kinderwunschkliniken gesagt das wir keine Kinder bekommen können.

Bei mir wurden die vorzeitigen Wechseljahre diagnostiziert und bei meinem Mann viele Spermien mit Dachschaden.

Am 06.04.23 wurde unsere Tochter geboren. Wir haben es 1 Stunde vor der Geburt erfahren.

Ich suche auf diesem Weg Familien oder Frauen die gleiches erlebt haben. Vielleicht habe ich ja Glück. :-)

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Ich habe schon von Frauen gehört, die unwissend schwanger waren.
Es wäre sicher für uns alle mega spannend zu hören, wie für dich das ganze Erlebnis von dieser einen Stunde über die Geburt bis hin zum Elterndasein nun ist. Möchtest du nicht erzählen? :)

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Hallo, ich habe einen kleinen Bericht bei Geburtsberichten geschrieben.

Tatsächlich suche ich auch Anschluss, zu frauen die sowas auch erlebt haben und ich suche eine Therapeutin

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Huhu,

ich habe es selber nicht erlebt, aber ich arbeite in einem Bereich, in dem ich bisher drei Frauen begleitet habe, die eine ähnliche Erfahrung gemacht haben wie du.

Ich kann dir die „Frühen Hilfen“ empfehlen. Meistens hat das Jugendamt vor Ort entsprechende Angebote. Es gibt z.B. Familienhebammen, die sich mit so einer Situation gut auskennen und ggf. auch Kontakte vermitteln können.

Ich wünsche dir und deiner kleinen Familien alles Gute 🍀.

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Ich teile das selbe Erlebnis zwar nicht, aber WOW, wie geht denn sowas 😳
Ich hoffe dass ihr trotzdem glücklich seid und die Zeit mit eurem Kind jetzt genießen könnt! Alles Gute ❤️

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wir sind sehr glücklich, aber natürlich noch wie in trance, also ich zumindest

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Hallo Nadine,

ich wurde nicht ganz so überrascht wie Du. Wir haben es erst in der 24. SSW erfahren. Es war für uns genauso ein Schock und erstmal wusste ich nicht wohin mit mir. Die "fehlende" Zeit musste ich aufarbeiten.

Zeit zum Nachdenken blieb nicht. Hätte mir dies einer vorher gesagt, hätte ich demjenigen einen Vogel gezeigt ;) Also ja, ich kann Deine Gedanken und Gefühle voll verstehen.

Mädels sind kleine Kämpferinnen. Unsere Pippi wird in 10 Tagen ein Jahr #verliebt

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Hallo, #winke

ich habe mal eine junge Frau kennengelernt, die ähnliches erfahren hat. Sie hat sehr früh, noch als Minderjährige ein Kind bekommen, ohne zuvor etwas davon zu wissen bzw. zu erahnen. So erzählte sie uns das damals. Ich konnte mir das gar nicht vorstellen, aber natürlich habe ich ihr geglaubt... es war klar, dass sie nicht log. Damals dachte ich, dass das ein klarer Fall von Verdrängung gewesen sein könnte bzw. sein müsste.... da sie als Mutter ja doch superjung war. Was ich damit sagen will: Nur weil "man" das nicht kennt, bzw. sich nicht vorstellen kann, heisst das noch lange nicht, dass es nicht sein kann UND ES IST NICHT SO SELTEN!

Ich meine mich jetzt - beim Schreiben erinnern zu können - das mir dasselbe auch von einer anderen betroffenen Frau erzählt wurde. Insofern NUR MUT! Das wird! Und vor allem: Glückwunsch! #proAuch wenn es für Dich schwer realisierbar erscheint und Du sozusagen von null auf hundert in eine komplett andere Situation hineinkamst. Siehe es so: Wie viele unfreiwillig Kinderlose würden so gerne mit Dir tauschen! Das ist sicherlich eine schwierige Situation, ohne Vorwissen, ohne Vorbereitung ... in solche eine neue Rolle "gestoßen zu werden" aber doch wesentlich besser als nie die ersehnten Mutter-Erfahrungen machen zu können. #schrei :-)

Ich hoffe, dass ich mich nicht blöd ausgedrückt habe und das gut rübergekommen ist, was ich Dir hiermit sagen wollte. #schein

Alles Gute Euch!
mm#sonne

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Hey, danke für deine Worte.

Manchmal hat man hier im Forum das Gefühl die anderen Menschen denken man wäre bekloppt. Hätte ich etwas gemerkt, wäre ich zum Arzt gegangen, hätte nicht so viel getan, hätte mein Baby regelmässig untersuchen lassen und hätte nicht bis einen abend vor der Geburt gearbeitet, aber an sowas denken glaube ich keine der antwortenden Damen, was ist äusserst schade finde und traurig

Ich geniesse mein leben sehr und in vollen Zügen und geniesse jeden Moment. :-) Ich liebe es sehr.

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Ich war auch unwissend ( und ungewollt) schwanger. Ich hatte keine starken Anzeichen, hab mich in der ganzen SS nur einmal übergeben, meine Periode war schon immer so selten, dass ich mir keine Gedanken darüber gemacht habe ( wüsste auch jz zb gar nicht wann sie das letzte mal war). Ich habe in den ersten paar Wochen „stark“ zugenommen, im Nachhinein hat mein Körper wahrscheinlich dafür sorgen wollen, dass mein Baby nicht unterversorgt wird und er auch schafft die ss aufrecht zu erhalten ( war sehr schlank). Es waren 5 Kilo, ich bin zum Arzt weil ich mir Sorgen um meine Schilddrüse gemacht habe. Die Ärztin hat Blut abgenommen, es war alles ok ( hatte ihr sogar gesagt, dass ich es ausschließe schwanger zu sein 😂 ) in der restlichen ss hab ich nur 2 Kilo zugenommen, mein Bauch war nur bisschen weniger flach als zuvor, meine Beine waren dicker. Hatte einfach gedacht zugenommen zu haben.
Am 25.8.2021( ich kam gerade von der Arbeit im kh heim), hab ich mich aufs Sofa gesetzt und meine Fruchtblase ist geplatzt. Hab das natürlich nicht zuordnen können und dachte ich hätte mich eingepasst. Danach sofort wehen im Abstand von 3 Minuten. Da wusste ich dann was los war ( bzw hab zuerst gedacht, dass ich meine Periode bekommen oder mein Körper irgendwie den Geist aufgibt). Ich war in dem Moment so in Panik, dass ich keinen Rettungswagen oder sonst irgendwen angerufen habe. In dem Moment dachte ich mir einfach, dass ich das jetzt alleine durchziehe. Eine halbe Stunde später war meine kleine Prinzessin auf der Welt. Ich hab’s in dem Moment sogar geschafft die Nabelschnur mehr oder weniger professionell abzubinden.
Meine Eltern kamen wenig später nach Hause ( ich hab noch bei meinen Eltern gewohnt bin jung Mutter geworden), ihren Schock könnt ihr euch ja vorstellen. Wir waren alle sehr geschockt.
So im Nachhinein weiß ich nicht warum ich es nicht bemerkt hab, allerdings hat es auch niemand in meiner Umgebung bemerkt und ich habe jeden Tag mit Ärzten und pflegern verbracht und war sogar 2 mal bei der blutabnahme, da hat man noch nicht mal darauf geachtet ( oder wird vielleicht auch nicht kontrolliert im Normalfall).
Ich muss sagen, dass ich noch immer dabei bin das alles aufzuarbeiten, ganz klar die Geburt war fast schon traumatisch, obwohl es sicherlich eine sehr „einfache“ Geburt war. Immer wenn ich meine Tochter ansehe denke ich mir was für ein Glück ich hatte, dass es ihr so gut geht heute ( bei der Geburt war sie zu klein und hatte eine teinkschwäche war aber nicht so dramatisch). Gleichzeitig habe ich große Schuldgefühle ihr gegenüber, ich habe sie sicherlich nicht gut genug versorgt während der ss ( war zu der Zeit und die Jahre zuvor stark essgestört). Mittlerweile ist sie vollkommen normal entwickelt, sogar größer als die meisten anderen Kinder in ihrem Alter.
Ich habe glücklicherweise durch das JA eine gute Unterstützung bekommen, hatte die ersten 6 Monate eine Familienhebamme und eine Familienhilfe, muss aber sagen dass ich eigentlich sofort in meiner Mutterrolle aufgegangen bin ( natürlich nicht perfekt aber man lernt immer dazu). Ich bekomme mein Leben vorallem durch sie in den Griff, habe meine Ausbildung abbrechen müssen, was aber nicht so schlimm war, denn ich war sowieso nie zu 100 Prozent überzeugt, ich bin gesund und weiß was ich will.
Ich kann euch nur raten jede Hilfe in Anspruch zu nehmen, die ihr bekommt. Vorallem Psychologische, ihr habt euch zwar ein Kind gewünscht, aber das plötzlich eins da ist ist trotzdem etwas anderes als wenn man sich 10 Monate darauf vorbereiten kann
Ganz liebe Grüße