Mein Partner wünscht sich sehnlichst ein weiteres Kind

Hallo ihr Lieben, ich muss mir hier mal ein Thema von der Seele schreiben... Zu mir erstmal, ich bin 30, habe 3 Kinder(Zwillinge 8 Jahre und eine kleine Maus 3 Jahre) Die Zwillinge und die kleine sind von unterschiedlich Vätern und leben alle drei bei mir. Zu beiden Vätern besteht ein normales bis gutes Verhältnis. Nun habe ich seit knapp einem halben Jahr einen neuen Partner, er ist ein so wunderbarer Mann, wir haben uns gesehen und es war sofort um uns beide geschehen. Ich habe niemals gedacht das mir sowas mal passieren würde. Wir sind beste Freunde, Partner und ich habe das Gefühl mit ihm meinen Seelenverwandten gefunden zu haben. Trotz der noch recht frischen Beziehung fühlen wir uns vertraut und gefestigt weil einfach alles stimmt. Er selbst ist 37 und hat einen 15 jährigen Sohn der bei der Mutter lebt, dieser kommt regelmäßig und auch gerne zu uns und alle 4 Kinder verstehen sich tadellos. Es ist nahezu perfekt.
Das eigentliche "Problem" ist, das er noch Kinderwunsch hat, ich aber nicht. Ich habe gleich gesagt das ich nach meiner kleinen fertig war und das Gefühl hatte komplett zu sein. Nun hatten wir letztens das Thema, da meine große Tochter ihn fragte ob er sich noch ein Baby wünscht und er sich bis dahin nie wirklich dazu geäußert hat, ich also davon ausgegangen bin das er ebenso abgeschlossen damit hat. Anscheinend ist es aber eben anders und er wollte es mir aber nicht sagen um diesem Gespräch aus dem Weg zu gehen, wir haben jetzt einige male darüber gesprochen und gestern hat er sogar Tränen in den Augen gehabt weil ihn der Kinderwunsch so wichtig ist. Er war wirklich aufgelöst und ich kann es auch emotional gesehen verstehen... Meine Punkte sind eher sachlich und eindeutige Fakten die gegen ein weiteres Kind sprechen. Davon abgesehen das wir noch sehr frisch zusammen sind, sehe ich die finanzielle Lage, Zeit, Platz. Ich sehe wie er mit meinen Kindern umgeht, er ist so liebevoll und geduldig mit ihnen obwohl es 3 kleine Raubsauen sind. Er behandelt sie als wären es seine eigenen und das macht mich natürlich glücklich und ich sehe in ihm einen guten Papa. Ich möchte mich aber auch nicht "gezwungen fühlen" noch ein Baby zu bekommen. Ich finde es schon schwierig genug manchmal den dreien gerecht zu werden neben der Arbeit und allem anderen. Ein wichtiger Aspekt für mich ist auch das ich nicht will das meine Kinder sich "ersetzt" fühlen. Ich habe schon einmal den schritt gewagt in einer neuen Beziehung ein kind zu bekommen und stand dann mit dreien alleine da, das macht mir zusätzlich Angst und Gedanken. Ich finde Kinder toll, so ist es ja nicht. Ich bin selbst in einer großen Familie aufgewachsen und hatte 6 Geschwister. Ich weiß nicht so recht wie ich darüber denken soll, ich fühle mich nicht als Großfamilienmama, er wiederum wollte immer eine große Familie.
Gibt es vielleicht jemanden der in einer ähnlichen Situation ist oder war?
Ich denke natürlich darüber nach, einfach weil mir seine Meinung auch sehr wichtig ist. Einen bestehenden Kinderwunsch kann man nunmal nicht einfach so abstellen, ebenso nicht erzwingen. Ich fühle mich etwas überrannt damit und weiß nicht wie ich mich ordnen soll. Vielleicht kann ja jemand aua Erfahrung schreiben.

Liebe Grüße 🙌

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Ich kenne zwei identische Fälle aus nächster Nähe. Es betraf einmal meine beste Freundin, das andere Mal einen sehr guten Freund.

In beiden Fällen hatte einer von beiden einen ausgeprägten Kinderwunsch, während der andere bereits damit durch war. Das ist für beide Parteien schwierig, denn einer muss sein Lebensziel zurückstecken. Und das ist in der Regel derjenige, der den Kinderwunsch hat.

Beide Beziehungen gingen daran zugrunde. Die Eine nach 7 Jahren. Die andere nach 4 Jahren. Jeder davon sagt, sie würden nicht mehr mit jemandem zusammen sein können, wenn So wichtige Dinge wie Familienplanung nicht überein stimmt.

Das ist aber nur meine Erfahrung damit. War eine sehr harte Zeit, das alles mitzuerleben, wie der Mensch mit Kinderwunsch immer noch unglücklicher wurde.

Andere können das vielleicht anders erleben. Vielleicht gelingt es deinem Partner ja, seinen Wunsch komplett hinten anzustellen. Das wird aber vermutlich erst die Zeit zeigen. Was halt wichtig ist, ist Offenheit. Keine Lügen und kein hinhalten, von wegen irgendwann gäbe es vielleicht doch noch ein Kind.

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Das ist natürlich kein schönes Ende... Aber verständlich. Hinhalten wäre für mich keine Option, ich spiele von Anfang an nichts vor und sage ja wie ich dazu stehe. Ich habe aber wirklich Angst das es auf Dauer Probleme gibt.

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Ja, ich habe Erfahrung als selbst Betroffene als der Part mit Kinderwunsch. Ich habe mich nach 5 Jahren Beziehung getrennt. Das Problem ist, dass es bei dem Thema eigentlich keine Kompromisse gibt, wenn der eine einen sehnlichsten Kinderwunsch hat, der andere aber absolut nicht. Einer von beiden müsste sich immer zu etwas gezwungen fühlen und wäre am Ende eventuell sehr unglücklich mit der Situation. Wir sind in Gutem auseinander gegangen und es war die richtige Entscheidung. Wenn man bei etwas so Essenziellem so sehr auseinander driftet, dann ist man m.M.n. für eine gemeinsame Zukunft wirklich nicht kompatibel.
Jemanden ein Kind unterzujubeln oder dergleichen, käme für mich auch nie in Frage, ich möchte niemanden was aufzwingen.