Wie mit Schwangerschaften im Umfeld umgehen?

Hallo ihr lieben.
Ich bin so unglücklich momentan und fühle mich schrecklich allein mit meinen Gedanken. Deswegen schreibe ich auch das erste mal in ein Forum.
Ich wünsche mir seit Jahren ein Kind und bisher hat es leider nicht geklappt. Ich war einmal schwanger aber dann ist es ab Woche 9 nicht mehr gewachsen und ja. Ich hatte das Gefühl ich habe das ganz gut weggesteckt aber naja. Ist jetzt gut ein Jahr her.
Ich weiß nicht wie ich mit den Schwangerschaften in meinem Umfeld umgehen soll. Meine beste Freundin ist schwanger und heute hat mir meine Schwester erzählt, dass sie ein Baby bekommt. Ich will mich so freuen und innerlich tue ich das auch irgendwo. Aber dann ist da diese Traurigkeit einfach und ich hab nur Tränen in mir.

Vielleicht noch so zum Background. Ich bin 27 und mein Partner will auch ein Kind. Aber er sieht darin nicht so den Druck oder Stress den ich mir mache. Er startet beruflich grade durch und will jetzt erstmal warten.

Was kann ich gegen diese Traurigkeit tun und wie schaffe ich es, mein Leben von dem der anderen abzugrenzen?


Danke fürs Lesen

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Ich verstehe deinen Kummer sehr gut! Als meine Schwester mir sagte, dass sie schwanger ist, habe ich geheult wie ein kleines Baby. Konnte es nicht unterdrücken, weil es mir so einen Stich versetzt hat. Klar habe ich mich auch gefreut, aber ich hatte auch ganz viel Kummer in mir.

Ich würde dir raten ganz offen mit deinem Partner zu sprechen. Ihm zu sagen, wie viel Schmerz dir das bereitet und wie groß dein Wunsch danach ist. Dass du es gern ernsthafter angehen möchtest. Vielleicht hilft dir das schon dich nicht so traurig zu fühlen, sondern das Gefühl zu haben etwas zu tun. Und wenn er nicht so abgeneigt ist, kannst du auch deinen Zyklus und Körper schon ganz genau beobachten, um zu wissen, wann die Zeit reif wäre.

Fühl dich gedrückt und bitte fühl dich wegen deiner Gefühle nicht schlecht oder verkehrt. Ich denke, dass es ganz normal ist, Neid zu empfinden, wenn man diesen Wunsch hat, trotz aller Freude für die Mitmenschen.

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Ich denke, ehrlich sein ist hier wichtig.
Natürlich solltest du abwägen, wie viel du preisgeben möchtest (wie lange schon versucht wird o.Ä.).

Deine Situation kann ich nachvollziehen, wenn wir auch gerade an Kind 2 basteln.
Seit einem Monat sagen mir gefühlt alle Frauen in meinem Umfeld, dass sie wieder schwanger sind und bei fast allen hat es schnell geklappt. Ich bin umgeben von 8(!) Schwangeren - und ich bin es nicht.

Meine Konsequenz: Dinge für Nichtschwangere tun, Dinge für mich tun, Dinge planen (Urlaub, Weiterbildung, Karriere).
Ich tue so, als gibt es kein zweites Kind. Aber wir verhüten nicht.

Klar ist das zum NMT immer schwer, und ihr solltet auch ärztlich schauen, dass alles gesund ist, aber was Kontakt zu schwangeren angeht: ich habe zweien gesagt, dass mir das wehtut, dass sie schwanger sind und ich nicht, und wir reden über andere Dinge. Tut auch gut.

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Ich fühle absolut mit dir!
Einen Rat habe ich nicht - denn ich weiß es selber nicht.
Vor einem halben Jahr habe ich meinen beiden besten Freundinnen erzählt, dass wir es nun richtig darauf anlegen und alles probieren.
Wünschen tun wir es uns schon seit etwa 3 Jahren. Verhüten auch schon so lange nicht mehr.
Aber es will einfach nicht klappen.
Eine Freundin überraschte mich dann an meinem Geburtstag mit: „wir hatten ewig keinen Sex und jetzt ist’s einfach passiert und ich bin schwanger.“
Ich freue mich unendlich für sie! Aber es ist ein Schlag in die Magengrube.

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Ich kann dir auch nur raten ehrlich bzw. offensiv damit umzugehen. Ich finde gerade die engen Menschen um einen herum sollten wissen, wie es einem geht.
Ich selbst hab von Beginn an kein Geheimnis draus gemacht, dass mir die Gynäkologen seit ich 17 bin sagen, dass ich ohne Hilfe mal nicht schwanger werden könnte. Ich wollte dass die Leute um mich rum wissen, dass es bei uns einfach mal länger dauern kann. Glücklicherweise hat es dann doch rel schnell und ohne Hilfe geklappt.
Ich hab ne Freundin, die haben es 2 Jahre versucht (bei denen war seine Spermienqualität das Problem) und sie war auch total fertig deswegen. Haben sich dann helfen lassen und es hat dann auch recht schnell geklappt. Sie is aber erst mit der Geschichte rausgerückt, als sie dann schwanger war und hat dann erzählt wie sehr sie bei jeder Schwangerschaftsnachricht anderer gelitten hat. Und ich hab mich damals immer gewundert, warum sie oft so garstig war.
Sie sind jetzt gerade an Nummer 2.
jetzt wo die engsten Freunde die Geschichte kennen, kann sie selber viel offener damit umgehen, und es hat gleich beim ersten Versuch wieder geklappt (leider in der 9. SSW geendet).
Was ich damit sagen will, reden is immer gut! Man kann seinen Kummer los werden und die Menschen verstehen einen viel besser (wenn man Mal nicht so gut drauf is).

Falls dein Partner jetzt aber doch erstmal noch nicht 100% mitziehen sollte, musst du dir überlegen, ob du in der Beziehung dann glücklich werden könntest oder was ich sehr empfehlen kann (auch immer gut um den Kopf frei zu bekommen), versuch dir was zu suchen, dass dich total auslastet bzw dich erfüllt. Klingt leichter als es ist, ich weiß! 😬 für mich war das dann auch mein Job. Ich bin viel gereist (China, innerhalb Europas und Deutschland) und ich war dann fast bissl überrumpelt als ich dann so unerwartet „schnell“ schwanger wurde, weil damit mein „tolles und erfülltes“ Leben plötzlich in der Form nicht mehr weiterging. Weißt wie ich mein?

Ich drück dir die Daumen! Alles Gute! 🍀

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Ich verstehe das. Mir geht es ähnlich. Wir sind seit 2Jahren erfolglos.
In meinem Umfeld gab es letztes und Anfang diesen Jahres ein wahren Babyboom, nur ich konnte nicht nachziehen. Der 4Jährige Freund meiner Tochter, die ein paar Monate älter ist, hat inzwischen schon das zweite Geschwisterchen bekommen. Ne Freundin hat unfreiwilligerweise ein 2.Kind bekommen, einmal nicht aufgepasst, und so weiter.
Solange alle schwanger waren, war es für mich wirklich teilweise fast unerträglich. Vor allem ihr rumgejammere wegen ganz normalen Schwangerschaftswehwehchen. Hab daraufhin dann auch einer Freundin gesagt, dass es mir leid tut, dass ich sie da nicht bemitleiden kann, da ich mir, wie sie ja weiß, nichts sehnlicher herbeiwünsche als eine SS, gerne mit all ihren Begleiterscheinungen und ich ihr Gejammere deshalb nur schwer ertrage. Daraufhin hat sie sich zum Glück zurück gehalten. Frägt dafür jetzt im monatlichen Rhythmus, mit Blick auf meinen Bauch, ob sie mir gratulieren kann 😤. Aber nein, das ist nur die Schokolade die ich mir aus Frust manchmal reinhauen muss 🤷‍♀️.
Seitdem die ganze Babys da sind, geht es mir überraschenderweise wieder besser. Über den Anblick der Babys kann ich mich, im Gegensatz zu Schwangerenbäuchen, sehr freuen.
Dein Empfinden finde ich also als ganz normal, darüber solltest du dir kein Kopf machen.
Versuch dich doch während deiner Wartezeit etwas abzulenken und mach Dinge, die schwanger oder mit Baby erstmal nicht gehen. Genieße deine Freiheiten.
Das macht es, finde ich, erträglicher und wieder etwas optimistischer.
Wünsche dir, dass du gut damit umgehen kannst, dich nicht zu sehr unter Druck setzt und dann hoffentlich bald selbst Mami wirst.

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Guten Morgen!
Ich kann dich sehr gut verstehen...in unserem Bekanntenkreis sind derzeit 4 mehr oder weniger Gleichaltrige schwanger. Am wenigsten komme ich mit der Aussage "wir haben es jetzt einfach mal probiert und es hat sofort geklappt." Das hab ich von dreien gehört und das tut ziemlich weh...und man denkt sich "was machen wir dann bitte falsch?" oder "warum klappt es bei mir nicht auch so einfach?". Als ich dann von einer direkt gefragt wurde ob ich denn auch schwanger sei war das auch ein ziemlicher Schlag ins Gesicht. Hätte am liebsten zurückgegeben dass es bei uns eben NICHT SOFORT KLAPPT und es nicht alle so leicht haben wie sie...

Wünsche dir viel Kraft und positive Gedanken! 🍀

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Ach ich kenne dieses Gefühl zu gut.. Duu darfst einfach nicht vergessen, dass diese Frauen ihre eigene Geschichte haben und du deine..

Vergleiche dich am besten nicht mit Ihnen..
Mir hat es etwas gebracht, eine Erinnerungskiste anzulegen mit Gegenständen und Bildern aus der Kiwu-Zeit.
Viele Glückliche Bilder aus unseren Unternehmungen, während wir auf unser Wunder warten.
Dann vergisst man auch nicht, dass das Leben nur aus Kiwu besteht und lenkt sich etwas ab.
Wenn ich da reingucke, sehe ich, wie viel ich geschafft habe und für diesen Wunsch auf mich genommen habe.
Außerdem erinnert man sich an die Zeit, an dem man noch motiviert und voller Zuversicht war #herzlich

GLG
Gigi

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Ihr Lieben.
Danke für die Nachrichten.
Mit etwas Abstand gehts schon ein bisschen besser. Aber grade so gegen Abend kommen dann immer wieder so traurige Gedanken.
Sie führt in der Hinsicht das Leben, was ich mir wünsche. Und da fällt nicht vergleichen manchmal echt schwer.

Es kommt halt dazu, dass meine Situation nichz super perfekt für eine Schwangerschaft oder ein Kind ist. Ich bin grade fertig mit studieren und durch Corona hängt mein Job in der Schwebe. Ich und mein Freund ziehen nach einiger Zeit jetzt bald zusammen und er ist 2 Jahre jünger als ich. Daher sieht er es wahrscheinlich nicht so wie ich.
Naja, alles nicht so einfach.