Sind Frauen, die unter 30 ihr erstes Kind bekommen, " zu jung"

Ich habe mein erstes Kind mit 27 bekommen , das ist mehr als 20 Jahre her.
Meine Tochter ist jetzt Anfang 20 und schwanger, ich werde mit Ende vierzig Oma, anscheinend ist das für viele jenseits des eigenen Tellerrandes.
Sind heutzutage ältere Mütter jenseits der 35 gesellschaftlich akzeptiert, während jüngere Frauen, eher angesprochenen wird, reif genug zu sein?
Biologisch macht es ja Sinn zwischen 20 und 30 Kinder zu bekommen und ich denke mir, wenn mehr Frauen sich früher für ein Kind entscheiden würden, wäre die Kinderwunsch Kliniken nicht so voll.
Meine Tochter ist sehr selbstbewusst, wird aber oft nicht ernst genommen, sie hat jetzt einen Vorbereitungskurs online gebucht, da sind 10 andere die jüngste ist Ende 20, der Rest ist 35 aufwärts von insgesamt 10 Teilnehmerinnen.
Ich hatte vor 20 Jahren nicht das Gefühl zu jung zu sein , obwohl da auch schon viele Schwangere älter waren als ich.
Meine Mutter wurde in den 70ern noch als Spätgebärende eingestuft mit 26, sie war die letzte von ihren Freundinnen die ein Kind bekam.
Und das war in Westdeutschland, im Osten, wo mein Lebensgefährte aufgewachsen ist, wurden die Frauen fast alle mit Anfang 20 Mutter.
Seine Mama ist 70, seine Oma 88 und er ist 50....
Ich finde es schade, dass junge Mütter heutzutage die Ausnahme sind und ihnen unterstellt wird dass sie nicht reif seien.
Unter 30 Mutter zu werden, ist ja fast schon anstößig und kann ja nicht geplant gewesen sein.
Bei Männern ja noch schlimmer....ein Vater der unter 30 ist, der wird ja schon komisch angeschaut.
Finde ich sehr bedenklich.
Wie sieht es in eurem Umfeld aus oder bei Euch selbst?

6

Das muss jeder selbst entscheiden, wann für ihn der richtige Zeitpunkt für Kinder ist.
Ich denke, dass viele Frauen später Kinder bekommen, da sie sich erst etwas aufbauen wollen.
Früher war nach der Haupt- oder Realschule Schluss, die Frau arbeitete vielleicht ein bisschen, heiratete früh und war dann sowieso Hausfrau und Mutter. Also wofür sollte sie 10 Jahre warten?
Heutzutage ist die klassische Rollenverteilung nicht mehr in der Häufigkeit von früher gegeben.
Wohingegen man früher die Abhängigkeit vom Mann (man ist ja nun mit Heirat und Kind versorgt) genossen hat, möchte die Frau von heute genau diese vermeiden.
Von daher wird das Studium oder die Ausbildung abgeschlossen, Geld angespart... ein eigenes Leben aufgebaut, bevor man Kinder bekommt, für den Fall der Fälle, es auch alleine zu packen, was ja nicht verkehrt ist, wenn man sich die Scheidungsstatistiken anschaut...
Ich habe nach meinem Abitur eine Ausbildung gemacht und abgeschlossen. Danach habe ich noch studiert und dieses noch abgeschlossen. Danach habe ich noch gearbeitet, um meine Verbeamtung in der Tasche zu haben.
Erst danach habe ich meinen Mann geheiratet, obwohl wir vor der Hochzeit bereits 13 Jahre ein Paar waren.
Mit 31 kam unser 1. Kind, mit 34 unser 2. und Letztens.
Für uns war es tatsächlich perfekt so.
Wir hatten zuvor aber auch keinen Kinderwunsch, haben uns als Paar genossen, sind viel und überall hin gereist, waren jedes Wochenende aus in Restaurants oder in Clubs.
Im Nachhinein war es eine ganz tolle und wichtige Zeit, der ich nachtrauern würde, hätte ich sie nicht oder nur 1-2 Jahre lang gehabt.
Wir waren satt von Erlebnissen und bereit für das größte Abenteuer „Kind“.

25

Das kann ich ganz genau so unterschreiben.

Und zusätzlich noch eine Sache, die mir aufgefallen ist:
Ich wohne in einer Großstadt und hier ist es in meinem Umfeld absolut normal, Mitte 30 das erste Kind zu bekommen. In meinem Heimatdorf ist es tatsächlich anders... Alle, die da geblieben sind, haben deutlich früher Kinder bekommen. Ich denke, das liegt etwas an der jeweiligen Lebensplanung... Wenn ich eine Ausbildung machen und in einem Bereich wohne, in dem ich zb früh ein Haus kaufen kann, ist die Situation ganz anders, als wenn ich erst Bachelor und master mache, aus Kostengründen in wg Zimmern lebe und dann mit dem ersten Job erstmal meinen Studienkredit zurückzahlen muss. Das ist keine Wertung, beides ist richtig und gut. Nur meine Beobachtungen.

1

Wir waren 29 und 33 beim ersten, und 37 und 41 beim jüngsten Kind und ich fand das gut so.

Reife ist immer individuell und es gibt sicher manche 20jährige, die reifer als manche 40jährige sind.
Durchschnittlich finde ich Anfang bis Mitte Zwanzig bei Frauen und noch mehr bei Männern zu jung. Individuell könnte ich das bei einem Paar aber ganz anders sehen.

2

Ich habe drei Kinder bekommen, das erste mit 26, das dritte mit gerade noch 29 Jahren.
Ich fand das gut so, und würde es immer wieder so machen. Früher war nicht sinnvoll, da wir erstmal Ausbildung/Studium und Eigentum wollten.

Ich war immer die jüngste Mutter in Spielgruppen, bin es auch heute bei Elternabenden. 🤣

Jetzt bin ich 38, und hätte gar keine Lust mehr „von vorne“ anzufangen.
Davon ab hab ich seit ich 34 Jahre alt bin keine Gebärmutter mehr und zudem Endometriose... 3./4. Grad. Wäre so spät also nicht mehr möglich gewesen. Ich kenne mittlerweile einige Frauen mit Mitte 30, die genau aus diesem Grund keine Kinder mehr bekommen können und sich ärgern „so spät“ damit angefangen zu haben.

Nein, ich hatte nie das Gefühl anders zu sein, oder so. Wurde nie darauf angesprochen.
Ich finde Mitte/Ende 20 aber auch nicht mehr soooo jung.

Wichtig finde ich, das die Schritte vorher passen: lange Partnerschaft, Schule, Ausbildung/Studium,...& für uns war es Eigentum.

4

Ich habe drei Kinder bekommen, ohne eine stabile Partnerschaft dafür sind die Männer aber sehr gute Väter und die Kinder hatten immer beide Eltern.
Finanziell bin ich auch durch unsichere Zeiten gegangen, Arbeitslosigkeit Krankheit, gescheiterte Selbständigkeit.
Ein Eigenheiten wollte ich nie.
Meine Tochter studiert und wird auch noch ein paar Jahre brauchen, ist auch mit Kind machbar einfacher als am Anfang des Berufslebens wo Elternzeit gar nicht passt.
Es muss nicht alles perfekt sein, bevor ein Kind kommt.

5

Meine Schwester hat auch zu spät angefangen, sie war 33 als sie es probiert haben.
Dann kamen diverse Fruchtbarkeitsstörungen ans Licht, unter anderem auch Myome , mit 37 kam ihre Gebärmutter raus, wer weiß was gewesen wäre, wenn sie 10 Jahre früher versucht hätte, schwanger zu werden.

3

Ich selbst werde in einem Monat 30 und im Juli wird mein Sohn 3. Ich war also auch 27 als er zur Welt kam. Gerne hätte ich schon früher ein Kind bekommen, aber mein Mann hat bis er 25 war noch eine Zusatzausbildung gemacht und deswegen konnten wir danach erst loslegen. Dann dauerte es noch fast ein Jahr bis ich schwanger war... Naja dann war ich halt 27 bei meinem Sohn.
Ich selbst habe studiert und war mit 22 mit dem Diplom fertig. Ich bin verbeamtet und mittlerweile schon 2 mal befördert. Also eigentlich alles paletti sollte man meinen.
Tatsächlich hat aber ausnahmslos JEDER gefragt, ob die SS geplant war. Ich war soooo genervt. Ich frage mich immer noch wieso das alle dachten?!
Also ja, die Gesellschaft akzeptiert anscheinend nur Schwangerschaften ab 30.und ab Mitte 30 wird einem unterstellt man sei karrieregeil, wenn man noch keine Kinder hat🤷‍♀️ Ist auch nicht besser.

Außerdem wird jedes Thema diskutiert.
Stillen ja/nein
Fremdbetreuung vs. Min. 3 Jahre zuhause bleiben
Familienbett / eigenes Zimmer
Einzelkind / Geschwisterkinder

Ich denke es geht eher darum, dass ein vorgeformtes Bild von Familie in den Köpfen steckt. Und alles, was von dieser Vorstellung abweicht, wird ohne Scham angesprochen und öffentlich ausdiskutiert. Grauenvoll, ja. Aber es gibt schlimmeres.
Lass die Leute reden... 🤷‍♀️

7

Guten Morgen 👋

Also ich teile deine Erfahrung jetzt nicht wirklich.
Ich hab mit frisch 25 unsere Tochter bekommen und war sowohl in der Vorbereitung als auch später in der Krabbelgruppe umgeben von Frauen zwischen 30-40,Tendenz mehr 35+.
Also ja,der Trend geht mehr in Richtung 30/35 schätze ich.
Aber ich wurde zumindest nie anders behandelt nur weil ich ein paar Jahre jünger bin.
Hatte genauso wie die Anderen meine Ausbildung abgeschlossen und einige Jahre gearbeitet,war verheiratet und stand auf eigenen Beinen.
Unterstellt ich wäre nicht reif genug hat mir noch niemand.

LG

8

Hallo :)
Ja das ist meiner Meinung nach auch so, nur habe ich das Gefühl das es langsam wieder immer wie mehr junge Eltern gibt.
Ich war 24 mein Mann knapp 24 als unser Sohn vor 4 Monaten geboren wurde. Einige fragten ob es geplant gewesen sei jedoch nicht viele. Wir waren zum Zeitpunkt schon 5 Jahre verheiratet, deswegen war es nicht so unerwartet da wir mit allem schon so früh drann waren. Für uns passt es, ich finde es schön Jung Mama zu sein. Voher haben wir natürlich uns einpaar Sachen erfüllt die uns wichtig waren (Reisen, gespartes auf der Seite, genug Grosse Wohnung, Auto etc) das sind Sachen die uns wichtig waren, mir ist bewusst das es ohne all das genau so geht und das Kind sowie die Eltern glücklich sein können.
Jetzt haben wir auch keinen Stress was das Geschwisterchen angeht.
In meinem Freundeskreis sind noch 2 weitere Paare die auch eher früh Eltern geworden sind.
Ich wünsche deiner Tochter alles Gute 🍀

9

Ich bin mit 21 gleichzeitig wie meine 43-jährige Schwiegermutter schwanger😂

Ich treffe ja gerade nicht so viele Leute und mein direktes Umfeld ist sehr entspannt, was junge Mütter angeht. Die sind eher schockiert, dass meine Schwiegermutter noch mal schwanger ist und das auch noch geplant😱 Eine Kommilitonin hat mir auch mal erzählt, dass sie mit 26 in der Rückbildung bei ihrem Sohn die einzige u30 war und die anderen Erstgebärenden sich immer als überlegen dargestellt haben - als hätten sie nur wegen ihres Alters mehr Erfahrung🤔
Meine Schwiegermutter sagt, ü40 gibt es aber auch viel Getratsche, wie man das seinem Kind zumuten kann, so alte Eltern ...
So wirklich akzeptiert scheinen Kinder also nur zwischen 30 und 40 Jahren zu sein🤷‍♀‍

20

Das ist ja cool. Dann ist das Baby deiner Schwiegermutter direkt Onkel oder Tante von deinem Kind....das finde ich ganz toll.
Meine Tochter ist auch 21, ich denke, sie wird das wunderbar hinbekommen.

79

Ja.
Uns war nur wichtig, dass wir in einer gefestigten Ehe leben und finanziell klarkommen (gut, wir kriegen BAföG, aber das steht uns zu und von dem, was wir ohne Kind bekommen, könnten wir auch mit Kind leben) und dass wir beruflich eine klare Perspektive haben, obwohl wir noch im Studium sind. Wir wissen, wohin der Weg geht. Und wir wissen, dass wir ohne fremde Hilfe klarkommen können (wir haben eh keine Familie vor Ort).
Sonst hätten wir auch noch gewartet.

10

Ich habe mich mit 27 „entschieden“ Mutter zu werden. Mein erstes (und einziges) Kind bekam ich mit 39, auf diesen schrecklichen Kampf möchte ich gar nicht eingehen, aber ich bin bei Weitem nicht die Einzige, die diesen Kampf bereits in den 20ern startete. Du kannst mir wirklich glauben, dass die Kinderwunschkliniken nicht nur voll sind mit Ü35-Jährigen.
Die Lebensgewohnheiten sind anders, die Gesellschaft hat sich drastisch verändert und wo Frauen früher kaum eine richtige Wahl hatten, können sie heute auch frei wählen, eine gewünschte Karriere vorher zu machen. Meine Schwiegeroma wollte sehr gerne studieren, dies wurde ihr damals von der Familie verwehrt und sie „musste“ erst Kinder bekommen. Ich verstehe da eher das Gegenteil nicht. Warum gerät man unter Beschuss, weil man einen Wunschberuf ausübt und diesen vielleicht sogar sehr gerne macht, anstatt sich schon sehr früh aufs Kinderkriegen zu konzentrieren?
Und es ist immer sehr schwierig über andere zu urteilen. Mir wurde auch sehr oft gesagt, ich sollte doch endlich lieber mal Kinder bekommen, statt zu reisen und an meine Karriere zu denken. Dass ich bereits Jahre mit Kinderwunschbehandlungen verbracht hatte und mein Geld da reingeflossen ist und nicht in Urlaube, dass ich im Beruf weiterkommen musste, um meine weiteren Behandlungen finanzieren zu können, hab ich eben nicht erzählt, denn das ist meine eigene Geschichte, die niemanden etwas angeht.

Derjenige, der es eben anders gemacht hat, urteilt gerne. Ich habe niemals geurteilt, weil ich selbst in dieser Situation war. Kennt man das nicht, funktioniert es so wie gewünscht, denkt man nicht darüber nach, wie es bei anderen aussieht. Und wenn, dann sucht man eben das Haar in der Suppe; zu jung, zu unreif, zu alt, zu egoistisch, zu arm, usw. Ich gebe nichts auf die Meinung fremder Personen, sie kennen weder mich noch meine Geschichte.

Meine Großcousine wurde mit 15 Mama. Sie hat ihren Schulabschluss nachgeholt und eine Ausbildung abgeschlossen. Nicht bei jedem läuft das so, aber sie war organisiert und zielstrebig. Ihr Sohn ist ein wohlerzogener Mittzwanziger inzwischen und möchte selbst erst Karriere machen. Von der Familie wurde keiner von beiden je verurteilt, die Meinung anderer Menschen interessiert keinen.

74

Super Beitrag! Genauso ist es

11

Ich habe mit 23 das erste von dreien bekommen. Das war richtig, jetzt mit 60 kann ich mich um meine Enkel kümmern. Mit 70 oder älter ist das nicht so einfach. Gruß

78

Ich glaub, auch da kommt es auf die individuelle Fitness an. 😅