"Naive Vorstellung" vom Muttersein?

Hallo ihr Lieben,

zu aller erst: Unser Wunder kommt erst noch, es kann also durchaus sein das meine Vorstellungen tatsĂ€chlich naiv sind und ich euch hier in vier Monaten die Ohren zuheule 😂 Manchmal erschrecke ich allerdings wenn ich hier im Forum lese das Mamas nicht mal zum Duschen kommen, immer jemand mit zur Toilette geht und sie quasi so gar keine Zeit fĂŒr sich haben. NatĂŒrlich weiß ich, dass gerade die erste Zeit extrem fordernd und anstrengend wird, aber das man scheinbar nichtmal fĂŒnf Minuten fĂŒr sich selbst hat erschreckt mich dann doch. Ich freue mich unglaublich auf das Mutter sein, aber wĂŒrde schon auch noch gerne "Ich" bleiben - versteht jemand was ich meine?

Wie waren denn eure Vorstellungen und was lief ganz anders als gedacht?

Danke fĂŒr eure Erfahrungen â˜ș

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Hi,
hier bei Uriba gehen sehr viele, sehr naiv dran. Das kenne ich so im wahren Leben nicht.

Ich habe morgens geduscht, und das Baby lag satt und frisch gewickelt in der Wippe, mitten im Bad. Als er sehr frĂŒh, sehr schwer schwar, die alte Wippe hielt das nicht mehr aus, er war aber auch frĂŒh mobil, blieb er in seinem Bettchen. Es lief eine CD mit Kinderlieder, und bis das "Affen Kokosnuss" Lied kam, war ich wieder da, um die CD aus zu machen.

NatĂŒrlich braucht man keinen Geburtsvorbereitungskurs, aber so weltfremd wie manche Frauen in die Geburt gehen, und dann traumatisiert aus einem Kaiserschnitt rauskommen.........ein GVK hĂ€tte sie darauf vorbereitet.

Eine Nachsorgehebamme sieht auch, ob es der Mutter nicht gut geht, es geht nicht nur ums wiegen, es gut um die Nachsorge der Wunden, bei Mutter und Kind. RĂŒckbildung von GebĂ€rmutter, Milchstau.

Warum soll der Vater, Oma oder Opa, das schreiende Baby, satt und frisch gewickelt nicht herumtragen? Diese Familienangehörigen können auch SabSimplex auf dem Löffel geben, und ein KirschkernsÀckchen warm machen. Bei der Mutter weint es genauso, aber die Mutter könnte bei einem Spaziergang mal Kraft tanken, mal durch atmen.

Ich habe auch die ersten 4 Wochen abends fast stĂŒndlich gestillt, na und?
Das ist halt so, dafĂŒr hatte ich von 23 bis 6 oder 7 Uhr Ruhe.

Warum nicht einkaufen fahren, oder zu einer Feier? Ausprobieren. Man muß nicht im Saal stillen, wenn es einem unangenehm ist, da setzt man sich kurz ins Auto und fertig.

Viele schotten sich so ab, und denken sich die schlimmsten Szenarien aus. Ersatzklamotten fĂŒr Eltern und Kind, und genĂŒgend Windeln und ab die Post. Es tut gut. Tut es dem Kind nicht gut, Stoffwindel vor den Kinderwagen hĂ€ngen, in der Trage vor den Bauch binden, einer geht kurz ne Runde raus spazieren bis es schlĂ€ft, und weiter gehts.

Wir waren mit 14 Tage alten Baby auf der Hochzeit von meinem Cousin, mit 4 Wochen waren wir auf dem Feuerwehrfest. Alles kein Akt.

Und Baby mal abgeben, sei es Tante, Freundin, Cousine, ist kein "Fall fĂŒrs Jugendamt" oder sollte zum Kontaktabbruch fĂŒhren. Alle freuen sich mit einem, und wenn keiner unter Drogen steht und klar bei Verstand ist, sollte man sich drĂŒber freuen können.......DU hast es in der Regel, die anderen 23,5 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche.

Alles Gute

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Hi,
naja, es gibt ja immer solche und solche Kinder.
Ich bin die ersten Monate auch nie alleine aufs Klo gegangen und auch duschen nur wenn mein Mann hier war.
Junior ist Zoe fordernd gewesen, vorallem als Baby. Das ersten 7-8Monate. Dann wurd er mobil. Ich konnte ihn dann auch Mal ablegen, aber ohne ihn den Raum verlassen ging nicht. 😅

Mittlerweile ist er 15 Monate und in die KĂŒche kann ich nie alleine. Aber zwischendurch Mal aufs Klo geht. đŸ€Ł So habe ich mir das auch nicht vorgestellt. - meine Freundin hat ĂŒbrigens n ganz pflegeleichten Buben, den könnte sie immer ablegen, schlafend und zum spielen unterm Spielebogen. Ein richtiges AnfĂ€ngerbaby. Die kennt die Probleme gar nicht. đŸ€Ł

Aber, ich fand es trotzdem schön! Diese Babyzeit. Irgendwie war es so anstrengend mit so wenig Schlaf und die ersten 5monate habe ich wirklich auf der Couch gelebt und Junior auf mir. Aber es war auch so schön und magisch irgendwie. 😍
Wir sind nun am basteln fĂŒr das zweite Kind und ich wĂŒrde mir sehr wĂŒnschen, dass das Kind etwas einfacher wird. Aber sonst weiß ich, dass es so ganz extrem eben nur das erste Jahr ist. Dann wird's definitiv einfacher. 😊

Und wie gesagt, es sind nicht alle Kinder gleich. Ich denke, dass oft sich eben die Muttis in solchen Foren anmelden wo eben nicht alles so einfach ist.. 😅

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Es verĂ€ndert sich schon vieles und es ist sicher abhĂ€ngig davon, wieviel UnterstĂŒtzung man von außen hat und auch annehmen will. Ansonsten gibt es solche und solche Tage und es kommt immer drauf an, wie flexibel und multitaskingfĂ€hig man ist. Klar kann ich duschen wĂ€hrend das Kind auf dem Badeteppich liegt und man kann es nebenbei bespaßen. Gehen tut das schon alles, aber bei mir gab es auch immer wieder Punkte, wo ich es als sehr anstrengend empfunden habe und eigentlich lieber in Ruhe dies oder das gemacht hĂ€tte. Ich bin sehr organisiert/strukturiert was auf der einen Seite sehr hilfreich ist aber auch schnell in Frust umschlagen kann, wenn das Baby komplett andere PlĂ€ne hat đŸ€Ł Dann braucht es eine große Portion FlexibilitĂ€t!

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Ob das naiv ist, weiß ich nicht.

Es wird einem ja irgendwie so erzÀhlt oder man sieht es im Fernsehen:

Babys, die man ins Bett legt und die dann einschlafen.
Babys, die im Kinderwagen schlummern.
Babys, die immer zufrieden sind...

Ganz ehrlich, mich hat die erste Zeit mit Baby völlig ĂŒberfordert. Unser Kind war ein Tragebaby, d.h. ich musste ihn sogar mit aufs Klo nehmen. Die ersten 3 Monate konnte ich ihn nicht ablegen. Keine Sekunde. Selbst nachts schlief er auf uns. Duschen war nur möglich, wenn mein Mann zuhause war. Kinderwagen? Fehlkauf, auf jeden Fall in den ersten 3 Monaten. Meinen Freundinnen mit Babys ging es ganz Ă€hnlich, es gab nur eine aus dem GVK, die ihr Kind auch mal ablegen konnte.

Es wurde alles besser, alles leichter, alles schöner. Aber es war defintiv nicht wie in Hollywood.

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Ich bin seit gut 2,5 Jahren Mutter. Die ersten paar Monate kĂ€mpfte ich mit dem Kaiserschnitt, dem stĂ€ndigen Abpumpen und den durchwachten NĂ€chten. Als mein Sohn dann so ca. 6 Monate alt war, bin ich endlich im Muttersein angekommen. Heute, knapp 2 Jahre spĂ€ter, bin ich gefestigter und merke, dass jede Phase anstrengend ist auf ihre Art und Weise. Ich hatte aber immer Zeit fĂŒr mich und hab versucht das Baby weitestgehend in alles zu integrieren. Wir waren viel unterwegs, haben Babykurse gemacht, waren das erste Mal zu dritt im Urlaub...alles zum GlĂŒck noch vor Corona. Meine beste Freundin ist einige Monate vor Corona Mama geworden und ich möchte nicht mit ihr tauschen. Ich hatte definitiv das schönere erste Babyjahr.
Alles in allem ist es eine fordernde Zeit. Man hat mit sich und der Umstellung zu kĂ€mpfen. RĂŒckblickend hatte ich aber mehr Zeit fĂŒr mich als jetzt mit nem aktiven Kleinkind...
Ich konnte immer duschen, gammeln und mal weggehen. Allerdings habe ich auch einen Partner der sich zu 100% einbringt. Und eine Schwiegermutter, die ihn gerne nimmt und uns Freiraum ermöglicht. Aktuell weniger, da da noch ein anderer Enkel ist den sie betreut, aber wenn Not am Mann ist immer. Es ist anders als gedacht, aber viel schöner als erhofft :-)

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Hallo,

Ich denke, dass ich bedingt durch mein Studium durchaus realistische Vorstellungen von den BedĂŒrfnissen eines Babys hatte vorm ersten Kind.

Ob man mal Zeit hat fĂŒr sich, hĂ€ngt vom Kind und natĂŒrlich auch von der UnterstĂŒtzung des Umfelds ab.

Mein erstes Kind hat tĂ€glich stundenlang gebrĂŒllt und ich hatte massive Schmerzen beim Stillen. Dazu Babyblues extended Edition. Da waren die ersten Wochen wirklich hart. Mein Mann hat den Kleinen wann immer es ging in die Trage gepackt, so hanrn wir die Zeit dann rum bekommen. Dass wir einen Wasserschaden im Haus bekamen, wĂ€hrend ich im KH war, hat die Situation natĂŒrlich nicht einfacher gemacht.

Das zweite Kind war von Anfang an entspannter und hat viel weniger geschrien. Stillen klappte besser und von Babyblues keine Spur. Da konnte ich dann auch besser mit den Coronabedingt nicht abgeschlossenenen Renovierungsarbeiten im Wochenbett ganz gut leben ;-)

Das Baby einer Freundin ließ sich von Anfang an ohne Protest ablegen und schlief alleine in der Wippe ein. Max. 1x pro Nacht wach, ab 4 Monate durchgeschlafen. Sie war quasi nie ĂŒbermĂŒdet ;-)

Was ich aber hier zunehmend beobachte, ist hausgemachter Stress aufgrund falsch verstandener BedĂŒrfnisorientierung. Dann hat man mal einen halben Artikel dazu gelesen und befĂŒrchtet abschließend, dass die Bindung zerstört ist, weil das Baby wach wurde, wĂ€hrend man auf dem Klo saß und es deswegen 2min meckern musste. Das ist jetzt natĂŒrlich total ĂŒberspitzt dargestellt, aber ich denke, die Richtung wird klar.

LG

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Das hÀngt total vom Kind ab.

Plan war maximal 1 Jahr stillen und Kind soll recht schnell im eigenen Bettchen und Zimmer schlafen. Das Kinder Jahre lang im Elternbett schlafen, hielt ich fĂŒr ziemlich gluckig und ĂŒbertrieben.

TatsÀchlich war es so: Baby nimmt keinen Schnuller und kein FlÀschchen, lÀsst sich nur durch Stillen beruhigen und schlÀft somit neben mir im Bett, wacht 10 mal in der Nacht auf, lÀsst sich kaum ablegen und klettet an mir 24/7.

Abgestillt erst nach 1,5 Jahren, weil ich nicht mehr wollte.
Eine Nacht durchgeschlafen erst nach Abstillen. Bis dahin war ich ein Zombie, der nur funktionierte.

Aber es gibt genĂŒgend Gegenbeispiele mit Babys, die von Anfang an durchschlafen und auch schnell einschlafen.

Lass dich durch die Negativbeispiele nicht abschrecken.

Lg mcbess

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Erwartungen hatte ich keine großen, aber ich hatte definitiv nicht erwartet, die ersten 3 Monate an die Couch gefesselt zu sein.
ABER: das ist sehr abhÀngig vom Baby.
Mein Großer lebte die ersten 2-3 Monate auf mir, geschlafen wurde untertags grundsĂ€tzlich nur auf mir, jeder Versuch ihn schlafend abzulegen ging schief. Nach max 5 Minuten war er wieder wach. Dann Clusterphase, es gab kein richtiges Stillmuster... Kochen, Duschen, Einkaufen war fĂŒr mich tatsĂ€chlich eine Herausforderung. Man will ja das Baby nicht schreien lassen. Und absoluter Horror: Baby kriegt Hunger und brĂŒllt wie am Spieß wĂ€hrend ich bei Aldi in der Kassenschlange feststecke...Nee Danke. Dann lieber nicht einkaufen.
Es dauerte einfach seine Zeit bis ich Unsicherheiten abgelegt und mehr Selbstvertrauen entwickelt habe. Nach den ersten Monaten entwickelte sich eigentlich alles traumhaft. Stundenlang im Kiwa geschlafen, Restaurantbesuch gar kein Problem. Beikost und Abstillen liefen einwandfrei, Schnuller wurde irgendwann von selbst abgegeben...

Eine Freundin, die zeitgleich entbunden hat, jammerte wiederum, dass ihr so langweilig ist weil das Baby den ganzen Tag nur irgendwo liegt und schlÀft. Die kannte ein nicht-ablegbares Baby gar nicht.

Auch meinen kleinen Sohn konnte ich dann einfach wach (!) in den Stubenwagen legen und er schlief einfach ein. Von allein. Ich dachte, ich spinne. Der hat jetzt dafĂŒr definitiv mehr ‘Terrible Two’- Attitude als der Große jemals hatte.

Und auch die eigene Einstellung Ă€ndert sich. Man ‘scheißt’ sich beim zweiten Kind einfach weniger, der muss halt mal warten oder brĂŒllen weil der große Bruder einen ja auch braucht.

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Hallo,

Ich muss sagen in meinen realen Umfeld haben die MĂŒtter auch Zeit um in Ruhe zu duschen oder mal einen Kaffee/Wein mit ihren Freundinnen alleine zu trinken, denn die VĂ€ter machen einfach ohne Probleme mit.

Ich gehe seit der Geburt (Minimaus ist jetzt 23 Monate) alleine auf Toilette. Sie lag frĂŒher auf der Decke, jetzt spielt sie oder sitzt vor der geschlossenen BadezimmertĂŒre.

Ich bin ehrlich das erste Jahr war entspannter als ich dachte. Mein Mann und ich waren schnell ein eingespieltes Elternteam, welches sich die Aufgaben und Freiheiten teilte. Mein Mann war die ersten 8 Wochen zu Hause und dann nochmals die Monate 12 bis 14. Ansonsten ist er Vollzeit im Vollschichtdienst arbeiten gegangen, trotzdem ist er nachts aufgestanden u d ich durfte einen Tag die Woche ausschlafen, er den andren.

Die Zeit als sie anfing zu laufen und zu klettern waren sehr anstrengend bis sie endlich "nein" verstanden hat und wir sie nicht mehr tausend mal am Tag von den Möbeln holen mussten.

Auch die letzten 11 Monate waren so wie erwartet. Kind wurde mobil, die erste Trorzphase ist gerade rum. Es war oft anstrengen aber auch sehr schön und vorallem unglaublich toll und emotional.

Ich denke es ist einfach eine Frage der Einstellung und der AnsprĂŒche. Unsere Fokus hat sich verschoben, mir ist eine Wohnung wie geleckt nicht mehr wichtig. Sauber ja, aber es darf auch mal was rumliegen oder die KĂŒche kann mal eine Nacht warten.

Unsere Tochter kam von Geburt an ĂŒberall mit hin. (Familie, Freunde, Strasse-und Dortfest etc.) und hat alles gut mitgemacht. Heute bringen sie LĂ€rm und viele. Leute nicht aus der Ruhe. Sie kann sich alleine beschĂ€ftigen und klebt auf dem. Spielplatz nicht an Mama und Papa sondern lĂ€uft alleine rum.

Und vorallem sollten MĂŒtter die VĂ€ter einfach machen lassen ohne dauernd alles zu kritisieren und kommentieren. Damit lĂ€sst sich viel Stress und schlechte Stimmung vermeiden.

LG Morgain