Abschied & Hoffnung

Hallo die Damen,

ich schreibe Ihnen um vielleicht etwas loszuwerden oder einfach Luft zu holen. Und überhaupt bin ich mir unsicher, ob ich was schreiben soll. Ich bin zufällig hier vorbeigekommen, wenn´s mal wieder was zu Googeln gab.
Ich denke an ein Brief ohne Empfänger, verstehen Sie was ich meine? Ich will nicht sentimental wirken und vll. hab ich als Mann, in dieser Selektion des Forums, nichts verloren. Dennoch hab ich Sorgen, Fragen, Schmerz und Trauer.

Ich bin mittlerweile 33 Jahre alt und meine Frau 32. Seit gut 6 Jahre versuchen wir schwanger zu werden. Wir sind seit 17 Jahren zusammen. Kinder und Familie waren schon immer ein Bestandteil unserer gemeinsamen „Zukunftsgestaltung“

Am Anfang merkte man recht schnell, dass es nicht so einfach ist ein Leben zu schenken.
Ein Besuch beim Urologen brachte uns zur KiWu. Der gute Doktor war nicht gut auf die Qualität des Spermiums zu sprechen. Im KiWu Zentrum hatte man sofort andere Ansichten: Störungen des Hormonhaushalts meiner Frau. Das Spermium war „gut“, aufgrund der Anzahl und die damit verbundene Einordnung in die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Befruchtung…

Meine Frau musste über mehrere Monate hin Hormonspritzen und Eiersprünge auslösen. Danach folgten Inseminationen. Letzten Endes Spermieninjektion in Eizellen, etc. Alles Erfolglos.

Ab da haben wir uns entschieden, dass wir das Karussell erstmal anhalten. Und so vergingen Tage und Monate.

Eines Tages brachte mir meine Frau „Folandrol“ Pulver mit. Paar Monate später wurden wir auf natürlichem Wege schwanger. Ob das jetzt am Pulver lag, keine Ahnung. Ich trank es nicht unbedingt kontinuierlich, aber recht oft.

Das Gefühl schwanger zu sein. Ehrlich, sowas zu empfinden ist eine unendliche Glückseligkeit. Wir haben geheult.

Wir waren so Glücklich und dennoch haben wir leider, vor gut einem Jahr in der 16 SSW, eine stille Geburt. Unser Junge hatte zu wenig Fruchtwasser und dadurch multiple Fehlbildungen in unterschiedlichen Organen... und vor gut 2 Wochen hatten wir die zweite stille Geburt. 14 SSW.

Man bewegt sich wahrlich zwischen Leben und Tod. Verstehen Sie was ich meine? Man lernt sich erst kennen und im gleichen Zug nimmt man Abschied...

Hinzu kommen unsere Eltern, die trauern und leiden.
Freunde bekommen in Kettenreaktion Zuwachs. Man freut sich für die, ehrlich. Aber die Blicke, das Mitgefühl. Verkrampfte Zusammenkünfte. Als würden sie ein Plüschtier haben, aber es extra nicht so oft streicheln, damit wir nicht neidisch sind. All das ist auch zu bewältigen. All das gehört zum Schmerz. Das will man nicht.

Es geht weiter. Wir ersuchen nun eine humangenetische Beratung....
Haben Sie ähnliche Erfahrung gemacht oder vll. Empfehlungen?

Ich möchte hier allen Mut machen. Geben Sie bitte nicht auf!

Beste Grüße,
Mr.Fox

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hallo, euer leidensweg tut mir sehr leid. viele menschen hier im forum haben ähnliches erlebt, ihr seid nicht allein. hoffentlich könnt ihr euch gegenseitig kraft schenken und euch unterstützen. humangenetik ist eine gute idee, ansonsten kann man sich auch in verschiedenen kiwu kliniken beraten und untersuchen lassen. es gibt partnerimmunisierung, killerzellen, ICSI, IVF, ...

und wenn der weg nicht mehr der richtige ist, gibt es auch pflegekinder, die das eigene leben bereichern und deren leben man komplett verändern kann, falls ihr gerne auch mit kindern leben möchtet, die nicht genetisch verwandt sind.

alles liebe #klee

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Ersteinmal möchte ich Ihnen mein tiefstes Beileid aussprechen,dass Sie überhaupt als Paar so etwas Schreckliches durch machen mussten. Es stimmt, dass hier leider viele ihre eigene Geschichte mitbringen, auch wir, und auch ich habe dieses Forum schon zur Trauerbewältigung genutzt, daher weiß ich,
dass nicht, was irgend jemand zum Trost oder zur Ermutigung sagen kann, einem wirklich weiterhilft, aber es tut gut, sich das von der Seele zu schreiben und Verständnis zu finden. Sie sind hier nicht alleine und finden hoffentlich neben Verständnis auch hilfreiche Antworten.

Wie bereits gesagt, gibt es meist noch weitere mögliche Schritte zum eine Schwangerschaft wahrscheinlicher zu machen wie die Partnerimmunisierung oder sowas.

Leider ist es in so vielen so schwierig, wenn nicht sogar unmöglich den oder die Gründe zu finden. Manchmal hilft weiter forschen, manchmal endet die Diagnostik aber auch in einer Sackgasse.

Was wurde außer Spermiogrammen denn gemacht? Wurde schon die Blutgerinnung Ihrer Frau untersucht? Ist die Schilddrüse Ihrer Frau okay? Wurde bei Ihnen die Fragmebtation der Spermien untersucht (mwin Mann hatte zB eigentlich ein Spermiogramm das okay aussauh, okay gebug für Inseminationen, aber erst als auchvdie Normalform untersucht wurde, stelle man fest dass er quasi keine normalgeformten Spermien hat, den meisten die zweite Schutzhülle fehlt und daher die DNA vermutlich angegriffen wurde - jetzt gibts Vitamine auch für ihn und es wird das PICSI-Verfahren angewendet, das nochmal etwas besser die Spermien herausfiltert, die fpr die Injektion in die Eizelle gewählt werden, man kann auch eine Eizellaktivierung machen und und und... es gibt also noch vielfältoge Möglichkeiten die Chancen zu verbessern...
Meine Hebamme sagt immer: manchmal muss man das Stellrädchen einfaxh nur finden...

Natürlich kann man ahch eine Humangenetische Untersuchung in Erwägung ziehen, vor allem, wenn man herausfinden möchte, woran es gelegen haben könnte. Falls sie negatov ausfällt, ist man leider nicht weiter, hatte vielleicht leider einfach pech und muss weiter probieren und auf sein Glück vertrauen. Wenn doch was herauskommt, ist zumindest eine mögliche Ursache gefunden, aber eine Behandlungsmöglochkeit gäbe es nicht...

Was auch immer kommt: Ich wünsche Ihnen und Ihrer Frau alles Gute auf Ihrem Weg. Das allerwichtigste ist, dass Sie sich dabei nicht verlieren, also sowohl als Mensch, als auch als Paar. Das ost eine unglaublich schwierige Zeit und auch die Partnerschaft wird stark auf die Probe gestellt... Bitte halten Sie zusammen und durch!

Lieben Gruß und viel Glück

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Wartet erstmal, was der Genetiker sagt, es kann sein, dass einer oder beide Überträger von seltenen Genmutationen seit, das gibt es leider öfter und zwei mal Baby so gehen lassen zu müssen und Jahre üben zeigt leider genau diese Bild. Macht euch im Kopf mit anderen Möglichkeiten vertraut, Eizellenspende, Sperma Spende, Pflegekind, Adoption. Ich weiß, es ist schwer, aber die Anträge zu stellen wird nicht schaden und dann seit ihr auf der Liste. Auf ein gesundes Baby wartet man sehr sehr lange und wenn ihr bis dahin selber erfolg habt, könnt ihr euch ja runter nehmen lassen. Tut mir sehr leid, was ihr schon durchmachen müsstet, ich weiß nicht, wie viel Schmerz noch ein Mensch aushält, aber ich wäre nach zweiten stillen Geburt total zerbrochen. Familie ist mir auch unglaublich wichtig, aber dafür muss das Baby nicht zwingend meine Gene haben. Passe auf, dass euer Herz nicht an den Problemen zerbricht, sechs Jahre sind so so lange. Alles erdenkliche gute!

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Hallo,

vielen Dank für die netten und warme Worte. Es tut so gut zu jemanden zu sprechen, den man nicht kennt. Vor allem ist schreiben anders, als reden…

@ Lyralanya. Wir haben nicht nachgeforscht inwieweit gut die Qualität des Spermiums ist. Uns wurde gesagt, es sind sehr viele und auch gesunde dabei. Eine Befruchtung der Eizellen waren auch erfolgreich, Ich glaub es waren 13 von 17…., und auf dem natürlichen Wege klappte es schließlich auch.

Vor paar Tagen bin ich auf ein Artikel gestoßen, dass über die Qualität des Spermiums und die damit verbunden gesunde Entwicklung eines Embryos berichtet. Ich werde mich deshalb nochmal komplett untersuchen lassen.

Ich bin der Meinung meine Frau nimmt zusätzlich Tabletten für die Schilddrüsenfunktion. Ich bin mir nicht sicher. Auf jeden Fall aber für „Prolaktin“

Prolaktin hilft unteranderem gegen Zyklusstörungen, was übrigens nicht beim KiWu Zentrum festgestellt worden ist. Auch Ihre damalige Frauenärztin hatte es nicht in Betracht gezogen den Prolaktin Werte zu prüfen, obwohl Zyklusunregelmäßigkeit vorhanden war…

Erst durch eigene Initiative wurde das Medikament verschrieben. Folge regelmäßiger Zyklus.
Nach knapp einem Jahr wurden wir dann auch schwanger.

@ vanana, das mit dem Partnerimmunisierung höre ich zum ersten Mal. Laut Internet wird diese Methode angewendet um eine Befruchtung zu ermöglichen oder hilft es auch zur gesunden Entwicklung des Embryos? Das gehört auf jeden Fall zur der Frag-den-Arzt Liste. Vielen Dank!


@ Momtobe36, man denkt schon über ein Pflegekind & Adoption nach, vor allem in den letzten fünf Jahren dachte man daran, aber dann klappt ein Wunder, dass wir überhaupt schwanger werden KÖNNEN. Das hat uns so viel Wind in die Segel gepustet…

Rückwirkend, wenn wir schwanger waren, vergisst man automatisch Adoption oder andere Möglichkeiten. Und dann merkt man, ich spreche für mich, dass man eine Alternative ersucht hatte. Ich weiß nicht, wie ich das ausdrücken soll, aber es fühlt sich nicht so an, als wäre man bereit dazu. Davor ja und nach der Schwangerschaft nicht. Für uns sollte es keine „Alternative“ sein. Es sollte von Herzen kommen, als wäre es unser Kind auf das wir so lange gewartet haben.

Gruß