Kinderwunsch - psychologische Komponente: Was sind Eure Empfehlungen?

Liebe Community,

mein Mann und ich versuchen nun schon seit über 12 Monaten schwanger zu werden.

Zuletzt wurde bei mir ein Hormonstatus gemacht, der jedoch nur gezeigt hat, dass alles im grünen Bereich ist. Ich habe alle Zyklen mit Ovus + Tempi getrackt - sah alles gut aus.

Wir werden dann wohl bald den Schritt zum KiWu-Zentrum machen, aber mir schwirrt noch etwas anderes im Kopf:

Die psychologische Seite der ganzen Kinderwunschzeit.

Ich habe immer wieder von Euch gelesen, dass es mit der SSW erst dann klappte, als Ihr Euch in dem Zyklus richtig wohl gefühlt hat. Die Tipps lauten: entspannen, abschalten, sich am Leben erfreuen.

Wahrscheinlich weiß jeder, der ungewollt kinderlos ist, dass das so viel schwerer gesagt als getan ist.

Seit Beginn des Kinderwunsches war viel los, und ich kann mich an keinen Zyklus erinnern, der so richtig entspannt war. Hauptproblem war sicherlich die Corona-Pandemie, die mir ordentlich zugesetzt hat. Bei mir hat es letzten Winter dazu geführt, dass ich seitdem Schmerzen im Schambein habe. Da hierfür kein Arzt eine Ursache finden konnte, nehme ich an, dass diese psychosomatisch sind. Macht irgendwie auch total Sinn, dass sich mein Frust im Unterleib manifestiert. Ich gehe davon aus, dass ich im Unterleibsbereich stark verkrampfe. Und ich habe irgendwie die leise Ahnung, dass dies der Grund für das Ausbleiben einer Schwangerschaft sein könnte.
Das ist natürlich ein Teufelskreis.

Was wären Eure Tipps an mich? Was hat Euch geholfen aus dem Teufelskreis auszubrechen? Ein Buch? Ein Podcast? Wie habt ihr euch abgelenkt?

Ich kann ja sagen, was ich schon probiert habe:
- Urlaub --> im Urlaub viele Entspannungsübungen, Massagen, Yoga, Meditationen, Atemübungen gemacht und in der Summe hat es alles nur verschlimmert - sich Druck zu machen, sich zu entspannen war ziemlich kontraproduktiv.

Leider ist ja Reisen im Moment nicht entspannt möglich, wir haben auch schon fast alle Urlaubstage dieses Jahr aufgebraucht. Mein Job macht mir nicht immer so richtig Spaß, aber wenn bei mir sonst alles super laufen würde, wäre der Job sicherlich kein Problem. War er bis jetzt auch nicht.

Das Schlimme ist, dass alle Entspannung und Abschalten spätestens beim Einsetzen der Regel wieder einer riesigen Enttäuschung weichen, die bis zum nächsten ES kaum aufzulösen ist.

Ich wäre so dankbar, wenn jemand eine Idee hat, wie ich irgendwie aus dem Teufelskreis raus kommen kann!

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Ich schließe mich mal an. Wir sind auch seit einem Jahr erfolglos dabei aber sind auch schon in der KiWu-Klinik in Behandlung. Mir wird auch immer gesagt, dass wir alles locker angehen sollen und uns nicht unter Druck setzen lassen sollen. Aber das ist leichter gesagt als getan. Freunde sind schwanger oder haben schon ein Kind und ich kann ja schlecht zu allen den Kontakt abbrechen, nur um damit nicht konfrontiert zu werden 😅 Ist echt nicht so leicht. Wir sind auch letztens in die Türkei verreist und haben uns richtig entspannt aber selbst da kann man nicht 100% abschalten.. trotzdem beschäftigt dich das Thema ständig. Da hilft auch keine Meditation oder sonst was 🙈
Es gibt diesen einen Film mit Elias MBarek „was wir wollten“ der regt zum nachdenken an, dass man zur Not auch ohne Kind glücklich sein kann. Den fand ich sehr interessant.
Mir hilft auf jeden Fall ansonsten darüber zu reden auch wenn das ja für so viele ein Tabuthema ist. Und die Hoffnung nicht aufgeben ☺️🙏🏻🍀

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Ich meditiere und nutze Affirmationen seit paar Wochen und mir tut es wirklich gut.

Ob es eine Wirkung zeigt, wird man sehen - aber ich bin/fühle mich nicht mehr so verkrampft.

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Hast du Empfehlungen für ein bestimmtes Programm?

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Da gibt’s verschiedene Videos auf YouTube.

Ich sehe das ganz locker, wir machen schon so viel mit, da kann der Kopf mal abschalten. ☺️

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Ich persönlich halte davon garnichts. Hab in meiner Kinderwunschzeit aber auch irgendwie daran geglaubt.
Schwanger wurde ich erst in der Klinik mit Spritzen und Hormonen.
Bei vielen gibt es eine körperliche Ursache und die muss gefunden werden.

Bei einigen gibt es Ursachen, die den Kinderwunsch erschweren, aber nicht komplett dagegen sprechen. Hier braucht man einfach mehr Zeit, wenn man nicht in die Klinik geht.

Als Beispiel: Vor 6 Jahren war das Spermiogramm meines Mannes eine Katastrophe. Nach unserer erste Tochter hat es sich so verbessert ( wahrscheinlich veränderter Lebenswandel) dass ich danach zwei mal natürlich Schwanger geworden bin. Beide male habe ich aber dennoch auf den Zyklus geachtet und hatte nicht weniger Stress als vorher.

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Ich finde das eigentlich eine beruhigende Antwort.

Gibt's hier noch Mädels, die psychisch durch den Kinderwunsch stark gestresst waren und bei denen es nach langer Zeit trotzdem geklappt hat?

Ich habe mich zu dem Thema mal informiert und die Wissenschaft konnte keinen Zusammenhang zwischen psychischen Störungen und Kinderlosigkeit feststellen. Zum Beispiel auch nicht, wenn man sich bereits für Adoption entschieden hatte, also den Traum von Kinder haben schon erfüllt hatte, gab es keine positive Auswirkung auf die Fruchtbarkeit durch die entlastete Psyche.

In einem Artikel wurde sogar geschrieben, dass die Vorstellung der 'gestressten Frau' als Hemmung der Fruchtbarkeit auf Vorstellungen von 1920 zurück geht.

Trotzdem, nachdem ich am eigenen Leib festgestellt habe, dass die psyche Schmerzen im Unterleib durch Verkrampfung verursacht, kann ich mir zumindest sehr gut vorstellen, dass es nicht besonders förderlich ist. Ich würde mich auch noch nicht als Person mit psychischen Störungen identifizieren und sowas ist sicher schwer wissenschaftlich auswertbar.

Und ob die Psyche nun einen Einfluss hat oder nicht, ich wäre einfach froh, wenn es mir besser gänge.

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Hallo!
In deinem Text lese ich nur von dir. Habt ihr schon ein Spermiogramm machen lassen? Bevor du dich komplett verrückt machst mit dem Versuch dich zu entspannen, würde ich den offensichtlichen Anteil deines Mannes erstmal klären. Ist das Spermiogramm gut, kannst du dir immer noch Gedanken darüber machen ob du dich mehr entspannen solltest.
Ich glaube das nur bedingt dran. Denn Mal ganz rational gesehen: wenn du einen Eisprung hast, kannst du schwanger werden. Wenn der Stress also deinen Eisprung nicht verhindert wüsste ich nicht, auf welche magische Weise er sich sonst auswirken sollte. Und es werden Frauen überall auf der Welt unter gruseligen Bedingungen schwanger. In Kriegen, auf der Flucht, durch Gewalteinwirkung.... Offensichtlich muss man sich nicht wohl fühlen um schwanger zu werden.

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Hallo meine Liebe,
Mein Mann und ich haben für unser erstes Kind 17 übungszyklen gebraucht und hatten auch schon die Diagnose das ich auf natürlichen Weg nicht schwanger werden kann, da ich schon mit 28 Jahren in den Wechseljahren wäre.
Die Zeit war wirklich hart, aber ich wollte nicht aufgeben. Ich habe dann Akupunktur gemacht und hochdosierte Vitamine eingenommen. Klar versucht man sich zu entspannen und sich nicht reinzusteigern, aber ich habe trotzdem jeden Monat wieder auf den Es gewartet.
Letztendlich bin ich auf natürliche Weise schwanger geworden, obwohl ich nicht ganz abschalten konnte. Ich denke das die Akupunktur und die Vitamine geholfen haben, denn danach hat es nach 3 Monaten geklappt.
Lg

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Ich bin in vielen entspannten Zyklen nicht schwanger geworden. Auch als wir uns für Adoption entschieden hatten, hatte es keinen Effekt. Allerdings bin ich auch immer nur, wenn ich so gar nicht damit gerechnet habe schwanger geworden (eine FG in der 8. SSW und aktuell von anderem Partner in der 14. SSW). Ich denke aber das sich nicht verrückt machen ist eher wichtig für einem als das es förderlich ist, dass man schwanger wird. Wenn sich alles nur um den KiWu dreht ist es nicht gut für einem (und es leider auch oft sie Paarbeziehung darunter). Man muss dann aber auch nicht zwanghaft es mit Meditieren versuchen (mich macht das immer aggressiv...) Man kann sich auch andere schöne Dinge suchen: ein neues Hobby oder einfach Mal Sex haben, weil es Spaß macht und nicht weil da und da ein Bienchen gesetzt werden muss.
Für euch wäre der nächste Schritt aber erstmal ein Spermiogramm von deinem Mann. Nach einem Jahr kann er einfach zum Urologen und muss noch nicht in die KiWu-Klinik.

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Wir haben es 6 Jahre versucht, wir wollten dann im Frühjahr 2020 in die kiwu-Klinik gehen, das hat sich dann Januar 2020 geändert, da hielt ixh aufeinmal einen positiven test in der Hand.

Ich hatte mich in den 6 Jahren selbst so unterdrückt gesetzt und hatte nur den kinderwunsch im Kopf und warum es bei anderen allen klappt, nur bei uns nicht, es war doch alles ok mit uns.

Wir wollten normalerweise erst einen Hund, wenn das Kind da ist, ich habe dann aber gesagt ( bevor ixh positiven testete) Wir holen uns einen. Gesagt getan, im Oktober 2019 kam unsere Hündin ( als welpe), ich hatte mit ihr soviel um die Ohren, das der Kunderwunsch in den Hintergrund gerückt ist und ich nicht immer daran denken musste. Siehe da, 3 Monate später wurde ixh Schwanger.
Ich bin der Überzeugung, daß wenn wir unsere Hündin nicht geholt hätten, hätte es noch länger gedauert, man weiß es leider nicht. Aber das Unterbewusstsein spielt in meinen Augen auch eine sehr große Rolle beim Kinderwunsch.

Ohh jetzt ist der Text doch so lange geworden 😅

Ganz liebe Grüße
Vanessa mit Nora an der Hand💕

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Finde ich eine spannende Diskussion hier.
Wir sind aktuell im 10. ÜZ, mein Mann wollte schon viel früher beginnen und ich habe es wegen der Arbeit etwas hinten angestellt. Jetzt bereue ich es etwas, weil wir erst begonnen haben, als mein Wunsch dann doch sehr sehr groß war, somit war ich von Anfang an ziemlich „ungeduldig“. Ein Patentrezept gibt es sicherlich nicht, und ich habe auch wirklich viele downs und ich denke man kann nie ganz entspannen, wenn der Wunsch eben so groß ist. 2 sehr gute Freundinnen haben am Anfang unserer Kinderwunschzeit ihre Schwangerschaft verkündet und sind inzwischen Mütter von wunderbaren kleinen Krümeln. Mein größtes Ziel ist, nie missgünstig zu sein, ich freue mich einfach trotzdem so sehr für andere, auch wenn ich auf gewisse Weise neidisch bin 😇

Was mir zumindest etwas hilft - die Dinge besonders zu genießen, die man schwanger oder mit Kind nicht kann und - mir nicht zu verbieten traurig und enttäuscht zu sein, wenn die Periode eintrudelt! Einen Tag nehme ich mir, um mich schlecht zu fühlen und traurig zu sein - mit dem Wissen, dass ich danach wieder positiv denken möchte! Ich denke es hilft nicht, wenn man sich verbietet sich zu stressen, traurig zu sein oder sich bloß zu entspannen.
Mein weiteres, neues Ziel ist es, mich bewusst um mich zu kümmern (zb endlich wieder einen Ausgleich mit mehr Sport zu finden usw, ich weiß, wie gut mir das eigentlich tut, aber die Arbeit hält mich so oft davon ab) und ich möchte lernen, stolz auf meinen Körper zu sein und ihm zu vertrauen, dass ich endlich einen positiven Test in der Hand halten darf, wenn die richtige Zeit gekommen ist 🥰 ob das alles klappt und hilft - keine Ahnung!
Ich drücke dir die Daumen 🍀 du bist nicht alleine!

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Ich finde deine Denkweise sehr schön und wünsche euch baldigen Erfolg🍀♥️

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Liebe Sanny,
Man liest so viel von Frauen, die sagen: "erst als ich gar nicht mehr daran dachte, klappte es... "
Bei mir ist es jedoch auch leider so, dass ich nicht abschalten kann. Und selbst wenn es mal 1 Tag funktioniert, denke ich: "oh, bestimmt geht es mir jetzt wie den Frauen, die ss wurden, als sie gar nicht mehr damit rechneten! "😅 und vorbei ist es wieder mit der Entspanntheit. Ich glaube, dass manchmal weniger mehr ist. Versuche Entspannungen in deinen Alltag einzubauen, aber so dass es nicvt in Stress ausartet.

Ich wurde übrigens in einer Zeit ss, in der ich unter Panikattacken litt. Konnte kaum eine Nacht durchschlafen vor Nervosität. Immerhin war ich 2 Wochen ss, dann ist es abgegangen.
Jetzt geht es mir seelisch zum Glück wieder gut und ich werde nicht ss. 😔

Vielleicht gehst du mal zur Osteopathin oder zur Akupunktur, wenn du denkst, dass du verspannt oder blockiert bist. So etwas gibt es und ist vielleicht eine Idee für dich.

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Vielen Dank für die vielen lieben Beiträge. Es macht wirklich Mut, dass es vielen so geht wie uns.

Ich habe jetzt einen Termin im Kinderwunschzentrum Anfang Dezember vereinbart, davor wird mein Mann dort ein Spermiogramm machen lassen.

Bis dahin ist ja noch Zeit und wir werden weiter üben. Ich versuche mein Leben nicht mehr ausschließlich um den Kinderwunsch kreisen zu lassen. Mal sehen wie gut das klappt 😉.

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Ich "leide" an einem einseitigem Kinderwunsch... Ich kann mich am besten ablenken mit dem Podcast gusch, baby und Büchern z.B. von Andrea Weidlich.

Verstehe das sehr gut, dass es schwierig ist mit dem Druck. Genießt die Zeit ohne Kind. Versuch zu denken, dass es einfach passieren wird, wenn's passieren soll.

Es wird zu 1000% klappen, ganz sicher. Du musst nur ganz fest dran glauben 🍀🍀🍀