Depressionen nach Eileiterschwangerschaft

Hallo,

Vor zwei Wochen durfte ich endlich positiv testen. Am Montag stand die jährliche Krebsvorsorge bei meiner FA an. Ich habe ihr direkt erzählt, dass ich überfällig bin und positiv getestet habe.
Der Urintest in der Praxis war negativ und auf dem Ultraschall hat man nur eine gut aufgebaute Schleimhaut gesehen. Also war abwarten angesagt. Ich habe fleißig weiter getestet, auch der CB zeigte Schwanger an. Also rief ich den Montag darauf wieder bei meiner FA an und habe um einen Termin gebeten. Der sollte darauf den Montag stattfinden.

Dienstag morgen habe ich dann starke Schmerzen in der rechten Seite bekommen und kurz darauf leichte Blutungen. Ich bin direkt ins Krankenhaus gefahren.
Die Schmerzen wurden vor Ort immer schlimmer und auf dem Ultraschall war bis auf eine gut aufgebaute Schleimhaut nichts zu sehen. Dann schallte er den rechten Eierstock. Von da an ging es ganz schnell, ich bin auf Station gekommen und wurde für die OP vorbereitet. Knapp eine Stunde nachdem ich zum Krankenhaus gefahren war lag ich im OP. Gute 2 1/2 Stunden später bin ich dann wieder wach geworden.

Die Ärztin erklärte mir, dass sie den Eileiter entfernen musste, er war geplatzt. Und ich hatte unheimlich viel Glück.

Ich durfte am Mittwoch nach Hause, mit strenger Bettruhe.

Jetzt lieg ich hier und mir geht es so elend. Ich bin nur am weinen. Sobald irgendeine Werbung kommt mit Babys fließen wieder die Tränen. Sobald ich meinen Großen sehe, fang ich an zu weinen und meinem Partner kann ich nicht mehr in die Augen sehen.

Ich habe so ein schlechtes Gewissen ihm gegenüber, dass ich sein Kind verloren habe. Ich fühle mich so unvollständig, als wäre ich keine Frau mehr.
Meinem Großen gegenüber fühle ich mich schlecht, eigentlich sollte ich doch glücklich sein, dass ich ihn habe.
Aber ich bin so unfassbar traurig.

Legt sich das wieder oder sollte ich mir Gedanken darüber machen, dass ich Hilfe brauchen werde?


Sorry für den langen Text und liebe Grüße

1

Hallo JeKe,

oh man...was für eine Geschichte,die gesundheitlich aber dennoch Gott sei Dank gut ausgegangen ist🙏🙏🙏

Ich glaube,dass es einfach eine Weile dauert das alles zu verdauen.
Bei mir hat es damals nach einer geplanten Bauchspiegelung und einer nicht so guten Diagnose (linke Tube zu, rechte Tube gering durchlässig) Tage gedauert bis ich nicht mehr geweint habe.
Man möchte doch nur schwanger werden und ein Kind haben😥
Ich bin nach 13 Jahren jetzt im Juli das erste Mal schwanger gewesen,also scheint es mit einem gering durchlässigen Eileiter scheinbar schon zu klappen,aber es endete in einem MA.
Dennoch habe auch ich die Sorge, dass durch diese geringe Durchlässigkeit es zu einer ELSS kommen kann.

Ich verstehe total,dass du deprimiert bist,aber gib dir nicht die Schuld dafür oder hab kein schlechtesGewissen!!!!! Das passiert....leider 😔
Man stellt sich die Frage "Wieso ich?" aber gefühlt stellen sich hier 50% der Userinnen diese Frage.
Du bist definitiv nicht schuld und du hast deinem Mann auch nicht das Kind genommen. Bitte rede dir das bloß nicht ein und ich denke mal,dass dein Mann dir das auch nicht vorwirft🤗

Es klingt hart,aber du hast noch einen Eileiter und du bist gerettet worden🙏

Nimm dir Zeit und versuche es aufzuarbeiten.
Viele Frauen sind auch mit einem Eilleiter ohne Probleme schwanger geworden und ich gebe dir Brief und Siegel, dass du dein Glück bald erfahren darfst🤗

Ob dir meine Worte jetzt geholfen haben,kannst nur du beurteilen,aber ich weiß was es heißt unvollständig zu sein.

Fühl dich gedrückt!

2

Vielen lieben Dank für die liebe Worte.

3

Guten Abend,

Es tut mir leid, dass du das erleben musstest.
Das ist einfach kacke.

Nimm dir definitiv Zeit und zwar so viel du brauchst. Weine so oft du möchtest
Und irgendwann kommt der Tag an dem dein Kopf und dein Körper dir ein Zeichen geben aufzustehen.

Es ist ja auch noch nicht so lange her. Da darf man noch trauern.

Ich bin 2016 so schnell es ging in die Arbeit geflohen und es war das dümmste was ich machen konnte. Denn ich habe es bis heute nicht richtig verarbeitet was damals passiert ist.

Also. Ruh dich aus und gib Körper und Kopf Zeit.

Lieben Gruß
Sesa

4

Dein Verlust tut mir sehr leid! Ich hatte selbst in der 12. SSW eine Fehlgeburt, und das war sehr schlimm für mich! Dass hat mir komplett den Boden unter den Füßen weggezogen und ich bin in ein sehr schwarzes Loch gefallen! Dass ging ungefähr 1 oder 2 Wochen so. Ich habe in meinem Leben noch nie so viel geweint und mich so leer gefühlt. Ich hab mich ständig gefragt, wieso uns das passiert. Und ich habe wirklich getrauert. Ich war ständig krank, hatte zu nichts Lust und war einfach unglücklich. Aber trauern gehört dazu, und wenn du trauerst, dann verarbeitest du! Jeder geht mit Trauer anders um, einige können trauern, andere sehen da keinen Grund und andere können es einfach nicht. In meinem Umfeld hatte alle Verständnis... als ich aber darüber reden wollte, hatte kaum noch jemand Verständnis! Irgendwann muss ja mal gut sein... Das war es aber lange noch nicht! Mir ging es weiterhin schlecht... Meine Hebi hat mir so geholfen. Jede Mutter hat das Recht zu Trauern! Ich kann dir nur empfehlen, die Trauer zuzulassen. Irgendwann wird dir dann warm ums Herz, wenn du an dein erstes Baby denkst. Wann dass irgendwann sein wird, kann halt dauern! Ich wünsche dir alles Gute

5

Guten Morgen,
Dein Verlust tut mir sehr leid.
Im April/Mai hatte ich auch eine Eileiterschwangerschaft. Nach 2 Jahren hatte es endlich geklappt und dann das. Auch ich habe meinen rechten Eileiter eingebüßt. Mir ging es wie dir. Hab oft geweint, mir die Schuld gegeben und dann bin ich ja inzwischen auch 40 Jahre alt also so viel Zeit und große Chancen schwanger zu werden, habe ich nicht mehr. Für mich ist eine Welt zusammen gebrochen. Mein Partner dagegen war ruhig, der Fels in der Brandung und hat trotz allem die Hoffnung nicht aufgegeben. Lass deine Gefühle zu und irgendwann wird es besser. Es kommt in Wellen immer mal wieder. Seid ich aber im Freundeskreis auch offen damit umgehe, was mir passiert ist, beschäftigt es mich nicht mehr vor dem Einschlafen oder in ruhigen Momenten. Ich habe aber nur ausgewählten Personen davon erzählt. Meine Mama war diejenige,die jede Emotion erfahren hat. Mit ihr kann ich über alles reden. So eine Person ist wichtig.
Ich wünsche dir, dass du einen guten Weg findest, mit deinem Verlust umzugehen. Für jeden sieht der anders aus. Und wenn du dann soweit bist, dann kannst du deine Möglichkeiten für eine erneute Schwangerschaft mit deinem Frauenarzt besprechen.