Beste Freundin hatte Fehlgeburt

Hallo Zusammen,
Ich weiß nicht ob mein Beitrag in diese Rubrik passt, aber ich schreibs euch trotzdem.

Ich bin selber Mama von einer 5 Jährigen, seit 7 Jahren verheiratet.
Vor einem knappen halben Jahr hat mir meine beste Freundin erzählt, dass sie gerade eine Fehlgeburt hatte. Damals ssw 9.
Bei ihr läuft momentan alles aus den „Fugen“. Erst die Fehlgeburt, dann wurde die geplante Hochzeit auf unbestimmte Zeit verschoben, da ihr Verlobter arbeitsbedingt ins Ausland gegangen ist und eine Eheschließung finanziell nicht gut wäre, dann hat sie die Wohnung gekündigt bekommen (sie wohnt jetzt im Dachgeschloss ihrer Eltern da sie ein Haus bauen wollten, sobald ihr Freund wieder zurück ist) usw.

und nun hat ihre kleine Schwester geheiratet und ihr erzählt, dass sie schwanger sei. Meine Freundin ist fix und fertig und steigert sich da soo rein. Mir tut sie wahnsinnig leid aber sie hat seit knapp 5 Monaten kein anderes Thema. Hat mir vor kurzem auch schon gesagt, dass sie mich nicht besuchen kommen kann weil sie weinen muss wenn sie meine Tochter sieht (dabei ist sie ihre Patentante) und ich soll mir lieber einen Babysitter suchen und zu ihr kommen. Am liebsten so ca. 1x pro Woche.
Ich hatte lang Verständnis (habe ich noch immer) aber bin mir selber nicht sicher, was ich noch tun kann. Alleine schon meiner Tochter wegen.
Ich trau mich kaum noch was zu sagen, weil sie jedes Mal anfängt zu weinen wenn wir über Kinder, Familie, Hochzeiten oder Ehemänner sprechen. Sie weint auch, wenn jemand mit einem Kinderwagen vorbei geht oder irgendwo ein Storch hängt.

Ich bin die Einzige (neben ihrer Familie und ihrem Freund) die von der Fehlgeburt weiß.

Habt ihr einen Tipp wie ich mich verhalten soll?

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Puh, das klingt in der Tat sehr schwierig.
Erstmal finde ich es toll, dass Du hier nach Rat fragst und ihr helfen willst.
Ich hatte selbst 5 Fehlgeburten und ein langjährigen Kinderwunsch und es war auch sehr schwer für mich glückliche Familien zu besuchen und mit deren Kindern zu spielen. Zumal man dann eigentlich nie mit der Freundin richtig quatschen kann.
Bin aber eindeutig für einen Kompromiss: Du versuchst Dich an und zu allein mit ihr zu treffen und bietest ihr an dass sie wenn sie sich einsam fühlt jederzeit vorbeikommen kann. Deine Tochter kannst Du aber nicht weghexen und 1x die Woche ist viel.
Versuch für sie da zu sein und die Themen Hochzeit u d Familie ein bisschen zu vermeiden. Es gibt ja noch anderes worüber man sich unterhalten kann.
Hat sie vielleicht noch ein paar Single freundinnen?

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Also,
Erstmal, du bist eine gute Freundin, dass du so lange Rücksicht nimmst...
Ich selber habe etliche, etliche FG und dergleichen hinter mir, bin also ", betroffene"..
Ich muss ganz ehrlich sagen, sie soll sich einen Therapeuten suchen... Wenn aie nach 5 Monaten im Grunde im schlimmer reagiert - das ist nicht mehr normal.
Ich selber habe auch einen Therapeuten, weil ich einfach für mich sorgen wollte und wieder mehr freude empfinden wollte.
Allerdings hätte ich nie jemanden gebeten, mich nicht mehr mit Kind zu besuchen, das finde ich dann nicht mehr verständlich. Sie muss sich selber unbedingt auf andere sachen fokussieren. Ich hatte auch schon ein Tief nach einer Schwangerschaftsverkündung, aber das lasse ich andere nicht ausbaden. Ich gehe allerdings mittlerweile auch offen mit den FG um und verheimliche es nicht mehr. Dass macht einsam und nur wenn man drüber spricht, stellt man fest, das viele Frauen diese Erfahrung gesammelt haben, weshalb man sich austauschen kann und das hilft.

Also, wenn du kannst lege ihr eine Therapie nahe, oder das sie schaut, ob es eine Selbsthilfegruppe gibt.. so wird sie auf dauer unglücklich...

Viel Glück

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Ich habe heute erst wieder gelesen, dass jede 3. Frau mindestens eine FG hatte. Ich gehöre auch zu diesem Klub, in dem niemand Mitglied werden möchte. Das sie nach 5 Monaten noch nicht alles überwunden hat und auch das es schmerzt, kann ich völlig verstehen. Ich bin nach über 3 Jahren so langsam darüber hinweg, aber auch nur, weil ich wieder schwanger bin. Aber irgendwann muss man entweder zum Alltag übergehen oder sich Hilfe holen. Du musst ihr ja nicht nur über Kinder und Hochzeit reden, es gibt genug andere Themen. Und es ist bestimmt auch schön, wenn ihr euch ab und zu ohne Kind trefft, aber was sie fordert, ist für sie nicht gut. Ich habe auch irgendwann gelernt, dass es hilft drüber zu reden. Wenn man einmal anfängt, merkt man, dass man überhaupt nicht alleine ist.