Brauche Ermutigung ­čśĽ (Icsi & OAT Syndrom)

Hi ihr Lieben,

ich bin mittlerweile total niedergeschlagen. Wir (27 & 28 Jahre alt) sind im 10. ├ťbungszyklus und es will einfach nicht klappen. Bei meinem Mann hat man nun das OAT Syndrom festgestellt (d.h. er hat zu langsam und zu wenige Spermien). Bei mir steht Verdacht auf Endometriose im Raum, was aktuell noch weiter abgekl├Ąrt wird.

Am Montag hatten wir den ersten gemeinsamen Termin in der Kinderwunschklinik. Die Ärztin sagte, dass wir auf jeden Fall eine künstliche Befruchtung (icsi) machen sollten, da es sehr unwahrscheinlich ist, dass wir auf natürlichem Weg schwanger werden.


Ich bin so niedergeschlagen und traurig... vor allen Dingen habe ich einfach so Angst, dass es auch mit einer k├╝nstlichen Befruchtung vielleicht nicht klappt.

Habt ihr positive Erfahrungen die mich vielleicht etwas aufmuntern k├Ânnen? Ich kann gerade echt ein bisschen Hoffnung gebrauchen..

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Du brauchst Ermutigung? Da bin ich als Beispiel "perfekt" geeignet.
Zu unserer Geschichte: ich habe ├╝ber 2 Jahre lang versucht schwanger zu werden. Ich hatte ein Myom, da sagte mir mein FA, dass ich mich darauf einstellen sollte, dass es etwas l├Ąnger dauern k├Ânnte. Aber 2 Jahre? Also Vorstellung in der Kiwu Klinik. Und surprise, surprise: es lag gar nicht am Myom, sondern an meinem Mann. Ich wei├č also wie du dich f├╝hlst. Wir waren damit auch ICSI-Kandidaten. Aber ehrlich gesagt war ich auch erleichtert. Endlich hatten wir eine Diagnose und diese frustrierenden Versuche jeden Monat aufs neue waren erstmal erledigt. Wenn es am Mann liegt und die Frau keine riesigen Baustellen hat, sind die Erfolgsaussichten auch meistens besser. Vorsichtshalber wurde das Myom trotzdem entfernt, damit es in einer sp├Ąteren SS keine Probleme bereitet. Bei der BS wurde auch noch ein Endometrioseherd entdeckt und entfernt. Dann haben wir uns einige Zeit genommen um wirklich sicher zu sein, dass wir den Weg der k├╝nstlichen Befruchtung gehen wollen. Und was soll ich sagen: gleich bei der ersten ICSI ist meine Tochter entstanden. Dieses Gl├╝ck ist nat├╝rlich nicht jedem verg├Ânnt, aber meine ├ärztin war stets optimistisch und meinte, dass meine Chancen sehr gut stehen, weil ich "noch so jung" sei. Kam mir komisch vor, mit damals 34, aber wenn man sich andere Kiwu-Paare ansieht, dann ist da wohl was dran. Also der Faktor Alter schl├Ągt bei euch auf jeden Fall schon mal positiv zu Buche. Ich m├Âchte dir gar nicht mit Statistiken kommen, aber unter 30 sind die Chancen nat├╝rlich h├Âher als Mitte 30.
Unsere Tochter ist unser gro├čes Gl├╝ck und ich hatte eine unkomplizierte SS. Wir h├Ątten es uns nicht zu tr├Ąumen gewagt, aber wir werden noch ein Geschwisterchen versuchen. Meine ├ärztin meinte mit Augenzwinkern, dass sie mal "drei aus einem Wurf" (alles Geschwister, keine Mehrlinge) aus einem Erstversuch geschafft hat.
├ťbrigens: ICSI-Kinder sind genauso gesund, entwickeln sich genauso, sind genauso klug und wundervoll. Und sie werden von ihren Familien genauso geliebt. Unsere Familien wissen alle Bescheid und es gibt ├╝berhaupt keinen Unterschied zwischen meiner Tochter und den anderen Enkeln. Warum auch? Ich bin einfach nur froh und unheimlich dankbar, dass es diese medizinischen M├Âglichkeiten gibt. Unsere ├ärztin meinte, dass wir fr├╝her mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit kinderlos geblieben w├Ąren.
Wichtig ist, dass dein Partner und du euch einig seid, denn der Weg zum Wunschkind ist nicht immer einfach und deshalb m├╝sst ihr euch gegenseitig eine St├╝tze sein. Lasst das Gespr├Ąch in der Kiwu erstmal sacken und entscheidet dann in Ruhe gemeinsam, wenn deine Befunde da sind.
Ich w├╝nsche euch alles Gute. F├╝r uns hat sich alles gelohnt. Das w├╝nsche ich euch auch.

Bearbeitet von Wunderkind23
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Vielen Dank f├╝r deine Antwort!! Danke dass du dir Zeit genommen hast diesen langen Text zu schreiben, dass bedeutet mir wirklich viel und ist echt aufbauend.

Zum einen bin ich einfach entt├Ąuscht, dass es nicht nat├╝rlich klappen m├Âchte. Aber letztendlich z├Ąhlt ja auch einfach nur, dass man ein Kind in den Armen h├Ąlt - egal wie es entstanden ist. Daher bin ich total froh, dass es die M├Âglichkeit der k├╝nstlichen Befruchtung ├╝berhaupt gibt.
Trotzdem kommen dann Gedanken auf wie "Was ist wenn das auch nicht klappt?". K├╝nstliche Befruchtung war bisher f├╝r uns eher so "die letzte Chance". Falls das auch nicht klappt w├╝sste ich nicht was ich dann noch machen sollte...

Ich finde es interessant dass du schreibst, dass Kinder die durch k├╝nstliche Befruchtung entstanden sind, genauso gesund sind wie die auf nat├╝rlichem Weg. Das ist n├Ąmlich auch einer meiner Sorgen... Ich Frage mich, ob die Wahrscheinlichkeit bei einer k├╝nstlichen Befruchtung ein nicht gesundes Kind zu bekommen vielleicht h├Âher ist, als auf nat├╝rlichem Weg. Es muss ja einen Grund geben, wieso es nat├╝rlich bei uns nicht klappt. Ich hab Angst, dass das Kind vielleicht nicht gesund ist, wenn man sich "gegen die Natur stellt"? Tut mir Leid, dass soll nicht doof klingen, ich hoffe du verstehst irgendwie was ich meine. Kann auch sein, dass meine Sorge total unbegr├╝ndeten ist.

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Ich verstehe deine Gedanken absolut. Nat├╝rlich hat man Sorge, dass es vielleicht nicht klappt. Aber nach 4 Transfers sind 80%der Paare schwanger. Wie gesagt, lass alles mal sacken und wenn ihr euch bereit f├╝hlt, geht zuversichtlich in die erste ICSI. Um was w├Ąre wenn, kannst du dir immer noch Gedanken machen, wenn es beim ersten Mal nicht geklappt hat.

Das mit der Gesundheit der Kinder muss man differenziert betrachten:
Erstens wird bei einer ICSI ja ein spezielles Spermium ausgew├Ąhlt. Zwar nur nach dem Aussehen, aber das ist ja dann meist schon ein "potentes" Spermium.
Es ist schon richtig, dass die Fehlgeburtenrate bei k├╝nstlicher Befruchtung etwas h├Âher ist als bei nat├╝rlicher Empf├Ąngnis, aber das hat ja mehrere Gr├╝nde. Viele Frauen, die nat├╝rlich schwanger werden, wissen ja gar nichts von einer biochemischen Schwangerschaft oder einem fr├╝hen Abgang. Aber wenn du gesund bist, w├╝rde ich mir vorab deshalb nicht zu viele Gedanken machen. Diese Feten w├Ąren in der Regel ja auch nicht lebensf├Ąhig.
Wenn aber ein Kind zur Welt kommt, gibt es eigentlich keinen Unterschied.

Bearbeitet von Wunderkind23
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