Während Kinderwunsch erste Zeit mit Baby besprechen/planen

Hallo zusammen,

ich merke aktuell wie ich mich anfange ein wenig zu stressen... mit dem Kinderwunsch selbst, aber auch mit Gedanken über die erste Zeit danach.

Zunächst einmal ganz allgemein, unabhängig von meiner Situation, die Frage: sprecht ihr schon währen des Kinderwunsches, also noch VOR der Schwangerschaft über die Gestaltung danach? Wer Elternzeit nimmt, ob der Partner auch zumindest ein paar Wochen zu Hause bleibt, finanzielles etc.?

Nun konkret zu mir: ich habe eine körperliche chronische Erkrankung, die mich stark im Alltag einschränkt. Ich bin in meinen Aktivitäten zum Beispiel sehr eingeschränkt... mit Hilfe einer Psychologin konnte ich aber schon einiges erarbeiten, um eine Verschlechterung der Erkrankung und etwas mehr Lebensqualität zu erreichen. Zum Beispiel haben wir seit 5 Wochen eine Putzhilfe, weil ich das einfach nicht mehr kann. Ich arbeite zudem schon seit 1,5 Jahren in Teilzeit mit 33 Stunden in der Woche, zu Hause nimmt mir mein Freund einiges ab, was es draußen (haben Eigentum) zu tun gibt... ich erledige dafür den Rest drinnen (einkaufen, Blumen gießen, Müll rausbringen, waschen). Das klappt soweit ganz gut.

Nun zum eigentlichen: ich merke immer wieder, dass meine körperlichen Voraussetzungen für eine Schwangerschaft und Leben mit Baby/Kleinkind nicht ganz ideal sind, ich es mir aber zutraue... habe dies nun seit fast einem Jahr in der Therapie umfangreich beleuchtet. Soweit so gut... dennoch habe ich Tage, insbesondere dann, wenn ich mich viel hinlegen muss, Schmerzen habe, dass ich gleichzeitig auch Respekt vor der Aufgabe habe. In dem Zuge betont meine Psychologin immer wieder, dass ich ein starkes soziales Netz für solche Tage brauche. Sie weiß umfangreich um meine Situation und Erkrankung. Dafür hat sie die Empfehlung, dass es sinnvoll sein könnte, schon einiges jetzt, vorab abzuklären, da es schwierig wird, das erst zu tun, wenn ein Kind schon da ist. Dazu gehört zum einen, ein offenes Gespräch mit meiner Frauenärztin zu führen, welche Möglichkeiten ich über sie noch hätte. Mir stünde theoretisch eine Hilfe im Haushalt dann zu, habe auch eine Schwerbehinderung mit 50 % - ich tue mich aber unglaublich schwer "zu jammern" und Hilfe anzunehmen oder erst darum zu bitten. Das würde ich aber beim nächsten Termin dann vermutlich doch "vorsichtig" tun.

Nun zum zweiten/dritten Punkt: meine Eltern und die Eltern meines Freundes schon vorab ansprechen... sie müssten ja nicht konkret wissen, wie "scharf wir schon schießen", aber man könnte hypothetisch mal vorfühlen, was sie sich vorstellen könnten, in welchem Rahmen sie sich einbinden könnten... ich wollte das erst nicht, da ich dann das Gefühl haben könnte, noch mehr Druck zu empfinden á la "wann ist sie wohl endlich schwanger?"... für mein Gefühl einfach, denke ihr kennt das. Da die Eltern meines Freundes aber 600 m von uns entfernt wohnen und ich mich sehr gut mit meiner Schwiegermama in Spe verstehe, könnte ich mir ein Gespräch im Vertrauen vorstellen... ich mag sie total gern: sie ist herzliche, liebevoll, optimistisch, kann "die Dinge anpacken" und hat selbst vier wundervolle Kinder aufgezogen. Sie passt jetzt schon alle zwei Tage auf unser Nachbarkind auf und ist dabei Feuer und Flamme. Ich weiß, dass sie sich nichts sehnlicher als ein Enkelkind wünschen ... sie ist so schon alle zwei bis drei Tage bei uns, was manchmal schon etwas viel ist - aber es wäre dann eine große Hilfe. Ich könnte mir das vorstellen, dass sie tagsüber öfter da ist, vor allem, wenn es mir nicht so gut geht. Mich kostet das viel Mut, aber ich würde sie mal vorsichtig ansprechen... obwohl ich da eigentlich sicher bin, hält meine Psychologin das für sinnvoll, da es mich gerade etwas beruhigen könnte, Sicherheit geben.

Der eigentliche Punkt/meine Frage betrifft meinen Freund: ich hatte in der Therapie unter anderem auch angesprochen, dass ich u. a. etwas Angst wegen der Nächte habe. In Phasen, in denen meine Krankheit stärker ausgeprägt ist, wirken sich schon einzelne Nächte mit ETWAS weniger Schlaf stark negativ auf die Erkrankung aus. Und da ist immer mein Veto an Sie "Wie soll das werden? Das kann (und will!!) ich ja nicht umgehen und da hilft mir auch kein soziales Netz am Tage... da kommt dann zwangsläufig der Partner ins Spiel... Ich weiß, dass das alles nur Theorie ist und ganz viel vom Verlauf der SS, Geburt und auch oder vor allem dem Baby selbst abhängt... die können verschieden sein wie Tag und Nacht. Dessen bin ich mir bewusst. Nunja, ich habe meine Ängste und Sorgen nun einige male bei meinem Partner angesprochen. Er ist momentan total lieb und geht gut mit meiner Erkrankung um. Aber bei dem Thema wird es schwieriger. Es kommen dann direkt Sätze wie "Dass du dich auch immer so verrückt machen musst. Wir reden doch hier nicht über ungelegte Eier. Das sehen wir alles dann, wenn es soweit ist und das Kind da ist." Manchmal wird er richtig böse im Tonfall, weil es ihn scheinbar nervt. Das verunsichert mich dann noch mehr. Es fallen gleichzeitig aber auch Sätze "Wir kriegen das schon hin!!!! Wirklich!! Ich bin doch auch noch da und werde dir abnehmen was geht. Ich mache das schon." Das ist süß, aber ich habe einfach Angst, dass sich meine Erkrankung weiter verschlimmert - daher würde es mir mehr Sicherheit geben, je mehr ich das Gefühl habe, "sichere Strukturen/ein Auffangnetz" zu haben. Jetzt und nicht erst später.
Meine Psychologin wies mich dann noch darauf hin, dass es vielleicht eine gute Idee sein könnte, wenn wir von der Möglichkeit Gebrauch machen, dass wir in den ersten beiden Monaten nach der Geburt beide Elternzeit nehmen, also zwei Monate zusammen beim Kind sind. Eigentlich wusste ich da schon, dass er das nicht machen wird. Auf der einen Seite, ist er wirklich immer da, wenn ich ihn brauche und unterstützt mich - aber auf der anderen Seite ist er auch extrem aktiv und freiheitsliebend, was ich schon immer wusste und daher oft denke, dass ich deswegen jetzt nicht damit "um die Ecke kommen" kann. Auf der anderen Seite ist es auch sein Wunsch und sein Kind dann und die Erkrankung habe ich mir nicht ausgesucht. Ich bin ohnehin schon viel zu Hause und stecke viel im Leben zurück, ohne selbstmitleidig klingen zu wollen: da kommen dann schon Gedanken wie, dass das dann doch nicht zu viel verlangt sein kann. Ich habe ihn dann vorhin angesprochen und erzählt, dass das ja viele Väter so machen, nicht ewig lang, aber eben die ersten beiden Monate, weil die oft am anstrengendsten sind... wie zu erwarten: direkt Distanz, Blockade "Das werde ich sicher nicht machen. Dafür bin ich gar nicht der Typ. Ich würde durchdrehen zwei Monate hier nur zu Hause. Und was meinst du, wie verpönt das in unserer Firma ist und ich lass mich doch nicht von meinen Kumpels auslachen." Ich bin deswegen jetzt noch trauriger, weil ich denke: ich nehme das (GERN !!!) trotz Erkrankung in Kauf, du hast auch jetzt schon alle Freiheiten, bist zwei bis drei mal die Woche trinken und feiern - und das ist dann deine Antwort? Er sagte dann aber auch noch einmal, dass ihm klar ist und das auch sein sein wird, dass er dann deutlich weniger weggehen wird, hier sein wird... "ICH (ich liebe immer diese Betonung, kommt immer richtig schön für mich rüber) habe damit gar kein Problem. Ich maloche tagsüber durch und steh nachts alle zwei Stunden auf. ICH hab da gar kein Problem mit. ICH bin nicht arbeitsscheu...!"

Ich würde auch gern schon über das finanzielle sprechen, da wir Eigentum abbezahlen, aber auch hier kommt nur "Du machst dir schon wieder so viele Gedanken. Dass du immer so schwarz malen musst. Ich mache mir doch keine Gedanken über ungelegte Eier."

Ich bin traurig und auch verunsichert, weil ich grundsätzlich (!) nicht weiß, ob man schon im Kinderwunsch überhaupt über so etwas spricht und dann weiß ich auch nicht, wie weit meine Erkrankung sowas dann rechtfertigt... diese Gespräche. Wie würdet ihr das weiter handhaben? Mit der Elternzeit werde ich wohl nicht nochmal ansprechen... aber so viele Männer nehmen diese zwei Monate (mehr will ich nicht) - und gerade ich könnte das mega gut gebrauchen. Ich will das ja nicht aus Luxus, sondern weil ich es wirklich bräuchte.... und ich muss dann allein noch mehr auf mich nehmen, nur "weil der Herr sich da nicht sieht." Bin ich unfair? Wie sollte ich weiter vorgehen? Erstmal nichts mehr dazu sagen oder?

Bearbeitet von Sommersonne86
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Natürlich gehört das Ganze schon vor dem Absetzen der Verhütung und aktivem Kinderwunsch besprochen. Und das ganz unabhängig von euren zusätzlichen Baustellen, sondern das sollte ein MUSS für jedes Paar sein.

Aus meiner Sicht laufen Paare, die das nicht vorher genau besprechen und ausmachen, ins pure Verderben. Dann landet es schnell hier im Partnerschaftsforum unter "Mein Mann hilft mir nicht mit Kind" oder "Mein Mann teilt keine Kosten auf" und geht danach weiter ins Trennungsforum.

Es ist ganz wichtig VOR dem Kind zu wissen, ob das passen wird oder ob man lieber die Partnerwahl überdenken will wenn man gerne ein Kind bekommen möchte.

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Danke... es fühlt sich für mich aber immer so an, als würde ich übertreiben. So kommt es rüber. "Dass du dir immer so viele Gedanken machst. Das läuft schon. Immer diese Schwarzmalerei von dir." Das war schon beim Hauskauf so, wo er nichtmal ausrechnen wollte, was wir an Ausgaben haben und uns somit leisten können... ich habe das dann gemacht und strikt gesagt: Obergrenze ist das und weiter mache ich nicht mit! So war das dann... meine Aufstellung hat ihn gar nicht interessiert. JEDER hat mir damals schon gesagt, dass man sowas schon so beleuchtet, wenn einer mal ausfällt, warum auch immer und ich habe auch da schon angesprochen, dass es bei mir ja durchaus greifbarer und relevanter ist, gesundheitlich gesehen. Antwort "Du gehst mir so auf den Sack mit deiner Schwarzmalerei...!"

Er wird sich so wundern mit Baby... ich brauche ihn. Emotional einfach und ich will ernst genommen werden mit diesen Sorgen. Vorhin hat er mich dann zwar noch in den Arm genommen, aber ist zum nächsten Schützenfest gefahren.

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Natürlich haben wir vorher schon darüber gesprochen, wie es hinterher verlaufen könnte, allerdings nicht so, wie es bei dir anscheinend notwendig ist.

Ich kann da auch durchaus den Partner verstehen, dass er nich ständig über ungelegte Eier sprechen möchte.
Ihr müsst euch die gemeinsame Elternzeit aber natürlich auch leisten können.
Wie hast du es dir denn nach den ersten zwei Monaten (vorausgesetzt Ihr nehmt doch beide Elternzeit) vorgestellt? Die Nächste werden dann ja nicht wirklich leichter, sondern eher anstrengender.

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...dafür das soziale Netz, wenn der Partner eben nicht da ist, ich aber einen schlechten Tag habe. Seine Eltern und eben hin und wieder auch meine. Das ist das, was meine Psychologin mit mir ausgearbeitet hat... ich bin jetzt auch nicht bettlägerig - so muss man sich das auch nicht vorstellen...!

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Und die Familie soll dann Nachts kommen oder sollen die das Baby Nachts beaufsichtigen oder gibst du es dann tagsüber ab, damit du zur Ruhe kommst?

Wenn Ihr eure Familie so doll einspannen wollt/müsst, dann solltet Ihr ganz dringend mit denen darüber sprechen und das ist dann noch wichtiger als alles mit dem Partner zu regeln.

Bearbeitet von J-R.
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Was du da beschreibst klingt in Bezug auf mindestens das erste Jahr mit Baby wirklich schwierig.
Ich weiß nicht wie sehr du eingeschränkt bist, aber ich finde es in so einem Fall besonders wichtig, dass vorher wirklich für beide klar ist was ein Baby bedeutet. Nicht dass du dann am Ende alleine mit Baby da stehst, weil dein Mann sich alles anders vorgestellt hat. Wenn er aufgrund seiner Kumpels und seiner Firma schon nicht bereit ist Elternzeit zu nehmen, finde ich es umso wichtiger...
Die meisten Männer, die ich kenne nehmen die Elternzeit unglaublich gerne.

Würdest du dein Baby denn stillen wollen? Wenn ja wirst du ja nachts definitiv verfügbar sein müssen.
Und auch so empfand ich nicht nur die ersten 2 Monate als anstrengend, sondern das ganze 1. Jahr über immer wieder wirklich anstrengende Phasen und Schlafmangel werden beide Eltern haben.

Also ich würde da definitiv nochmal das Gespräch suchen.

Bearbeitet von Miri186
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...daher kommt auch immer wieder von mir die Initiative, das Gespräch zu suchen. Ich möchte ihm auch keine Angst machen, aber betone immer wieder deutlich, dass ihm bewusst sein muss, was ein Baby bedeutet. Aber was ist die Alternative? Auch das habe ich in der Therapie besprochen. Ich saß auch schon weinend da, weil dieser Wunsch mein Lebenstraum ist, ein absoluter Herzenswunsch. Ich aber das niemals aushalten könnte, zum einen dem Kind nicht gerecht werden zu können und zum anderen Angst vor Verschlechterung meiner Gesundheit. Ein "Nein" zum Kinderwunsch ist aber nach 1 Jahr Therapie auch ausgeschlossen für mich/uns.

Zum Thema Elternzeit bei ihm: wir wohnen mitten auf dem Land und mein Freund gehört leider zu den konservativen hier. Nicht ganz so glücklich mit Blick auf das Thema. In meinem Freundeskreis hatten auch alle Männer 1-2 Monate Elternzeit und waren stolz drauf... er könnte das aber für Typ Mensch schon nicht. Darüber habe ich auch schon oft mit ihm gesprochen. "Ich brauche dich dann hier - nicht nur zwei Abende die Woche sondern ständig!!!" Er ist dann sehr mitfühlend und sagt, wie sehr er sich freut, auch auf diese Verantwortung... aber es ist gedanklich schwer für mich, dass zusammenzukriegen, dass er dann plötzlich mehr zu Hause sein soll. Aber er sagt es mit einer Penetranz... wenn er die an den Tag gelegt hat, egal bei welchem Thema zuvor, hat er dieses Versprechen eigentlich immer gehalten.

Sillen habe ich auch mit meiner Psychologin besprochen - ja, schon... aber dann unter Nutzen-Risiko-Abwägung Kind und eigene Gesundheit.

Ich verlasse mich nicht darauf, aber statistisch gesehen geht es 80 % der Frauen die mit meiner Erkrankung schwanger werden, zumindest während der SS besser... aber das ist weniger relevant.

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Ich habe keine chronische Erkrankungen und eigentlich ein ganz zufriedenes, gut schlafendes bald einjähriges Kind. Und trotzdem ist es wirklich anstrengend. Ich kann überhaupt gar nicht nachvollziehen, dass dein Partner sich so gegen Elternzeit sträubt. Ich bin ehrlich, das wäre für mich ein absolutes ein no-go. Für mich liest es sich so, als wäre dein Partner eben noch nicht bereit für Kinder. Kinder zu haben bedeutet vor allem in den ersten Jahren Fremdbestimmung und viel zurückstecken, zumindest für mich und für uns als Paar. Unter anderen Voraussetzungen würde ich mir weniger Gedanken machen aber in deiner Situation würde ich persönlich genau überlegen ob die Lebensumstände passen. Ansonsten läuft man eben Gefahr, dass man alleine dasteht und das wäre wahrscheinlich mit deiner Krankheit fatal.

Alles Gute 🍀

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Ich werde das vielleicht doch noch einmal in Ruhe ansprechen. Aber er war sehr klar. Wie schon zuvor oben geantwortet, ist das hier (leider... ich kenne das aus der Großstadt auch anders) leider total üblich, dass der Mann "nur" zwei Wochen Urlaub nimmt... schon als wir beschlossen haben, zu versuchen ein Baby zu bekommen, war einer seiner ersten Sätze "Ich muss dann aber nicht zu Hause bleiben oder?" Da er lange keinen Kinderwunsch hatte (bis 12/23) bzw. für ihn das immer noch zu früh, sind wir da inzwischen echt weit... und auch deshalb habe ich dann nicht noch direkt mit "Forderungen" begonnen... im Moment ist es so, dass ER immer deutlich macht, wie sehr er das möchte... wir wissen eben beide, dass uns sonst auch die Zeit wegläuft. Ich bin 38, er 37.

und er sagte eben auch, dass er da durchdrehen würde, wenn er zwei Monate den ganzen Tag hier sein müsste, er kann das nicht. Ich frage mich oft, wie ehrlich er zu sich selbst ist.. er kann halt jetzt schon nur ab und zu Abende mit mir gemeinsam verbringen, sonntags abends und die anderen Abende ist er unterwegs oder wuselt irgendwo vor sich hin... manchmal fällt dann der Kommentar, wenn ich frage, warum er sich im Schlafzimmer versteckt, dass ich ja schon das Wohnzimmer in Beschlag nehmen würde.. Ähm ja, er könnte auch einfach dazu kommen... geht manchmal, aber dann auch oft nicht, zu eng... ich weiß manchmal nicht, ob ich ihn nicht besser kenne als er sich selbst!?

Bearbeitet von Sommersonne86
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Mit Kind(ern) wird man zwangsläufig sehr viel mehr Zeit als diese zwei Monate zuhause verbringen. Bei mir klingeln da halt die Alarmglocken, wenn er jetzt schon so deutlich sagt, dass er nicht zuhause bleiben möchte, würde ich ehrlich gesagt nicht auf eine plötzliche verändern hoffen. Das erste Babyjahr ist für viele viele Eltern eine große Herausforderung und Zerreißprobe für die Beziehung.

Ich kann verstehen, dass du einen großen Kinderwunsch hast. Die Frage ist halt, in wie weit kannst du das alleine stemmen und auch alleine wollen. Wenn für dich alleine wollen aber alleine nicht können aufgrund deiner Krankheit, dann würde ich ganz klar mit den Großeltern sprechen und das Netzwerk weitestgehend aufbauen. Für mich z.B. war klar, wenn Kinder, dann nur zusammen. Wir teilen Elternzeit, wir teilen Care-Arbeit.

Bearbeitet von Dahlie28
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Puh, also deine Frage ist ja, ob man das vorher bespricht, da würde ich sagen, ja. Wir haben es zumindest grob besprochen und dann erst genauer, als wir das Elterngeld beantragt haben, also da war das Baby dann schon unterwegs. Aber man muss ja zumindest wissen, was man sich finanziell leisten kann, vor allem, wenn man auch einen Kredit abbezahlt. Man kann es dann ja immer noch anders machen, wenn man merkt, es funktioniert nicht. Wir waren zum Beispiel beide mit unserer Aufteilung sehr unglücklich und nun fange ich überraschend wieder an Vollzeit zu arbeiten, während mein Mann sich mehr um den Kleinen kümmert. Das auszuarbeiten war aber sehr anstrengend. Wenn man vorher noch nie drüber gesprochen hat, stelle ich mir das extrem kräftezehrend vor.

Abgesehen davon finde ich paar Aussagen von deinem Freund auch schwierig in Bezug auf Babyplanung. Wenn mein Mann mir mit „Kumpels lachen mich aus“ in Bezug auf die Elternzeit gekommen wäre, hätte ich echt meine Partnerwahl hinterfragt. Und auch wenn ein Mann drei Mal die Woche feiern geht, weiß ich nicht, ob ihm klar ist, dass das so in der Form nicht mehr möglich ist, oder ob ihr darüber dann ständig streiten werdet.
Der Schlafmangel ist heftig. Die ersten drei Monate ging es voll, aber seitdem frage ich mich jeden Abend, wenn ich völlig fertig ins Bett gehe und weiß, die Nacht wird wieder wild, wie ich das eigentlich schaffe. Mein Mann und ich teilen die Nächte, und trotzdem ist es krass. Dein Freund scheint das zu unterschätzen. Und wenn solche Sachen nicht klar sind, kann es glaub ich grad im ersten Jahr sehr unschön werden.

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Tatsächlich hätte ich keinen Kinderwunsch mit meinem Partner gehabt, wenn ich nicht gewusst hätte das wir bezüglich Elternzeit, Erziehung und Aufteilung vom Haushalt ähnlich ticken.
Das muss für mich stimmen, sonst sind da keine Kinder drin.


Ebenfalls wichtig war mir, dass Wissen welches Sicherheitsnetz ich in meinem Umfeld haben werde.
So lange meine Eltern halbwegs fit sind, sind die Feuer und Flamme dafür Zeit mit ihren Enkelkindern zu verbringen und möchten da sogar aktiv eingebunden werden.
Auch die Schwiegereltern, wohnen 40 Minuten weit weg, wären immer in Notfall da. Und möchten im normalen Alltag auch eingebunden werden.

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Hi,
Ich finde deine Gedanken wirklich sehr reif und super richtig und vorallem wichtig!

Ich finde es super, dass du deine Situation so gut einschätzen kannst und dass du so viele Gedanken machst.

Was mir garnicht gefällt ist eure Beziehung zueinander. Ich kenne euch beide nicht, nur deine Erzählung, aber ich persönlich finde diese Umgang miteinander nicht schön. Wenn ich ganz ehrlich sein darf, wenn mein Freund mit mir so reden würde, hätte ich niemals ein Kind mit ihm gewagt. Weil dass er 3mal die Woche trinken geht und er am Anfang nichtmal für 2 Monate dir „Vollzeit“ helfen möchte, ist einfach nicht schön. Und diese Antworten, die er dir immer gibt - die würden mich total verletzen! Wir Frauen opfern schon so viel für ein Kind, da kann er auch wenigstens so viel auch dazu beitragen. Und so wie er es so sagt dass er es dann macht, klingt für mich so widersprüchlich.

Am Ende musst du es abwägen ob du es selber hinbekommst oder nicht. Ich kann dir sagen dass schon eine Schwangerschaft sehr anstrengend sein kann, dass du ggf. da schon wenig Schlaf bekommst. Da kann dir aber leider niemand helfen.
Aber so wie du schreibst und alles beschreibst, bin ich mir sicher dass du für Dich und für dein Kind die beste Entscheidung treffen wirst.

Alles Gute Euch!

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Ehrlich gesagt haben wir alles gemeinsam durch geplant. Daher haben wir auch erst nach 5 Jahren das richtige Go gesetzt fürs Baby machen.
Es war klar das folgende Dinge erledigt sein müssen ehe wir es versuchen:

- meine Psychopharmaka müssen geändert werden und müssen Belastungen standhalten
-3-4 Raumwohnung
- feste Jobs in denen wir zufrieden sind
- Rücklagen Haben
- bisschen zusammen gereist sein

Elternzeit war klar dass er die auch mit nimmt. Als erstes war er auch unsicher gewesen wegen der Arbeit, ob die das aushalten können ohne ihn ect. Deshalb haben wir uns auf Elterngeld plus geeinigt.
Im Nachhinein 🥴 wäre es besser gewesen, wenn er Vollzeit zu Hause geblieben wäre mit mir.
Ich hab gestillt und war einige Nächte so fertig, dass ich ihm morgens um 6 Uhr heulend geweckt habe und gesagt habe, dass ich zu wenig geschlafen habe bzw. Kaum und er mir die kleine nur zum stillen bringen soll.

Kurz nach uns ist ein paar schwanger geworden, die kaum oder gar nicht geplant haben. Sondern nach dem Tenor "das wird schon!"
Grundvoraussetzungen waren beschissen. Sie hatten Schulden, kein richtigen Wohnraum womit sie glücklich waren. Er noch mitten im Masterstudiengang und hoch verschuldet. Wohnten gerade mal seit 2 Monaten zusammen und waren seit einem Jahr ein paar. Wobei es ständig wegen Nichtigkeiten geknallt hat.
Kurz um: Baby wurde erfolgreich im ersten Üz gezeugt, Beziehung ist nun ein Scheiterhaufen, denn sie lässt den Papa 0 an den Sohn. Noch nicht Mal zum kuscheln und er schläft aus sehr seltsamen Gründen auf der Couch ... Seit nun fast 9 Wochen.


Ganz ehrlich...das mit deinem Partner wäre für mich viel zu wackelig. Das eine sagen und das andere tun. Nur weil ein Baby da ist wird es keine Wunderheilung oder Charakterveränderung zum guten ändern.
Ich kann verstehen dass du Kinder möchtest. Auch wenn es krass klingt sind wir nach dem Grundsatz gegangen. "Wir schulden den Kindern alles. Sie schulden uns nichts. Somit müssen wir vorher dafür sorgen, dass die Umstände die wir beeinflussen können so perfekt wie möglich sind, denn sie haben sich nicht dafür entschieden auf die Welt zu kommen, sondern wir haben das entschieden. Wir tragen die Verantwortung für alles. "

Tut mir leid, wenn ich zu direkt bin. Aber derzeit würde ich in deiner Situation solange verhüten bis ALLES in trockenen Tüchern ist. Und auch, dass Du es allein oder mit deinem abgesichertn sozialen Netzwerk schaffst. Aber dafür müssen realistische Aufgaben verteilt werden. Ggf. Ohne die SM und ohne Mann.

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Puh, es obliegt mir nicht, über eure Beziehung zu urteilen, aber wenn ich Deinen Post und vor allem auch deine Antworten auf andere Kommentare über das Verhalten deines Freundes lese, klingeln bei mir alle Alarmglocken.

Für mich liest sich eure Beziehung nicht auf Augenhöhe, nicht mit den gleichen Vorstellungen vom künftigen Familienleben. Auch, wenn ich lese, dass er abends in ein anderes Zimmer geht, weil das Wohnzimmer schon „von dir belegt“ ist, finde ich äußerst grenzwertig - ganz davon abgesehen, dass er viele Abende unterwegs ist.

Würdest du eure Beziehung als harmonisch beschreiben, als zukunftsfähig? Liebst du ihn? Steht er hinter dir und du hinter ihm? Glaubst du, dass eure Beziehung eine Herausforderung zusätzlich zu deiner Erkrankung aushält und übersteht?

Kinder kriegen bedeutet extreme Einschnitte in einer Beziehung, zurückstecken auf beiden Seiten und vielen Ebenen. Für mich klingt es nicht so, als würde dein Freund das erkennen und dafür bereit sein.
Genau das muss er aber, damit es in eurem besonderen Fall mit deiner Erkrankung funktionieren kann.

Ich möchte nichts schlechtreden, aber für mich liest es sich nicht so, als solltest du mit diesem Mann ein Kind in die Welt setzen.