Warum werden in Deutschland immer weniger Kinder geboren? Eure Meinung

    • (1) 20.12.12 - 13:07

      Hallo ihr Lieben,

      im Moment war es wieder in den Nachrichten: aufgrund der mangelnden Unvereinbarkeit von Kindern und Beruf, sowie mangelnder Wertschätzung berufstätiger Frauen haben viele keine Lust mehr auf Kinder.

      Aber liegt es wirklich nur an diesem Grund oder spielen auch andere Faktoren eine Rolle?

      Ich habe nämlich den Eindruck, dass Elternschaft insgesamt in Deutschland keine hohe Wertschätzung erfährt. Eher habe ich das Gefühl, mich seit der Geburt meiner Tochter auf dem sozialen Abstieg zu befinden. Da Elternschaft in Deutschland (anders als z.B. in Großbritannien) gesellschaftlich nicht besonders hoch angesehen wird, haben junge Leute in den 20ern und 30ern keine Lust mehr auf Kinder, denke ich mir. Materielle Dinge sind einfach wichtiger geworden- daran sind nicht nur die Menschen schuld, sondern auch die äußerlichen Faktoren. Es gibt nur noch wenige Jobs, die wirklich sicher sind.

      Zudem machen sich gerade Frauen ja doch immer noch sehr abhängig von den Männern, wenn sie Mutter werden. Denn leider ändert sich nichts an der Situation, dass sie immer noch in Berufen arbeiten, in denen sie wesentlich weniger verdienen, als der Mann. So ist dieser Haupternährer der Familie. Betroffen machte mich erst gestern wieder, als ich in der Zeitung las, dass Alleinerziehende die ärmste, arbeitende Bevölkerungsschicht ausmacht. Dabei sollten doch gerade diese Menschen unter dem besonderen Schutz unserer Gesellschaft stehen.
      Meiner Meinung nach hakt es nicht nur an den Betreuungsplätzen, sondern einfach auch an der mentalen Einstellung zur Elternschaft, insbesondere der Mutter, die ja in der größten Bevölkerungsschicht (mittlerer Angestellten und Arbeiterinnen) immer noch eine besondere Schutzbedürftigkeit hat (auch wenn dies viele starke Frauen vielleicht nicht hören wollen).

      Eure Meinungen und Erfahrungen würden mich interessieren.

      • Früher waren Kinder vor allem eine Absicherung fürs Alter oder den Fall, dass man frühzeitig zum Pflegefall wird. Dies entfällt durch die Einführung verschiedenster Versicherungen etc.

        Denke, es liegt zum Großteil daran?!

        (3) 21.12.12 - 00:08

        Hi,

        Ich hab vor einiger Zeit über Freunde ein kinderloses Ehepaar kennengelernt, die beide auf die 50 zugingen. Beide hatten Motorräder, einen schicken Sportwagen, eigenes Haus und Katzen. Dann hab ich erfahren, dass wenn sie in Urlaub fahren, die Schwiegereltern kommen um auf die Katzen aufzupassen. In dieser Familie gibt es auch noch einen Bruder mit 3 Kindern, komischerwesie fahren doe Eltern dort nicht hin um auf die Kinder aufzupassen, wenn die Eltern mal sich was gönnen wollen. Aber wahrscheinlich hättend die mit den 3 Kindern eh kein Geld für Kreuzfahrten und "weit weit weg Urlaube".

        Ich denke daher, dass die Kinderlosigkeit eine Folge der Individualisierung ist.

        Einfacher ausgedrückt uns geht es zu gut.

        Kinder machen Stress, stören das Leben, bringen Unruhe in Partnerschaften, man muss sich mit ihnen befassen, sonst wachsen die Probleme mit ihnen. Man kann nicht mehr ausgedehnten Hobbys nachgehen, oder wenn Doch gibt das wieder Probleme entweder mit dem Partner oder mit dem Kind.

        Viele wollen sich das nicht antun.

        (4) 30.12.12 - 02:29

        Ich seh das so: Das Leben mit Kindern ist anstrengend und teuer, aber man würde das aus Liebe zu den Kindern schon durchhalten.

        Das Schlimmste aber sind meiner Meinung nach nicht die Männer, die die Frauen unterdrücken, sondern die Frauen, die andere Frauen wie den letzten Dreck behandeln, egal wie sie es machen.

        Man kann ja verschiedene Meinungen haben und klar gibt es auch moralische Grenzen, z. B. dass man seine Kinder nicht verprügeln sollte, sollte mittlerweile auch jeder als richtig ansehen.

        Aber ansonsten sind heute ja so viele Konstellationen möglich und jedes Kind ist auch ja auch anders, selbst bei Geschwisterkindern. Und trotzdem gibt es immer noch Leute, die behaupten: Also bei meinen Kindern war das so und deshalb gilt das jetzt für alle Kinder. Es gibt nur diesen einen Weg und alles andere wird nicht akzeptiert. :-[

        Ich erinnere mich z. B. daran, dass nach 6 Monaten + 1 Tag Stillzeit superviele Leute ankamen und mich gefragt haben, ob ich abgestillt habe und wann ich denn vorhabe das zu tun. Und ich habe das nie verstanden, weil es eine sehr persönliche Frage ist, aber es ging auch viel um "Wann kannst du wieder Alkohol trinken, wann kommt ihr wieder auf die Partys?" Und ich habe dann immer wieder gesagt:"Ich habe im Moment noch nicht vor abzustillen..." Und dachte, das ist doch muss doch als Antwort reichen. Aber dann kamen die unverschämten Fragen:"Warum nicht?" Und die schlimmste Steigerung war für mich dann diese Belehrungen, die dann von den Leuten ungefragt nachkommen "Dein Kind wird aber nicht mehr richtig satt, bekommt Eisenmangel... usw." Was motiviert die ganzen Leute, einem da reinzuquatschen? Es betrifft sie doch überhaupt nicht. Ich hatte so das Gefühl, wenn man abstillt, erwarten die Leute, dass man wieder ganz die Alte wird, wie in der Zeit vor der Schwangerschaft. Und das Ende dann teilweise damit, dass man weiterstillt, aber die Freundschaft zu den Akten legt, weil man von seinen angeblichen "Freunden" so unter Druck gesetzt wird.

        Und das ist ja nur der Auftakt... das geht durch jede Entwicklungsphase so weiter und ich jetzt bei der Schule angekommen. Es ist kein bisschen besser geworden. Mich labern die Leute jetzt schon mit den weiterführenden Schulen vor, was ich alles machen soll, damit meine Tochter auch wirklich aufs Gymnasium kommt. #augen

        Wenn man sich einfach mal vorstellt, wenn man diese ganze überschüssige Energie nutzen würde, um daraus konstruktiv etwas zu machen, was dann in dieser Gesellschaft möglich wäre. Aber es scheint vielen einfach zu reichen, denn anderen akribisch nachzuweisen, was sie alles falsch machen und sie aber am Ende ohne Lösung im Regen stehen zu lassen.

        Ich merke das jeden Tag in der Schule und im Kindergarten, dass so viele Mütter und Väter nur darüber meckern, was ihnen alles nicht passt. Aber wenn es um den Elternabend geht, tauchen sie gar nicht erst auf oder kriegen die Zähne nicht auseinander. Da fragt man sich doch auch: Ist es ihnen nun wichtig oder suchten sie nur einen Aufhänger, um ihren Frust loszuwerden?

        Also, ich denke: Wer am besten verdrängen kann und seine Lebenssituation vor sich selber und anderen am besten verkaufen kann, hat vordergründig erstmal gewonnen.

        Aber das Schlimme ist, dass es bei den eigenen Kindern nicht funktioniert. Die Kinder spüren das, wenn ws nicht stimmig ist und sie leiden darunter. Viele sogenannte "starke Powerfrauen" haben sehr verzweifelte, verunsicherte, traurige und einsame Kinder. Und es würde sie wahrscheinlich am meisten überrraschen, wenn man es ihnen sagt. Denn diese Frauen können oft mit ihren eigenen Schwächen und auch mit den Schwächen der Kinder nicht umgehen, weil es in ihnen Angst auslöst. Wenn du stark wirken willst, darfst du dich nicht in Frage stellen. Aber paradoxerweise ist man erst richtig stark, wenn man seine Schwächen kennt und mit ihnen umgehen kann. Nur so bleibt das Herz und das Ohr offen für die schwachen Momente der Kinder.

      • (5) 03.09.13 - 10:23

        Viele Paare versuchen es erfolglos. So wie wir leider. Ich glaube es sind auch finanzielle Gründe. Ein Gehalt reicht oft nicht mehr. Und die hohe Scheidungsrate ist auch nicht zu verachten. Ich kenne viele Frauen, die Angst davor haben, als alleinerziehende Mütter zum Sozialfall zu werden.

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