Meine Eltern, ...Vater dreht durch!

    • (1) 03.08.11 - 22:36

      Hallo zusammen,

      ich bin gerade total fertig. Es ist echt wie im Film:

      Es geht um meine Eltern. Mein Vater ist Alkoholiker. Ganz schlimm. Jahrelang hat er meine Mutter schlecht behandelt und sie hat immerwieder gehofft, das es wieder besser wird. Gedankt hat er nie was. Nur dumme Sprüche und Beschimpfungen. Dann hat meine Mutter trotzdem das alte Haus komplett neu ausbauen lassen, ihr ganzes Geld investiert und wir haben immer gesagt: lass es besser. Dann hat sie SEINE Muttter gepflegt und sich gekümmert, weil er es nicht auf die Reieh gekriegt hat. Bis die Mutter gestorben ist.

      Dann kamen allmählich die Situationen, wo es echt beängstigend wurde, nachts hat mein Vater meine Mutter geweckt und bedroht, dass man schon Angst haben musste, es könnt nochmal was passieren.... dann ist sie endlich ausgezogen (aus ihrem schönen neuen Haus, weil es einfach nicht mehr ging). Das war wohl laut Gesetz ein Fehler. Wer einmal auszieht, hat auch kein Recht, einfach so sich Sachen zu holen. Aber wenn man um sein Leben fürchten muss? Nun lebt sie derzeit bei ihrer eigenen Mutter, die im Übrigen an Alzheimer erkrankt ist und das langsam immer schlimmer wird.

      Und nun das: Meine Mutter hat sich bislang immer um die Versicherungen und alles gekümmert, weil mein Vater zu sowas gar nicht in der Lage ist. Sie hatte immer KOntakt zu dieser gewissen Versicherung (ich sag den Namen besser nicht oder?) Nun ist mein Vater zu dem Versicherungsfuzzi hin und hat ihm sein Leid geklagt. Der hat dann erst mal geschaut, was alles da ist und gemeint: "Mensch, hier du hast ne Unfallversicherung. die kannst kündigen" (Im Normalfall würde man das gar nicht tun, da macht man Miese und bei einer neuen Versicherung zahlt man mehr Beiträge).
      Mein Vater hat dann also diese Unfallversicherung (die meine MUtter vor Jahren für beide abgeschlossen hat und auch immer brav gezahlt hat) gekündigt und bekommt an die EUR 11.000 Euro ausgezahlt, weil sie es damals auf seinen Namen abgeschlossen hat.
      Dann hat der Versicherungsheini meinen Vater dazu gebracht, sein Konto zu kündigen (wo meine Mutter noch Vollmacht draufhatte) und ein neues Konto bei der Versicherung abzuschließen. So hat der Versicherungsfuzzi nun immer Einblick. Total krass.
      Meine Mutter wollte dann mit dem Vers.fuzzi reden und ist noch mit meinem Bruder hin - als Zeugen. Sie haben dann zu ihm gesagt, dass mein Vater ein Alkoholproblem hat und es einfach nicht mehr ging, meine Mutter aber erst mal nur zu ihrer Mutter sei, um sie zu pflegen, ohne weiteres zu planen. Er möge bitte positiv auf meinen Vater einwirken und nicht die Sache noch verschlimmern. Der Typ gab sich einsichtig und hinterher hat er meinem Vater erzählt, beide hätten total gelästert und mein Bruder sei besonders schlimm gewesen. DAnn hat sich mein Vater von meinem Bruder losgesagt (von mir schon viel eher, weil ich bin überhaupt Schuld, dass meine Mutter sich getrennt hat).

      Meine Mutter hat nix gemacht. Wir haben alle gesagt, lass dir das nicht gefallen und melde das der Hauptversicherung.

      Nun ist mein Vater ganz schlimm im Krankenhaus auf der Intensivstation, bekommt seit Tagen Bluttransfussionen und blutet innerlich (wg. Alkohol) und ist auf hartem Entzug. Es muss wohl so schlimm sein, dass er haluziniert und alle beschimpft, wackelnde Wände sieht und Vögel, die nicht da sind. Er musste nachts festgebunden werden.

      Meine Mutter kümmert sich derweil mal wieder um alles und geht auch ins Haus. Da war ein Kontoauszug seiner "NEUEN" Bank, wonach er 2.500 Euro an die EHEFRAU des Versicherungsfuzzi überweist mit der Bemerkung "Darlehensrückzahlung". Meine Mutter ist völlig von den Socken und wollte die Frau erreichen. Die gibt das Telefon an ihren Mann weiter und der verbietet meiner Mutter jeglichen Kontakt. Es ginge sie alles nix an, und mein Vater sei der Arme. Er hätte gar kein Alkoholproblem und sie sei die Böse.

      Was kann meine MUtter tun? Kontovollmacht hat sie nicht. Ärztliche Schweigepflicht besteht ja wohl auch bei Ehepartnern.

      Anscheinend versucht nun mein Vater, sein Bargeld in Sicherheit zu bringen, aber ob er es je wiedersieht, frage ich mich? Auf was für nen Tripp ist dieser Versicherungsheini?

      Was meint ihr? Ist das nicht wie im schlechten Film?

      Ganz schön langer Text, aber ich hoffe, ich bekomme Meinungen. Ich weiß nicht, wie ich helfen kann.

      Trauriger Gruß

      • (2) 03.08.11 - 22:50

        Moin,

        ich würde die Versicherung (Hauptstelle, wie auch immer) anschreiben und den Sachverhalt schildern. Das grenzt ja an Betrug. Anwalt einschalten? Vielleicht ist es möglich, den Vater unter Betreuung zu stellen? Die KH haben für solche Zwecke die sozialen Anlaufstellen, gerade wenn geschlossene psychiatrische Abteilungen dort sind.

        LG

        • (3) 03.08.11 - 22:54

          Meine Mutter hat am Freitag einen Termin beim Anwalt. Ich bin nur so irre, dass ich einfach schon mal was in Erfahrung bringen will und seit Stunden im Netz surfe. Ich denke auch, das ist fast Betrug. Aber dieser Versicherungsheini wird doch nicht einfach so so einen Scheiß begehen? der hat sich sicher alles genau überlegt.

          Und unter Betreuung stellen? kann man meinen Vater einfach so als nicht geistig normal einstufen? das ist halt auch meine Frage auch wg. des Kontos usw. .... ich kann das alles nicht fassen....

          und meine Mutter macht echt schon immer genug durch und dann noch immer eines drauf :-(

      (4) 03.08.11 - 23:44

      ich wünsche dir einen guten Abend,
      ich glaube in Deutschland heißt diese Meldestelle Bafin die sitzen in Bonn, wo ich ursprünglich herkomme.
      Dort würde ich anrufen. und den Sachverhalt klären.
      Alles liebe und viel glück Steffi

      • (5) 04.08.11 - 07:47

        Die Bafin ist für sowas nicht zuständig. Wenn hier Betrug vermutet wird, erstmal zur Polizei gehen.

        Daß der Vater ggf. unter Betreuung gestellt wird, halte ich auch für eine gute Idee. Der Betreuer kann dann ggf. auch Geschäfte rückgängig machen. Aber das muß ein Gericht entscheiden. Also erstmal den Termin mit dem Anwalt abwarten.

        Liebe Grüße von Swety

    (6) 04.08.11 - 08:31

    ich frag mich nur, wenn er in 2 Wochen den harten Entzug hinter sich hat und sich selbst entlässt, kann man ihn doch nicht einfach unter Betreuung stellen oder? Soweit kommt er ja wohl noch klar, und ich denke nicht, dass das alles so einfach ist....

    Ich hab die ganze Nacht nicht geschlafen und bin alles mögliche durchgegangen... dazu bin ich noch hochschwanger, ich bin echt am Ende. So ein Dilemma!!!!

    :-(

    • (7) 04.08.11 - 08:58

      Versuch mal, ein bißchen runterzukommen. Ob man ihn unter Betreuung stellen kann oder nicht, können wir hier nicht entscheiden. Vielleicht ist Dein Vater nach dem Entzug ja auch einsichtiger, als Ihr es erwartet. Warte den Termin mit dem Anwalt ab. Und laß Deine Mutter ihre Sachen allein regeln. Sie wird das bestimmt schaffen.

      Liebe Grüße von Swety

Also erstmal, bin ich ja total geschockt!!!

Sowas hab ich echt noch nie gehört und es ist wirklich krass, was du da mitmachen musst. Das tut mir wirklich leid für dich!

Ich würd sagen auch sagen, sucht euch nen Anwalt und fragt ihn, was er euch empfehlen kann, was ihr tun könnt.

Und was das mit der Betreuung angeht, das ist nicht so einfach, muss ich dir leider sagen... die KK und das Gericht etc. müssen sich erstmal davon überzeugen, dass er wirklich nicht in der Lage ist, sich um sich selber zu kümmern.

Ich hoffe aber, dass alles so funktioniert, dass ihr wieder durchatmen könnt... ist ja schrecklich sowas!

(9) 04.08.11 - 09:06

Ich pack das schon. Hier gehts mir eher um meine Mutter!!! Seit Jahren nun dieser Sch.... ich steiger mich da natürlich krass rein, aber am Ende tut sie mir leid. Sie ist einfach zu gutmütig.

Und klar müssen wir den Termin abwarten. Aber der ist erst MorGEN!! ich möchte heut schon so viel wissen und helfen.

Naja, ich frag mich einfach, was das alles für ein Sinn hat und warum das immer ihr passiert....

Man sagt doch immer, jeder bekommt seine gerechte Strafe. Ich frag mich einfach, warum sie immerzu bestraft wird, obwohl sie so ein fantastischer Mensch ist!! Es will mir einfach nicht in den Kopf, womit einige Leute so durchkommen und man als "lieber Bürger" so behandelt wird und am Ende die A-Karte hat.

  • (10) 04.08.11 - 09:26

    Nein, es bekommt nicht jeder seine gerechte Strafe. Ok, wenn man Christ ist, mag man daran glauben, daß Sünder im Himmel bestraft werden. Wenn man aber nicht religiös ist, muß man einfach hinnehmen, daß manche Menschen ein größeres Päckchen zu tragen haben als andere. Einen Sinn muß man nicht dahinter suchen. Das ist eben so.

    Und wie man als lieber Bürger behandelt wird, hat doch nichts damit zu tun, wie Dein Vater sich verhält. Und noch was: Daß Deine Mutter von ihm so fertiggemacht wird, hat auch viel damit zu tun, daß sie es zuläßt. Vielleicht wäre es besser, wenn sie sich von ihm trennen würde und einen Neuanfang macht. Das wird sie vermutlich nicht können, aber dann kannst Du auch nichts machen. Dann muß sie das aushalten. Wer nichts ändert, für den ist es möglicherweise noch nicht schlimm genug.

    • (11) 04.08.11 - 09:38

      Also Christ bin ich ansich nicht, aber wenns um sowas geht, da fragt man sich schon manchmal....seufz.

      Jaja, Trennung ist eine Sache! da hängt halt viel dran. Sie verdient mehr, es ist ein Haus im Spiel, nach einer Scheidung müsste sie an ihn an die EUR 500 Unterhalt zahlen #schwitz deswegen schiebt sie das auf.

      Aber du hast recht, wir haben schon ewig zu ihr gesagt, sie soll sich trennen, aber sie hat immer gehofft und gehofft. Deswegen hat sie das trotzdem alles nicht verdient.

      Naja egal, wir werden sehen, wie es weitergeht.

Verdient hat sie sowas ganz sicher nicht, aber eine Teilschuld muß man ihr schon anlasten. soll kein vorwurf sein aber wieso ging sie erst jetzt? Die Probleme bestanden schon Jahre. Sicherlich sie blieb aus Gutmütigkeit, aber das hilft ihr grundsätzlich nicht weiter. Also hätte sie eher gehen müssen. Selbst schuld wenn sie das nicht tat. Wenn sie Haus renovieren läßt und ihr Geld verplempert in dem Wissen das sie Probleme mit einem Alki hat, selbst schuld. Das kann man ihr zu Recht anlasten. Wegen dem Versicherungsfutzi, zeig ihn an wegen Betrug und wende dich auch an die Versicherungskammer. Versucht den Betrag von 2500 Euro wegen der Ehefrau des Fuzzis still zu legen was geht. Vielleicht ist ein Teil noch zu retten.
Ela

(13) 04.08.11 - 21:27

Hallo!
Ganz wichtig ist, daß du einen gesetzlichen Vormund für deinen Vater beantragst: Sprich: er nicht mehr zurechnungsfähig ist. Dieser prüft dann, wie lange der Zustand schon anhält. Wenn du Zeugen hast (Nachbarn,Verkäufer,...)umsobesser.
Ab dem tag der Unzurechnungsfähigkeit gelten alle Unterschriften und Transaktionen als ungültig: Alles muss rückgängig gemacht werden.
Falls das Geld nicht mehr da ist, haftet die Versicherung, da sie einem unzurechnungsfähigen Menschen ausgezahlt hat.
Wir hatten das Problem mit unserer Oma und einer Erbschleicherin. Die hat sich eine Vollmacht von Omi geholt(als die schon nicht mehr wusste, was sie tat) und hat ihr Konto geplündert.......
Jetzt muss sie alles zurückzahlen.#schmoll
Der einzige Wehmutstropfen: Dein Vater wird sehr warscheinlich bis an sein Lebensende einen gesetzlichen Vormund haben(Kommt man fast nicht mehr raus)Aber ist vielleicht auch besser so.
Deine Mutter muss deinen Vater wegen häuslicher Gewalt(androhung) anzeigen. Wenn geht mit Zeugen ausserhalb der Familie. Dann ändert sich-glaube ich- das Gesetz, wegen des Auszuges. Es war kein Auszug sondern eine Fluch wegen Furcht um das eigen Leben.
Sie sol zum SKF gehen. Die haben Rechtsexpertinnen und helfen auch bei den behördlichen Wegen. Oder das Frauenhaus kennt sich auch sehr gut mit so Sachen aus.
Ganz viel Erfolg und Kopf hoch

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