Beziehungs-Pause? Chance oder Aus für die Ehe?

    • (1) 23.09.11 - 15:08

      Ich muss mir das jetzt einfach mal von der Seele schreiben, da ich sonst mit niemandem darüber reden kann müsst ihr jetzt dran glauben...

      Ich bin 31 Jahre alt, seit fast 5 Jahren verheiratet und habe zwei Kinder im Kindergartenalter. Mit meinem Mann verstehe ich mich leider garnicht mehr. Er ist mittlerweile ein totaler Misanthrop, findet alles nur noch schlecht, sagt sein Leben sei vorbei - schließlich haben wir ja jetzt Kinder:-( noch dazu schreit er die Kinder sehr oft an, ist (verbal) aggressiv und zu mir alles andere als nett...
      ich gehe jetzt zum ersten mal seitdem die Kinder auf der Welt sind wieder arbeiten, kriege mein Leben und meinen Alltag wieder in den Griff, versuche wieder ICH zu sein. Wir driften in verschiedene Richtungen, wo ich versuche vorwärts zu kommen, bleibt er einfach stehen.

      Jetzt habe ich diesen Sommer einen anderen Mann kennengelernt, 9 Jahre jünger als ich, das totale Gegenteil von meinem Mann, als ich in seinem Alter war, hätte er mich noch nichteinmal interessiert. Und trotzdem - ich habe mich Hals über Kopf in ihn verliebt. Warum, weiß ich nicht... wie gesagt, er ist viel jünger, ein Party-Mensch, lebenslustig, aufgeschlossen und unglaublich nett zu mir. Wahrscheinlich ist es das. Er behandelt mich als Frau, nicht als Mami, Waschmaschine, Köchin etc. Es läuft nichts zwischen uns, außer dass wir miteinander flirten und ich auf Grund der Tatsache, dass ich ihn sehen will, öfter ausgehe, was mir zugegebenermaßen sehr gut tut - ich fange an mich wieder zu mögen, mich wieder als Frau zu fühlen...
      Ich weiß, dass diese Sache keine Zukunft hätte, wäre, wenn dann nur eine Affäre von kurzer Dauer - er ist einfach zu jung um in diese Rolle zu passen. Aber ich krieg ihn einfach nicht mehr aus meinem Kopf. Er ist morgens mein erster und abends der letzte Gedanke.
      Nun habe ich Anfang dieser Woche mit meinem Mann gesprochen, habe ihm gesagt, wie die Situation bei mir ist - und er hat mir seine Situation erklärt. Wir denken beide, dass unsere Beziehung nicht gut läuft, er sagt auch, er ist am liebsten nicht zu Hause um nicht mit mir reden zu müssen... Ich habe ihm gesagt, dass es da jemanden gibt, der mich scheinbar interessant findet, dass die Art wie ich von ihm (und auch von anderen) behandelt werde, der Grund für mich war, unsere Ehe in Zweifel zu ziehen. Wir haben uns auf eine Art "neutrale" Basis geeinigt. Eine Trennung würde uns beiden schon allein finanziell das Genick brechen und keiner von uns möchte in die Augen der Kinder sehen, während dem Satz "Mama/Papa wohnt jetzt nicht mehr hier". So haben wir uns also entschieden eine Art Pause einzulegen - wollen uns 2-3wöchentlich miteinander verabreden, ausgehen, um uns wieder neu kennen zu lernen und vielleicht etwas zu retten...
      Eigentlich hat mich diese Entscheidung erleichtert, jetzt fängt er aber an, mich zu fragen, ob sich schon was geändert hat (nach 3 Tagen!), was ich jetzt für ihn fühle etc. ich will darüber aber momentan nicht reden, dachte eigentlich die Pause beinhaltet, dass man eben über solche Dinge momentan nicht nachdenken muss, sondern einfach abwartet, schaut was die Zeit bringt... Ich kann doch meine Gefühle nicht kontrollieren, selbst wenn ich es wollte.
      Ich habe zudem das Gefühl, dass er sich jetzt nur wieder für mich interessiert, weil da ein anderer ist, der ihm "die Beute wegnehmen könnte"

      Handele ich meinem Mann gegenüber fair? Gebe ich dieser Sache überhaupt eine Chance? Hat jemand von euch evtl. eine ähnliche Situation erlebt und kann mir Erfahrungsberichte geben?
      Ist solch eine Pause tatsächlich eine Chance oder eher das aufgeschobene Aus für eine Ehe? oder ist eine Ehe schon gescheitert, wenn man einmal so weit ist und sich in einen anderen Mann verliebt hat?

      • Kann nur aus eigener Erfahrung schreiben....... Unsere Ehepause (mit Auszug meines Mannes) hat eine Wiederannäherung gebracht, die aber nicht auf Dauer ausgereicht hat. Letztes Jahr habe ich mich von meinem Mann getrennt, da ich mit den Erinnerungen an diese Zeit nicht mehr zurecht kam und ich mich nur noch als Köchin/Putzfrau/ Haushälterin usw. gefühlt habe. Mein Mann fiel zuerst aus allen Wolken, ich nehme an, da ich ihm sein bequemes durchorganisiertes Leben, in dem er sich um nichts zu kümmern brauchte weggenommen habe. Relativ schnell hat er dann aber auch zugegeben, dass es der richtige Weg für uns war. Wenn Du schon soweit bist, dass Du Interesse an einem anderen Mann hast, sehe ich die Chancen für Eure Ehe eher schlecht. Im nachhinein gesehen denke ich, dass damals gleich eine Trennung für uns besser und ehrlicher gewesen wäre...

        Hallo,

        bei uns hat es etwas gebracht. Wir haben drei Kinder und waren in so einen Alltagstrott hineingeraten. Ich habe viel gearbeitet, musste da (als Frau) eben 120% geben und den Rest meiner Energie habe ich aufgewendet, eine gute Mutter zu sein. Selbst gemerkt habe ich das in der Situation nicht.

        Er fühlte sich vernachlässigt, eh down (hat einen 400€ Job und fühlte, dass er nicht mithalten kann), vernachlässigte seine Pflichten im Haushalt, dadurch kam ich noch mehr in Stress und hab es auch nicht eingesehen, dass ich nach einen 10 Stunden Tag alles regle, während er nichts macht.

        Da hat er in der Arbeit jemand kennengelernt, die ihn supertoll fand - er bekam die Bestätigung, sie war wohl sehr einsam und träumte von Zusammenziehen, etc. An der Stelle kam ich dahinter, es war wohl noch nichts wirklich passiert, außer dem großen Kopfkino. Ich war total verletzt und er zog eine Weile aus.

        Für die Kinder war es die Hölle, weil er die Hauptbezugsperson war. Er kam dann jeden Tag. Für mich war der Alltag kaum machbar. Wir waren dann einige Monate getrennt und sind dann gemeinsam in Urlaub gefahren. Es ist nun schon anders als früher und ich habe das Gefühl, wir können es packen. Wäre er da geblieben, wäre es steil bergab gegangen (viel Streit, etc.).

        Bei mir gab es auch einen Kollegen, der mir eine Liebeserklärung machte, so geschmeichelt man ist, wenn man an seiner Beziehung arbeitet, geht das aber nur, wenn man keine Nebenbaustelle aufmacht.

        Dir alles Gute!
        Scotland

        Hey,

        ich bin mit meinem Freund seit 2004 zusammen. Im Januar 2011 habe ich mich getrennt gehabt weil mir was gefehlt hat und weil es nur noch Zoff gab. Ab April 2011 hat er dann eine eigne Wohnung gehabt. Nach und Nach haben wir uns wieder angenähert und nun klappt es auch wieder.

        Trennung auf Zeit wäre vll erstmal eine Lösung!

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