woher die Kraft nehmen?

    • (1) 07.01.12 - 22:59

      Hallo

      Ich habe mal wieder meinen Durchhänger.

      Ich habe das Gefühl ich muss immer alle und alles tragen.
      Ja, ich habe Hilfe und eigentlich geht es mir auch gut, aber....

      Ich habe das Gefühl, dass ich schon mein ganzes Leben lang die anderen trage.

      Meine Mutter hatte während meiner Pubertät z.T. schwere Depressionen. Dann habe ich tolle Kinder, aber einer kam und kommt mit seiner Hochbegabung nicht zurecht. Mein Mann hatte vor 4 Jahren burn out und war 10 Monate zuhause und der Große kam in der Schule oft nicht zurecht und litt unter Panikattacken. Mein Mann hat mich nie wirklich unterstützt. War immer im Stress mit der Arbeit.

      Mein Vater ist vor 2 Jahren an Krebs gestorben, auch da habe ich viel geholfen. Nach dem Tod habe ich meiner Mutter geholfen.

      Mein Bruder hat eine schwere Trennung und ich habe auch zugehört und versucht zu helfen. Ja, mein Bruder hilft mir jetzt auch, aber ich denke immer, dass ich die anderen nicht so belasten kann.

      ich habe alles gestützt. z.T. mit professioneller Hilfe.

      Und jetzt hat mich mein Mann verlassen. Er hat während seiner Krise gelernt, nur noch sich um sich zu kümmern.

      Wir haben ungeplant noch einen Nachzügler bekommen (jetzt 20 Monate). Und alles hängt an mir. Mehr als 3 Stunden am Stück so 1-2 Mal pro Woche kann mein Mann nicht den Kleinen nehmen. Die Großen laufen auch nur in dieser Zeit mit.

      Jetzt habe ich gehört, dass er letzthin den Kleinen hatte und pünktlich weg musste, da er mit einer anderen pünktlich ins Schwimmbad wollte.

      Es tut so weh. Woher ich die Kraft nehme weiß ich nicht, aber manchmal habe ich keine mehr.

      Ich brauche einfach mal eine starke Schulter.

      Ich habe keine Lust mehr. Ich möchte es einfach im Suff ersaufen. Tu es aber nicht.

      Gruß

      Freno

      • Was willst du?

        Das dein Mann sich aendert? Wenn er das bislang nicht getan hat wirst du ihn nicht dazu zwingen koennen.

        Dass er Veranwortung fuer eure gemeinsamen Kinder uebernimmt und sich kuemmert? Dann fordere es ein. Sag' was Sache ist und plant vernuenftig und fair wer wann fuer wen zustaendig ist.

        Man bekommt nichts wenn man schweigend auf bessere Zeiten wartet. Reden hilft.

        Salve.

        Hallo Freno,

        mir gehts ab und zu genauso wie dir. Ich hab das Gefühl, für alles allein verantwortlich zu sein. Niemand ist da, der einen Teil der Verantwortung mitträgt.

        Ich fühle mich, als würde ich nirgendwo dazugehören. Meine Kinder gehören zu mir, aber zu wem gehöre ich?

        Nur zu gern würde ich mal was trinken, um einfach mal für ein paar Stunden zu vergessen, wie mein Leben grad aussieht (2 Monate noch, dann darf ich wieder). Klar, keine adäquate Kompensationsstrategie, aber sich einfach mal ein paar Stunden der Illusion hingeben, es sei alles toll.

        Mein Mann war genauso wie deiner. HAt sich zum Ende unserer Beziehung nur noch um sich und sein Vergnügen gekümmert. Was und wie ich alles allein gemacht habe, hat ihn null interessiert. Er hat die Kinder in den ersten 2 Monaten immer betreut, wenn ich arbeiten war. Dann kam der große Knall: er hatte eine andere. Ich hab mir gesagt, dass ich auch ohne ihn klarkomme und hab ihn wegen Aufpassen nicht mehr um Hilfe gebeten - er hatte ja eh kaum Zeit... Vier Wochen hat er sich einen Sch*** um seine Kinder gekümmert, hat nicht angerufen und nichts.

        Seit Anfang Dezember sieht er sie regelmäßig, weil ER das so wollte. Wir konnten Umgangstermine mit Hilfe einer Mediation finden. Zwischendurch hatte er die absurde Vorstellung, dass die KInder zu 50% bei ihm leben könnten - ob das Interesse da rein finazieller Natur war, weiß ich nicht.
        Was ich sagen will: ER muss wissen, was ihm seine Kinder bedeuten. ER muss sich kümmern wollen. Du wirst mit Druck nichts erreichen...

        Irgendwann wird das mit der Neuen auch langweilig. Mit Sicherheit sogar.

        Kannst du nicht ne Kur beantragen und die Großen in dieser Zeit zu deinem Mann "abschieben"? Die werden ja sicherlich irgendwie klarkommen, oder?!

        GLG Steffi

        Hallo,

        "ich habe alles gestützt. z.T. mit professioneller Hilfe." professionelle Hilfe für Dich oder die anderen?

        Ich vermute dass Du aufgrund deiner bisherigen ERfahrungen eine Art Helfersyndrom hast, sprich, kümmerst dich um alles und jeden außer um dich (auch verständlich bei den Kindern), aber irgendwann bist Du dran, vergiss das nicht...

        Gruß snowwhite

      • Hallo,Freno

        Du brauchst eigentlich mal eine Auszeit.Und jemanden,der Dich mal ganz fest in den Arm nimmt.
        Weisst Du,stell einfach mal alles ein an ``Helfer-Aktivitäten``.Und guck,was passiert.
        Kümmere Dich jetzt mal nur um Dich und die Kinder!

        Mir hat in einer ähnlichen Situation mal meine Freundin (Stewardess) gesagt:
        Was meinst Du,warum bei einer Katastrophe zuerst die Mutter die Sauerstoffmaske aufsetzen soll?Wenn sie stirbt,wen haben dann die Kinder?

        Nach diesem Motto lebe ich seitdem.Ich schaue,dass es mir gutgeht.Schätze seitdem meine Kraft besser ein und helfe nicht mehr überall.

        Du brauchst sicher Anerkennung,deshalb machst Du das alles.Aber Anerkennung kannst Du Dir auch selbst geben,wenn Du dafür sorgst,dass Du wieder fröhlich wirst,mehr Kraft bekommst,wieder siehst,was Deine Kinder alles können und wie Du mit ihnen gut zurecht kommst?

        Versuch es mal,es geht jeden Tag leichter.

        Alles Gute,viel Glück
        die Anke

        • Hallo Anke!

          Vielen Dank für die netten Worte. Ja, ich kümmere mich jetzt auch mehr um mich. Habe schon zwei Urlaube geplant.

          Aber es ist nicht leicht mit dem Kopf aus diesem Gedankenwirrwarr rauszukommen. Ich habe ja über 4 Jahre einen Mann gehabt, der immer gejammert hat. Das hinterlässt Spuren. Auch wenn ich oft, am Ende eigentlich immer, abgeschaltet habe. Mein Bruder meinte heute auch, dass ich einfach mal einen Optimisten kennenlernen muss.

          Und da merke ich , das kann ich mir gar nicht so recht vorstellen. Aber ich arbeite an mir.

          Danke dir

          Freno

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