Wie haben eure Kinder die Trennung verkraftet?

    • (1) 18.02.12 - 11:10

      Hallo,

      meine Bekannte möchte sich von ihrem Mann trennen und hat Bedenken wegen der Kinder. Ich kann dazu leider nichts sagen, da meine Eltern heute noch zusammen sind. Wie haben eure Kinder es verkraftet?

      lg Medina

      • (2) 18.02.12 - 12:38

        Sehr gut. Er war 3,5 Jahre alt. Gerade am Anfang haben wir darauf geachtet, dass es für das Kind keinen harten "Break" gibt. Er wurde nach wie vor Abends (ja, jeden Abend) vom Papa in den Schlaf begleitet. Papa wohnte dann auch nochmal einen Monat mit uns zusammen in der alten Wohnung, nachdem ich ihn zunächst rausgeschmissen hatte.
        Das Kind hat von alledem nichts mitbekommen, er wusste zwar, Papa wohnt jetzt woanders, aber Papa war ja eben jeden Abend da.

        Dann sind wir umgezogen und ich habe auf sehr häufige, regelmässige Umgänge bestanden. Mittlerweile sind wir bei einem Nachmittag unter der Woche und eine Übernachtung am Wochenende. Das scheint gut zu klappen, aber auch im Krankheitsfall kann ich auf zusätzliche Betreuung bauen.

        Gib Deiner Bekannten auf den Weg, dass die Kinder es besser verkraften, wenn sie merken, dass sich für sie im Zusammenleben mit den Eltern erst einmal nichts spürbar ändert.

        (3) 18.02.12 - 21:25

        Ich glaube, dass Kinder IMMER unter der Trennung der Eltern leiden. Manche stärker, manche nicht so stark, aber schön reden braucht man das nicht!

        (4) 18.02.12 - 22:47

        Schlecht.

        Ich war zehn Jahre alt, jahrelang psychologisch betreut, weil ich nur noch abgesackt bin, die ganzen Jugendjahre. Ich war ein "Papa-Kind" und habe die Kurve erst mit 18 Jahren gekriegt. Kontakt bestand gute zehn Jahre lang nicht, bis auf ein notwendiges Telefon und die Einladung zum Schulabschluss, zwei- oder dreimal Weihnachten.

        Am Anfang wurden besuchten wir ihn ein paar Mal, aber wir haben uns oft geweigert, wurden vom Gericht als unnormal eingestuft und mussten wöchentlich zur Psychiaterin, die versucht hat, uns umzupolen. Gott sei Dank hatten wir ein Mami, dass uns ernst genommen hat, uns dann aus der Schusslinie entfernt hat. Ich habe jetzt regelmässig Kontakt, aber keine emotionale Beziehung, die es wert wäre, erwähnt zu werden... Es ging besser, als ich mich gegen seine verbalen Attacken, die er oft unbewusst ausführt, weil er ein schwieriger Charakter ist, gewehrt habe und seitdem denkt er auch zweimal nach - habe einige Jahre gebraucht, um den Mut zu finden.

        Schwester war acht Jahre alt, sie war das "Mama-Kind" und ihr war es eigentlich egal. Sie hat das gemacht, was ich gemacht habe, mit Tendenz nicht zu besuchen, weil es ihr eben egal war. Als der Kontakt durch mich etwas mehr wurde - sie ist dann mit, weil ich auch da war - kamen Differenzen auf und sie hat sich weniger auf die Hinterbeine gestellt als ich und deshalb mehr Mühe mit seinem Charakter. Man muss verstehen, dass wir in den zehn Jahren erwachsen geworden sind und er das lange nicht begriffen hat - und deshalb hat sich ihre Gleichgültigkeit in Abneigung gewandelt - wenn sie aufgrund von Unterhalt mit ihm sprechen muss, da volljährig - macht sie es äusserst ungern, wie mit Zahnschmerzen.

      • (5) 19.02.12 - 11:17

        Hallo,

        für mein Kind (Tochter) aus erster Ehe, jetzt 20 Jahre alt, ging es hoch her. Erst bei der Mutter und dann bei mir. Das innerhalb von 3 Monaten. Als sie 1,5 Jahre alt war wurde sie mir zugesprochen. Ich bekam das alleinige Sorgerecht. Danach ging es bergauf. Da ich unter ständiger Kontrolle des Jugendamtes stand war es auch nicht gerade einfach. Stellungnahme des Jugendamtes nach 6 Monaten, eine als positiv zu bezeichnende Entwicklung ist bei dem Kind zu beobachten. Trotzdem, einen Eternteil kann man nicht ersetzen, er fehlt.

        Mein Sohn aus zweiter Ehe liebt natürlich Mama und Papa. Er will aber, da ich die Elternzeit nahm, lieber bei mir sein und weigert sich jedes Mal wehement wenn es heißt "Komm anziehen, die Mama wartet schon auf dich". Er wehrt sich dann mit Händen und Füßen. Anders rum muss er nicht überredet werden. Es kommt aber immer auf die Eltern an, denn sie sind diejenigen die es einem Kind leicht machen können oder es aufreiben.

        (6) 22.02.12 - 19:40

        Hi,

        als meine Eltern sich trennten war ich 13 und mein Bruder 19. Habe es ganz gut verkraftet. Mein Vater hat noch 1 Monat bei uns gewohnt und ist dann zusammen mit meinem Bruder in den Block gegenüber gezogen, so dass ich ihn jederzeit besuchen konnte. Das ist jetzt 10 Jahre her.

        Beziehungen gehen nun mal in die Brüche, man sollte sich nur den Kindern zu liebe in Frieden trennen. Denen Jahrelang eine heile Welt vorspielen finde ich nicht in Ordnung.

        Und zum Schluss noch was positives: Meine Eltern sind seit knapp 5 Jahren wieder ein Paar und haben vor 2 Jahren zum zweiten Mal geheiratet. Eine Trennung muss also nicht immer endgültig sein.

        Vielleicht ist ein Trennung auf Zeit manchmal auch sinnvoll. Solange sie sich beide weiterhin Liebevoll um die Kinder kümmern wird es ihnen auch nicht so schlecht ergehen. :-)

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