Und morgen dann: Scheidungstag

    • (1) 15.04.12 - 13:36

      Hallo,

      morgen ist so weit, morgen werden wir geschieden. Wir sind seit über 2 Jahren getrennt, wir haben beide neue feste Partner, ich habe die Scheidung vorangetrieben, wir haben alles geklärt, alles ist einvernehmlich, notariell festgeklopft und friedlich. Unser Verhältnis ist entspannt und die Partner gehen auch entspannt mit dem jeweiligen Ex des anderen um. Alles gut. Trotzdem fühlt es sich komisch an... ist ja auch klar, auch wenn ICH die Scheidung wollte und die Trennung beschlossen hatte damals, ist es sozusagen der Tag, an dem das Scheitern dieser Ehe, dieses Lebensentwurfs und so vieler Dinge, für die wir gekämpft haben, offiziell bescheinigt wird. Und was sich besonders komisch anfühlt gerade: die Scheidung passiert so "zwischendurch"... Morgens Kind in die Kita, dann ein bisschen arbeiten?, dann SCheidung, dann Kind aus der Kita holen, dann Nachmittagstermin mit dem Kind und eigentlich ein dienstlicher Termin zeitgleich. Ich bin also eher beschäftigt, die Nachmittagsverpflichtungen zu koordinieren als mit dem Vormittag und der Scheidung. Überhaupt erwartet mich eine so volle Woche, ich bin jetzt schon atemlos, und habe das Gefühl, gar keine Zeit für "Emotionen" zu haben. Muss ja vielleicht auch nicht, aber irgendwie ist es merkwürdig, es ist doch das Ende einer Phase, was dann so zwischendurch kurz besiegelt wird. Mehr Drama, Baby! Nee, im Ernst:
      Wie waren Eure Scheidungstage? Wart Ihr nach dem Termin mit dem Ex noch einen Kaffee trinken? Habt Ihr irgendwas "zelebriert" - wäre das zB der Tag, an dem man sich mal vom getrockneten Brautstrauß trennt (#rofl) (Wäre vielleicht psychohygienisch tatsächlich sinnvoller, das morgen zu tun und nicht am Vorabend des nächsten Umzugs)? (Oder das Datum noch in den Ring gravieren, hahaha.) Wie war es, wenn vorhanden, mit Euren neuen Partnern an diesem Tag? Wie gehen die mit evtl. gemischten Gefühlen um? Ich brauch da jetzt keinen Rat, was man unbedingt tun sollte, aber mich würde mal interessieren, wie es so war bei anderen... von meinen Freundinnen sind bisher nur zwei deutlich ältere geschieden, in meiner "Generation" -auch in der Familie - bin ich die erste...
      Liebe Grüße...

      Perlita

      • (2) 15.04.12 - 14:00

        Hallo Perlita,

        bei mir fühlte es sich genauso an.

        8 Minuten Gericht, dann war´s vorbei.

        Und trotz dem das Verhältnis zwischen meinem Ex und mir seit der Trennung (na eigentlich schon vorher) seeehhhhrrrr frostig ist, war ich danach völlig durch den Wind. Das Gefühl war komisch. Die Ehe ist "im Namen des Volkes" offiziell gescheitert.......

        Bin auf dem Nachhauseweg sogar in die falsche U-Bahn gestiegen. Nix feiern oder so.

        Aber kurze Zeit später, war das Thema eigentlich abgegessen.

        Also: Kopf hoch. Wir sind und werden nicht die Einzigsten sein.

        Gruß

        suse

        • (3) 15.04.12 - 14:23

          Nach feiern ist mir auch gar nicht... und was "das Volk" mit meiner Ehe und deren Scheitern zu tun hat, frag ich mich ja sowieso...

          Danke für Deinen Bericht!

      (4) 15.04.12 - 14:57

      Huhu,

      Scheidung 1: Dauer 4 Minuten, anschließend mit Ex und neuem Partner frühstücken gegangen.

      Scheidung 2: Dauer 4 Minuten, tschüss Ex (der vom Frühstück) und dann schnell weit weg

      :D

      LG

      • (5) 15.04.12 - 17:08

        Hi,

        bei uns gings auch schnell.... 10 Minuten im Gericht, danach gemeinsam frühstücken gegangen.

        Nach dem Frühstück bin ich ganz entspannt zum Friseur gegangen und hab mich verwöhnen lassen, Kopfmassage, neuer Schnitt, und Farbe, schminken etc....

        Abend hab ich mich dann mit meinen Freundinnen zum Umtrunk getroffen.

        War ein schöner, harmonischer Tag!!

        Liebe Grüße
        F.

      (7) 15.04.12 - 17:51

      schnell weit weg... hehe :-p
      #danke !

      • (8) 15.04.12 - 21:27

        SEHR schnell GANZ WEIT WEG ... #huepf

        • (9) 16.04.12 - 09:41

          Zweimal ist auch hart... Ich hab Angst, ein zweites Mal zu scheitern. Aber ich merke auch, dass mein Vokabular in bezug auf Ehe / Scheidung ganz stark am Leistungsgedanken orientiert ist. "scheitern", "nicht geschafft"... Kann mich davon aber nicht lösen #gruebel

          Noch zwei Stunden, dann bin ich --- frei? wieder in geregelten Verhältnissen? einen Namen kürzer?

          • (10) 16.04.12 - 22:57

            Naja.... "scheitern" kann man immer im Leben. In der Ehe, in der Beziehung, im Job, als Freundin, als Mutter. Es ist eigentlich egal wie.

            Ich bin grundsätzlich auch zu einem dritten Anlauf bereit, wenn ich das Gefühl habe, dass es passt. Die Umstände, die zur Trennung führten, waren nicht abzusehen.

            Ich war beide Male gern verheiratet. Es fühlte sich für mich inniger an als unverheiratet.

            LG

(12) 16.04.12 - 13:08

Hallo Perlita,

und wie geht es dir jetzt ?

Mir ging es wie dir...ein komisches Gefühl war es trotzdem und Scheidung klang doch ne Spur "härter" als "nur" getrennt lebend.

Danach war irgendwie erstmal komisch und bis ich das Ganze richtig realisiert hatte. Wir gingen danach einfach getrennte Wege, noch kurz wegen des PapaWE gequatscht.

Gefeiert mit Freundinnen habe ich nicht.

LG Saskia

  • (13) 16.04.12 - 14:36

    Hallo!

    Es geht mir gut...

    Bin mit dem Ex zusammen hingegangen (haben uns eine Ecke vor dem Gericht getroffen), dann da gemeinsam auf seinen Anwalt gewartet. Besser so als er kommt mit Anwalt und ich warte auf die beiden... Das war alles ganz entspannt. Der Anwalt meinte auch, ah, Sie sitzen da ganz einträchtig zusammen auf der Bank, schön...

    Die "Verhandlung" surreal, die Richterin kam im Kleidchen rein, zog sich dann ne Robe über, der Anwalt zog sich auch schnell war Offizielles über, dann wurde gesagt, dass wir als gegnerische Parteien nicht nebeneinander, sondern gegenüber sitzen müssen (ok...), war ein bisschen wie "Gericht spielen". (Ich war schon mal Zeugin bei einem Strafprozess, da war das Procedere doch anders.) Dann lauter Zeug vorgelesen und gleich auf Band diktiert, und nach dem (ent-)scheidenden Satz hat die Richterin dann gesagt "das war's jetzt" gesagt: ah, schon. Ok.

    Wir haben irgendwie was Offizielleres erwartet, nicht mal "im Namen des Volkes"; unterschrieben werden musste auch nichts. Danach waren wir einen Kaffee trinken und haben über alles mögliche geredet (NICHT unsere Ehe, nicht über Gefühle) und die nächsten Monate Kindertermine besprochen. Ganz entspannt.

    Dann hat jeder seinen Alltag wieder aufgenommen.
    Zwischendurch war mir etwas mulmig, aber hinterher alles gut. Jetzt warten wir auf die Papiere, das ist dann der nächste und letzte Schritt - Namen ändern lassen etc.

    Liebe Grüße!
    Perlita

(14) 17.04.12 - 01:55

Ich bin von der Arbeit dahin, der Termin erledigte sich fix und mein jugendlicher Leichtsinn war zu Grabe getragen. Danach wollte mein Ex noch zwanghaft irgendwas reden und ist mir bis zur Arbeit gefolgt :-[. Ich war 21 und geschieden, komisches Gefühl, aber auch befreiend.

LG

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