es ist raus und ich bin völlig fertig...

    • (1) 29.05.12 - 21:15

      Mein Mann und ich sind seit fast 9 Jahren zusammen.

      Schon seit längerer Zeit bin ich hier nur noch der Fußabtreter gewesen. Während ich mit Job, Kind, Haushalt und Kegel kaum noch zum atmen kam nahm er sich alle Freiheiten. Da er einen anstrengenden Job hat habe ich ihm dies Alles noch gegönnt und immer hinter ihm gestanden. Hinter mir stand keiner mehr. Ich habe mich aufgerissen, bin immer weniger ich selbst geworden und nur noch müde und fertig gewesen. Zudem kamen ständig völlig kuriose Situationen die in ständigen Streitereien endeten in denen er sich dann als Elite mit höherer Intelligenz, höherem Einkommen usw. hinstellte.

      Meine Gefühle und Bedürfnisse wurden mir zunehmend abgesprochen und oft wurde ich belächelt bis ausgelacht.

      Nach aussen hin war ich für ihn die perfekte Frau - daheim nur noch ein Einrichtungsgegenstand den man benutzt und zurück in die Ecke stellt.

      Lange habe ich das mitgemacht. Ich habe oft mit ihm geredet, auch weil er zu den Kindern nicht immer nett war und wir alle nur noch gelitten haben.

      Er hat mich immer mehr in die Ecke einer Alleinerziehenden gedrängt und ich hab mich regelrecht zur völligen Selbständigkeit erzogen. Natürlich kam dann aber irgendwann, dass er ja nur der Finanzesel ist.

      Auch wurde mir vorgeworfen ich würde ja weniger verdienen und hätte eh an allem keinen Anteil obwohl wir verheiratet sind.

      Ich habe immer und immer wieder das Gespräch gesucht...aber auch da hat er oft nur in seinen Laptop gestarrt und keinen Ton gesagt oder mich sogar ausgelacht...Auch Küssen hat er ausserhalb des Sexes abgeschafft und es gab ausser mal einen Klaps auf den Po kaum noch Kontakt.

      Alles Reden half nicht.

      Irgendwann habe ich durch Zufall einen Mann kennengelernt mit dem ich über Gott und die Welt sprechen konnte und es reifte immer mehr der Wunsch endlich Nägel mit Köpfen zu machen. Gerade auch, weil mir da wieder bewusst geworden ist wie sehr ich mich verbogen habe, wie wenig ich lebe. Ich pendle, bin nur am arbeiten, Haushalt machen, mich um die Kinder kümmern, diese zu Ihren Sportvereinen zu fahren usw. Wenn einer was will, ich springe und habe noch nichtmal Zeit mal zum Friseur zu gehen oder spontan etwas zu machen weil ich immer erst schauen muss wie ich das mit den Kindern regle.

      Und dann habe ich es getan und meinem Mann gesagt, dass ich mich trennen will.

      Danach war er sehr verständnisvoll. Hat von selbst alle seine Fehler angefangen zu reflektieren und auseinanderzunehmen. Er hat sogar zugegeben, dass er einfach mit angesehen hat wie ich im letztem Jahr zunehmend gestresster und überforderter wirkte, aber er wollte oder konnte einfach nichts dagegen tun. Später schlug das ganze dann um, weil ich ja nun die Familie kaputt mache, warum ich den Kindern das antue usw. Er wird kämpfen usw.

      Ich habe ihm aber gesagt, dass meine Gefühle einfach gegangen sind.

      Tja und nun ist er heute ohne ein Wort nicht mehr nach Hause gekommen. Die Kinder sind völlig verwirrt und ich bin schon den ganzen Tag nur noch am heulen, denn auch alle meine Träume und Wünsche haben sich in Luft aufgelöst. In mir regiert grad die Wut darauf, warum er es nicht eher registriert hat...ich bin einfach traurig dass es soweit kommen musste und krieg mich mit der Heulerei heute nicht mehr ein. Zum anderen bin ich einfach tierisch sauer, dass er einfach so abhaut und ich wie immer sehen kann wie und wo ich mit den Kids und der Verantwortung bleibe.

      Ich habe jahrelang gekämpft, mich immer alleine um Alles gekümmert und bin völlig eingegangen und nun bin ich natürlich die Doofe die das beendet weil es mich nicht mehr leben lässt. Ich nehme den Kindern ihre "heile" Familie, stürze mich ins finanzielle Chaos und mache Alles kaputt.

      Eigentlich bin ich froh den Schritt endlich getan zu haben, weil ich mich immer mehr gedemütigt und nicht respektiert gefühlt habe aber andererseits kann ich nicht aufhören zu weinen. Ich sitze hier, die Kinder sind im Bett - an mir bleibt Alles kleben obwohl ich es wirklich mal nötig hätte mich fallen zu lassen...

      Ich kann grad nicht mehr und weis noch nichtmal wie es finanziell wird, denn von meinem Gehalt kann ich nicht leben.

      Wie kriegt man diese Schuldgefühle weg? Ich sitze auf Arbeit wie ein Schluck Wasser und heule mir auf der Autobahn die Augen aus dem Leib.

      Wie krieg ich mich wieder in die Spur?

      • Hey, lass dich mal drücken. Mit seiner Reaktion hat er dir gezeigt, dass er eigentlich nix kapiert hat :-(

        Wie kriegst du dich wieder in die Spur? Blick nach vorne, nimm die Zügel wieder auf und mach weiter. Du findest eine Lösung. Sowohl finanziell als auch emotional (Schuldgefühle).

        Es geht voran, du wirst sehen. Lass dich jetzt nicht hängen und sei stark. Denn nicht DU hast die Familie zerstört, du hast nur die Reißleine und die einzig richtige Konsequenz gezogen.

        LG
        Nina

        (3) 29.05.12 - 22:08

        Hallo!

        Ich kann dich voll und ganz verstehen.So hab ich mich die letzten Jahre in meiner Ehe auch gefühlt.Genau wie du.Als Fussabtreter der immer für alle da ist.Am Ende war ich nur noch ein Kleiner Haufen nichts.Auch mir ist durch einen anderen Mann bewusst geworden das es doch noch was anderes gibt im Leben,das ich auch wichtig bin.Das ich das Recht habe glücklich zu sein.
        Ich hab mich dann auch getrennt.Wir haben noch eine Zeitlang zusammen gewohnt,ich hab dann auch zwischendurch einen neuen Freund gehabt.Durch diesen hab ich dann die Kraft und den Mut für den nächsten Schritt(Einzug in die erste eigene Wohnung) bekommen.Mittlerweile bin ich mit diesem auch nicht mehr zusammen,aber in dieser Zeit war er sehr wichtig für mich.Ich hab auch nach der Trennung sehr gelitten,aber mit jedem Tag schafft man wieder etwas was man sich nie zugetraut hat und man ist immer wieder stolz auf sich.
        Ich gehe mittlerweile Vollzeit in die Arbeit.In einer Position da hät ich vor zwei Jahren noch nicht dran geglaubt.Schaffe das mit meinen zwei Kindern ganz super und bin wahnsinnig glücklich.Bin gerade auch wieder neu verliebt in einen wunderbaren Menschen,der mich so mit den Kindern kennengelernt hat und Uns total super findet.
        Mein Motto ist alles Schritt für Schritt zu erledigen und das man immer noch etwas mehr auf die Reihe bekommt,als man sich eigentlich selber zutraut.Damit bin ich in den letzten Monaten doch recht gut gefahren.
        Ich wünsche dir und deinen Kindern ganz viel Glück für die Zukunft.
        Und ich schick dir ganz viel Kraft und Stärke,die wirst du immermal wieder brauchen.
        Ich drück dich ganz fest
        LG Mickos
        Falls du mal "reden" möchtest,einfach Bescheid sagen. #liebdrueck

        • (4) 29.05.12 - 22:42

          Ich kann Dir nur beipflichten! Das Tal ist heftig, aber die Kraft, die man daraus schöpft, da durch zu gehen, ist unbezahlbar!

          LG

      (5) 29.05.12 - 22:13

      Das klingt ja wirklich alles bisschen "verrückt" bei euch. Deswegen kann ich dir zu dem Schritt die Trennung durchzuziehen echt nur gratulieren.

      Irgendwie kann ich mich total gut in deine Situation reinversetzen. Bitte denk für dich und deine Kinder daran das es IMMER weitergeht und egal wie doof die Situation grad ist - auch du wirst in einiger Zeit an einem Punkt sein, wo du in Ruhe zurückschauen kannst und dir nochmal persönlich zu deinem Erfolg gratulieren kannst. Nimm deine letzten Kräfte zusammen und schaffe für deine Kinder und dich endlich eine Oase der Ruhe. Auch du wirst die Verpflichtungen deinen Kindern gegenüber besser erledigen können, wenn du dich freier und besser fühlst! Es wird euch gut tun.

      Und auf den Kerl würde ich echt verzichten können - von wegen Kämpfen! Ist kämpfen etwa einfach nicht heim zu kommen?! Das einzige was er damit bezwecken will, ist wahrscheinlich dich unter Druck zu setzen um dich als die Doofe darzustellen!

      Du hast auch nur EIN Leben und hast das Recht es so lebenswert wie möglich zu leben! Wenn es MIT ihm nicht möglich ist, kann dir kein Mensch der Welt verübeln, dass du dich trennst! Zumal du ja auch sagst, dass er zu euren Kindern nicht immer nett war / ist!

      Ich drücke dir die Daumen und ich weiß das du das schaffst. Wenn ich lese was du schon alles mitgemacht hast, musst du ja eine starke Frau sein.
      Und Tränen sind ok - gehört halt dazu. So viele Jahre vergisst man nicht von jetzt auf gleich!

      • (6) 29.05.12 - 23:27

        Vielen lieben Dank euch allen für diese positiven Antworten.

        Mittlerweile habe ich meinen Heulkrampf für heute auch dank meiner Schwester gut überwunden und werde jetzt fertig ins Bett fallen.

        Ich muntere mich mit dem Gedanken an eine eigene Wohnung und deren Gestaltung heute noch ein wenig auf - denn auch da kann ich nun meinen eigenen Stil wählen.

        Ich weis dass ich die nächsten Wochen wahrscheinlich auf dem Zahnfleisch gehen werde, aber ich bin froh dass ich mich endlich davon befreie.

        Meine Gefühle sind eh verschwunden und es führt kein Weg mehr zurück.

        Vielen Dank fürs Lesen :)

    Erstmal tief durchatmen. Du warst doch eh schon allein erziehend, also packst Du das schon alles. Suche Dir eine gute Anwältin und regle sofort den Unterhalt für Dich und die Kinder. Wenn Du das geregelt hast, wird es Dir schon besser gehen :-)

    Und Kopf hoch!

    (8) 02.06.12 - 23:15

    Hallo,

    ich kann mich in der einen oder anderen Situation gut wiedererkennen. Fühle mich genauso, mein Mann und ich sind seit 8 Jahren zusammen.

    Stark genug mich zu trennen, bin ich noch nicht. Obwohl die Situation so auch mehr als unbefriedigend ist -für beide-. Lachen kann man nur noch über die Kinder und auch so wird eigentlich nur noch über die Kinder gesprochen. Also nur das Nötigste. Wer wen abholt und was eingekauft werden muss ;-)

    Ich wollte dir auch nur schnell schreiben, dass ich dir alles, alles Gute wünsche. Eine Trennung ist nie leicht. Manchmal ist ein Ende mit Schrecken aber besser. Man kommt darüber hinweg und dann geht es einem besser.

    LG

Top Diskussionen anzeigen