Loslassen, wie lange tut es noch weh?

    • (1) 13.10.12 - 01:33

      Hallo ihr Lieben Nachschwärmer!

      Ich weiss nicht, wie lange das jetz wird, ich muss mir das einfach mal von der Seele schreiben und ich brauche ein paar Meinungen, Erfahrungen oder euren Rat zu diesem Thema. Bin für alles dankbar...

      Kurz zu mir:

      Ich bin 27 Jahre alt und hatte eine 4einhalb Jährige Beziehung (15-20J.), 9 Monate solo, dann wieder eine etwa 7jährige-Beziehung, um die es hier auch geht.

      Er kommt aus reichem Hause, wurde auf Leistung gedrillt, hat aber einen lieben Kern.
      Ich habe ihn ehrlich, tief und innig geliebt...da mir gerade wieder die Tränen kommen, denke ich, es ist immer noch so....

      Ich war seine erste Beziehung, erstes Petting, erster Sex (er war fast 22), der Sex war sehr schön, er ist auf mich eingegangen, war sehr impulsiv, leidenschaftlich und er hat auch "können".
      Da mich der erste Freund eher vernachlässigt hat, habe ich die Aufmerksamkeit am Anfang genossen und ihm keine Grenzen gesetzt. Ich habe nach etwa einem Jahr versucht zu beginnen diese Grenzen wieder neu zu setzen, das ging aber leider nicht. 6 Jahre lang nicht...

      Er war sehr anhänglich, sehr liebesbedürftig, gleichzeitig besitzergreifend und eifersüchtig. Wenn er etwas wieder gutmachen wollte, hat er mir Dinge (Schuhe, Schmuck) geschenkt. Irgendwann habe ich ihm Geschenkeverbot erteilt, weil ich wollte, dass er zu dem Problem hinschaut nicht hinter Konsum versteckt.

      Er hat ein Problem mit seinem Selbstwert, definfiert sich über Wissen und Dr Titel (Mag.MSC und Dr, ich: Kosmetikerin, Fußpflege, Sugaring) hat Meinungen seiner Grosseltern übernommen ("Die Arbeitskollegin ist Jüdin....aber sie ist ganz normal.." ---> ich bin der Meinung, dass meine Generation damit nichts zu tun hatte und auch keine Probleme mit Juden hat)
      Er hat mir offen gesagt, dass er mich für dumm hält, es dann aber abgestritten es jemals gesagt zu haben. Es war "Zuckerbrot und Peitsche" Ich konnte mich nie darauf verlassen, ob er gut oder schlecht drauf war.

      Er hat mir die kleinsten Handwerklichen Dinge aus der Hand genommen, mit dem Argument,"Du kannst das nicht"
      Es gab immer diese Machtspielchen, wer weiss mehr, wer kann mehr, bla bla bla...
      Wenn es mir dann mal zu blöd geworden ist (man hat auch nicht 2 Std die Kraft um um das Recht bei einer belanglosen Sache zu kämpfen) und ich aufgegeben habe, hat er "triumphiert".

      Über kurz oder lang: nach etwa 2 Jahren Beziehung sind wir beim Therapeuten gelandet, der hat das nicht ernstgenommen und uns nach drei Sitzungen für "in Ordnung" erklärt---
      Nix war in Ordnung. Er ist einfach seine Schiene weitergefahren, ohne nach links oder rechts zu schauen und hat mich mitgeschliffen.

      Über die Jahre hinweg habe ich immer wieder versucht an ihn ranzukommen und ihn für seine eigenen Gedanken zu öffnen und sein Verhalten mir gegenüber näherzubringen und ihm zu zeigen, dass ich ihn auch lieben würde, wenn er ein armer Schlucker ohne grossartige Ausbildung wäre.

      Innerhalb der Beziehung habe ich mehr als einmal ans Schlussmachen gedacht, einmal war ich fest entschlossen und bin an diesem Abend mit einer Freundin ausgegangen mit der ich dann auch im Bett gelandet bin (Jetz ist es eh egal, bin ja sogut wie solo) dann hat er mich wieder eingewickelt und ich bin mit ihm zusammengeblieben. Natürlich habe ich es ihm nicht gesagt.

      Als ich im Frühjahr mit ihm Schlussgemacht habe, hat er mich direkt gefragt, ob ich mit ihr geschlafen habe, da hab ich natürlich die Wahrheit gesagt, ich hätte ihn nicht anlügen können...

      Im März diesen Jahres konnte ich nicht mehr...ich habe mich ein zweites mal getrennt und bin fast zeitgleich mit einem anderen sehr lieben Mann zusammengekommen. Er ist fast perfekt...fast
      Es ist irgendwie nicht so innig wie mit ....naja
      Er kümmert sich so lieb um mich und ist für mich da, unterstützt mich wo er nur kann...erträgt meine Launen...aber irgendwas fehlt mir...er ist leider nich so leidenschaftlich, ich bin etwas unterfordert....

      Eine Filmszene heute hat mir den Rest gegeben und ich habe etwa 1 1/2 Stunden durchgeheult und mich so aufgeregt, dass mich fast übergeben habe müssen.

      Ich habe nach meiner ersten Beziehung (4,5 Jahre) 5 Jahre gebraucht um sie "vollständig" zu verdauen und ihn mit seiner Freundin als neutral/freundschaftlich zu sehen.

      Ich will keine 7 Jahre leiden und an ihn denken müssen bis ich damit klarkomme...

      Veilleicht hat es auch gereicht, dass ich das jetz aufgeschrieben habe, eien Lösung wird eh nicht geben....

      Danke an alle, die bis hierher durchgehalten haben...

      Alles Liebe

      Maren

      • Hallo,
        ich hatte auch eine sehr schwiereig Beziehung von 7 Jahren hinter mir. Ich glaube schwierige Beziehungen sind häufig sehr leidenschaftlich. Man streitet sich und die Versöhnung folgt darauf, das ist alles sehr emotional.

        Wenn man hingegen mit einem Partner zusammen ist, bei dem die Beziehung harmonisch abläuft, fallen diesen hochemotionalen Dinge weg.

        Ich bin jetzt 1,5 Jahre mit einem Partner zusammen, mit dem ich eine sehr harmonische Beziehung führe, jedoch habe ich am Anfang auch sehr meinem Ex hinterhergehangen. 7 Jahre ist halt auch sehr lang.

        Aber inzwischen bin ich drüber weg und wir planen eine gemeinsames Baby. Ich weiß inzwischen einfach, dass ich mit Kinder einfach eine harmonische Beziehung möchte und nicht dieses auf und ab der Gefühle.
        Viel Glück.
        Liebe Grüße
        Schnucki3

        (3) 15.10.12 - 14:23

        wenn du das nicht willst - musst du es auch nicht.
        liegt eigentlich ganz bei dir.

        eine gewisse zeit braucht man auf jeden fall. ich habe lange zeit gelitten wie ein schwein. (ca ein halbes jahr) hab das so heftig ausgelebt mit heulen, alkohol (ich weiss - ist shit) jammern, selbstmitleid, schimpfen, wut.

        ich glaube, wenn man die phasen einer trennung:

        - nicht wahr haben wollen, - schock, - wut, - aufbrechende gefühle, - neuorientierung usw ganz bewusst wahr nimmt und lebt, geht es schneller.

        ich habe ganz viele bücher dazu gelesen und auch versucht meine anteile an der trennung zu finden. das gibt mir sicherheit und mut.

        bei mir ist, eine super brutale geschichte, jetzt ein jahr her.
        ich will ihn nicht mehr, ich leide nicht mehr. ich habe verstanden was falsch gelaufen ist. ich habe mir meine eigenen fehler und ihm verziehen.

        ich freue mich nun wieder an jedem tag, hab spaß, flirte und kann mir vorstellen mich wieder neu zu verlieben.

        aber nachts in meinen träumen kommen noch bilder, schlimme gefühle und ich wache morgens auf und denk: verdammt - da ist doch noch so einiges an dem ich knappere.

        habe auch mal eine aufstellung gemacht! mit vielen freunden geredet.
        es ist arbeit! aber es lohnt sich - nicht jahrelang darunter zu leiden.

        wunden heilen, die narben wird man immer mal wieder spüren, aber ich denke das gehört zum leben.

        alles gute für dich.

        Hallo!

        Vielen Dank!

        Ihr habt mir eine etwas andere Sichtweise gegeben und eine Idee, das von einer anderen Seite anzugehen! Ich bin euch dafür SEHR dankbar! Oft drehen ein paar Worte oder Zeilen die Gedanken eines Gegenübers und erleichtern den Schmerz!

        Ich wünsche alles, alles Liebe!

        Maren

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