trennung - reaktion und verhalten der kinder

    • (1) 07.12.12 - 21:10

      guten abend #winke

      bei uns steht nun auch ne trennung ins haus... vieles muss noch geklärt werden, bei vielem weiß ich noch nicht wie ich es bewerkstelligen soll....

      frage heute abend ist aber, die kinderfrage ;-)

      unsere tochter ist 3,5 jahre und weiß von der bevorstehenden trennung noch nichts. ich will sie behutsam daran führen, mit einem kinderbuch zu dem thema. aber erst wenn der auszug kurz bevor steht. sonst ist es für sie wohl noch nicht greifbar...

      mich würde mal interessieren, wie sich eure kinder - bevorzugt in dem alter von meiner tochter - durch, nach der trennung verändert haben und wie sie auf die trennung reagiert haben
      habt ihr tips für mich, wie ich es ihr am schonensten beibringe kann?

      schreibt einfach alles was euch dazu einfällt ;-)

      #danke #danke #danke

      vg schnegge

      • Hm. Schwer zu beantworten.

        Wirklich "schonend" kann man einem Kind eigentlich nicht beibringen dass seine bekannte Welt zusammenbricht. Aber man kann daran arbeiten dass es nicht wie ein Zusammenbruch sondern wie eine Veränderung ankommt.

        Wichtig fand ich während der Trennung von meiner Frau, den Kindern immer erst die neuen Tatsachen vorzusetzen wenn wir zwei uns einig waren und an einem Strang zogen.

        Die Kinder dürfen niemals zwischen die Fronten geraten.

        Wir haben also von meinem Auszug erst gesprochen als ich bereits ein Haus hatte, mit den Kindern es besichtigen und sie ihre Kinderzimmer aussuchen und im Geiste schon mal einrichten konnten.

        Auch Dinge wie "wann sind die Kinder bei Mama und wann bei Papa" haben wir erst unter vier Augen geklärt (auch mit Hilfe eines Therapeuten und einer Mediation) und dann den Kindern gesagt.

        Wichtig ist auf jeden Fall, die eigene Eitelkeit, Verletztheit und Kränkung zu Gunsten der Kinder in den Hintergrund zu stellen. Alle Beteiligten (Erwachsenen) müssen über gewaltige Schatten springen.

        Aber es lohnt sich.

        Meine Kinder haben sich sehr, sehr wenig verändert. Sie wissen, dass sie jederzeit auch außerhalb der vereinbarten Zeiten bei mir willkommen sind, sie wissen dass ihre Mutter immer für sie da ist auch wenn sie einen neuen Partner hat.

        Sie wissen, dass ihre Eltern sie lieben auch wenn die Eltern sich gegenseitig nicht mehr lieben.

        Es ist nicht einfach, einem Kind klar zu machen dass die Liebe zum Partner sich verändern, vergehen kann, die Liebe zum eigenen Kind aber niemals. Das kann man nicht erklären, das kann man ein Kind nur fühlen lassen.

        • Hallo.

          Also die beiden Jüngsten waren damals acht und neun. Die Trennung für ihnen war unkompliziert. Sie haben ja vorher schon mitbekommen, dass da was im Raum stand. Und es kommt auch immer drauf an, welche Beziehung sie zum Vater haben/hatten. Mein Ex hatte sich damals schon sehr aus der Familie zurück gezogen und deshalb schon einen gewissen Abstand gehabt. Dennoch war dann die Trennung ein Schreck, was sie aber dann weitestgehend weggesteckt haben. Mir ging es super damit und das merkten sie dann auch schnell. Habe mich, was den Kindern angeht, nicht eingemischt. Sie konnten/können entscheiden, wann und wie lange sie zu ihrem Vater wollen. Sie können mit ihm telefonieren und sich treffen. Ist alles ihnen freigestellt. Mein Ex war da mehr gefrustet. Er hat mich schlecht gemacht oder wollte sich immer noch einmischen in mein Leben. Aber das habe ich ihm schnell abgewöhnt. Ich habe auch viel mit den Kindern geredet und gesagt, dass sie nichts falsch machen. Das manchmal auch die Gefühle gehen und dann es besser ist, wenn man nicht mehr zusammen lebt. Und meinen neuen Partner haben sie ins Herz geschlossen. Er ist das ganze Gegenteil.

          Und jetzt sind sie 14 und 15 und entscheiden selber, wie und wieoft sie Kontakt haben möchten oder nicht. Ich bin da ganz raus.

          LG

      Unsere Tochter war auch knapp 4 Jahre, als wir uns getrennt haben. Ein ziemlich turbulentes Jahr auch für sie. erst hat sie ein Geschwisterchen bekommen, dann zieht Papa aus. Ganz schön viel auf einmal.

      Anfangs hat sie die Trennung gut weggsteckt. Fand es immer spannend, Papas neues Zuhause zu erkunden. Da er aber kein eigenes Zimmer dort für sie hat, schläft sie eigentlich seltenst bei ihm. Will sie auch eher nicht. Schließlich kann ihre kleine Schwester da nicht bei ihr schlafen (die stille ich nachts noch, Platz wäre da auch noch nicht für 2 Kinder). Mittlerweile fragt sie sehr oft, warum wir nächsten Sommer nicht alle zusammen in den Urlaub fahren - so wie immer. Wann Papa endlich wieder hier schlafen darf - ihre Freunde dürften doch auch hier übernachten. Da muss man ihr halt die Angst nehmen und ALternativen anbieten, die viel spannender sind (z.B. nächstes Jahr 2 Mal Urlaub - einmal mit Mama und Schwester, dann mal mit Papa den Halbbruder besuchen fahren usw.). Ich finde die Fragen nach dem Warum der Trennung immer schwer zu beantworten. Wahrscheinlichl, weil ich die mir selbst nicht erklären kann. Wie das soweit kommen konnte, dass ihr Vater sich, obwohl wir ein 2. Kind erwarten, in eine andre Frau verliebt. Und die andere Frau ist bei der Großen noch kein Thema. Erst wollte ich nicht, dass sie nahtlos vorgestellt wird, mittlerweile ist Zeit vergangen und für mich wäre es okay, wenn sie eingeführt wird, aber da mein Ex das nicht forciert, muss das auch noch nicht sein.

      Hat sie sich verändert? Hm, sie sagt ganz oft "Mama, du sollst bei mir bleiben" und kommt nachts fast immer in mein Bett gekrabbelt. Das hat sie vorher nie gemacht. Ist kuschliger geworden. Freut sich auf ihren Papa, will aber abends zurück zu mir. Mochte das letzte Mal nicht allein bei ihren Großeltern bleiben, was früher ohne Probleme ging. Ich glaube, sie hat manchmal noch Ängste. Aber ich versuche, die ihr zu nehmen und sie "beruhigt" sich ganz ganz schnell, ist sonst sehr lebhaft und unbeschwert. Ich glaubem die Schwebezeit vor der Trennung war für uns alle schwerer als die Zeit jetzt. Ich bin ausgeglichen, nicht mehr traurig, sondern sehr glücklich. Und das überträgt sich auch auf sie. Sie muss sich nie entscheiden zwischen uns, wir müssen noch feste Zeiten einführen. Aber so lange mein Ex kein richtiges Bett für sie hat, finde ich sie noch besser bei mir aufgehoben. Sie hat dort null Rückzugsraum, einen Platz nur für sich usw. Das muss er ihr noch schaffen.

      Wichtig ist, das Kind nicht in eure Diskussionen hineinzuziehen. Ihm die Sicherheit zu geben, dass ihr immer für das Kind da seid. Und untereinander normal kommuniziert. Da muss man eben mal was runterschlucken und in nem ruhigen Moment ohne Kind klären. Aber das ist es wert.
      Viel Glück euch.
      palo

    Hallo,
    ich bin ein Scheidungskind und meine Eltern haben das damals ganz fürchterlich geregelt. Ich hab mich stark dadurch verändert und habe bis heute Probleme damit (es ist 11 Jahre her). Das soll nicht heißen, dass man es nicht hinbekommt, aber man muss wirklich bereit sein, vieles dafür zu tun, damit Kinder nicht darunter leiden. Das ist ein Aufruf, an alle Eltern, die sich scheiden lassen. Zieht eure Kinder nicht mit in den Streit hinein, egal wie sehr es weh tut. Das ist eigentlich das Wichtigste, sie müssen wissen, dass Mama und Papa sie noch lieben und dass sie Mama und Papa noch lieben dürfen. Ich denke, wenn ihr das schafft, seid ihr gut dabei. Die Tatsache, dass du dir diese Gedanken machst, zeigt, dass du auf dem richtigen Weg bist. Viel Erfolg!

  • Hallo,
    bei uns steht im Januar die räumliche Trennung im Haus und die Kids 7/9 Jahre wissen auch noch nichts. Erst im Januar werden wir es den beiden sagen. Ist schon für mich schwer genug so zu tun als ob alles in Ordnung ist, gerade vor Weihnachten, aber ich möchte das sie noch ein letztes "heiles" Weihnachten haben.

    Ich habe mir einen Termin zur Beratung bei der Caritas geben lassen. Die geben auch Tips wie wir mit den Kindern über die Trennung reden sollen etc. Schau doch mal nach ob es nicht auch bei Dir Trennungsberatung bei der Caritas o.ä. gibt.

    Ich glaube das schlimmste für die

    Kinder ist wenn du dich schlecht fühlst.
    Kindern kannst du erklären dass Mama und Papa

    sich nicht verstehen und auch nicht mehr mögen.
    Das ist einfach zu erklären und einfach fuer kinder

    (und erwachsene) zu verstehen.

    Schwierig sind nur deine eigenen
    Gefühle wenn du das aussprichst.

    Wenn Kinder das Gefühl habe,

    dass du damit gut klarkommst
    ist das auch für Kinder akzeptabel.

    Was für Kinder schwer ist (und auch für dich)
    ist der tiefe Schmerz den du ausstrahlen wirst.

    Kinder kommen aus meiner Sicht auch gut mit Trennung klar,
    Nur nicht mit Streit.

    Alles liebe für dich

    vielen dank euch allen für die antworten#danke

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