Er will gehen, nach 14 Jahren Beziehung und 2 kleinen Kindern...

    • (1) 06.01.13 - 13:48

      Muss den Schock irgendwie verdauen. Grad ist er gegangen. Hab ihm die Pistole auf die Brust gesetzt. Vielleicht war das falsch. Er redet jetzt mit seinem besten Freund, den ich auch schon 14 Jahre kenne.
      Er ist momentan der Ansicht, er hätte mich nie geliebt. Zu oft hatten wir wohl Krisen (ca. 4x in den vergangenen Jahren inkl. der Momentanen - ist das viel?!) in denen er einer Verliebtheit nachgegeben hat. Nie kam es aber zu einer Affäre oder ähnliches. Aus meiner Sicht ist es eigentlich normal wenn man sich mal verliebt oder schwärmt, da jede langjährige Beziehung auch mal trist sein kann und einen der Alltag einholt. Auch jetzt ist es eine Verliebtheit in eine 15 Jahre jüngerer Azubine die Reitsport betreibt.

      Wir haben auch mit den Kindern (derzeit 5 und 7 Jahre) viel durchgemacht (beides Frühchen mit kleineren Folgen ADS, Wachstumsstörung etc). Eigentlich dachte ich immer das hätte uns zusammen geschweißt.

      Wir haben jetzt 2 Wochen pausenlos geredet. Er kann sich aber nicht für einen Neustart mit mir entscheiden. Ist das mit 35 Jahren schon ne Midlife-Krise?

      Ich habe keine Ahnung was ich jetzt tun soll. Er hat sich schon mit dem Thema Scheidung befasst und weiß dass es quasi einen finanziellen Ruin für uns Beide bedeutet.

      Wie würdet ihr reagieren? Hat schon jemand Ähnliches durchgemacht? Soll ich ihn das Singleleben testen lassen, damit er wieder weiß was er an mir/uns hat?

      Danke fürs Zuhören. Über die eine oder andere Meinung würde ich mich freuen.

      blossom

          • nein, man kann auch in eine paarberatung gehen, wenn man beabsichtigt, sich zu trennen (oder einer davon). schliesslich habt ihr kinder und ihr werdet nach wie vor eine beziehung – und sei es bloss die elternbeziehung – haben. eine solche beratung/mediation ist eine hilfe bei einem veränderungsprozess. dieser prozess kann in einer weiterführung der beziehung oder in der trennung enden. hilfe in einem solchen prozess ist in jedem fall nützlich, weil es hilft, gedanken zu sortieren, zu fokussieren etc.
            ihn das singleleben austesten lassen würde ich in dem sinne nicht (also kein freipass zum rummachen), aber eine trennung vorerst mal, um abstand zu gewinnen, ist vielleicht nicht schlecht.

            alles gute, ks

      "Er ist momentan der Ansicht, er hätte mich nie geliebt."

      Das würde ich per se als keine besonders gute Ausgangssituation für dich bezeichnen. Du kannst eh nicht viel machen...wenn er sich scheiden lassen will, wird er das tun; finanzieller Ruin hin oder her: Man kann niemanden festhalten, der nicht bleiben möchte.

      Ich finde es übrigens nicht normal, dass man sich innerhalb einer Beziehung mehrmals (!) verliebt...das deutet m.E. schon darauf hin, dass in dieser Beziehung was grundlegendes nicht stimmt bzw. es an Liebe zum Partner mangelt.

      • Ja, wahrscheinlich hast du recht und ich kann und will es nur nicht wahr haben.

        Ich finde nur, das hätte er sich vor Heirat und Kindern überlegen können. Und ich hatte auch schon die eine oder andere Schwärmerei, wenn es bei uns gekriselt hat. Vielleicht dachte ich deswegen es wäre ok / normal. Schließlich sind wir sehr jung zusammen gekommen (17 und 22 Jahre), da ist man in einer stürmischen Zeit... Oder nicht?

        Naja, aber er hat definitv Verantwortung für die Kinder zu tragen und sollte seine Entscheidung daher gut überlegen. Und unglücklich waren wir auch nicht. Im Gegenteil! Ich habe die Befürchtung dass er Verliebtheit mit Liebe verwechselt. Nach so vielen Jahren hat man nicht mehr ständig Schmetterlinge im Bauch und schwebt auf Wolke sieben. Die Ansprüche sind hier einfach zu hoch, wenn man das immer so möchte. Realistisch betrachtet ist doch nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen - oder bin ich zuviel Kopfmensch um der Liebesroman-Beziehung keine Chance zu geben...?

        • Hallo,

          fühl dich erst einmal gerückt! Das ist sicher keine einfache Zeit für dich.

          Nun, ich sehe das ein bisschen anders als du. Auch ich hatte eine Jugendliebe, mit der ich fünf Jahre zusammen war. Wir hatten die gleichen Phasen wie ihr. Haben uns in andere Leute verliebt, haben an Trennung gedacht und haben uns letztlich dann doch wieder zusammen gerauft.

          Auch ich dachte damals, dass diese Phasen normal wären. Doch lass dir sagen, wenn du deinen Deckel gefunden hast, dann ist es nicht mehr so.

          Ich habe nicht einmal seit ich in der Beziehung mit meinem Ehemann bin daran gedacht wegen einen anderen Mann abzuhauen, so auch er nicht wegen einer anderen Frau. Auch allgemein gab es nie einen Gedanken an Trennung. Sicher, wir sind noch keine 14 Jahre zusammen, aber du sagtest ja auch, dass es nicht das erste Mal war. Klar ist immer alles Sonnenschein, aber das sind dann wohl Kleinigkeiten, wo nach fünf Minuten alles wieder gut ist.

          Ich verstehe natürlich, dass du keine Trennung möchtest, wenn nicht wegen dir, schon alleine für die Kinder.

          Doch andererseits frage ich mich, warum du dir das antust? Der Mann sagte zu dir, dass er dich wahrscheinlich nie geliebt hat! Du hast doch einen Mann verdient, der dich zu schätzen weiß und auf Händen trägt und nicht dich als selbstverständlich ansieht und bei der nächsten Dahergelaufenen abhauen will!

          Das Problem bei Jugendlieben ist halt immer, dass man sich nicht ausgetobt hat und irgendwann holt es einen ein und man fragt sich, ob man wohl was verpasst hat.

          Ich persönlich würde keinen Mann davon überzeugen wollen, dass er mich lieben soll. Ich würde mal an mich denken, dann du hast es verdient geliebt zu werden! Er soll jedoch auf keinen Fall die Verantwortung zu seinen Kindern vergessen!

          Ich wünsche dir ganz viel Kraft,
          alles Liebe!

          • Das hast Du gut geschrieben.....besonders der letzte Absatz......gefällt mir!! Liebe Grüße iris

            Danke! Der Beistand tut gut.
            Warum ich mir das antue? Vermutlich weil ich dumm, naiv und hoffnungslos optimistisch bin. Vielleicht auch weil ich ihm nicht abkaufe was er da sagt. Weil ich ihn so lange kenne und weiß dass er eigentlich keine solch überstürzten Entscheidung trifft. Weil ich ihm am liebsten aus seinem Gefühlschaos helfen wollen würde. Weil ich glaube, dass zum Scheitern einer Ehe meist Zwei gehören. Ich bin nicht fehlerfrei. Weil es bestimmt Partnerschaften gibt, die schmerzfrei verlaufen, aber man sich nicht aussuchen kann wo die Liebe hinfällt. Weil ich zuviel Gutes in den letzen Jahren und in ihm sehe um einfach die Tür zu schließen. Ich wünschte ich könnte es einfach. Ich wünschte es wäre leichter. Ich wünschte ich könnte sauer sein oder Hass empfinden, aber da ist nur tiefe Trauer, über den Zustand in dem wir uns befinden.

            Natürlich waren wir noch jung, aber es ist nicht so, dass er nicht vorher Beziehungen, One-Night-Stands etc. hatte. Ich will ihm gar nicht überzeugen mich zu lieben, ich will nur dass er es versucht, bevor er eine endgültige Entscheidung trifft. Ist das wirklich zuviel verlangt? Ist das so naiv? Ja ich habe es verdient geliebt zu werden und ich bin mir 100%ig sicher dass ich geliebt wurde. Klar seine Worte schmerzen, aber ich würde so gerne hinter diese Aussagen blicken. Ich weiß dass das nicht so ist, wie er es mir und sich weiß machen will. Wir waren sehr glücklich. Nur die Glücksmomente wurden weniger und der Alltag und die große Verantwortung den nicht ganz einfachen Kinder gegenüber hat uns zerfressen. Dass will ich ihm sagen. Ich kann nicht verbergen dass ich leide. So ehrlich darf ich doch sein oder? Muss ich wirklich ganz tapfer sein? Kann ich nicht versuchen an seinen Verstand zu appellieren?

            Ich bin grad einfach nicht so weit diesen Schlussstrich zu ziehen. Ich tu mir damit bestimmt auch keinen Gefallen. Aber das in Guten wie in Schlechten Zeiten und die Verantwortung für die Kinder, mal ganz abgesehen davon, wieviel ich noch für ihn empfinde, nehme ich sehr ernst. Eigentlich hat er das auch immer so gesagt...

            Er kann sich nicht entscheiden was er will, also werde ich wohl noch ein bißchen warten. Dumm, ich weiß.

            • nee, nicht dumm. Ich finde das total normal. Dass man kämpft. Bis zu einem gewissen Punkt. Mach dir Grenzen klar. DEINE Grenzen. Lass die nicht ständig überschreiten. Ich hab auch ne Weile gebraucht und an meinen Ex appelliert, ihm vor Augen gehalten, was er da gerade aufs Spiel setzt. Verdammt, er hat schon ein Kind mit einer Frau, was er mal einmal pro Jahr für ne Woche sieht. Das tut ihm weh. Und wir haben ein tolles Kind zusammen, was ihn abgöttisch liebt und andersrum ebenso. Zudem kommt da gerade noch ein weiteres Kind hinzu, was in so eine Beziehung geboren wird, es aber genau so verdient, geliebt und umsorgt zu werden - und er geht mit ner anderen Frau ins Bett? Kriegt den Absprung nicht? Ganz falscher Film. Ich hab ihn so bequatscht. Jeden Abend. Geheult, verzweifelt. Konnt schon ix mehr essen vor Kummer, musste mich aber nebenbei um unser gerade geborenes Mädchen kümmern. Und irgendwann festgestellt, dass ich die einzige bin, die sich hier so aufreibt. Und dass ich daran kaputt gehe. Also haben wir uns damals auf Probe getrennt, er kam nach nem Monat wieder. Um mich hintenrum weiter zu betrügen. Und dann einen Monat später endgültig von mir aufgefordert zu werden, zu gehen. Das war ein harter Erkenntnisprozess, vielleicht brauchte es den auch. Vielleicht brauchst auch das. Zu wissen: Okay, ich hab jetzt alles versucht, ich hab mir später nichts vorzuwerfen. Und dann zu gehen. Wer weiß. Ist aber sicherlich härter, als knallhart zu sagen: "Das reicht jetzt, du machst mich hier nicht kaputt und demütigst mich nicht weiter." Im Nachhinein hat mien Ex keine einzige seiner Chancen genutzt. Und war keine einzige Chance wert. Ich war auch ständig zwischen Mitleid, Hass und grenzenloser Trauer gefangen. Und dann Aufatmen, als der Spuk vorbei war und er auszog. Seitdem geht es mir gut.
              Sorry für den langen Text, aber ich erkenn mich gerade in dir wieder.

        . Und unglücklich waren wir auch nicht. Im Gegenteil! Ich habe die Befürchtung dass er Verliebtheit mit Liebe verwechselt.

        Vielleicht hast du es so empfunden, auf ihn muss es nicht zwangsläufig ebenso zutreffen. Oder hat er dir während eurer Beziehung gesagt, dass er glücklich ist? Und selbst dann kann man etwas finden, was das bisherige Glücksgefühl noch übertrifft. Man wusste es nur vorher nicht, weil man es erst jetzt kennen gelernt hat. Genauso umgekehrt. Man lernt etwas vermeintlich besseres kennen und merkt irgendwann, was man am Vergangenen hatte.

        Was nun auf deinen Mann zutreffen könnte, wissen wir nicht. Irgendwie scheint er immer wieder auf der Suche und empfänglich zu sein für andere Reize. Das wäre mir zu anstrengend bei einem Partner. Ständig in Erwartung, dass aus der Schwärmerei und Verliebtheit irgendwann mehr werden könnte. Das bedeutet doch, das was man hat, nicht entsprechend wertschätzen zu können.

        Und den Ausspruch er habe dich vermutlich nie geliebt - der ist unter aller S..! Das ist Nachtreten, wenn jemand schon am Boden liegt. Wofür muss er dir das noch schlussendlich mitgeben? Damit alles positive, was ihr zusammen hattet, auch noch wertlos wird?

        Jemanden zu verlassen ist schmerzlich genug, aber die Art und Weise zeigt viel über den Charakter des Partners.

Wow. Nach dem Spruch "Ich habe dich nie geliebt" würde ich rot sehen... Eine Frau, die man nie geliebt hat, heiratet man wohl und mit der setzt man Kinder in die Welt? Und knallt ihr nach 14 Jahren so einen Spruch ins Gesicht? Scheiß auf den finanziellen Ruin (wieso eigentlich? was soll dich da ruinieren? Vielleicht lebt ihr nicht mehr so dicke, aber ruinieren wird die Trennung höchstens ihn - durch die Unterhaltszahlungen. Ganz klar sein Problem.), der Mann hat deine Liebe nicht verdient. Nach so einer Ansage bekommst du nie wieder Vertrauen rein... Den Spruch hast du immer im Hinterkopf - SOLLTE der werte Herr seine jugendliche Reitschülerin denn mal in den Wind schießen und sich auf das eigentlich wesentliche konzentrieren und du ihn tatsächlich zurücknehmen. Aber bitte bitte: lauf ihm nicht hinterher. Reisende kann man nicht aufhalten. Und ich würde ihm auch noch nen Schubs geben, dass er sich auch schnell genug aus dem Staub macht.

Klar, so eine Trennung mit Kindern ist hart (frag mich mal, stehe hier mit Baby und Kleinkind alleine da, weil der werte Herr - auch mit 35 Jahren! - auch meinte, mich betrügen zu müssen...). Aber ganz ehrlich: Krisen sind normal in einer Beziehung. Man muss nur damit umgehen können. Sich dann flugs in ne andere Person zu verlieben und zu behaupten, man hätte seinen Partner nie geliebt, gehört nicht zu den erfolgreichsten Konfliktlösungsprogrammen. Der würde vielleicht der Vernunft halber zurück in eure Beziehung, der Kinder wegen, des Geldes wegen oder weil ihm irgendwer den kopf gewaltig wäscht. Aber leider - so hart das auch ist - nicht wegen dir. Und nebenher sicherlich nicht auf seine Liebelei verzichten. Tu es dir nicht an. Da geht ne neue Tür für dich auf.

Ich drück dich. Weiß, wie schlimm sich sowas anfühlt. Ist demütigend. Aber weißt du, was da hilft: Sich das nicht bieten lassen. Ihm sagen, wo die Tür ist. Und Stärke zeigen. Ich war am Schluss so stolz auf mich, als ich sagen konnte/musste: "Pass auf, du hast alle Chancen verspielt, meine Grenzen hast du zigmal überschritten. Reicht jetzt. Da ist die Tür. Geh." Aber das war auch ein weiter Weg. Wünsche dir von Herzen viel Kraft.

palo

  • Danke! Ja das klingt sehr hart und dennoch bin ich ziemlich überzeugt, dass die Aussage "ich bin mir nicht sicher, ob ich dich je (genug) geliebt habe" nicht eher Verdrängung ist. Das klingt verrückt, aber die vielen Guten Momente zu verdrängen, macht den Weg leichter zu gehen. Wenn es tatsächlich so gewesen wäre, dann hätte ich das gefühlt. So wie ich in all den Jahren jedes Grübeln intuitiv gespürt habe. Ich kaufe ihm das einfach nicht ab! Dem Gefühl des "Verliebtseins" nachzugeben, scheint derzeit so verlockend, dass er alles andere nicht zulässt.
    Zum Scheitern einer Ehe gehören (fast) immer zwei. Auch ich habe Fehler gemacht. Und die sehr schwierigen Situationen mit den Kindern, waren für die Partnerschaft auch nicht förderlich.
    Wir hatten keine schlechte Ehe, wir haben viel Gemeinsamkeiten, wir haben den gleichen Humor und wir konnten schon immer sehr vertraut miteinander reden. Selbst im Bett lief es immer prima.

    Wenn ich ihn mit Fragen wie: Wo soll das hinführen, was fehlt dir, was ist dein Wunsch dabei, glaubst du dass "Sie" die Zukunft für dich ist (das junge Ding, dass er seit 3 Wochen per SMS näher kennenlernt und sonst nichts über sie weiß; Ihr Vater ging schon auf die Barikaden, alle Freunde wenden sich von beiden ab, wenn sie das durchziehen)? Glaubst du sie kann mit einem bandscheibengeschädigten, älteren Mann, der häufig müde ist und an den Wochenende mehr Vater als Partner ist lange umgehen? Das kann er mir alles nicht beantworten, bzw. sagt er auch rationell gesehen ist das totaler Schwachsinn den er da macht.

    Auch ist er nach außen hin ganz gern der Macho aber eigentlich ein sehr sensibler Mann, der Beständigkeit und Ordnung braucht; nur das will er sich selbst oft nicht eingestehen. Wie wird sie reagieren, wenn sie ihm den Rücken rasieren muss, weil Körperbehaarung bei ihm mehr Wucher als alles andere ist? Ich meine sieht man mit 20 über all das hinweg? Wenn er morgens nicht aus dem Bett kommt ohne Dehnübungen und regelmäßig Schmerzen hat durch die zwei Rücken-OP´s. All das weiß sie doch gar nicht. Sie ist noch so jung und naiv!

    Auch sein bester Freund hat ihm den Kopf gewaschen und kann diese überstürzte Reaktion nicht verstehen. Nicht mal er selbst kann das. Ich glaube er hat sich selbst verloren. Er weiß im Prinzip überhaupt nicht was er will.

    Ja, vielleicht wäre es richtig ihn vor die Tür zu setzen. Aber wie will ich das Gefühl von Liebe und den damit verbundenen Schmerz abschalten. Ich würde ihn noch am Liebsten aus dem Schlammassel heraushelfen, weil ich weiß, dass das eigentlich nicht er selbst ist. Ich muss doch für die Kinder da sein. Ich muss dann umziehen, weil ich mir die Wohnung nicht mehr leisten kann. Wir haben nichts auf der hohen Kante. Wie reagiert ein ADS-Kind auf Scheidung? Ich müsste nun doch einen Führerschein machen, obwohl ich das nie wollte (ich hasse Auto fahren). Wir sind vor einem Jahr umgezogen. Da laufen noch Kredite. Ich müsste die Kinder schon wieder aus der Umgebung reißen. Mein Großer geht auf eine Förderschule, davon gibt es nicht viele gute. Mein Kleiner ist im Integrativkindergarten, auch hier wird es schwierig.

    Ich weiß es ist falsch ihn zu beknien. Das werde ich auch nicht tun. Ich kann aber nicht verbergen, dass ich leide und ich kann wenigsten versuchen an seinen Verstand zu appellieren. Es kann doch nicht sein, dass er einfach keine Chance mehr sieht, die so lange und wertvolle und gute Beziehung nochmal aufleben zu lassen.

    Tut mir leid, das war jetzt lang. Ich bin vermutlich einfach zu schwach, diesen radikalen Schlussstrich zu ziehen. Dumm, ich weiß. Wenn er geht, muss ich damit leben. Aber ich kann die Hoffnung noch nicht aufgeben, naiv wie ich bin.

    • Mir fällt auf, dass du mit ihm Mitleid hast. Und dir Gedanken um die andere Frau machst. Mehr als um dich. Das hab ich anfangs auch gemacht. Meinen Partner bekniet und gesagt: "He pass auf, ich komme gegen das warme Gefühl im HErzen nicht an, dass dir diese Frau geben kann, weil ihr gerade frisch verliebt seid. Aber du stehst, wenn die Schmetterlinge im Bauch weg sind, wieder vor dem gleichen Problem." Mittlerweile ist mir das schnuppe. Ich denke an mich. Wie es ihm geht, ist mir wurst. Sie tut mir fast leid. Muss immer zurückstecken, wenn es um unsere Kinder geht. ABer was sucht sie sich einen Mann mit "Altlasten". Und genau das sollte auch echt nicht dein Problem sein, sondern das der beiden Turteltäubchen. Stekc die Energie lieber in dich und deine Kinder. Macht es natürlich nicht einfacher mit den Erkrankungen deiner Kinder, da kenn ich mich leider nicht aus.

      Ich lese heraus, dass du gerade alle Hebel in Bewegung setzt, dass er bei dir bleibt. Und was macht er? Schau da genau hin! ER ist derjenige, der sich jetzt mal schleunigst drehen sollte. Klar gehören zum Scheitern immer 2. Aber sich da eine andere Frau ans Land zu ziehen und zu behaupten, dass man den eigenen Partner nie geliebt hat, das ist starker Tobak (damit wollte er dir einfach nur weh tun. oder er verwechselt tatsächlich Liebe und Verliebtsein). Da kannst du dich dumm und dämlich quatschen, der Kerl ist gerade blind und taub und will das alles gar nicht hören. Verstand setzt in so einer Phase einfach nur aus.

      Meine Erfahrung aus meiner Krisenzeit: Ich würde mich nie wieder so klein machen und erniedrigen, einem Mann, der mich so verletzt hat, auch noch hinterherzulaufen und soooo viel Zeit in unnützes Reden zu verprassen. Das hat mich jeden Tag so aufgewühlt. Ich konnte gar nichts richtiges mehr denken. Und hatte dabei doch ein Baby zu versorgen, was gerade geboren war.

      Dein Mann kann dir nur so viel Schaden anrichten, wie du zulässt. Deine Kinder brauchen auch ein glückliches Umfeld. Das haben sie gerade nicht. Denk nicht nur daran, wie ein ADS-Kind auf Scheidung reagiert, sondern auch daran, wie das Kind auf ein Elternhaus reagiert, in dem alle unglücklich sind. Ach Mann, ich bin so froh, aus diesem Tal raus zu sein. Und wünsche dir, dass du und ihr das auch bald schaffst. Schau mal, was dir an Hilfe zusteht, finanziell wie auch durch ne Kur, Freunde, die dich auffangen... Ohne Freunde wäre ich zum Beispiel echt tief gefallen. Lass deinen Mann mal links liegen und machen. Soll er sich doch zum Affen machen. Und geh deinen Weg. So hart das ist.
      LG, palo

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